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Das große Hundeleiden: Umgang mit Angst und Panik an Silvester

Langfristige und kurzfristige Maßnahmen

Eigentlich haben Sie mit einem ängstlichen oder panischen Hund an Silvester nur drei Möglichkeiten: Sie investieren in ein langwieriges Training zur Desensibilisierung, Sie flüchten in eine ruhige Umgebung oder Sie stehen die Zeit gemeinsam durch.


Bei der Desensibilisierung geht es im Grunde genommen um Ablenkung, denn die Angst an sich lässt sich nicht abtrainieren: Sie ist im Großhirn programmiert und wird bei bestimmten Reizen ausgelöst. Finden Sie etwas, von dem Ihr Hund restlos begeistert ist, haben Sie einen guten Ansatz, denn darauf können Sie aufbauen. Das kann Dummytraining oder Nasenarbeit sein. Kleine Spielchen mit dem Hund festigen die Bindung und können Ihren Liebling möglicherweise ablenken.


Empfindet Ihr Hund eine Beschäftigung positiv, können Sie mit ihm üben, sich ausschließlich darauf zu konzentrieren. Er nimmt dann die Angst auslösenden Reize weniger wahr. Das Training kann jedoch viele Monate in Anspruch nehmen und erfordert fachgerechte Anleitung. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.

Die Angst auslösenden Reize sind vielfältig

Offensichtlich erschrickt der Hund durch die Knallerei und reagiert mit Angst oder Panik. Unterschwellig spielt sich wesentlich mehr ab. Der beim Anzünden und Abbrennen des Silvesterfeuerwerks entstehende Geruch wird ebenso mit der Geräuschkulisse verknüpft wie das Leuchten oder Funken sprühen einiger Feuerwerkskörper.


Insbesondere der Geruch hängt noch länger in der Luft, wenn nur ein einziger Kracher gezündet wurde. Der Angst auslösende Reiz verschwindet daher nicht nach dem Knall, sondern bleibt bestehen. Dadurch bleibt Ihr Hund innerlich angespannt und erwartet jederzeit einen erneuten Knall. Dieser folgt ganz sicher. Somit wird die Angst des Hundes bestätigt - wieder und wieder.


Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände kann auch ein bisher furchtloser Hund plötzlich durch einen Kracher erschreckt werden und künftig unter Silvesterangst leiden.

So helfen Sie einem ängstlichen Hund an Silvester

Die beste Basis ist eine gute Bindung und ein solides Vertrauensverhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Hund. Das nimmt ihm zwar nicht seine Angst, dennoch ist Ihre Anwesenheit eine große Unterstützung für ihn. Lassen Sie einen ängstlich oder panisch reagierenden Hund daher an Silvester niemals alleine.


Was die Angst tatsächlich lindern kann, unterscheidet sich von Hund zu Hund. Daher müssen Sie herausfinden, worauf Ihr Vierbeiner am besten anspricht. Dies sollte sinnvollerweise geschehen, bevor die ersten Feuerwerkskörper gezündet werden.


Vielen Hunden helfen Kauknochen, Hundekekse und Leckerlies. Es beruhigt, kann einen selbst beschwichtigenden Effekt haben und trägt zur Produktion von Glückshormonen bei. Diese sorgen nicht nur für ein positives Gefühl, sondern wirken auch stressreduzierend.


Ebenso kann es helfen, wenn Sie die Knallerei so gut es eben geht aussperren. Verdunkeln Sie die Fenster, entfallen zumindest die Lichtreize. Entspannende Musik dürfen Sie gerne etwas lauter anstellen - sie kann die Knallgeräusche ein wenig dämpfen.


Bachblüten, Homöopathie und Pheromone sind weitere unterstützende Möglichkeiten. Einige Heilpraktiker stellen individuelle Blütenmischungen zusammen, die speziell auf den Hund abgestimmt werden. Ansonsten eignen sich Rescue Tropfen. Wichtig ist, dass Sie bereits vor den ersten Böllern mit der Blütentherapie anfangen. Das gilt meist auch für homöopathische Mittel. Pheromone erhalten Sie als Verdampfer für die Steckdose, als Spray oder als Halsband. Spricht Ihr Hund darauf an, vermitteln sie ihm ein Gefühl der Geborgenheit.


Der eine Hund fühlt sich eng an seinen Menschen gekuschelt sicherer, der andere bevorzugt den Rückzug, vielleicht in einer ruhigen, dunklen Ecke, auf dem Bett oder auch unter dem Bett. Lassen Sie ihn gewähren. Was Sie jedoch keinesfalls tun sollten, ist trösten, denn damit bestätigen Sie die Angst nur. Ihr Hund darf sich an Sie kuscheln, Sie können ihn sanft massieren oder einfach zusammensitzen. Nehmen Sie die Angst und somit Ihren Hund ernst, aber bleiben Sie gelassen und verstärken Sie sie nicht. Das "beruhigende" Einreden auf den Hund signalisiert ihm, dass sein Fokus auf die Angst auslösenden Reize richtig ist. Sie wollen ihm aber eine angenehme, entspannte Umgebung bieten und die Reize sowie die Reaktion darauf möglichst dämpfen.


Verzichten sollten Sie auf sedierende Medikamente, die Ihren Hund zwar augenscheinlich lahmlegen, nicht aber die Reizwahrnehmung verhindern. Das kann zu einem schweren Trauma führen.

Silvester ist Leinenpflicht

Grundsätzlich sollten Sie Ihren Hund schon an den Tagen vor Silvester und auch noch im Anschluss an der Leine führen. Immer wieder erschrecken Hunde in unvorhersehbaren Situationen und flüchten. Bedenken Sie auch, dass sich Ihr Liebling eventuell in einem Schreckmoment aus dem Halsband oder Geschirr winden kann. Ein Sicherheitsgeschirr oder eine doppelte Sicherung durch Halsband und Geschirr mit zwei Leinen, eine davon an einem Bauchgurt befestigt, kann das Risiko minimieren. Meiden Sie im Freien möglichst Gegenden und Zeiten, in denen viel geknallt wird.


Den Jahreswechsel selbst verbringen verantwortungsvolle Hundebesitzer stets zusammen mit ihrem Vierbeiner in gemütlicher Umgebung zu Hause.


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Bild: Adobe Stock © Corri Seizinger

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