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Wie lernen Hunde zu kommunizieren?

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      Wenn ich die Frage im Ausgangspost richtig verstanden haben geht es primär darum wie Hunde überhaupt die Möglichkeit haben artspezifische Kommunikation zu erlernen, wenn Kontakte zu anderen Artgenossen größtenteils unterbunden und/oder sehr stark vom Menschen reglementiert werden.
      Ehrlicher Weise muß man schon sagen, daß man dadurch die Lernmöglichkeiten, je nach Intensität, durchaus stark einschränkt. Oder aber, und das ist wohl der entscheidende Punkt, durch den kontrollierten Rahmen, überhaupt erst Lernmöglichkeiten auf diesem Gebiet schafft; weil der Hund diese Unterstützung braucht. Man kann da nicht den zweiten Schritt vor dem ersten gehen. Zunächst müssen die Grundlagen gelegt werden.
      Ich denke wie eng man den Kontakt zu anderen Hunden steuert und reglementiert sollte von den Bedürfnissen des eigenen Hundes abhängig gemacht werden.
      Zu der Frage, was genau abgesprochen wird, wenn man klärt ob Kontakt erwünscht ist, kann ich von uns sagen, daß hier einfach abgesprochen wird, ob beide Halter davon ausgehen, daß die Hunde friedlich miteinander klar kommen. Manchmal auch solche Dinge wie: Rüde oder Hündin, wenn ein Hund nur mit einem Geschlecht Probleme hat, Läufigkeit einer Hündin etc.

      LG

      Franziska mit Till
    • Cindychill schrieb:

      sondern darum, wie ein Hund den Umgang mit seinen Artgenossen lernen soll,
      ...indem er schon als Welpe viel Kontakt zu verträglichen Artgenossen hat und zwar unterschiedlicher Rassen.
      Mir war es immer wichtig, verträgliche Hunde zu haben also durften meine Hunde von Welpenbeinen an mit anderen Hunden spielen und zwar sowohl mit erwachsnen Hunden als auch mit anderen Welpen/Junghunden.
      Ich fand es ausserdem auch sehr wichtig, daß der Welpe kleinwüchsige als auch Hunde großer Rassen recht früh kennenlernt.

      Bin mit der Methode bei all meinen Hunden gut gefahren; alle waren sie verträglich und konnten im Erwachsenenalter auch mit gleichgeschlechtlichen Hunden gut umgehen und wußten, wie man sich einem Welpen nähert.
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    • Cindychill schrieb:

      ... wie ein Hund den Umgang mit seinen Artgenossen lernen soll, wenn:

      - Kontakt erst nach menschlicher Absprache stattfindet: Was wird da abgesprochen?
      - Wenn Kontakt nur zu bekannten Hunden zugelassen wird: Wie lernt der Hund andere denn kennen?
      - Wenn geblockt wird
      - Wenn Mensch alles regelt
      Ich lasse Kontakt meiner Hunde zu völlig fremden Menschen und Hunden nur nach Absprache zu und wünsche mir das umgekehrt auch von anderen Hundehaltern.

      Warum? Weil ich es höflich finde, wenn man kurz miteinander kommuniziert und keiner sich irgendwie 'überrumpelt' fühlt. Viele handhaben es ja z.B. so, dass ihr Hund zu jedem hinlaufen darf, wenn der andere Hund freiläuft – kann ich bis zu einem gewissen Grad verstehen, weil es halt ein weithin sichtbares Signal ist (Leine dran = kein Kontakt; Leine ab = Kontakt ist okay), aber spätestens seit ich einen älteren Hund mit mehr oder weniger Demenz-beherrschten Tagen habe, finde ich das sehr schade. Der möchte nämlich nicht plötzlich von anderen Hunden angeschnüffelt, angespielt oder stürmisch begrüßt werden und bekommt das auch nicht unbedingt mehr mit, wenn da plötzlich ein Hund auf ihn zuläuft, und er würde von sich aus zu keinem Hund hinlaufen – was bedeutet, dass ich ihn viel mehr an der Leine haben muss als eigentlich nötig wäre, damit andere HH auch auf Entfernung schon sehen, dass sie ihren Hund bitte nicht einfach so herlassen. Wäre es 'Standard', dass man sich einfach kurz abspricht, könnte ich den Senior in solchen Situationen einfach in seinem 5m-Radius um mich herum schnüffeln lassen, sehr ruhige Fremdhunde könnten mal kurz gucken kommen, und alles wär' gut und stressfrei.

      Insofern hat die 'Reglementierung' der (Fremd-)Hundekontakte durch Menschen für mich auf jeden Fall einen praktischen Nutzen.

      Was das Erlernen von Sozialverhalten angeht: ich unterscheide da ganz stark zwischen kurzen 'Hallo sagen'-Begegnungen mit völlig fremden Hunden, die man einmal trifft und danach nie wieder sieht, und solchen, die zum "Hundefreundes- und Bekanntenkreis" gehören.

      Hallo-Sager-Kontakte sind – zumindest für meine Hunde – komplett überflüssig, daraus lernen sie nix, da wird kein breites Verhaltensspektrum gezeigt und spielen wollen sie da auch nicht – im besten Fall checken sich die Hunde kurz gegenseitig ab und gehen dann weiter, im schlimmsten Fall gerät man an einen eher... seltsamen Fremdhund oder Halter und es gibt Stress. Brauch' ich nicht, will ich nicht, deswegen regle ich solche Kontakte relativ streng, gebe meinen Hunden wenig Spielraum und blocke im Zweifelsfall einen Hund, der mir komisch erscheint, lieber ab.

      Bei Hunden, die man öfter trifft, mit denen man gemeinsam Gassi geht, etc. lasse ich dagegen (in Absprache mit dem anderen Besitzer!) relativ viel laufen. Genau in solchen Situationen ist es mir wichtig, dass meine Hunde angemessenes Sozialverhalten zeigen und ich gebe ihnen da gerne und ausgiebig die Chance, das zu lernen, sich auszuprobieren und 'Feedback' von ihren Artgenossen zu bekommen. Wenn ich weiß, dass der andere Hund klar, fair und 'sauber im Kopf' ist, dann finde ich das für meinen Hund eine unglaubliche Bereicherung, wenn er bei solchen Spaziergängen etwas lernen kann – und zwar in "Hundesprache", ohne dass ständig ein Mensch einschreitet.

      Aber, wie gesagt: mit dem passenden Hund, im passenden Umfeld.

      (Ich wohne allerdings auch in einer Gegend mit eher geringer Hundedichte, hab' selbst zwei Hunde, die sich schon mal gegenseitig für ihre tägliche "Mindestdosis" Sozialkontakte haben, und ich kann die ungeplanten Fremdhunde-Begegnungen, die wir in einer Woche haben, an einer Hand abzählen. Würde ich täglich im Stadtpark spazieren gehen (müssen), wo 30, 40 oder mehr Begegnugnen zusammenkommen, würde ich wahrscheinlich auch nix blocken und mehr einfach so laufen lassen, weil man sonst wahrscheinlich wahnsinnig wird. Dann hätte ich allerdings auch nicht die Art von Hund, die ich jetzt habe... ;) )
      “The clearest way into the universe is through a forest wilderness.” ― John Muir
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    • Cindychill schrieb:

      wie ein Hund den Umgang mit seinen Artgenossen lernen soll
      Kommunikation lernt man, indem man kommuniziert.
      Durch Vermeiden lernt man nichts.

      Meine Hunde dürfen zu anderen Hunden, wenn die auch frei laufen. (Leinen los nur nach Absprache, ist aber hier kein Thema, da wir alle Hunde mit Namen kennen. ;) )

      Problembegnungen beim Terrier wurden durch Z&B schön gefüttert.

      Für mich ist es wichtig, meinen Handlungsbedarf möglichst runterzufahren und dem Hund einen Anteil Eigenverantwortung zu überlassen.
      Meine erkennen z. B. HH, die eine abweisende Haltung nur minimal signalisieren, und machen einen Bogen.
      Johanna mit
      Crazy (*2004) Terrier-Mix aus dem TH Lübbecke
      Betsey (*2002) Kurzhaar-Border-Collie aus der Tieroase Birkenschold (ursprünglich aus Irland)
      und Ingo, Boy, Paula, Willi, Karlheinz und Tapsi (in den ewigen Jagdgründen)
    • meine Hunde leben in einer Gruppe und haben eine ausgezeichnete Körpersprache und kommunizieren sehr sehr fein.... im Gegensatz zu den allermeisten Einzelhunden, die hier rum laufen.
      Dazu kommt, das die wenigsten Besitzer hier die Körpersprache ihres eigenen Hundes lesen können.

      Deswegen lasse ich niemals ungeplanten Kontakt zu Fremdhunden zu.
      liebe Grüße von
      Lisa-Marie

      mit meiner vollkommen verrückten Bande!

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