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Hilfe-super ängstlich!!!!

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    Am besten wäre es wirklich, wenn du dich mit der Pflegestelle so einigen könntest, dass ihr beide euch vor dem Einzug bei dir kennen lernen könnt - je mehr desto besser.


    Erzähl mal wie die Kleine so ist, wenn du sie mal etwas länger gesehen hast.

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  • Hallo, ich werd' jetz mal ausholen, denn das Thema liegt mir sehr am Herzen:
    wir haben uns auch als Ersthund eine Hündin aus dem Tierheim geholt, die vor vielen, ganz verschiedenen Dingen Angst hatte. Anfangs dachten wir noch, das wär nicht so schlimm, aber Angst kann bei Hunden schnell in Bellen, Knurren etc. umschlagen. Es brauchte ein Jahr lang harte Arbeit, bis wir sagen konnten, dass es gut läuft.


    Ich erinnere mich noch gut an schlaflose Nächte - und das ist wörtlich gemeint. Ich lag wach und dachte: Was denkt die Nachbarin, nachdem meine Hündin sie vor lauter Angst angebellt hat jetzt von mir? Wieso berücksichtigen die anderen Teilnehmer in der Hundeschule nicht, dass meine Hündin kein ungehobeltes Biest ist, sondern verunsichert, weil ihr die Chance auf eine frühe und gute Sozialisation verwehrt wurde? Und wie soll ich ihr helfen, wenn ich jetzt selbst schon so durch den Wind bin? Denn da muss ich meinen Vorrednern zustimmen: Die eigene Gelassenheit und Souveränität ist eine Grundbedingung, wenn deine Hündin Vertrauen gewinnen soll: in die Welt, die ihr gemeinsam erkundet und in Dich, quasi als anständige Rudelführerin, der man die Klärung vermeintlich gefählicher Situationen gerne überlässt.


    Die positive Gemütshaltung all derer, denen ihr gemeinsam begegnet, wäre natürlich auch sehr hilfreich, aber darauf kann man leider nicht immer zählen. Viele sehen statt der Angst nur das auffällige Verhalten. Dass diese Leute Dich auch nur aus Angst und Unverständnis anschnauzen, können sie leider oft nicht auf das Verhalten eines Hundes übertragen...


    So, nun aber zu den schönen Seiten: Der Erfolg, dass ein ehemals ängstlicher Hund nun Spass am Leben hat, deine Freunde allmählich statt anzubellen, freudig begrüßt und auf dem Balkon liegt und die Nase genießerisch in die Sonne hält, obwohl der Nachbar den Rasen mäht etc. ist etwas, dass man mit dem üblichen Erfolg in Sachen Hundeerziehung nicht vergleichen kann. Es ist immer schön, einen Hund spielen und toben und eifrig üben zu sehn; noch schöner aber wenn Du weißt, wie hart das erkämpft wurde.
    Und wenn ich es vorher gewusst hätte, würde ich es wieder tun. Allerdings bin ich heilfroh, dass ich das mit meinem Freund und einer guten Hundetrainerin gemeinsam durchstehen konnte!


    Denk' gut darüber nach, ob Du den Druck aushalten und dem Hund trotzdem noch eine wirkliche Hilfe sein kannst. Eine Halterin, die ständig nervös wird oder sie zur falschen Zeit bemuttert, kann sie nicht gebrauchen. Und frag' Dich, was für ein Typ Du bist. Hast Du selber Angst? Vor großen Hunden, vor Gewittern, im Dunkeln, vor Pferden o.ä.? Wenn ja, solltest Du das überwinden. Und such' Dir wirklich 'ne gute Hundeschule, ohne Drill und Schreierei und versuche auch immer, das richtige Maß zu finden: Gerade die Dinge, die ihr Angst machen, müssen immer wieder geübt werden, aber ohne sie zu überfordern. Man sollte auch andere, nicht von Angst besetzte Dinge üben, um ihr Selbstvertrauen zu stärken: Klettern, springen, schwimmen usw.


    So, das wir hier wohl ein Roman... eines aber noch: Das gemeinsame Spielen hat bei uns Wunder gewirkt! Auch hier gilt: Schrittschen für Schrittchen. Aber wenn dein Hund sich zum ausgelassenen Zerrspiel motivieren lässt, obwohl ihn 'ne Kuh anstarrt und man ein Flugzeug hören kann, dann hast Du schon 'ne Menge Vertrauen gewonnen. Ich weiß, da muss man der Typ für sein und manchen kommt es albern vor, sich für den Hund zum Affen zu machen, aber Lind-art (erkundige Dich mal im Internet oder im Buchladen über Eckart Lind) hat bei uns voll eingeschlagen. Meiner Meinung nach ist das super bei ängstlichen Hunden.


    Ich wünsch' Dir viel Geschick bei der Selbsteinschätzung und, falls Du es auf Dich nimmst, viel Erfolg mit deinem Hund. Und es ist auch keine Schande, sich erstmal für 'nen 'einfacheren' Hund zu entscheiden.
    Liebe Grüße, Toki

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