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Sanftere Korrekturen neu/wieder einführen

    • Sanftere Korrekturen neu/wieder einführen

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      Hallo ihr lieben,

      in einem anderen Thread ging es vor kurzem darum, dass es verschiedene "Empfindlichkeitstypen" hinsichtlich von Korrekturen bei unseren Fellnasen gibt. Je nach Charakter, Verhalten des Besitzers und Situation können sanfte Korrekturen/Abbruchsignale gut angenommen werden, da reicht oft ein strenger Blick, Kopfschütteln, ein leises Wort etc.

      Manchmal kommt es trotzdem vor, dass nichts zu dem Hund durchzudringen scheint und man wird evtl. dazu verleitet vehementer werden zu müssen um das unerwünschte Verhalten zu unterbinden. Der Erfolg bleibt vielleicht trotz deutlichem Einschreiten unverändert, man fragt sich welche Korrekturmöglichkeiten noch bleiben ohne den Hund massiv einzuschüchtern oder zu verunsichern.

      Es wurde auch gesagt, dass man so schnell in einen Teufelskreis kommen kann da der Hund immer weiter abstumpft und am Ende gar nicht mehr empfänglich auf normale Korrekturen reagiert, was ich auch so sehe. Man soll den Hund wieder empfänglicher für sensiblere Korrekturen machen anstatt immer extremer zu werden - aber wie, wenn nicht reagiert wird?

      Was kann man tun wenn man theoretisch schon alle vertretbaren Abbruchvarianten ausprobiert hat um ein Verhalten abzubrechen? Vor allem wenn es um Situationen geht die man nicht vorhersehen oder aus denen man den Hund einfach rausnehmen kann (!)

      Ich hoffe ihr habt Lust was dazu zu schreiben, ich finde es sehr interessant!


      :winken:
      Lisa & Jack Russell Terrorist Leo (*18.03.2015)

      "Ein Hund wird sich nur dort wohl fühlen, wo die Menschen zufrieden mit ihm sind"
      (Dr. Ute Berthold-Blaschke)
    • Alles was ich nicht vorhersehen kann/wo ich den Hund nicht einfach herausnehmen kann, ist keine "Schuld" des Hundes. Ich würde da überhaupt nicht über weitere Korrekturmöglichkeiten nachdenken.

      Da muss dann eben wieder "vorher" angefangen werden zu trainieren oder man meidet entsprechende Situationen komplett (wenn man kann).

      Hast du nicht ein Beispiel für eine Situation, "wo alles nichts mehr hilft"?
      "Timing ist keine Stadt in China." - Martin Rütter

      Viele Grüße
      Claudi mit Vanillekipferl Bokey, Magyar Keverék, *01.01.2005
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    • @Estandia

      bei uns ist es zB so, dass bellende Hunde draußen vor dem Haus wirklich sehr schwer für meinen Rüden zu tolerieren sind. Sitze ich direkt neben ihm wenn es draußen "losgeht" kann ich ihn noch davon abhalten kopflos loszuschreien und sich reinzusteigern.

      Bin ich in einem anderen Raum und habe den Anfang verpasst ist erstmal Hopfen und Malz verloren...er steigert sich in Bellerei rein und ist nicht mehr auf Korrekturen ansprechbar. Theoretisch müsste ich abwarten bis der Hund draußen fertig ist, damit wieder Ruhe einkehrt. Man könnte ihn an die Wand klatschen er würde sich nicht beruhigen. Ich kann das also nicht vorhersehen oder den Hund rausnehmen, man hört das Bellen ja in der ganzen Wohnung (Erdgeschosswohnung).

      Und wenn dann der Hund draußen beschließt 20 Minuten hysterisch zu bellen habe ich hier auch 20 Minuten einen hysterisch bellenden Hund der sich durch nichts abbrechen lässt.

      So in der Richtung meinte ich das :pfeif: Aber es gibt ja noch zig andere Situationen in denen man nicht mehr zum Hund durchkommt und sich alles nur noch mehr hochschaukelt aus Verzweiflung.
      Lisa & Jack Russell Terrorist Leo (*18.03.2015)

      "Ein Hund wird sich nur dort wohl fühlen, wo die Menschen zufrieden mit ihm sind"
      (Dr. Ute Berthold-Blaschke)
    • Aber auch generell, es gibt ja Hunde die schon angeschrien werden oder rumgezerrt und das schon gar nicht mehr richtig realisieren oder sich davon beeindrucken lassen.

      Wie könnte man sowas wieder ins Gegenteil umkehren? Der Hund ist ja dem Menschen gegenüber dann "abgehärtet" und nicht mehr wirklich empfänglich.
      Lisa & Jack Russell Terrorist Leo (*18.03.2015)

      "Ein Hund wird sich nur dort wohl fühlen, wo die Menschen zufrieden mit ihm sind"
      (Dr. Ute Berthold-Blaschke)
    • Mhm ich hätte jetzt gesagt eine Korrektur kann alles sein was ein Mensch macht damit ein Hund ein Verhalten abbricht oder verändert.

      Ein Wort, eine Geste, ein Geräusch....
      Lisa & Jack Russell Terrorist Leo (*18.03.2015)

      "Ein Hund wird sich nur dort wohl fühlen, wo die Menschen zufrieden mit ihm sind"
      (Dr. Ute Berthold-Blaschke)
    • Ich denke wenn ein Mensch in der Korrektur immer stärker wird, immer "hysterischer" und der Hund immer mehr abstumpft.
      Dann hat der Mensch keine Ahnung von Erziehung und Lernverhalten des Hundes.

      Denn wenn der Mensch immer heftiger korrigieren muss, hat er seinem Hund nix beigebracht. Der Hund hatte keine Chance zum lernen.

      Eine Korrektur braucht, genauso wie eine Belohnung, gewisse Voraussetzungen damit sie zum lernerfolg wird.
      Zeit muss stimmen, die Art der Korrektur, die Konsequenz (wer einmal straft muss immer in der selber Situation Strafen damit es nachhaltig ist).

      Wenn man immer härter werden muss, ist man für den Hund oft unberechenbar, unseriös, nicht in der Lage das "rudel zu führen". Wenn der Halter nur noch am Hund rumzerrt, ist er heillos überfordert.

      In so einem Fall, wenn man merkt dass man immer stärkere Korrekturen braucht, sollte man sich ganz dringen kompetente Hilfe holen.
      Man muss lernen wie ein Hund lernt, konsequent zu sein, Signale deutlich zu setzen, Körpersprache zu verstehen und Korrektur richtig zu timen.

      Ich würde in so einem Fall raten, erstmal gar nicht mehr zu korrigieren. Nur noch zu managen dass der Hund in keine gefährliche Situation mehr kommt. Komplett von vorne anfangen quasi.
      Gucken welche Bedürfnisse hat der Hund und diese befridigen. Nur wenn die Bedürfnisse befriedigt sind, ist gutes lernen möglich.

      Dann eine Liste machen welches verhalten ich zuerst trainieren möchte. Prioritäten festlegen. Mit ein bis zwei Dingen anfangen. Den Hund und vor allem mich nicht überfordern.
      Das Training wird dann, je nach Halter, durch Lob und Korrektur erfolgen.

      Man muss auch sicherstellen dass die Korrektur vom Hund als solche überhaupt verstanden wird. Genau wie ich ein "Nein" trainieren muss damit mein Hund versteht was ich meine, muss ggf auch eine Korrektur verständlich gemacht werden.

      Oder man lässt nach dem Neustart die Korrekturen ganz weg und versucht mal, nur/weitestgehend über positive lernerfolge zu trainieren. Wäre auch eine Möglichkeit.

      Umgekehrt ist es natürlich auch so.
      Wenn ich mit Leckerli belohne und immer mehr /besseres Leckerli geben muss damit der Hund hört, habe ich auch etwas falsch gemacht und muss das Training noch mal überdenken.


      Beim Bsp mit dem bellen weiß ich gar nicht ob eine Korrektur groß was bringen kann.
      Herauszufinden Warum der Hund bellt (wach oder Schutztrieb? Stress, schlechte Sozialisation mit Artgenossen?)
      Und dort ansetzen.

      Ich würde in der bell Situation versuchen mit Entspannungstraining (konditionierte Entspannung) oder versuchen kleinschrittig die Situation positiv zu belegen. Hunde bellen auf Radio abspielen und dabei fressen geben, spielen, kuscheln...
      Kommt halt ganz auf den Hund an.
    • Außerdem ist es doch voll peinlich wenn man draußen seinen Hund anbrüllt.

      Man ist ja ( meistens xD ) ein wenig schlauer als sein Hund und damit sollte man besser arbeiten.
      @Estandia schrieb es ja schon. Man muss halt vorher reagieren, dann muss man auch nichts abbrechen.
      Es gibt immer den Punkt wo der Hund noch ansprechbar ist und reagiert und hier muss man dann ansetzen.

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