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Wirrwarr im Dschungel der Erziehungsmethoden

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    Zitat von "dogliese"


    Ja ich bin verzweifelt. Aber ich glaube auch, dass ich mehr auf meinen Bauch hören muss und nicht nach Büchern oder Erziehungsmethoden leben muss.


    Sehe ich auch so, das ist der Punkt. Und je mehr du liest und alles verkopfst, umso mehr entfernst du dich von
    deinem Bauchgefühl.
    Ein Hund der aus Unsicherheit nach vorne geht hat für mich auch eine Leinenaggression. Das ist eine der Gründe
    warum sich so was entwickelt. Hat dein Hund gar keinen Kontakt mehr zu anderen Hunden? Da ich auch so einen Hund hatte, kann ich zwar verstehen, dass du dem am liebsten aus dem Weg gehen möchtest. Nur das ändert dann leider nichts am Problem. Es gibt auch keinen geheimen Knopf am Hund den man drücken kann und dann ist "das" weg, aber das weißt du sicher.
    Abhilfe hat bei uns geschaffen den Hund im gesicherten Rahmen mit ausgewählten Hunden zusammen zu bringen.
    Nicht gleich im Freilauf, erst an der Leine, gemeinsam was gemacht. Der andere Hunde sollte sehr souverän sein
    und sich in keinster Weise von den Getue beeindrucken lassen. Das nimmt für den unsicheren Hund die "Gefahr"
    aus der Situation und er kann anfangen neugierig zu werden. Das ist dann der erste Schritt.
    Parallel mußt du die Führung in eurer Beziehung übernehmen, das hat nichts mit Gewalt zu tun sondern mit deinem
    Auftreten, nicht nur deinem Hund gegenüber sondern insgesamt. Du mußt versuchen in jeder Situation gelassen
    zu bleiben, auch wenn sie pöbelt. Heranschiessende Hunde versuchen zu stoppen. Für deinen Hund ist es nicht so
    schlimm wenn das nicht klappt, schlimmer ist wenn du es gar nicht versuchst.
    Und ein ganz wichtiger und schwerer Punkt: Vertrauen statt Kontrolle, darauf solltet ihr hin arbeiten.

    Sabine mit Sandro, Yorkshire-Terrier, geb. Juli 2008
    und Bungee, Biewer-Yorkshire-Terrier, geb. 2009

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  • Hunde nehmen auch ganz viel die eigene Unsicherheit auf, dass ich meine Erfahrung mit Hunden aus dem Tierheim oder Ausland. Bist Du in Dir selbstsicher und souverän hast Du schon viel gewonnen. Achte auch auf deine Körperspannung und Deinen Tonfall. Außer, dass Hunde ein paar andere Bedürfisse haben als Menschen, weil es eben Hunde sind, finde ich, gibt es zur Kindeerzieheung eigentlich kaum Unterschiede. Man weiß ja auch inzwischen, dass Hunderudel wie Menschenfamilien strukturiert sind. Man muss eben auf die einzelen Hundepersönlichkeiten und Rasseunterschiede eingehen. Bei Kindern ists auch nicht anders. Der ruhige Bob ist leichter händelbar, als die quirlige Liesel. Bei Kindern braucht man auch Liebe, Intuition und Konsequenz. Man muss eben sehr achtsam sein, um zum richtigen Zeitpunkt, das richtige Mittel auszuwählen. Und wenn einem da mal der Ton entgleist, finde ich jetzt auch nicht, dass die Welt untergeht, Hunde verzeihen auch viel, wenn grundsätzlich die Bindung stimmt. Wie einem "ausversehen" passieren kann, einen Hund auf den Rücken zu drehen, ist mir allerdings schleierhaft. Dann sollte man lernen seine Aggressionen so zu kanalisieren, dass man sie im Griff hat. Es gibt ja auch Eltern, denen die Hand bei Kindern "ausrutscht", was zum Glück mittlerweile verboten ist. Zur Not gibts ja auch noch Hundetrainer. Wenn Du sagst, dass Dir grundsätzlich die gewaltfreien gefallen, kannst Du hier im Forum sicherlich auch Tipss in der Richtung bekommen. :smile:

  • Ich bezweifle stark, dass dogliese die Sache mit dem "auf den Rücken drehen" als "aus Versehen" abstempelt.


    Ich glaube viel eher, dass sie zunächst die Alphatiergeschichte gemacht hat, um dann zur Einsicht zu kommen, dass das keine Lösung ist und nun bei überwiegend positiver Verstärkung ihr in dem Moment, wo die Nerven blank liegen, aversive Mittel aus Versehen reinrutschen.



    Frage an dich, dogliese - hab's nochmal schnell überflogen, aber nicht gelesen:
    Ist gesundheitlich denn alles geklärt?


    Gerade beim Thema Unsicherheit, schlechte Frustrationstoleranz und Impulskontrolle gekoppelt mit "Wieso hilft das Training nicht weiter?" würde ich die Schilddrüse untersuchen lassen.
    Des Weiteren wäre natürlich interessant zu wissen, was du für einen Hund hast (Welpe, Junghund, Erwachsen, Züchter, Tierschutz, Vermehrer).


    Kenne deine Situation nur zu gut. Und Zweifel kommen da schnell. Gerade wenn man in der Stadt läuft und nicht nur der Hund, sondern man selbst mit den (vermeintlich) super gut erzogenen Hunden konfrontiert ist, möglicherweise kombiniert mit ach so tollen Ratschlägen derer Halter.


    Wenn gesundheitlich alles in Ordnung ist und Dinge wie Deprivationsschaden etc. auch ausgeklammert werden können, wird ein Trainer in manchen Dingen vielleicht hilfreich sein (... wenn es ein guter ist, dann wird ein Trainer immer hilfreich sein).
    Um so Dinge zu erörtern, wie: - ist es überhaupt möglich, den Hund an die Stadtsituation zu gewöhnen/ an die Bürosituation zu gewöhnen/ etc. pp.


    Gerade die Bürogeschichte würde ich nochmal in Angriff nehmen. Wenn ihr da Erfolge machen könnt, dass dein Hund nicht mehr angebunden werden muss und lernt mit der stressigen Situation umzugehen, habt ihr natürlich bessere Erfolge, wenn ihr vom Büro aus zum Spaziergang aufbrecht.
    Ist der Hund bereits im Büro gestresst, wird er draußen nicht oder wenigstens nur sehr begrenzt lernfähig sein (das sind dann eher die Tropfen, die das Fass zum überlaufen bringen)



    PS: Auch mir kommen heute noch, wenn Hermann wieder mal einen absoluten Rückschlag (ohne ersichtlichen Auslöser) hat oder auch nur, wenn ich sehe, dass die Trainingserfolge nur sehr sehr sehr langsam kommen, Zweifel, ob mein Hund wirklich so schwierig ist, oder ich einfach ein totaler Trottel im Umgang mit diesem.

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  • Danke euch allen für eure Antworten.


    Das auf den Rücken drehen wurde mir halt früher so empfohlen und seit ich weiss, dass die ganze Dominanzthorie überholt ist, wende ich es eigentlich auch nicht mehr an. Passiert ist es mir letztens als Joya einen Mops angegriffen hat und am Nacken gepackt hat und geschüttelt hat. Da ist mir das Herz in die Hosen gerutscht, weil ich Angst hatte, dass sie den Mops tötet. Und da habe ich sie auf den Rücken gedreht. Das ging alles so schnell. War wie ein Reflex. Und hinterher ging es mir ganz schlecht. Und klar muss ich meine Emotionen im Griff haben und so etwas sollte nicht passieren. Es ist aber passiert. Ich kann nur schauen, dass künftig keine weiteren solche Situationen entstehen. Seit diesem Vorfall meide ich übrigens Gebiete mit hoher Hundedichte oder ziehe ihr eben in solchen Situationen einen Maulkorb an.


    Hundebegegnungen finden schon noch statt. Sie hat ein zwei Hundefreunde, mit denen sie gut auskommt. Klar sollte ich ihr mehr Hundebegegnungen ermöglichen und sie auch immer wieder in einem kontrollierten Rahmen neue Hunde kennenlernen lassen.


    Es ist auch nicht so, dass sie auf jeden Hund aggressiv reagiert. Souveräne erwachsene Hunde z.B. findet sie richtig toll. Es sind eher die ungestümen Junghunde und unsichere Hunde, die Probleme verursachen.


    Eine gute Hundetrainerin haben wir. Wir hatten bis jetzt aber erst zwei Termine. Die Hundetrainerin hat u.a. bei Turid Ruugas und Sheila Harper gelernt, arbeitet positiv und hat selber Aussies.


    Zu Joyas Herkunft: Sie ist wie gesagt 2.5-jährig, ein Aussie und von einer ASCA Züchterin. Nicht von einem Vermehrer. Die Züchterin hat einen guten Ruf und eigentlich auch gute Hunde. Bei Joyas Wurf hat sie einen anderen Deckrüden als sonst eingesetzt und der ganze Wurf ist ziemlich explosiv. Zwei von Joyas Brüdern wurden neu platziert, weil die Erstbesitzer nicht mit ihnen klar kamen. Ich habe Joya seit sie 9 Wochen alt ist. Sie kam von Anfang an mit mir ins Büro. Das Büro und die Stadt sind auch keine Probleme für sie. Da ist sie daran gewöhnt. Im Büro hat es 2-4 andere Hunde, mit denen sie quasi aufgewachsen ist. Ich habe mit ihr auch die Welpenspielgruppe besucht und liess sie als Junghund viele andere Hunde kennenlernen. Das war nie ein Problem. Sie freute sich über jeden Hund und reagierte nie aggressiv. Die Probleme begannen erst mit der 1. Läufigkeit. Da verhielt sie sich aggressiv gegen andere Hündinnen. Das legte sich aber fast gänzlich nach der Läufigkeit wurde aber mit der 2. Läufigkeit schlimmer. Während der 2. Läufigkeit war sie auch extrem gestresst und da passierte es dann auch, dass sie die Hündin im Büro (mit der sie aufgewachsen war aber die sie nie richtig mochte aber in Ruhe liess) angriff und verletzte. Der Angriff passierte als eine Kollegin Joya Futter geben wollte und die andere Hündin dazu kam. Mittlerweile ist Joya kastriert. Sicher auch weil ich mir erhoffte, die Aggression lasse nach aber in erster Linie weil sie während der Läufigkeit so gestresst war.


    Joya ist also gut sozialisiert. Sie hat als Welpe/Junghund viel kennengelernt. Wahrscheinlich habe ich sie ein bisschen überfordert. Sie war so neugierig und schien furchtlos. Sicher habe ich Fehler gemacht. Bei einem anderen Hund wäre das aber kein Problem gewesen.


    Durch Joya habe ich sehr viel gelernt und mich extrem mit Hundeerziehung auseinandergesetzt. So gesehen, ist sie ein Geschenk. Und ihr habt Recht, dass ich mich nicht von anderen verunsichern lassen darf. Manchmal ist es nur schwer gegen den Strom zu schwimmen. Bei mir im Büro sind Hundebesitzer, die schon ihr ganzes Leben Hunde haben. Und die finden eben, ich mache alles falsch. „Greif doch mal hart durch, setz ihr mehr Grenzen, zeig ihr wer der Meister ist, die tanzt dir doch auf der Nase rum, etc.“ sind Sprüche die ich häufig höre. Aber ich muss das einfach an mir abprallen lassen und meinen eigenen Weg gehen.


    Ich glaube ich bin von einem extrem ins andere gerutscht. Zuerst war ich auf der aversiven Seite und dann gänzlich gefangen in einem Training ohne Strafe. Auch nicht negative. Ich hatte so Angst, zu strafen, dass ich mich selber gehemmt habe. Habe aber gemerkt, dass es Joya gut tut, wenn ich mal resolut werde und dann halt auch mal einen negative Strafe einsetze. Gestern z.B. waren wir abends im Garten. Es war schon gegen zehn. Hinter dem Zaun war eine Katze und Joya hat sich extrem aufgeregt und wie wild gebellt. Ich hab versucht, sie ruhig zu bringen, hat aber nicht funktioniert. Als sie nicht hören wollte, musste sie rein. Heute wieder gleiche Szene. Ich hab sie gewarnt. Ihr gesagt, sie solle die Katze sein lassen, sonst müsse sie rein. Und es hat funktioniert. Jetzt liegt sie im Rasen und schläft.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Zu dem Argument "Ich habe schon mein ganzes Leben Hunde gehabt", überlege mal. Wenn der Hund als Welpe
    angeschafft wurde und 10-15 Jahre alt geworden ist. Wie viele können das dann gewesen sein? Siehst du,
    so viel dazu.


    Die Probleme die dein Hund hat und die die neu dazukommen hängen sicher zusammen. Dein Hund hat gelernt
    mit aggressiver Abwehr komme ich weiter, dann ist das Problem schnell weg. Aggressives Verhalten ist was
    ganz normales, Hunde haben das in ihrem Gepäck. Jetzt ist es an dir ihr zu erklären, dass das nicht das ist
    was du willst. Du möchtest, dass sie stattdessen passives Verhalten zeigt. Das dürfte der Weg sein.
    Wenn du einen guten, erfahrenen Trainer hast, dann wird der dir einen Weg zeigen können der zu euch beiden
    passt.
    Für mich persönlich ist es absolut o.k. einem Hund deutlich Grenzen zu zeigen und auch mal zu sagen "so nicht".
    Das kannst du durch dein Auftreten gegenüber deinem Hund, über deine Körpersprache, über auch mal den
    eigenen Hund blocken wenn er nach vorne geht. Die Mischung machts immer passen zum Hund. Bei einem
    Hund reicht es die Stirn zu runzeln, beim nächsten eben nicht.

    Sabine mit Sandro, Yorkshire-Terrier, geb. Juli 2008
    und Bungee, Biewer-Yorkshire-Terrier, geb. 2009

  • Oha, Aussie... da gibt es, wie man so schön sagt, sonne und solche...


    Als ehemalige Farmhunde können sie sehr reserviert gegenüber fremden Menschen und Artgenossen sein und sind daher nicht unbedingt für ein Leben mit vielen Menschen und Artgenossen geeignet. Noch dazu haben sie meist eine Reaktionszeit, die mit dem Antippen des Gaspedals an einem Porsche Carrera vergleichbar ist. Unter "städtischen" Bedingungen ist dann sehr viel Management und vorausschauendes Handeln gefragt - kannst Du Deinen Hund gut genug lesen, um das zu gewährleisten?


    (Meine frühere Hündin hätte mit Sicherheit auch aggressiv reagiert, wenn ich ihr nicht weitgehend alle fremden Zwei- und Vierbeiner auf Abstand gehalten hätte.)


    Denn für mich liest sich das beinahe so, als wenn Du ein tiefer gehendes Problem als "nur" die falsche Erziehungsmethode hast, nämlich ein Verständnisproblem gegenüber den Bedürfnissen Deines Hundes.


    Caterina

  • Es ist ja gut, dass due eine Trainerin hast, der du vertraust und die selbst aussies hat. Ich würde da jetzt mal versuchen, mich darauf einzulassen.


    Allerdings finde ich, dass Erziehung ihre grenzen hat und haben sollte. ich finde es nicht richtig (und ein extrem frustrierendes Unterfangen), einen Hund für ein Leben passend machen zu wollen, für dass er von seinen Anlagen her recht ungeeignet ist.
    Das hat mit der Methode gar nichts zu tun.

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