Ängstlicher Hund, Frust, ich kann nicht mehr

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    Vieles von dem was du schreibst, trifft auch auf meine Hündin zu.
    Und ich weiß genau, wie du dich fühlst.


    Der Unterschied zwischen uns beiden ist nur, dass ich dann nicht ängstlich werde, sondern die Wut auf die Halter in mir hochsteigt.
    Das ist nun auch nicht wesentlich besser, denn ich muss mich, nach inzwischen ebenfalls 7 Jahren, wirklich ständig beherrschen und an meiner Impulskontrolle arbeiten.
    Immer wieder und ja, das nervt. :hust:


    Ja, ich liebe Regentage, obwohl mein Element eigentlich die Sonne ist, aus den gleichen Gründen wie du.


    Lüfte ich im Haus und es schlägt irgendwo ein Fenster zu, dann liegt meine Hündin entweder im Katzenkorb oder unter meinem Schreibtisch.


    Gewitter und Silvester bedeuten auch nach 7 Jahren immer noch Management.


    Allerdings geht meine Hündin mit vertrauten Personen gerne Gassi, dieses Problem habe ich also nicht. Das kann aber daran liegen, dass ich draußen anders reagiere als du und ihr damit etwas mehr Vertrauen in die Menschen verschafft habe.


    Seit der ersten Minute, in der meine Hündin zu uns kam, hatte sie so gut wie kein Interesse an anderen Hunden. Was wohl eines der Kernprobleme ist, weil sie die meisten Hunde einfach ignoriert, als wären sie Luft.
    Scheint keine bessere Methode zu geben, um auch den bravsten Hund auf 180 zu bringen. :roll:


    Sie ist überall und immer "das Opfer", obwohl sie ihrerseits einfach nichts macht, hat sie die Möglichkeit, entzieht sie sich. Allerdings kann ich sie aufgrund ihres Jagdtriebes nicht überall ableinen.


    Kann sie sich nicht entziehen und wird in die Enge getrieben (bisher zwei Mal passiert), unterwirft sie sich nicht, sondern würde in die Offensive gehen.
    Was ich durch Beenden der Situation bisher verhindert habe.


    Ich blocke ausnahmslos jeden Hund, der frei auf uns zuläuft, schon in einiger Entfernung. Klappt größtenteils, klappt es nicht und der Hund rennt trotzdem in uns rein, werde ich ungemütlich, dann gibt's auch mal einen Tritt.


    Ich bemühe mich ebenfalls, die obligatorischen blöden Sprüche zu ignorieren, allerdings funktioniert meine Impulskontrolle, je nach Tagesform, nicht immer.


    Dann gebe ich deutliche Antworten und werde teils auch laut.
    So mach einer hat sich das bereits gemerkt und sammelt jetzt seinen Hund rechtzeitig ein. Andere sind völlig resistent.


    Vielleicht täte dir so ein bisschen gerechtfertigter Ärger auf die anderen Halter ganz gut, um deine eigene Stimmung zu festigen?


    Denn der Fehler liegt klar bei den Haltern, die ihren Hund laufen lassen, ohne dass er zuverlässig abrufbar ist bzw. so weit außerhalb ihres Einflussbereiches, dass sie keinen Zugriff haben.


    Der Fehler liegt nicht bei deinem Hund oder dir. Mach dir das einfach klar.
    Es ist nicht krankhaft oder unnormal, wenn dein Hund keinen Kontakt will, sondern sein gutes Recht.

  • Ich bin jetzt vielleicht ein bischen spät dran mit antworten, weil ich den Beitrag jetzt erst gesehen habe, aber ich kann trotzdem von eigenen Erfahrungen berichten. Aber zuerst: Enspann dich mal. Ganz wichtig :streichel: !


    Mein erster Hund kam zu uns im Alter von 2 Jahren. Vorgeschichte weitgehend unbekannt. Er war nicht ganz so ängstlich wie dein Mädchen, er ist aber regelmäßig unters Bett geflüchtet und ist auch mal nach vorne Gegangen, wenn man ihn seiner Meinung nach in der Angstsituation bedrängt hat. Er ist aber mit der Zeit das tollste und vertrauensvollste Seelchen geworden, das ich mir vorstellen kann.
    Die Wende im Verhalten kam ab dem Zeitpunkt, wo ich mir selbst die Frage gestellt habe, was mich an seinem Angstverhalten eigentlich genau stört. Er hat sich verkrochen. So what? Wen stört es, wenn er unter dem Bett liegt? Mein eigenes Verhalten wurde wesentlich entspannter, damit habe ich wahrscheinlich einen Teufelskreis durchbrochen. Indem ich jedes Mal gestresst war, wenn mein Hund Angstverhalten gezeigt hat, habe ich ihn doch nur darin bestärkt, daß etwas nicht stimmt. Sobald ich mich aber nicht mehr drum gekümmert habe, hat er selbst gemerkt "aha, Frauchen ist ganz entspannt, es ist alles in Ordnung". Es wurde immer besser, er hatte so natürlich auch keinen Grund mehr zu schnappen, weil ich ihn nicht mehr gestresst und bedrängt habe.


    Frag dich einmal selbst, was genau dich zum Beispiel so sehr daran stört, wenn sie bei einem lauten Geräusch aufhört zu fressen, daß du ihr das Futter reinschiebst? Ist sie so klepperdürr, daß sie droht zu verhungern, wenn sie in dem Moment nicht weiterfrisst? Klar, man leidet mit, ich kann das absolut verstehen. Aber was wird im schlimmsten Fall passieren, wenn du gar nicht drauf reagierst, sondern einfach entspannt bleibst und dir sagst "ok, dann frisst sie eben jetzt nicht weiter"? Ich vermute mal, sie wird spätestens am nächsten Tag wieder zum Napf gehen.


    Versuch mal mit solchen kleinen Sachen anzufangen an deinen eigenen Reaktionen zu arbeiten. Ich denke mal deine Hündin orientiert sich sehr stark an dir. Je entspannter du bist, desto entspannter wird sie denke ich mit der Zeit auch. Leicht gesagt, ich weiß, aber es wird euch nicht helfen, wenn du dich selbst stresst.

  • Bis vor ein paar Wochen hatte ich auch noch Wut auf jeden HH und habe mir hier im Forum hin und wieder mal Luft verschafft.
    Zu deiner Hündin kann ich dir nicht viel sagen, wir haben zwar einen situativ unsicheren Hund allerdings sind wir weit entfernt von Angsthund. Die Dreistigkeit von der du hier berichtest bringt gerade selbst mich schon wieder auf die Palme und ich kann dich da wirklich gut verstehen.
    Das mit dem Schirm scheint ja schon eine Methode zu sein die euch hilft. Wir haben die letzten Wochen die Wasserflasche für uns entdeckt :lol: 90 % der Hunde lassen sich damit abwehren. Ich weis nicht wie die HH bei euch in der Gegend so ticken aber ich habe/hatte bei uns teilweise das Gefühl, dass genau die Leute solche Sprüche lassen, die ihren eigenen Hund nicht im Griff haben und ihn schlicht nicht abgerufen bekommen. Da die wenigsten Menschen sich gerne Fehler eingestehen versuchen sie dann eben euch als die Doofen dastehen zu lassen.
    Ich bin gerade dabei wirklich schon auf weite Distanz mit den anderen HH zu kommunizieren, gerade an Wegkreuzungen hilft nettes fragen zum Beispiel wo sie denn hin möchten und dann kann ich entspannt ausweichen und laufe eben auch nochmal 10 Meter in eine Richtung nur damit man ohne Drama aneinander vorbei kommt und drehe dann wieder um und laufe in die richtige Richtung. Fragen ob sie eben kurz warten würden, damit ich uns erst aus der Schusslinie befördern kann. Das ganze gilt aber auch nur überwiegend für im Gehorsam stehende oder angeleinte Hunde.


    Doofe Situationen kann es immer geben (die Erfahrung musste wir vor kurzem auch machen) aber ich denke überwiegend ist, zumindest bei mir, arbeiten an mir selbst gefragt, damit ich vernünftig auf Distanz halten kann, egal mit welcher Methode. Das muss ich MIR gerade beibringen und dann kannst du da auch wieder ganz viel deiner unsicheren Hündin geben. Und manchmal tut es auch einfach gut seinem Frust Luft zu machen und einen doofen HH auch einfach mal anzumeckern :ka: Ich schätze du gehörst auch eher zur Kategorie "ich beiß mir lieber auf die Zunge" Mensch an aber umso wirkungsvoller kann so ein Ausbruch für einen selbst auch mal sein

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  • Vielleicht ist ja auch der ein oder andere Hundehalter dabei, der sich insgeheim drüber freuen würde, wenn sein Hund mal ne Ladung Wasser abbekommt, wenn er unerlaubterweise wo anders Hallo sagt ;) . Also zumindest ich würde dich ganz sicher nicht anraunzen, sondern mich wahrscheinlich noch bedanken.


    *nur so als Nebenkommentar*

  • Die meisten Hundehalter, deren Hunde man mit Wasser, Wurfkette oder mit Händen oder Füßen abwehrt, benehmen sich, als hätte man ihnen höchstpersönlich ans Geschlechtsteil gefasst. Man muss sich also drauf einstellen, dass man da den vollen Frust abbekommt. Ich persönlich schieße die Hunde bevorzugt dann ab, wenn die Besitzer noch nicht gucken oder grad weggucken, falls das möglich ist, um mir das vom Hals zu halten. Insgesamt ist es sinnvoll sich den Ruf zu schaffen, dass mit einem nicht gut Kirschen essen ist. Das spricht sich unter den "Tut-nix-Hundehaltern" herum und sie meiden einen erfahrungsgemäß. Also genau das, was ich persönlich möchte. Und, wenn die Besitzer nicht lernfähig sind, so sind es in der Regel deren Hunde, wenn man sie mehrmals "vor der Flinte" hatte.


    Könnte man sich alles sparen, wenn die Besitzer nicht so doof wären, aber drauf hoffen, dass die schlauer werden, bringt nix.

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Max kam mit 2 Jahren zu mir elend und aus miserabelster Haltung.
    Er hat sich am Anfang um meine Beine gewickelt, wenn loses Laub geraschelt hat.
    Männer, sorgloser Freilauf, spontane Hundekontakte und vieles mehr gingen auch nach Jahren nicht.


    Der Alltag schwankte zwischen situativ gut zu managen (überwiegend)/ entspannt und Panikattacken, wo er "zu" gemacht hat.
    Also zur Uni - Menschenansammlungen wären der Supergau gewesen.


    Das war schon anstrengend und eben kein "normales" Hundehalterleben, aber genau deswegen war für mich auch immer klar,
    dass er zu mir gehört und ich die Verantwortung nie abgeben kann - nicht mal Urlaub...
    Wir waren eben zusammen zur Ostsee...


    Ich hätte mir das - vor allem für ihn - oft anders, entspannter, fröhlicher gewünscht - aber wir haben einen guten Weg gefunden und so wie Du schreibst, ihr doch auch.


    Das ist ein Wahnsinns -Leistung und Tiefpunkte und Zweifel gehören dazu.


    Die "fröhlichen Hundehalter" einfach quatschen lassen.
    Die wissen nicht mal worum es eigentlich geht.
    Man kann es auch dem Wohl-Wollensten nicht erklären, der das nicht selbst erlebt hat.


    Ich hatte das Glück, das Max ja ein Boxer-Mix war und viele schon wegen "des Kampfhundes" die Straßenseite gewechselt haben.
    Mich dämlich angequatscht haben die aller wenigsten.


    Es gibt hier einen Angsthundethread", der ist etwas eingeschlafen.
    Aber vielleicht siehst Du da, dass Du echt nicht die Einzige bist und findest noch irgendeinen Trick, der euch ein Stück weiterhilft.


    Viel Kraft und Freude!

  • Die meisten Hundehalter, deren Hunde man mit Wasser, Wurfkette oder mit Händen oder Füßen abwehrt, benehmen sich, als hätte man ihnen höchstpersönlich ans Geschlechtsteil gefasst.

    :lachtot: :lachtot: :lachtot: danke, das werde ich dem nächsten sagen der sich aufregt :D


    Das ist dann der Moment, wenn der Hund in der Regel eingefangen ist und dann lass ich die Person maulen und geh weiter.
    Einmal hatte einer Wasser abbekommen und die Halterin hat es nicht mitbekommen. Als sie ihn eingefangen hatte meinte sie mit einem Lachen ( :???: ) "oh du bist ja voller Sabber". Ich hab ihr meine Wasserflasche hingehalten und gesagt, dass es Wasser ist und plötzlich ist die explodiert :lol: Das Einzige was ich dazu nur sage ist, "wäre mein Hund absolut unverträglich, wären Sie froh, dass er NUR Wasser abbekommen hat!"

  • Ja, das hat bei mir auch schon zu bizarren Situationen geführt. Manche Hunde kreischen, wenn man sie abschießt. Wenn der Besitzer das nicht sieht, sage ich lapidar, dass der bestimmt in was reingetreten ist und sich wehgetan hat. Einmal hab ich einen Labbi weggetreten, da hatte sich Frauchen grad wegdreht. Die meinte vorher ganz entspannt: "Die machen das schon." Als der Labbi plötzlich wieder totenbrav neben ihr stand, war sie sichtbar erstaunt über ihren Hund, warum der heute so brav war und meinte noch: "Ging doch super!" Ich so: "Jupp." Und bin von dannen gezogen ...

  • Ich stell mir grad euer Gesicht vor, wenn ich meinen Hund hechelnd einsammel "Boah eh der Arsch tut mir echt voll leid sorry nochmal danke für die Lektion hoffe es ist alle ok eh echt sorry!!!!!!" :lachtot:

  • Wenn mir das passiert, also dass mein Hund abdüst und andere belästigt, bin ich ganz ohne Scherz durchaus dankbar, wenn sich die Leute mit Wasser oder irgendwelchen Wurfgeschossen zu helfen wissen. ich entschuldige mich dann tausendmal und bedanke mich, dass sie sich meinen Hund vom Hals gehalten haben.
    Das ist mir viel viel viel lieber als dass einer mit Stahlkappen unverhältnismässig arg zutritt oder ein Messer nimmt oder so und ich einen verletzten Hund habe.
    Ich bin jetzt nicht glücklich über solche Lektionen, ich ärgere mich dann sehr über mich selber, bin aber froh wenn die andere Partei weiss was sie tut ohne brutal zu werden.

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