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Nicht abrufbar, keinen Rat...

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    Hallo, ich hoffe, ich treffe in diesem Thread auf ein paar freundliche Ohren mit sinnvollen Ratschlägen.


    Mein Großer, 6 J., kastriert, Tierheimhund, habe ihn seit 3 Jahren, ist nach wie vor nicht perfekt abrufbar.
    Egal wie viel ich trainiert habe, was ich als Anreize benutze (Spiel, Spielzeug, Leckerli, Schnüffelarbeit),
    am Ende entscheidet er immer noch selber, ob er Lust hat zu kommen. So im Training funktioniert es zu 95%
    (außer da ist plötzlich was superinteressant riechendes auf dem Boden) und im echten Leben ca.
    40% :/ Denn sobald irgendetwas "Reizvolles" da ist (anderer Hund [am häufigsten], Kaninchen, Katze, Spur),
    bin ich abgeschrieben. Mir wurde von Anfang an gesagt, dass das ein schwieriger Hund ist und darum versuche
    ich ja auch immer noch über die Jahre Methoden zu finden, ihn gehorsamer zu kriegen. (Es wollte ihn keiner haben, jahrelang immer wieder zurückgegeben worden).
    Zwei Dinge sind für meinen Hund am allertollsten: Mit anderen Hunden rennen und gemeinsam dabei am besten einen Stock im Maul haben und Jagen. Ich bin leider nicht schnell genug, um so schnell wie er zu rennen :p und egal welche Jagdspiele und -alternativen ich versucht habe, es interessiert ihn nicht so viel wie das "original". Auch ist generell seine Aufmerksamkeitsspanne sehr kurz, vielleicht bei 10 Minuten.
    Es gibt eine Sache, die ihm am Ende doch wichtiger ist: Wenn er denkt, ich lasse ihn zurück bzw er nicht weiß, wo ich bin. Wenn es ein Tor gibt, hinter das ich gehen kann und ihn scheinbar zurücklasse, dann kommt er sofort.
    Wenn die Entfernung zu mir zu groß wird (500m?), dann auch. Ich habe versucht das auch an einen Befehl zu knüpfen, sodass er dann immer kommt, weil er denkt, dass ich sonst weg bin, aber nach ein paar Mal hat er das durchschaut und der Befehl ist nichtig geworden. :dead:
    Meine Hoffnung, dass jemand einen guten Rat weiß, ist relativ gering, aber ich denke, ich versuche es mal, bevor ich anfange nach Hundetrainern zu stochern (von denen man ja selten im Vorhinein weiß, ob es was bringt).
    Ich kenne in der Umgebung einen Mann, der hatte einen schwierigen Schäferhund, so wie ich. Ich sage HATTE, denn jetzt ist geht der Hund keine zwei Meter weit von seinem Besitzer weg, ist aber nicht wirklich Hund mehr, sondern eine Art Zombie... Der Mann hat den Hund so radikal auf ein bestimmtes Spielzeug trainiert, dass der Hund sich wie ein Drogenabhängiger verhält, mit keinem anderen Hund irgendeine Art Kontakt mehr aufnimmt geschweige denn spielt oder auch nur den Kopf dreht, wenn sein Halter es ihm nicht erlaubt (ich übertreibe nicht!). So etwas möchte ich nicht!

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  • Hast du auch mit Schleppleine geübt?
    Wichtig ist im Endeffekt doch, dass du das von dir gerufene Kommando (dass er kommen soll) auch direkt umsetzen kannst - also entweder mit Schleppleine oder rufen - kommt nicht - kommentarlos hingehen und anleinen. Wenn er kommt natürlich variabel belohnen. Ich würde da gar nicht so einen hick hack drum machen mit verstecken usw. Abruf und kommen hat zu sitzen und ist meiner Meinung nach ein Kommando bei dem es (auch zum Schutze des Hundes!) gar keine Diskussion gibt. Wie gesagt - im Zweifel bleibt die (Schlepp-)Leine dran…
    Was heißt beim Training 95% und im Leben 40%? Das ist eines der wenigen Kommandos, dass im Notfall Lebenswichtig ist und generell in jeder Situation trainiert werden sollte - natürlich nicht bis zum erbrechen, weil dann hat der Hund darauf keine Lust mehr hat - aber immer und über all mal einbauen, denn es muss sitzen...

  • Zitat von "Mariba"

    Zwei Dinge sind für meinen Hund am allertollsten: Mit anderen Hunden rennen und gemeinsam dabei am besten einen Stock im Maul haben und Jagen. Ich bin leider nicht schnell genug, um so schnell wie er zu rennen :p und egal welche Jagdspiele und -alternativen ich versucht habe, es interessiert ihn nicht so viel wie das "original".


    Meine Gedanken dazu: wenn der Hund das immer wieder darf mit "nicht sitzendem" Rückruf, wahrscheinlich dann auch eher zu den 60% nicht klappenden Rückruf gehört.... warum sollte er auf Dich hören?


    Eine Sache ist der nicht klappende Rückruf. Vielleicht ist es auch sehr schwierig, einem Hund, der wahrscheinlich in Russland mit maximaler Eigenständigkeit gelebt hat, einen wirklich guten Rückruf beizubringen. Zudem ist ein Laika eine Rasse mit gehörigem Jagdtrieb, das selbstbestimmte Jagen anderer Hunde setzt viel Selbstbelohnung frei.


    Ich glaube, so einen Hund, der im Zweifel völlig auf mich pfeift, würde ich für eine lange Zeit nur an der Schleppleine führen, gar nicht in den Freilauf lassen. Jeder missglückte Abruf legt ja das Fundament für den nächsten Missgriff.
    Ich finde schon, dass das Risiko für andere Hunde (Konflikte), aber auch für den Hund selbst (Straßenverkehr) einfach zu hoch ist. Deutschland ist in weiten Teilen einfach zu dicht besiedelt für nicht abrufbare Hunde.

    Дай, Джим, на счастье лапу мне, Такую лапу не видал я сроду.
    Давай с тобой полаем при луне На тихую, бесшумную погоду.


    Gib, Jim, mir zum Glücke Deine Pfote, Deine Pfote, einzigartig.
    Lass uns zusammen im Mondschein bellen Bei ruhigem stillem Wetter


    S. Jessenin, An Katschalows Hund

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  • Wie genau verhält sich dein Hund, wenn er etwas entdeckt hat, was ihn interessiert?


    Startet er durch, deinen Rückruf mißachtend?
    Oder sondiert er erst einmal die Lage, läßt sich jedoch während des Sondierens nicht zurückrufen und entscheidet dann, sich dem Objekt seines Interesses zu nähern?


    Falls zweiteres der Fall ist, könntest du ein Kommando wie 'stop' oder 'steh' neu einführen.
    Das zu befolgen fällt manchem Hund (meiner gehört dazu) leichter, als sich von dem interessanten Objekt abzuwenden und zurückzukommen.

  • Moin,


    ich hab auch so einen....... in fremden Gebieten hört er super, kommt auf Pfiff und schaut sogar sobald ich stehen bleibe und kommt selbstständig - perfekt, da entfernt er sich nicht einmal sehr weit von mir und hat mich immer im Blick - so wünsche ich es mir....


    Aber, hier zu Hause, wo er sich auskennt und weiß, wo wir wohnen und sind, da entscheidet er ganz selbstständig ob er kommt oder nicht.... und er hat keinen Sicherheitsabstand mehr. Ich hab alles probiert, Pfiff mit Leberwurst - Rufen, Fleischbällchen, Würstchen, alle möglichen Dinge (er spielt nicht, keine Chance) aber es gibt kein Leckerlie das ihn dazu bringt, zu kommen, wenn er nicht will.


    Bei mir ist es allerdings so, das es beim Üben nicht klappt, mehrfach hinterheinander lässt ihn blind (auf Sichtzeichen) und taub (auf Kommandos) werden, aber im Ernstfall klappt alles. Andere Hunde, Radfahrer, Jogger, sonstwas - interessieren ihn nicht, er mäuselt. Ist hier auch so, das ich das Gefühl hab, er hält meinen Pfiff für einen Kontaktruf..... während er in unbekannten Gebieten eben kommt und genau weiß, was ich will.


    Schleppleine hilft auch nicht, weil er weiß, das er angeleint ist, dann würde er nie abhauen oder davon gehen.... aber ohne sofort, jedenfalls ausserhalb meines Einwirkungsbereiches.


    Die einzige Variante die mir dazu noch einfällt wäre, ihn nur noch unterwegs zu füttern.... wer nicht kommt, schiebt Hunger. Ich hab es noch nicht probiert weil die Umstände bei mir dazu nicht passen. Und weil das mit dem Nassfutter so eine Sache ist, bisserl doof... natürlich, ich könnt Morgens TroFu geben und Abends Nass - na ja, bin noch nicht fertig mit dem Denken wie ich es am Besten anstell oder nicht.


    Es gibt solche Hunde, bei Lucas ist es Rassebedingt, er ist ein Mix aus einer seltenen spanischen Hütehundrasse, die selbstständig in die Berge geht und Abends selbstständig zurück kommt und Tags eben auf die Ziegen aufpasst und sie begleitet - der hat keine Bange - ohne mich. Und so geht er an der Flex, wer weg läuft kann keinen Freigang haben. Das holt er dann in Schweden auf..... da ist weit und breit niemand und wie gesagt, dort funktioniert es ja auch prima.


    Und, ich glaube auch nicht, das es mit mangelnder Bindung oder anderen Problemen zu tun hat, es gibt einfach selbstständige Rassen und Mixe und man kann sie nicht quer biegen auf das sie gefällig werden. Ich nehme Lou so wie er ist und wir kommen super miteinander klar. Der hört übrigens auf auf dem HuPla wie eine 1plus. Aber auch nur die ersten zwei Mal....


    Also, manche Hunde sind einfach so..... ansonsten, Füttern wenn Ihr draußen seid, nur dann.... oder anleinen und damit leben. ;)


    Sundri

    • Neu

    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Hallo,


    ich würde auch ans Training mit der Schleppleine gehen. Am besten holst du dir dazu tatsächlich professionelle Unterstützung. Wie meine Vorredner schon gesagt haben, der Abruf muss perfekt und aus jeder Situation klappen.
    Weiterhin würde ich mir ein neues Kommando dafür überlegen. Bei dem alten hat er ja schon gelernt, dass es nicht zwingend befolgt werden muss...


    Viel Erfolg beim Training.

  • Ich kenne das, bei mir ist es schlichtweg die eigene Inkonsequenz, die es meinem Schäferhund ermöglicht immer wieder damit durch zu kommen.
    Als Rat: Hund erstmal sichern und deutlich zeigen, wenn der Abruf ignoriert wird, dass du das nicht duldest. Dabei würde ich nicht an der Leine ziehen sondern die nur als Sicherung nutzen, sprich damit er dir nicht abhauen kann. Dann in ganz reizarmen Gebieten üben, wenn es da klappt, mal ohne Schlepp. Dann in belebtere Gebiete und die Schlepp immer als Sicherung dran. Und eben wenn er kommt loben, wenn er meint, nicht zu kommen bzw. meint, du bist nicht wichtig, Konsequenzen setzen.
    Wie die genau aussehen musst du selber entscheiden, gibt ja Mimosen und Haudegen unter den Hunden.


    Das gilt natürlich nur, wenn der Hund grundsätzlich weiß, was mit dem Abruf gemeint ist und es unter wenig Ablenkung auch oft klappt. Wenn der Hund überfordert ist weil zu viele Reize da sind lieber einfach managen, bis man das geübt hat.

  • Danke für eure Antworten!


    Schleppleine: So trainiere ich mit ihm von Anfang an ausschließlich. Er donnert aber direkt los, wenn Katze/ Wild etc. auftaucht. Bei Hunden schaut er kurz (jede Form von Zuruf ignorierend) und stürmt dann los. (Hab auch schon Narben von der Schleppleine, trotz Handschuhe) :dead:
    Ja, scheint mir auch, dass er rassebedingt und wegen seiner ersten Lebensjahre SO gute Erfahrungen mit seiner Art gemacht hat, dass das für ihn das absolute Erfolgskonzept zu sein scheint... :/
    Leider ist er generell an Futter nicht so interessiert, vielleicht wirklich dann, wenn er sonst total hungert, aber ganz so weit habe ich es bisher noch nicht getrieben. Aber ich kenne ihn. Im Zweifel steht Jagdreiz über ner leckeren Wurst. :tropf:
    Freilaufen lasse ich ihn bisher ausschließlich in weiten Gebieten, wo ich sicher bin, dass ihm nichts passieren kann (und möglichst niemand in Sicht ist).
    Es ist aber gut zu hören, dass es andere mit ähnlichen Problemen gibt :headbash:
    Vielleicht suche ich mir doch einen Hundetrainer, dafür muss ich aber erst meine Finanzen sortieren, aufgrund einer langen Erkrankung sehen die nämlich nicht ganz so rosig aus. Tja. :lepra:
    Aber danke für eure Antworten!

  • Okay, also bei Katzen und Wild ist die Impulskontrolle also nicht da und auch bei Hunden zeigt er dir, dass er prinzipiell weiß, dass er kommen soll, entscheidet sich aber dagegen. Also musst du es erstmal ohne Reize hinbekommen, sprich einfach so ohne Grund abrufen. Das natürlich super toll finden, aber eben auch nur, wenn er kommt. Zu Anfang immer erst rufen, wenn er eh aufm Weg zu dir ist. Bei meinem funktioniert hinhocken super, er kommt dann gleich angelaufen um zu gucken, was ich da mache. Das kannst du wunderbar belohnen.

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