Hilfe bei Training mit dem Alleinbleiben

  • Hallo ihr Lieben,


    ich habe bereits das Forum durchforstet und konnte keine mir schlüssig erscheinende Antwort auf meine Frage finden.

    Mein kleiner Oskar (Jack Russel) wohnt jetzt seit über einem Monat bei mir und weicht mir ab Tag 1 keinen Schritt von der Seite - egal ob ich in die Küche, auf die Toilette, in die Dusche oder sonst wo hingehe, Oskar ist dabei. Das verstehe ich auch, da er sein "Rudel" nicht verlieren möchte.

    Nun stelle ich mir allerdings folgende Frage: ab wann sollte ich mit dem Alleinbleiben-Training beginnen? Ich habe ihm einen großen Käfig gekauft, der bei mir im Wohnzimmer steht. Dort liegt sein Körbchen drin und ich habe es wie eine Art "Rückzugshöhle" für ihn gestaltet. Er hält sich wirklich gern darin auf. Auch wenn ich dabei bin und schließe beispielsweise die Käfigtür zu, legt er sich hin und schnarcht. Sobald ich allerdings den Raum verlasse, ist er sofort auf gefühlt 180 und winselt/jammert in den höchstmöglichen Tönen.

    Dinge wie: den Raum kurz verlassen, wieder reinkommen, wieder verlassen und Zeitspanne erweitern ... oder auch Hund im Raum sitzen lassen und immer wieder durch die Türen gehen und sie hinter ihm verschließen habe ich auch alles schon durch, aber leider ohne Erfolg. Ebenfalls habe ich versucht, das Alleinbleiben immer dann zu üben, wenn wir von einem ausgiebigen Spaziergang zurückkamen, damit er kaputt und müde ist.

    Ich erwarte keineswegs, dass er eine Stunde oder länger allein bleiben soll. Das wird er erst mit der Zeit lernen, aber es sind nicht mal 5-10 Sekunden möglich.


    Die Frage jetzt an euch: Was mache ich falsch bzw. was kann ich besser machen?


    Vielen lieben Dank für eure Hilfe :)

  • Beschäftigst Du Dich denn sonst sehr viel mit dem Hund?
    Stehst Du Deinem Hund sehr viel zur Verfügung?

    Wie alt ist Dein Hund denn jetzt? Woher kommt er? Gibt es eine Vorgeschichte?

    Dinge wie: den Raum kurz verlassen, wieder reinkommen, wieder verlassen und Zeitspanne erweitern ... oder auch Hund im Raum sitzen lassen und immer wieder durch die Türen gehen und sie hinter ihm verschließen habe ich auch alles schon durch, aber leider ohne Erfolg.

    Ich finde, das ist schon ein sehr guter Ansatz und da würde ich weiter machen.

    Ich denke, der Hund muss lernen, erst einmal alleine in einem Raum zu bleiben- das ist schließlich das Normalste, ein Hund kann nicht immer überall in den Wohnräumen mit.

    Ebenfalls habe ich versucht, das Alleinbleiben immer dann zu üben, wenn wir von einem ausgiebigen Spaziergang zurückkamen, damit er kaputt und müde ist.

    Bei uns war das zum Beispiel kontraproduktiv.

    Hier hat es besser funktioniert, wenn es vorher keine Action gab- also keine Auslastung.

    Der Hund war sonst zu sehr hochgepusht.

  • Hallo :winken:


    Das dir in jeden Raum folgen und nicht allein in einem anderen Raum sein können zeugt von einem noch zu großen Schritt. Allein bleiben und Distanz ertragen beginnt für euch also im selben Raum. Hast du ein Laufgitter, was du erweitern und umstellen kannst? Dich aus den Augen zu verlieren ist generell noch zuviel für den Wutz, es gibt Türgitter, wo der Hund hindurchsehen aber nicht zu dir kann. Das wäre auch eine Überlegung wert.


    Ich bin immer dafür besser und länger und sensibler an der Basis zu arbeiten, wenn die Grundlagen stimmen, kann der Hund "Alleinbleib-Notfälle" besser verpacken. Es gibt auch noch einige andere Dinge, wie "ruhiges Verhalten" belohnen, dem Hund was zu tun geben, wie Kauspielzeug, Desensibilsierung etc. pp ... noch scheint der Hund große Angst zu haben was ihm und dir alles passieren könnte. Rituale und Routinen brauchen Zeit :smile:

  • Hallo ihr Lieben,

    vielen Dank für eure Antworten!

    Also erst einmal zu ihm: er ist jetzt 4 Monate alt, kommt von einem Züchter, hat keine Vorbelastungen/Vorgeschichten oder Ähnliches und wohnt jetzt seit 4 Wochen bei mir.

    Ich stehe ihm den ganzen Tag zur Verfügung, er geht mit mir auf Arbeit ins Büro und auch sonst nehme ich ihn überall mit hin.

    Sobald wir vom Spaziergang kommen, hat er eigentlich auch immer "etwas zu tun" wie beispielsweise eine Kaustange oder seine Kuscheltiere auseinander zu nehmen ^^


    Ich bin gespannt, inwiefern sich unsere Lage in den nächsten Wochen bessern wird.

    Nochmals vielen Dank für die Rückmeldungen!


    Liebe Grüße

  • 4 Wochen ist noch nicht so lang, ich würde dem kleinen Kerl mehr Zeit lassen.

    Das "Nicht von der Seite weichen" ist ein Zeichen von Verlustangst. Mit der Zeit wird er Vertrauen zu Dir aufbauen, dann kannst Du das Alleinbleiben trainieren. Am besten wie Estandia beschrieben hat: erst mal mit Gitter, später mal kurz die Badezimmertür schließen etc., so daß er schrittweise lernt, daß Du nicht aus seinem Leben verschwindest, wenn Du mal kurz unsichtbar bist.

    Laß ihm Zeit, dann wird das schon!

    LG,Gisela

  • Ich beginne mit dem Training am Tag nach dem Einzug des Welpen.

    Ich gehe dafür sehr viel in meiner Wohnung hin und her, der Welpe läuft nach, ich gehe ins Bad, mache ihm die Türe vor der Nase zu und ich komme sofort wieder raus, der kommt da gar nicht dazu zu jammern weil ich schon wieder da bin. Und das mache ich extrem oft am Tag, dass ich hinter sämtlichen Türen verschwinde und die Wohnungstüre ist auch immer dabei.

    Nach wenigen Tagen würde das hier jedem Welpen zu doof und er blieb liegen und ist mir nicht mehr nachgelaufen weil er schon wusste, dass er nicht mitkann und ich sowieso gleich wieder komme.

    Die Zeiten die ich hinter den Türen verschwunden war, habe ich langsam erhöht.

    Meine Welpen konnten alle nach ca. 8 Wochen tagsüber schon 2-3 Std. alleine bleiben. Abends wenn eh Schlafenszeit ist, teilweise auch schon 4 Std.

  • Ich stehe ihm den ganzen Tag zur Verfügung, er geht mit mir auf Arbeit ins Büro und auch sonst nehme ich ihn überall mit hin.

    Prinzipiell ist es toll, wenn man die Möglichkeit hat, den ganzen Tag für den Hund da zu sein, aber für das Alleinebleib-Training ist das leider eher kontraproduktiv ;).


    Kannst du denn da sein, ohne ihm zur Verfügung zu stehen? Also kannst du ihm vermitteln, jetzt nicht, wenn er ankommt und spielen/kuscheln/etc. will?

    Oftmals ist es so, dass man, wenn man anwesend ist, auch immer für den Hund da ist; dann ist natürlich der Frust, wenn man sich komplett entzieht, weitaus größer, als wenn dem Hund schon bewusst ist, dass Mensch nicht zur seiner freien Verfügung existiert.

  • Ich stehe ihm den ganzen Tag zur Verfügung, er geht mit mir auf Arbeit ins Büro und auch sonst nehme ich ihn überall mit hin.

    Prinzipiell ist es toll, wenn man die Möglichkeit hat, den ganzen Tag für den Hund da zu sein, aber für das Alleinebleib-Training ist das leider eher kontraproduktiv ;).


    Kannst du denn da sein, ohne ihm zur Verfügung zu stehen? Also kannst du ihm vermitteln, jetzt nicht, wenn er ankommt und spielen/kuscheln/etc. will?

    Oftmals ist es so, dass man, wenn man anwesend ist, auch immer für den Hund da ist; dann ist natürlich der Frust, wenn man sich komplett entzieht, weitaus größer, als wenn dem Hund schon bewusst ist, dass Mensch nicht zur seiner freien Verfügung existiert.

    Damit wollte ich eher ausdrücken, dass ich immer in seiner Nähe bin, aber keineswegs immer sofort parat, wenn er mal will. Auf Arbeit beispielsweise wird er immer konsequent in sein Körbchen geschickt nachdem er jeden bin Büro begrüßt hat und dort bleibt er auch solange, bis ich wieder mit ihm rausgehe (oder solange bis ich das Büro verlassen und er aufsteht und mir hinterher läuft...). Generell zeige ich ihm schon sehr, was seine Grenzen sind und was nicht. Ich mache ihm auch deutlich, dass Kuschelzeit ist, wenn ich das möchte und nicht jedes Mal wenn er es gern hätte.

  • Ich beginne mit dem Training am Tag nach dem Einzug des Welpen.

    Ich gehe dafür sehr viel in meiner Wohnung hin und her, der Welpe läuft nach, ich gehe ins Bad, mache ihm die Türe vor der Nase zu und ich komme sofort wieder raus, der kommt da gar nicht dazu zu jammern weil ich schon wieder da bin. Und das mache ich extrem oft am Tag, dass ich hinter sämtlichen Türen verschwinde und die Wohnungstüre ist auch immer dabei.

    Nach wenigen Tagen würde das hier jedem Welpen zu doof und er blieb liegen und ist mir nicht mehr nachgelaufen weil er schon wusste, dass er nicht mitkann und ich sowieso gleich wieder komme.

    Die Zeiten die ich hinter den Türen verschwunden war, habe ich langsam erhöht.

    Meine Welpen konnten alle nach ca. 8 Wochen tagsüber schon 2-3 Std. alleine bleiben. Abends wenn eh Schlafenszeit ist, teilweise auch schon 4 Std.

    Wie oft bzw Wie lange hast du das am Tag mit deinen Welpen trainiert?

    Bist du einfach in ein x-beliebiges Zimmer gegangen, Tür zu, umgedreht und sofort Tür wieder auf? Klingt nach einem spannenden Ansatz. Vielleicht sollte ich das mal probieren. Danke für deinen Tipp.

  • Ja, genau so. Das habe 3-5x am Tag gemacht für je 2-3 Minuten, da kommt man eh hinter viele Türen in der kurzen Zeit.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!