Avatar

Bauchwasserentzündung, wahrscheinlich Krebserkrankung

  • ANZEIGE

    Hallo, liebe Leute!


    Seit letzten Mittwoch hat es bei uns zu Hause viele Sorgen und Tränen gegeben, aber gleich vorweg: Derzeit schätzen wir uns sehr glücklich, wie sich (bisher) alles entwickelt hat. In der Betreuung unserer Hündin Ginger tauchen aber doch immer wieder kleine Fragen auf, die ich gerne ins Forum werfen würde, um von euren Erfahrungen zu hören (z.B. zum Thema Schonkost), da ich in den letzten Jahren beim Mitlesen schon viele gute Tipps aufschnappen konnte ...


    Mittwoch Früh sind wir mit der 11jährigen Border Collie Hündin Ginger in die Tierarztpraxis, da wir den Verdacht hatten, dass sie sich bei einer erschreckten Bewegung am Vorabend einen Nerv eingezwickt haben könnte, oder andere Wirbelsäulenprobleme bestehen könnten (Sie ging sehr langam/wollte nicht gehen, zögerte bei den Stufen, usw.). Bis am Vorabend war sie allerdings topfit: Es glaubt mir kaum jemand, der sie zum ersten Mal sieht, dass Ginger schon eine ältere Hundedame ist. Seit Weihnachten ist mir aufgefallen, dass sie abnimmt, aber ein Bluttest vor 3 Wochen ergab nichts Besorgniserregendes. Der Tierarzt dachte aufgrund des Röntgens zuerst, dass eine Rückenmarksentzündung ihr Schmerzen bereite, doch als wir die Therapie besprachen, kamen wir glücklicherweise (durch Zufall!) dem wirklichen Problem auf die Spur: Der Tierarzt rechnete aufgrund des Mageninhalts fest damit, Ginger hätte gefrühstückt; sie frisst aber nur abends. Das sah nach Darmverschluss aus. Mit einem Ultraschall wurde festgestellt, dass Ginger eine Bauchwasserentzündung (Ascites), sowie viele Knötchen in Leber und Milz hat. Eine vollständige Heilung, brachte uns der Tierarzt bei, sei unrealistisch. Er machte uns klar, dass Ginger vor etwaigen Krebsprognosen die Entzündung überstehen müsse, und das sei nicht einfach. [Medikation gegen Ascites: Antibiotikum, Paspertin, Cortison]


    Bei unserem gestrigen Tierarztbesuch war der Tierarzt (trotz meiner positiven Berichte davor) enorm überrascht, wie gut es Ginger geht. Sie ist zwar schon noch schwächer und müder als sonst (und schmerzempfindlich an Bauch und Rücken, wie das Tasten des Arztes ergab), aber es dauerte weniger als 48 Stunden, bis sie fast wieder die Alte war: Sie lief auf unseren Runden um den Block vor uns, fraß ihre Schonkost mit großem Appetit, konnte Kot absetzen, und gab sich zu Hause z.B. auch ihrem Spielzeug genüsslich hin. Ab Freitag wagten wir es sogar, pro Tag einen kleinen Spaziergang im Park zu machen, bei dem wir uns natürlich an ihr Tempo anpassten (und sie vor uns laufen ließen - meistens trabte sie). Gestern, am Weg zum Tierarzt, mussten wir sie sogar zurückhalten, dass sie nicht mit anderen Hunden zu toben beginnt. Diese Woche soll zuerst das Antibiotikum und dann das Paspertin abgesetzt werden, Cortison geben wir ihr noch weiter. Falls es ihr in der Zwischenzeit schlechter gehen sollte, müssen wir sofort in die Ordination; sollte aber weiterhin alles gut verlaufen, ist für heute in einer Woche, also Dienstag eine Ultraschallkontrolle angesetzt, die sich dann vor allem um die Knötchen (wahrscheinlich Metastasen) in Leber und Milz dreht.


    Gestern Abend half es mir sehr, mit meinem Vater (Humanmediziner) nochmal zu besprechen, wie sich Gingers Situation medizinisch erklären lässt: Er nahm mir viele Sorgen, etwas falsch gemacht zu haben. Es tauchen aber oftmals neue Fragen auf, bei denen ich mir nicht sicher bin ... bei zwei "Baustellen" würde ich euch gerne um Rat fragen:



    1.) Bewegung.
    Beim akuten Arztbesuch letzte Woche, meinte der Tierarzt auf meine Frage, wie wir Ginger am besten schonen sollten, mehrmals: "Der Hund darf alles, was er will". Deswegen haben wir uns - vorsichtig, aber doch - in den Park gewagt, nicht zuletzt, um ihr mit einer ihrer Lieblingsgegenden eine Freude zu machen und zu sehen, wie fit sie von sich aus ist. Gestern meinte der Tierarzt aber dann, wir sollten sie schon noch mehr schonen, also unsere kleine Runde (ca. 2,5 km) nochmal halbieren. Das werden wir für die nächsten Tage auch tun. Obwohl ich nichts mehr daran ändern kann, hab ich jetzt die Sorge, ihr mit den Parkrunden geschadet zu haben. Ich weiß, dass sie als Border Collie schnell an ihre Grenzen geht, sobald sie sich auch nur ein bisschen besser fühlt; andererseits wird sie aber auch von sich aus langsamer, wenn ihr die Energie fehlt. Denkt ihr, ich habe etwas falsch gemacht? Habt ihr Tipps, wie man eine gute Balance findet zwischen Sorge/Schonen auf der einen Seite und lebensbejahender Bewegung auf der anderen?




    2.) Schonkost.
    Ginger bekommt derzeit 5 Portionen Schonkost am Tag. Diese besteht aus:
    gekochtem Huhn,
    im Kochwasser eingeweichten Haferflocken (kein Reis, weil sie eine Reisunverträglichkeit hat),
    ein paar eingeweichten Olewo-Pallets,
    und etwas Quark
    (sowie am Abend einen Spritzer Leinsamenöl+Fischöl).


    Auf meine Frage hin, wie viel Gramm Hühnerfleisch der Tierarzt empfehlen würde, meinte er nur "bis zu 5 Mal eine Hand voll Huhn etc." ... eine Handvoll kann aber unterschiedlich viel sein, sowie auch die Zusammensetzung aus "Huhn" und "etc.". Ich versuchte mich im Internet zu Mengenangaben schlau zu machen, aber wurde nicht wirklich fündig. Am ersten Tag bekam sie weniger zu fressen, aber derzeit kochen wir pro Tag 300g Hühnerfilet, dass dann im gekochten Zustand zu etwa 250g zusammen geschrumpft ist. Früher wog Ginger immer ca. 18kg, aber derzeit wiegt sie 16,5kg. Denkt ihr, dass 250g gekochtes Huhn pro Tag zu viel/zu wenig/eine gute Menge ist? Da sie ständig hungrig und an allem Essbaren interessiert ist (auch draußen), will ich ihr keinesfalls zu wenig geben.


    Das Problem ist aber auch, dass Bio-Hühnerfilets ganz schön ins Geld gehen, wenn man sie täglich braucht ... (und Hühnerfleisch aus konventioneller Tierhaltung möchte ich nicht kaufen). Gestern habe ich im Geschäft gesehen, dass man auch Hühnerrücken kaufen kann, samt Knochen - die wären billiger. Hat jemand von euch Erfahrung damit, wie es ist, solche Hühnerrücken als Schonkost zu kochen? Kocht man den Rücken am Besten mit Knochen und löst dann das Fleisch heraus? Darf Hühnerhaut auch im Schonkostmenü verfüttert werden?




    Ich danke euch schon im Voraus herzlich fürs Lesen und für alle Tipps!
    Liebe Grüße aus Wien,
    Franziska & Ginger

    Liebe Grüße,
    Franziska & Ginger

  • ANZEIGE
  • Hallo Franziska,
    es tut mir sehr leid, dass Deine Ginger so krank ist und ich weiß, wie man als Mensch darunter leidet.


    Zitat

    Habt ihr Tipps, wie man eine gute Balance findet zwischen Sorge/Schonen auf der einen Seite und lebensbejahender Bewegung auf der anderen?



    Jetzt muss ich mal kurz ausholen und von Dago erzählen, der am 13.2 über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Er war 15 1/2 Jahre alt und ich nahm ihn immer noch mit zum Joggen, was ihm auch sehr viel Spaß machte. Von anderen HH bekam ich oftmals zu hören "wie kannst Du einen so alten Hund mitnehmen zum Joggen....das ist doch viel zu anstrengend"
    Ich machte es trotzdem, weil ich Dago Hund sein lassen wollte und das solltest Du bei Ginger ebenso tun.
    Was hat sie denn für ein Leben, wenn sie ständig eingeschränkt und gedrosselt wird? Lass' sie das tun, was ihr Spaß macht, selbst wenn sie dann 1 Woche früher sterben sollte, aber sie hatte dann noch ein schönes Leben trotz ihrer Krankheit


    Zitat

    Denkt ihr, dass 250g gekochtes Huhn pro Tag zu viel/zu wenig/eine gute Menge ist?


    Man rechnet ca 2 % des Körpergewichtes als Menge (Rohfleisch) und ich denke, 250 gr sind ok


    Klar kannst Du auch Hühnerrücken kaufen, aber die Hündin darf die gekochten Knochen nicht fressen.


    Ich wünsche Euch alles, alles Gute

  • Hallo Conny!


    Vielen Dank für deine liebe Antwort und deine hilfreichen Tipps!
    Es ist schön zu lesen, wie du von deinem Dago schreibst ... kann mir richtig gut vorstellen, wie sehr er das Laufen mit dir noch genossen hat.
    Sowohl Ginger als auch mein Freund und ich haben bei den Spaziergängen am Wochenende Freude getankt - es ist unglaublich, wie glücklich ich werde, wenn ich Ginger beim fröhlichen Verhalten und Wohlfühlen zusehe. Trotzdem werden wir wohl diese Woche, wie vom Arzt empfohlen noch etwas kürzer treten (und z.B. nur jeden zweiten Tag und kürzer mit ihr in den Park gehen), damit wir sie, solange die Entzündung nicht ganz überwunden ist, nicht überanstrengen ... wenn wir aber sehen, dass es ihr auch ohne Antibiotikum genauso gut geht wie jetzt, und wenn wir mehr über den Krebs wissen, möchte ich auch gerne zu einem Punkt kommen, an dem wir allzu große Sorgen sagen können: "Lass uns die verbleibende Zeit nutzen!"

    Liebe Grüße,
    Franziska & Ginger

  • ANZEIGE
  • Huhu,


    hab mich ja leider erst am Freitag verabschieden müssen von meiner Hündin :(. Bei uns hat es ja nur 2 Monate vom ersten Humpeln, bis zum letzten Schub mir roten aufplatzenden Pusteln auf der Haut, dessen krasse folgen ich ihr ersparen konnte, gedauert.
    Darum will ich dir nur den Tipp geben; Sobald neue Symptome dazu kommen, die merkwürdig sind. Dann macht es euch noch richtig richtig schön ohne Einschränkungen :).
    Ich bin total froh, das ich an einem guten Tag mit meiner Hündin nochmal auf der großen Wiese war. Dort hatte sie nach Mäusen geschnüffelt und hatte richtig Spaß dran.
    Ich wünsch euch, das euch mehr Zeit bleibt.

  • Mein Beileid, acidsmile! Und vielen Dank für deine Worte und Wünsche!


    Deinen Tipp will ich wirklich befolgen, so gut ich es nur kann. Euer Besuch auf der Wiese klingt super schön ... ich hoffe, die Gewissheit, dass deine Hüdin es bei dir so gut gehabt hat, kann dir beim Loslassen helfen.

    Liebe Grüße,
    Franziska & Ginger

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



    Anzeige

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!