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Hundekontakte managen

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    Hallo zusammen,


    nächste Woche holen wir endlich unseren Welpen ab – seit Wochen/Monaten bin ich damit beschäftigt, Erziehungsbücher, Foren und das Internet allgemein zu durchstöbern. Mit meiner Hündin scheine ich unglaubliches Glück gehabt zu haben, da ich anscheinend unglaublich viel falsch gemacht habe und sie trotzdem ein ziemlich unkomplizierter Hund war.


    Nun fühle ich mich ganz gut vorbereitet nur eine Sache verstehe ich nicht richtig bzw. weiß es nicht praktisch umzusetzen: Wie manage ich erwünschten bzw. unerwünschten Hundekontakt? Also toll wäre es, wenn ich es hinbekäme, dass er einen Hund sieht, mich anschaut und ich dann entweder den Kontakt freigebe oder eben auch nicht.


    Ich möchte sowieso den „Befehl“ „Schau her“ einführen. Wenn das sitzt, könnte ich ja, wenn er einen anderen Hund sichtet, diesen Befehl geben, wenn er mich anschaut loben und Leckerlie. Aber wie schaffe ich es, dass er danach nicht einfach losläuft? Durch Ablenkung?!


    Situation 1: beide Hunde an der (kurzen) Leine
    Hier möchte ich keinen Kontakt zulassen – kann ich mit entsprechender Ablenkung durch Spielzeug/Leckerlie o.ä. erreichen. Falls das nicht klappt, ist er ja immer noch angeleint. Dürfte kein Problem sein.


    Situation 2: beide Hunde im Freilauf
    Das wird nur im (relativ menschen- und hundefreien) Wald sein, da ich ja erst mal den Rückruf trainieren muss. Wenn uns dort ein Hund entgegen kommt, würde ich auch erst mal versuchen, ihn abzulenken. Aber wie soll ich mich dabei mit dem anderen Hundebesitzer verständigen, ob die Hunde sich beschnuppern/spielen dürfen? Sobald ich meine Aufmerksamkeit auf den anderen HH richte, wird sich der Hund doch auch umorientieren. Oder soll ich jedes Mal vorsichtshalber die (Schlepp-)Leine anlegen? Aber dann verknüpft er doch: Anderer Hund: Ich werde angeleint. Nicht so prickelnd – vor allem wird er dann ggf. erst recht nicht mehr zu mir kommen, sobald er einen anderen Hund wahrnimmt und gern dorthin möchte?!


    Situation 3: mein Hund an der Schleppleine, der andere frei
    Ich werde oft an in der Nähe gelegenen Seen spazieren gehen, dort sind ziemlich viele Hunde unterwegs. Bis der Rückruf zuverlässig funktioniert, werde ich ihn an der Schleppleine lassen. Was ist, wenn uns da ein unangeleinter Hund entgegen kommt? Wieder das Problem mit der Verständigung mit dem anderen HH während des Ablenkungsversuchs.


    Sobald „schau her“, der Rückruf und Fuss funktioniert (und die Bindung auch stärker ist), wird das ganze ja hoffentlich kein großes Problem mehr sein aber ich kann ja bis dahin nicht allen Hunden aus dem Weg gehen – eher das Gegenteil.


    Ich habe grad das Gefühl, dass ich mich hier in irgendetwas hineinsteigere und den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe. Könnt ihr mir helfen?


    Viele Grüße
    Liz

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  • Ich halte es für wenig zielführend, sich vorab sämtliche Situationen vorzustellen, weil ich glaube, dass man im wahren Leben darauf eh nicht wirklich zurückgreifen kann.
    Also wenn du dann tatsächlich mit Hund im Wald stehst, wirst du keine Zeit haben, über irgendwelche Strategien nachzudenken...


    Überleg dir grob vorher, was du deinem Hund beibringen möchtest, ich persönlich bin übrigens kein Fan von " Blickkontakt und " frei geben" , ich mags, wenn Hunde ruhig aufeinander zu gehen.


    Ich würd erstmal abwarten, wie der Hund so drauf ist, was er oder sie braucht, mit welchem Charakter du es zu tun hast, usw...

    Melanie mit Bandit & Anton
    und Mücke im Herzen



    BX und Labbi

  • Mache dir keinen Kopp! Probleme muß man dann lösen, wenn sie da sind, nicht vorher. Und die ersten Wochen bist du und dein Welpe genug beschäftigt mit dem Zusammenleben und dem täglichen Leben, was für den Welpen ja noch nicht alltäglich ist. Erst müssen sie wichtigen Dinge des Lebens geregelt werden: kacken, fressen, schlafen - was wann wo. Daraus ergibt sich dann so nach und nach erst die Erziehung. Bleib cool und lass das erst mal auf dich zukommen, nachher habt ihr ganz andere Baustellen.


    Viel Glück euch beiden :bindafür:

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  • Situation 2: Ich schaue mir Hunde, die unangeleint entgegen kommen, vorher genau an. Wie verhalten sie sich? Mein Blick ist mir lieber, als die Aussage des anderen Halters. Ein "der will nur spielen" ist in meinen Augen nicht immer der richtige Spielpartner.
    Wenn mir der Hund ungeeignet erscheint, rufe ich meinen Hund ran und gehe vorbei.
    Situation 3: ich würde meinen Hund nicht an deinen dranlassen. Die Verletzungsgefahr für meinen Hund durch die Schleppleine wäre mir zu hoch.

  • einfach vorbei und weitergehen bringt ja nichts weil der andere Hund dann einfach hinterläuft und am hund klebt und der eigene sich dann dauerhaft nach hinten wendet.


    das problem haben wir hier auch oft im freilauf, leider

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Ich würde dazu raten, den Zwerg erstmal generell an der Schleppleine zu führen, bis der Rückruf auch bei Hundesichtung zuverlässig sitzt. Wie lange das dauert, kommt komplett auf deinen Hund an.
    Die Schleppleine kannst du einfach schleifen lassen. Im Notfall kannst du dann drauf treten, um ihn zu stoppen. Ansonsten ist das eine super Möglichkeit den Rückruf und generell Freilauf zu üben. Er kann ja überall hin und laufen wie er mag, nur das du im Notfall halt doch 'ne Leine hast.
    Bei Hundesichtung würde ich es dann wie folgt machen.
    Am Horizont taucht ein fremder Hund auf. Du rufst deinen Zwerg. Wenn er reagiert und zu dir kommt: Super! Wenn nicht, hast du immer noch die Schleppleine und ihn damit gesichert.
    Während dein Hund dann bei dir ist, kannst du in Ruhe Kontakt zu dem anderen Hundehalter aufnehmen. Und wenn Kontakt erwünscht ist: Schlepppleine ab. Er steht (oder sitzt oder wie auch immer du magst) dann ja sowieso schon neben dir und hat direkt gelernt, dass er erstmal zu dir kommen bzw. sich zu dir orientieren soll, bevor er spielen gehen darf.

    Es grüßt Sabrina Sophie mit
    der Corgizei:
    Welsh Corgi Pembroke Sheriff Carlie (*19.08.2014)
    & Welsh Corgi Pembroke Deputy Scooter (*07.08.2015)


    Lieben heißt auch loslassen...
    Berner Sennenhündin Maja (*09.04.2011 - †27.03.2015)

  • schleppleine ab kann gefährlich werden wenn sich der Hund die plötzlich freiheit bemerkt und sich nicht mehr anleinen lassen will. hat meiner am anfang paar mal gemacht und ist plötzlich immer auf abstand geblieben.


    hier ist der freilauf oft sehr nervig weil sehr viele ihre Hunde nicht zurückrufen, anleinen oder überhaupt irgendwas machen, die lassen einfach laufen bzw schauen oft garnicht was der hund macht.


    da ist einfach vorbei und weitergehen unmöglich weil der andere Hund dann einfach hinterläuft und am hund klebt und der eigene sich dann dauerhaft nach hinten wendet.

    das problem haben wir hier auch oft im freilauf, leider

  • Ich würde dazu raten, den Zwerg erstmal generell an der Schleppleine zu führen, bis der Rückruf auch bei Hundesichtung zuverlässig sitzt.

    Ich sehe das anders.
    Der Zwerg würde bei mir den ersten Tag an der Leine gehen. Ab dem 2. Tag gäb es bei mir auf freiem Gelände gar keine Leine. In der Regel hat der Welpe doch erstmal den natürlichen Folgetrieb, den ich ausnutzen würde.

  • Ich denke, Du machst Dir viel zu viel Gedanken - man kann nicht alle Szenarien im Kopf durchspielen um im Fall des Falles richtig zu reagieren.


    Ich geb trotzdem mal meine Erfahrung kund.


    Situation 1: Geht man aneinander vorbei und gut ist. Ein Kontakt wird ja nicht stattfinden, wenn beide HH es nicht wollen - warum auch immer.


    Situation 2: Wenn ich sehe, ein entgegenkommender HH leint an, leine ich auch an. Der wird schon seine Gründe haben oder ich hab Gründe. Oder es sind beide einfach nur vorsichtig, man weiß ja nie - abgesehen gehört es zum Hundehalter-Anstand. Und dann wird das schnell geklärt und entsprechend gehandelt. Besteht kein Interesse von einer Seite, dass sich die Hunde im Freilauf amüsieren, merkt man das schnell. Da wird abweisend ein Bogen gegangen oder in der Entfernung stehen geblieben, bis der andere Hund vorbei ist. Sollen die zwei sich kennenlernen, wird das zwischen den HH verhandelt - das ist noch nie kompliziert gewesen.


    Ich halte gar nicht viel von sich erst mal beschnuppern lassen an der Leine. Bei zwei Welpen geht das ja noch ganz gut, die sind meist ohne Arg, aber bei erwachsenen Hunden, kann das bös ins Auge gehen. An der Leine sind viele Hunde unberechenbar und ruckzuck sind sie im keifenden Knäuel. Also, entweder leinen beide Halter in einiger Distanz ab und überlassen den Hunden ihr Kennenlernen oder eben nicht, dann geh ich weiter. Brauch keine kontaktfreudige fast vierzig Kilo, die umbedingt wo hin wollen ...


    Das "Schau her" ist eine wunderbare Sache ... allerdings finde ich gerade dann, wenn zwei, sich fremde Hunde, aufeinander zugehen, sich abschätzen, die Reaktion des anderen "lesen" wollen, eine solche Ablenkung nicht so gut, abgesehen davon, dass sie meist eh nicht funktioniert - den eventuellen "Feind" will hund doch nicht aus den Augen verlieren, denn zumindest mein Hund will wissen, ob der andere okay ist oder nicht, um sich entsprechend zu verhalten. Also lasse ich ihm die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, ob er freudig interessiert ist oder eben nicht und lenke ihn eben NICHT ab. Sitz oder Platz muss er aber machen.


    Beide Seiten im Auge zu behalten, das ist die Aufgabe der Halter. Die kennen ihren Hund am besten und können abschätzen, ob man jetzt besser den Rückzug antritt oder Leine los, weil alle Zeichen positiv sind.


    Ich lasse natürlich meinen Welpen oder unerfahrenen Junghund nicht zu einem abweisenden zähnefletschenden Hund ... Da treffe ich alleine die Entscheidung - aber ich vertraue auf die Zeit - irgendwann wird mein Hund wissen, dass nicht alle Hunde "nett" sind und er wird die Zeichen der anderen Seite deuten lernen.


    Wir sind mit dem Vertrauen in unseren Hund und dem Glauben an die Kommunikationsfähigkeit von Hunden bisher sehr gut gefahren - da ist der Vorteil der extrem freundlichen Rasse Labrador auf unserer Seite natürlich von enormem Vorteil. Nach sicher über 300 Hundebegegnungen im ungeplanten oder zugelassenen Freilauf ist bis auf 3 mal nichts ernstes vorgefallen. Und bei den 3 mal biss die andere Seite ohne erkennbare Vorzeichen zu. Das war die Situation Jungrüde zu Altrüde oder Jungrüde stürmt frech in ein Rudel ... eine Zeit, wo man dreifach umsichtig sein muss, aber dennoch kann eben was passieren. Dann ist das eben so. Deshalb übervorsichtig zu werden und lieber generell keine oder nur wenige und nur arg halterkontrollierte Kontakte zuzulassen, halte ich für falsch.


    Hunde können lernen - wenn man sie lässt. In unserem Umfeld gibt es jedenfalls zu 95% friedliche Hunde, die man beruhigt frei laufen lassen kann. Die Halter sind locker und freuen sich, wenn alle miteinander klar kommen. Und oft ist es wirklich so, dass die Hunde, die an der Leine den Dicken machen, im Freilauf total harmlos sind und es genießen ihrem Vergnügen "Hundebegegnung" ohne Leine nachkommen zu dürfen.


    Unser Charly ist mit sehr viel Freiheit aufgewachsen und ist schnell ein souveräner Hund geworden, der mit allen klar kommt - im Freilauf. Ist er an der Leine, kann er allerdings mal recht großmäulig werden, je nachdem wie die andere Seite so drauf ist. Noch ist das wahrscheinlich der Pubertät zuzuschreiben. Wir machen ihm immer wieder klar, dass dieses Verhalten nicht gewünscht ist ... es ist auch schon weniger geworden. Auch an der Leine muss man sich benehmen lernen ... ;-)


    Zu Situation 3: Schleppleinentraining ist sicher für das ein oder andere gut - aber nicht wirklich für Hundebegegnungen. Nicht schön anzusehen, wenn dann gespielt und getobt - oder geflüchtet - wird und einer rast bis zum Würgen in die Leine oder die Hunde verwickeln sich im Schleppleinengewirr - ungünstig ist, fühlen sie sich plötzlich bedroht und eingeengt.


    Wenn Du die Schleppleine zum Training einsetzen willst, dann geh dorthin, wo keine anderen Hunde sind. Auch der Rückruf ist am besten ohne jede Ablenkung zu üben, bis er weitgehend sitzt. Wobei er natürlich total versagen kann, wenn ein spannendes Hundegegenüber am Horizont auftaucht. Da darf man einfach nicht zu schnell zu viel erwarten und muss auch mal fünf Augen zudrücken.


    Zumindest dann, wenn man einen friedlichen Hund an seiner Seite hat, der im Alltag ganz gut funktionieren soll .... und man keine Perfektion erwartet. Hunde sind auch nur Menschen ... ;-)

  • Wenn Du einen Welpen an die Schleppleine nimmst, lernt der doch nur, dass er nicht auf Dich zu achten braucht, weil Du ja eh am Strick hängst. Würd ich nicht machen. Ab in den Wald und los - es ist SEIN Job, Dir zu folgen. Schrecklich, dieser Schleppleinen-Boom.

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