Lifestyle und Fehlernährung?

  • Richtiges BARFen ist aber bei weitem abwechslungsreicher als Fertigfutter.


    Trockenfutter ist für mich absolut unnatürlich, könnte ich nie als Hauptfutter füttern.
    Dosenfutter ist super, aber halt auch teuer. Wieso sollte man also durchwechseln, wenn der Hund BARF verträgt, man weiß, was man tut und man sich durchaus Gedanken macht und der Hund somit quasi "alles" bekommt.


    Also meine bekommen zB durchaus "Reste", aber hauptsächlich schon für sie passendes Futter und keinen Ramsch, nur weil man das "früher" oder "seit jeder" immer gemacht hat.

  • Ernährung in satten Regionen dieser Erde ist Lifestyle.
    Das hat auf die Hundehaltung übergegriffen.
    Veganismus, so wie er derzeit vielfach zelebriert wird, ist Lifestyle oder Religion.
    Fleisch war lange Zeit absolutes Luxusgut, schlecht erreichbar für die frühen Jäger, dann im Besitz diverser Adelsgeschlechter, teuer.
    Teuer oder teurer sollte es wieder werden.
    Es fehlt an Achtung vor dem Schlachttier und nicht Bedarfsdeckung, sondern Gewinnmaximierung stehen an vorderster Stelle.
    Die BARF- Welle, obwohl gedanklich anderen Ursprungs, kam/kommt da gerade recht.
    Mit industriell hergestellten veganen Lebensmitteln und Ersatzprodukten läuft es in die gleiche Richtung.
    Das wisst ihr ja selbst.
    Ich füttere auch roh, aber auch gekocht, achte auf frische, erkennbare Inhaltsstoffe, füttere Kohlehydrate...
    Mein Hund frisst auch gerne Dose oder Trofu.
    Auf den Crisp ist er manchmal ganz wild. :D -Ein Hund seiner Zeit.


    LG, Friederike

  • Mir fällt in Futterdiskussionen immer wieder ein Missverständnis auf: Eine Blutuntersuchung ist nicht geeignet, um die Nährstoffversorgung zu beurteilen. Auch beim Menschen nicht. Ein gutes Beispiel ist Kalzium. Das löst der Körper im Falle eines Mangels aus den eigenen Knochen, damit der Spiegel im Blut konstant bleibt. Der Spiegel im Blut sagt also gar nix aus. Das verwundert mich immer wieder, dass gerade die vermeintlich so sehr mit Fachwissen ausgestatteten Barfer immer wieder mit dem „guten Blutbild“ kommen :fear: . Nix für ungut.

  • Oft, wenn ich über Hundeernährung nachdenke, fällt mir eine Erinnerung meiner Mutter ein... Die hatten ungewöhnlicherweise neben Promenadenmischungen auch Collies (aussortierte Zuchttiere) als Hofhunde. (Das tut nix zur Sache, war aber für unsere Region wirklich exotisch.)


    Da hat der Hund eben das gekriegt, was es sonst auch bei den Leuten gab - zum Beispiel Knödel mit Soße. |) Das teure Fertigfutter aus dem Supermarkt (ich glaube, sie sagte Frolic?) gab es höchst selten. Was lustig ist, denn das war damals nach heutigen Maßstäben sicher auch nicht der Überflieger...


    Glaubenskriege kann man wohl über alles führen, aber letztendlich sind diese Hunde auch alt geworden.


    Wir füttern übrigens TroFu - ich habe nicht die Zeit für Barf, und traue es mir bisher auch nicht zu.

  • Vor 25- 30 Jahren konnte man noch in Rassebeschreibungen für Berner Sennenhunde lesen, dass diese besonders genügsam sind und sehr gut mit altbackenem Brot gedeihen.
    Kann sein, dass einige Leute das auch gemacht haben.
    Nicht nachahmenswert!


    LG, Friederike

  • Ich finds immer spannend, dass der Zeitfaktor so genannt wird.
    Wenn ich nicht grad ein halbes Tier von nem Jäger oder Bauern bekomme, brauch ich nicht gerade viel Zeit dafür, das Futter der Hunde vorzubereiten.


    Ich kaufe das Fleisch in 1kg Rollen, davon brauche ich etwa 70% am Tag, der Rest wird im Kühlschrank gelagert und am nächsten Tag dazu gefüttert.
    Gemüse und Obst pürriere ich frisch, (Pseudo)Getreide aufkochen oder quellen lassen, alles zusammengatschen im Napf und fertig.


    Das geht irgendwann echt nebenbei und fürs Futter direkt zubereiten brauch ich dann wenige Minuten.

  • Ich finde der Hype um Barf ist ja signifikant wieder abgeflacht. Vor drei/vier Jahren konnte man nirgendwo mit einer Ernährungsfrage kommen, ohne das gleich gefragt wurde, warum man nicht barft.

    Wobei der Hype eher ein Phänomen des Internets und der theoretischen Diskussion war/ist.


    Ich wüsste nicht, dass die Hersteller von Dosen- und Trockenfutter ernste Umsatzeinbußen gehabt hätten ;-)


    Das ist ähnlich wie beim Veganismus : Jeder redet davon, aber kaum jemand praktiziert es ernsthaft.

  • Oh was wurde ich angeschaut, als ich sagte, mein Hund verträgt kein rohes Fleisch... Das letzte mal vor etwa 1,5 Jahren. Das könne gar nicht sein, da hätte ich was falsch gemacht oder ihn nicht lange genug dran gewöhnt... 1 Jahr lang in unregelmäßigen Abständen die Wohnung reinigen, weil der stubenreine Hund flüssig gekackt hat und es nicht halten konnte, das reichte mir.
    Benni bekommt Trocken- und Nassfutter. Zum einen, weil er von reiner Nassfütterung nicht satt werden würde (800g Nassfutter pro Tag, auf 2 Mahlzeiten füllt seinen Magen gar nicht) und zum zweiten, weil es einfach zu teuer ist. Benni bekommt Terra Canis als Nassfutter. Andere Firmen habe ich getestet, verträgt er aber nicht. Und ein halbes Jahr testen, bis ich ein günstigeres Nassfutter finde muss ich ihm nicht antun. Und 30 Dosen TC im Angebot kosten ca. 125 Euro. Alleine nur für Futter... Das wäre mir eindeutig zu teuer. :flucht:
    Der Sack Trockenfutter kostet 80 Euro und reicht knapp 3 Monate.

  • Das ist ähnlich wie beim Veganismus : Jeder redet davon, aber kaum jemand praktiziert es ernsthaft.

    Das rollt erst richtig an.
    Ich finde den Fleischverzicht/Einschränkung beim Fleischkonsum richtig, keine Frage.
    Im großen Stil beginnt die Lebenmittelsindustrie sich diese Bestrebungen zunutze zu machen.
    Wer nicht darauf achtet was er isst, Hauptsache fleischlos, ist ruck-zuck Manipulationsmasse für eine Industrie, die sich schon die Hände reibt noch mehr Billigfüllstoffe, Chemikalien... unters Volk zu bringen. In die Wurst geht wohl nicht mehr rein.


    LG, Friederike

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