Beziehung zu meinem Hund kriselt :(

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    Hallo zusammen


    Ich bin neu hier und das ist meine absolute Premiere, was einen Eintrag in einem Forum betrifft. Ich hoffe sehr, dass ihr mir weiterhelfen könnt.


    Ich habe zwei Kinder, 20 und 3 Monate alt. Seit 8 Jahren habe ich zudem einen Labi-Collie-Mischling, Neo. Neo ist nicht gerade der besterzogenste Hund. Solange keine anderen Hunde in der Nähe sind, hört er sehr gut, ist gut abrufbar (ausser, er hat etwas zum Fressen gefunden) und geht auch gut ohne Leine im Fuss. Sobald andere Hunde in Sichtweite sind, und ich nicht schnell genug reagiere (also die Hunde sehe, bevor er sie sieht/riecht), dann rennt er zu ihnen hin und ist nur noch schlecht abrufbar. Das ist für mich nicht weiter tragisch, da die meisten Hunde auch frei laufen und die Begegnungen allermeistens positiv sind. Was mühsamer ist, ist, wenn Neo an der Leine ist und wir anderen Hunden begegnen. Er bellt und zerrt wie wahnsinnig. Wenn wir einen anderen Hund auf engem Raum kreuzen müssen, knurrt er auch. Wir haben bereits Verschiedenes ausprobiert (Ignorieren, "Nein" sagen, Richtung wechseln, einen grossen Bogen machen etc.). Das mit dem Richtungswechsel hat eigentlich ganz gut geklappt, aber jetzt mit Kleinkind plus Kinderwagen einfach nicht mehr machbar.
    Ich war mit Neo im Junghundekurs, anschliessend im normalen Hundekurs und später auch im Agility. Die Hundetrainerin hat mir empfohlen, ihn abzulenken, wenn er bellt. Das klappt leider nur bedingt. Wir haben ihm einen langen Zeitraum das Fressen nur während des Spaziergangs gegeben. Das hat gut funktioniert, er hatte Spass, den Futterbeutel zu apportieren und zu suchen. Er hat dadurch auch das Interesse an anderen freilaufenden Hunden etwas verloren, weil er so konzentriert auf den Futterbeutel war. Das Leinenproblem hat es allerdings nicht gelöst.


    Dass unsere Spaziergänge jetzt mit Hund und zwei kleinen Kindern nicht gerade entspannt sind, muss ich wohl nicht noch betonen. :) Das grosse Problem ist aber, dass ich mittlerweile so gestresst bin, dass die Beziehung zu meinem Hund ernsthaft kriselt. Ich schimpfe manchmal mit ihm wegen Kleinigkeiten, wo ich genau weiss, dass es nichts nützt. Aber wenn wir unterwegs sind und der Kleine in eine Richtung rennt und Neo an der Leine zerrt und ich noch mit der anderen Hand den Kinderwagen halten muss, dann könnte ich ihn jeweils auf den Mond schiessen. Dabei tut mir Neo sehr Leid. Das, was er bräuchte, wäre wieder intensiveres Training und mehr Zuwendung, aber ich habe einfach keine Nerven dazu. Meine ganze Geduld brauche ich für die Kinder, da ist manchmal einfach nicht mehr viel übrig für den Hund. Furchtbar, ich weiss. Ich habe auch ein schlechtes Gewissen deswegen. Vor der Geburt meines ersten Kindes fand ich es toll, einen Hund zu haben. Es hat mich auch nicht sehr gestört, dass er nicht "perfekt" war, zumal mir bewusst ist, dass ich sicher auch Schuld daran habe. Aber jetzt ist es mir einfach zu viel. Damit ich ihn wieder gerner hätte, müssten unsere Spaziergänge wieder enstpannter sein und dazu müsste ich wieder intesiver mit ihm arbeiten, aber das schaffe ich zur Zeit einfach nicht. Ab und zu starte ich enthusiastisch einen Versuch und bin dann doppelt frustriert, wenn es nicht klappt.


    Das Ganze hat angefangen mit meiner ersten Schwangerschaft. Ich habe mir damals im 7. Monat eine Rippe gebrochen und konnte anschliessend fast nicht mehr mit dem Hund spazieren gehen. Als das Baby dann da war, war ich emotional so ausgelaugt und erschöpft, dass ich mich richtig überwinden musste, Neo noch seine Streicheleinheiten zu geben. Er kam definitiv zu kurz (mein Mann auch...). Wir gingen zwar noch gleich viel mit ihm raus, aber das Spielen, Rumtoben und Schmusen war meinerseits auf ein Minimum reduziert. Dabei hat Neo es wirklich toll gemacht mit dem Baby. Jetzt mit dem zweiten Kind ist es natürlich nicht einfacher geworden. Ich wünsche mir sehr, dass ich für meinen Hund wieder mehr positive Gefühle habe. Ich weiss einfach nicht, wie ich das anstellen könnte. Wir bräuchten vermutlich eine Therapie... :)


    Ich hätte nie gedacht, dass es so eine Herausforderung wird, Kinder und Hund unter einen Hut zu bringen. Aber ich will unbedingt, dass es wieder besser wird. Wir wollen Neo auf jeden Fall behalten, da er doch zur Familie gehört. Aber momentan ist es für mich einfach nur anstrengend und frustrierend. Und darunter leidet am meisten die Beziehung zu Neo.


    Hat jemand von euch einen Rat, wie wir uns wieder annähern können?

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  • also ich gebe dir nun keine ratschläge wie man leinenaggression abtrainiert, ich denke du weisst schon dass weggehen und schimpfen sehr kontraproduktiv ist.


    ich würde mich also aufs management konzentrieren. zb. weniger schöne spazierwege suchen welche nicht von vielen hundehalter genutzt werden, die gassizeiten anpassen, zu gewissen tageszeiten sind viel weniger leute unterwegs.


    ich denke mit verständnis kannst du vielleicht auch eure beziehung verbessern. sich immer wieder sagen dass der hund nicht böse ist sondern auf gewisse reize halt von natur aus mit einem gewissen programm reagiert. genau wie du besitzt auch der hund eine frustrationstoleranz, wenn er dann mal bellt ist das nicht weil er es will, ungezogen oder gar gemein ist.

  • Huhu,


    ich melde mich jetzt einfach mal, auch wenn ich nicht weiss, ob dir das sehr helfen wird.


    Ich finde es ist schonmal ein grosser Schritt, dass du einsiehst, dass du auch "Schuld" am Verhalten deines Hundes trägst und du das auch ändern möchtest, jetzt kommt das grosse ABER..


    Ohne Training wird es nicht gehen. Kann denn dein Mann dir mit den Kindern nicht den Rücken freihalten, dass du mal mit Neo alleine eine Runde drehen kannst und dabei mit ihm üben kannst?


    Zum Thema an der Leine ziehen: Das Problem hatte ich mit meinem Terrier-Mix auch, aber seit etwa 2 Wochen läuft es sehr viel entspannter. Ich habe einfach angefangen mit ihm die Zeigen&Benennnen Uebung zu trainieren (ohne Clicker, aber mit Markerwort, sonst wär ich hoffnungslos überfordert). Inzwischen kann er bei jedem Hund absitzen und sich mir zuwenden, ohne in die Leine zu springen. Wenn wir vorbeigehen, klappt es nicht jedes Mal 100%, aber wie gesagt, wir üben das auch erst seit 2 Wochen und dafür sind die Fortschritte super.


    Also, was ich eigentlich sagen wollte: ihr Müsst es irgendwie schaffen, dass ihr euch Zeit nehmt für Neo, ohne Training gehts nicht und ihr must halt auch eine geeignete Trainingsform finden und ich weiss, dass es schwer ist, aber der Hund kann nichts für deine Frustration. Nimm dir Zeit für ihn während sich dein Mann um die Kinder kümmert und lassihn nicht hinten anstehen :)


    Soo, hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen und ich bin sicher die anderen werden sich auch noch melden :)


    Gruesslis


    Edit: ich sollte noch dazu sagen, dass mein Beto, in der Leine hing und bellte was das Zeug haelt, aber nur weill er immer mit jedem spielen will. Also Aggressionen hatte er nicht.

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  • Hallo,


    ich habe eine Bekannte, die auch Mama ist und die immer mal wieder nur Runden alleine mit dem Hund dreht. Sie hat jetzt z.B. extra einen Kurs mit Hund gemacht ohne Kind, hat ihr total gut getan.


    Kann denn Dein Mann z.B. am Wochenende mal die Kinder übernehmen und Du gehst eine Runde ganz alleine mit Neo. Ist ja auch mal schön, wenn man kein Kind um sich rum hat. Und bei der Runde keine großen Ansprüche stellen, sondern einfach mal nur Du und Hund zusammen rumalbern. Vielleicht sogar mal extra Ecken aussuchen wo nicht zuviele andere Hunde unterwegs sind.


    Ich würde auf den Spaziergängen dann gar nicht zu viel Training machen, das frustriert nur wenn er nicht so funktioniert. Hab einfach nur mal Spaß mit ihm, dann wird auch ein Training später wieder funktionieren.


    Dein Hund merkt vermutlich sehr genau, daß Du genervt bist. Kenn ich von meinem, hab ich mal so gar keine Lust, dann macht er auch gerne sein Ding.


    Wünsche Dir viel Kraft und vorallem Spaß mit Deinem Hund.


    LG Sabine

  • Hi, ich würde auch versuchen irgendwie ein bisschen Spannung rauszunehmen.
    Wie wäre es mit einem Sitter?
    Entweder für die Kinder oder für den Hund ;) so würde die Doppelbelastung ein bisschen wegfallen..

    “Dogs are great. Bad dogs, if you can really call them that, are perhaps the greatest of them all.”


    ― John Grogan, Marley and Me: Life and Love With the World's Worst Dog

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Wie schaut es finanziell aus? doofe Frage aber ich weis ja net.
    Ev gibt es ja die möglichkeit etweder x dir x dem Hund x den Kindern Zeit und Freude mit wem anderen zu verschaffen.


    Sonst tranieren, hund muss wenn er net funktioniert eben kurz an den Kinderwagen zerteilen geht ja net. Bitte nicht vergessen dafür dann mit Spielgruppe od freilauf ausgleich zu schaffen.

  • Hallo,


    wenn ich so eine Geschichte lese, wie deine, frage ich mich immer: Was macht eigentlich der Mann bzw. der Vater der Kinder? Es kann doch nicht sein, dass die Kinder und der Hund komplett an dir hängen bleiben?! Ich würde den Mann da ganz klar in die Pflicht nehmen. Er wird wohl einmal täglich 30 Minuten alleine auf die Kinder aufpassen können, damit du mit Neo in Ruhe trainieren kannst. Auch wenn man Alleinverdiener ist und Vollzeit arbeiten muss, ist das wohl nicht zu viel verlangt.
    Oder wie wäre es, wenn er sich mal der Aufgabe mit Neo annimmt? Vielleicht kann er unvoreingenommener an die Situation herangehen, weil er nicht so viele Negativerlebnisse hatte.
    Auf jeden Fall finde ich, es muss ein kompetenter Trainer her, der sich das anschaut und genaue Anweisungen geben kann, wie was trainiert wird. Und das muss dann eben konsequent von deinem Mann umgesetzt werden.


    Ich kenne auch so einen Fall hier bei uns. Sie hat auch ein kleines Kind im Kinderwagen und einen Dobermann-Mix, der genauso drauf ist, wie dein Neo. Da ich öfter mit ihr laufe, und sie auch weiß dass Nico (so heißt ihr Hund) Training benötigt, habe ich sie mal gefragt, ob ihr Mann das nicht übernehmen könnte. Ja, er arbeite Vollzeit, und ist immer so gestresst, wenn er von der Arbeit kommt, da mag er sich nicht auch noch den Stress mit dem Hund antun, bla bla bla, alles Ausreden, weil man(n) keinen Bock hat... Ich habe zwar keine Kinder (werde auch nie welche haben), aber ich habe auch einen Vollzeitjob, einen Hund und auch noch komplett alleine meinen Haushalt zu schmeißen. Ich kann mich auch nicht hinsetzen nach der Arbeit und sagen, boah, ich mache heute nichts mehr, bin so kaputt...


    So, genug geschimpft auf die Männerwelt. ;)


    Liebe Grüße,
    Rafaela

  • Ich würde versuchen getrennt mit dem Hund zu gehen, bei zwei so kleinen Kindern KANN der Hund nicht gleichzeitig trainiert werden.


    Habt ihr eigentlich einen Garten, indem du dich mit ihm beschäftigen kannst?
    Ich bin oft mit den Kindern und Hunden ( ich hatte zwei kleine Kinder und zwei Hunde) in den Wald gefahren, wo die Hunde laufen konnten und das Kind, was laufen konnte, ebenfalls.


    Wie das bei euch zu organisieren ist, kannst nur du wissen.
    Aber mein ultimativer Tipp: nicht alles gleichzeitig und auf einmal, das kann nicht klappen.

    Melanie mit Bandit & Anton
    und Mücke im Herzen



    BX und Labbi

  • Vielen lieben Dank für eure Anregungen.


    Mein Mann trägt seinen Teil zur Kinder-/Hundebetreuung natürlich auch dazu bei. Ich arbeite normalerweise (bin noch im Mutterschaftsurlaub) an drei Vormittagen, dann schaut er zu den Kindern und geht mit dem Hund spazieren. Er findet allerdings das Bellen und Ziehen, wenn andere Hunde kommen, nicht weiter schlimm. Er empfindet die Spaziergänge auch nicht als stressig und im Gegensatz zu mir, ist für ihn der zerrende Neo an der Leine auch nicht ein so grosses Kraftakt wie für mich.


    Ich finde die Idee mit einem Hundesitter gut, wir haben das auch schon besprochen. Ich habe allerdings ein bisschen Hemmungen, den Hund jemandem zu geben, weil da dieses Leinenproblem ist. Aber ausprobieren könnte man es ja dennoch mal. Es würde mir zumindest ein bisschen Freiraum verschaffen.


    Wir haben uns auch darauf geeinigt, dass ich Spaziergänge ohne Kinder mache und ev. das Auto nehme, um an ein wenig abgelegenere Orte zu gelangen, wo es nicht so von Hunden wimmelt. Heute war ich mit Neo alleine spazieren und es wir sind keinem einzigen Hund begegnet. So sind die Spaziergänge natürlich supertoll, weil ich ihn frei laufen lassen kann und er dann auch gut auf mich hört und Spass hat am Spielen. Es löst zwar das Leinenproblem nicht, aber zumindest komme ich dann mit einem guten Gefühl nach Hause. Das ist für mich momentan das Wichtigste.


    Was haltet ihr übrigens von einem Halti? Einfach für die Strecken, die er an der Leine neben dem Kinderwagen gehen muss. Macht das beim richtigen Einsatz Sinn? Ich hätte die Hoffnung, dass er dann nicht so wild rumhüpfen kann, wenn wir einen Hund kreuzen. Oder ist das eher kontraproduktiv?

  • Halti wäre eine gute Option, allerdings nur, wenn der Hund gelernt hat dieses Teil zu tolerieren und Du "angelernt" worden bist.


    Einfach so aufsetzen würde ich es nicht, das macht keinen Sinn. Du musst wissen, wie Du es händeln musst.


    Vielleicht wären 2 Übungsstunden bei einem guten Hundetrainer im Budget drin, der Dir Anleitung gibt.

    Wege zu gehen, die steinig sind. Berge zu ersteigen, die niemals enden wollen.
    Erfahrungen zu machen, die Wunden hinterlassen und trotzdem aufstehen und lachen.
    Ich bin ich, werde nie ein anderer sein.
    Dies ist meine Zeit, dies ist mein Leben!

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