Pferdekauf - Tipps und Erfahrungen

  • Die Antwort hängt einfach sehr davon ab, was du suchst, wieviel Ahnung du selbst hast, und wieviel Geld du ausgeben kannst/willst.


    Irgendwie sucht ja jeder ein Pferd, das noch jung, aber richtig gut geritten und nicht verdorben ist, gesund und fit, keine Macken und auch noch günstig...


    Wenn du jemand bist, der ein Pferd auch korrigieren und ausbilden kann, bzw Unterstüzung an der Hand hast, ist es sehr viel leichter, als wenn du was brauchst, was wirklich gut geritten ist usw.


    Ich bin selbst vorsichtig mit Händlern, hier bei uns kenne ich keinen, dem ich vertreuen würde. Wenn Händler, dann hör dich gut um. Ein wirklich seriöser Händler ist eigentlich die bessere Adresse als ein dubioser Privatverkauf. Selbst würde ich eher privat kaufen.



    Eigene Erfahrung: Pony Nr 1 war meine RB, die ich übernommen habe. Die Vorbesitzer hatten sie verfetten lassen, sie hatte eine Rehe hinter sich (erfuhr ich erst später), es kamen weitere Reheschübe- sie hatte, wie mir jetzt denken kann, wohl EMS - das kannte vor 15 Jahren ja noch keiner. Horrortrip, leider. Das Pony war wundervoll und hat mir, vor der Krankheit, eine tolle Zeit geschenkt.


    Daher kaufe ICH mir kein Pferd mehr, dessen Vorgeschichte ich nicht kenne. Die nächste war also ein angerittenes Jungpferd, ich kenne die Aufzucht, die Eltern, alles.
    Ausbildung hätte ich NIE alleine hingekriegt, aber mit Unterstützung schon. Und angemessen bezahlt hab ich für das Pony auch.


    Sollte es noch mal eine Nachfolgerin geben, dann aus der Verwandtschaft, von denselben Züchtern.

  • Ich habe meine Pferde tatsächlich nie wirklich gesucht, sondern immer übernommen.


    Wenn ich mal auf 0 zurückgehen und super rational rangehen würde, dann würde ich sicher auch einige Dinge anders machen.
    Zum Beispiel: als erstes mal einen ordentlichen Stall suchen BEVOR das Pferd kommt. Ich kann nicht an einer Hand abzählen, wie viele Ställe wir durch hatten. :mute:


    Wichtig beim Pferd wäre mir:


    gute Aufzucht, ordentliche Haltungsbedingungen, Kontakt zu beiderlei Geschlechtern wenn möglich.


    Gepflegt, geimpft, am liebsten barhuf und ordentlich beabeitet, keine Fehstellung. Klares Exterieur, ich mag eher quadratische Pferde, aber das wichtigste ist wohl, dass es keine Defizite hat die ihm das Arbeiten extrem erschweren.


    Traingszustand je nach Geschmack und Budget. Reell ausgebildet, taktvoll in allen 3 GGA, ordentliches vorwärts, kennt am besten sowohl Platz als auch Gelände. Sollte auch alleine mal rausgehen können.
    Am besten die Ausbildung Schritt für Schritt vom Boden begonnen und positiv erlernt.
    Ich persönlich mag keine "Roboterpferde" die sich nicht trauen vom Fleck zu bewegen.


    Nervenstark sollte es natürlich sein und aufgeschlossen, neugierig, offen.


    AKU je nach Alter und Wunschvorstellung. Im mittleren-höheren Alter findet man bei einer großen AKU wohl eh immer was :ka:
    Ausschlusskriterien wären wohl chronische Sachen (Lunge, Chip, Durchtrittigkeit etc)


    Ich würde wohl schon mehrmals kommen wenn möglich.


    Wichtig wäre mir ein Pferd, dass mit einer Offenstall/Aktivstallhaltung klar kommt.
    Schön ist es natürlich wenn ein paar Goodies dabei sind. Ordentliches Verladen, vielleicht die ein oder andere Sache schon kennen gelernt in der Bodenarbeit. Aber grundsätzlich mach ich den Feinschliff lieber selber, aber das ist so davon abhängig ob man direkt "losreiten" will, oder sich sein Pferd selber gestalten.



    In der Realität würde wohl trotzdem immer wieder das Herz entscheiden und dann ist der nächste Notfall da :lol:

  • Keine einfache Sache - und es hängt vor allem von Deiner Erfahrung ab, was richtig für Dich ist.


    Händler oder privat - kann beides gut oder beides schief gehen. Privat wird genauso oft gelogen und beschi**en wie beim Händler. Bei beidem kann man das richtige Pferd finden, wenn man ein wenig Ahnung hat. Umso weniger Ahnung man hat, desto wichtiger ist eine gute Begleitung, die in der Lage ist, DEINE Wünsche zu verstehen und mit Dir für Dich zu suchen (nicht für sich selbst). Die Person darf gerne sehr kritisch sein und vor allem ehrlich.


    Ich hab ein Pferd "gut angeritten" (Anm. der Redaktion "gut ist äußerst relativ!) mit 4,5 gekauft, vom Züchter. Ein Pferd auch vom Züchter roh, bzw. dann angeritten (10 mal war jemand mit ihm im Gelände, mehr nicht). 2 Pferde von der Bahn, eins davon wirklich direkt vom Rennstall, eins aus Privathand. Ein Pony von Privat, wo so einiges der Angaben nicht stimmte, ein junges Pferd vom Händler (eigentlich roh, wurde dann noch angeritten, verstarb bei mir nach 2 Wochen) und dann ein "Projekt" von privat (sehr günstig, weil eben Ü-Ei). Alleine war ich nur beim Jungpferd vom Händler unterwegs. Das war okay, ich würde dort wieder kaufen.


    AKU - das einzige Pferd, dass ich jemals mit AKU gekauft hab, war das Jungpferd, das 2 Wochen später verstarb. Ach nein, mein Araber hatte auch ne kleine AKU... geröntgt hab ich noch nie.
    Ich denke, ich hab ein sehr gutes Auge für Ticken/Bewegungsstörungen. Und heute findet man im Bild bei fast jedem Pferd eine Abweichung - keiner kann einem aber sagen, ob die mal Probleme machen wird, oder nicht. Ich verstehe aber auch jeden, der alles testen lässt - je nach Kaufpreis sicherlich ein guter Weg.

  • Ach ja, ab nächstem Jahr gibt es auch keine sog. Röntgenklassen mehr, also das in den letzten Jahren übliche "Schulnotensystem" wo der Käufer sich je nach Schulnote über das überschaubare Risiko im klaren war, ab nächster Woche gibt es "nur" noch Risiko, Befund und ok.
    Für die Dornfortsätze gibt es gar keine Richtlinien mehr.

  • Daher kaufe ICH mir kein Pferd mehr, dessen Vorgeschichte ich nicht kenne. Die nächste war also ein angerittenes Jungpferd, ich kenne die Aufzucht, die Eltern, alles.


    Ausbildung hätte ich NIE alleine hingekriegt, aber mit Unterstützung schon. Und angemessen bezahlt hab ich für das Pony auch.


    Sollte es noch mal eine Nachfolgerin geben, dann aus der Verwandtschaft, von denselben Züchtern.

    Dito. Alternativ eigene Nachzucht.


    Ich finde es in diesem Fall tatsächlich schwierig zu beantworten, weil aus deinem Beitrag nicht hervorgeht, was du genau suchst und brauchst.


    Grundsätzlich würde ich mir ehrlich gesagt immer erstmal nüchtern überlegen, was ich von dem Pferd will und was es psychisch und physisch mitbringen muss, damit wir lange miteinander glücklich werden.


    Papierlose Pferde mit unbekannter Herkunft (Aufzucht und Ausbildung) würde ich persönlich nicht kaufen und immer ein bisschen mit dem Hintergedanken "Risikominimierung" an den Pferdekauf herangehen. Ist ein teures und gefährliches Hobby und das sollte meiner Meinung nach möglichst lange Spaß machen und wenig Ärger. Es kann immer was passieren, aber man muss es ja nicht herausfordern.


    Kein Pferd ist perfekt und für alles geeignet, auch wenn es sich mit dem eigenen dann perfekt anfühlt, finde ich. ;)


    Die Idee, jemanden mitzunehmen, finde ich richtig gut und wenn du da jemanden hast, der kritisch ist und ein gutes Auge hat, wär das optimal.


    AKU würde ich persönlich ne kleine machen, kann man sich aber drüber streiten und ich habe auch schon gänzlich ohne gekauft. :ops:


    Bei einem Händler würde ich persönlich nur kaufen, wenn der einen astreinen Ruf hat. Kenne ich hier in der Gegend jetzt keinen leider.


    Und ich persönlich würde wahrscheinlich erstmal in einem gewissen Radius schauen und dann meine Suche erweitern und im Zweifel auch recht weit fahren, wenn es DAS Pferd sein soll.


    Letztendlich entscheidet das Herz ja doch mit. :D

  • Ach ja, ab nächstem Jahr gibt es auch keine sog. Röntgenklassen mehr, also das in den letzten Jahren übliche "Schulnotensystem" wo der Käufer sich je nach Schulnote über das überschaubare Risiko im klaren war, ab nächster Woche gibt es "nur" noch Risiko, Befund und ok.
    Für die Dornfortsätze gibt es gar keine Richtlinien mehr.

    Krass, wer hat denn das entschieden und wer darf das dann im Falle einer AKU auswerten?

  • Eins gekauft mit großer AKU (die meiste Zeit wegen Verletzungen und Krankheit nicht reitbar |) ), eines wegen der Farbe gekauft ohne AKU (gut, der ist ja noch ganz klein und nicht geritten und bis dahin kann eh viel passieren) und das dritte getauscht xD


    Ahnung genug habe ich für mich alleine, beim Reitpferd war trotzdem eine Reiterfreundin mit dabei. Bei Blondi wusste ich schon beim ersten mal Reiten, die ist es :cuinlove: Ich hab aber trotzdem noch 2 weitere male probiert. Wie gesagt, sie hat nen 2er TÜV gehabt und ist mittlerweile mein Totalschaden :herzen1:


    Dímon habe ich gekauft, da ich mich in meiner Ausbildung zur Pferdewirtin in die Farbe verliebt hatte :hust: und ich ihn toll finde. :cuinlove: Der darf jetzt groß werden, soll nächstes Jahr zur Körung und irgendwann will ich ihn mal reiten =)


    Audi habe ich getauscht gegen einen Wallach, den ich mir nur zum Verkauf gekauft habe. Sogar gekauft ohne sie gesehen zu haben. Wobei das nicht ganz stimmt, ich stand schon bei ihr auf der Weide und war in ein anderes Pferd total verschossen, da hätte ich aber deutlich draufzahlen müssen und da meine die Verkäuferin sie hat noch ne Fuchsstute. :headbash: Also hab ich die genommen. Ja, nen bisschen wildwestmanier, aber Audi ist schon ne nette, schicke. Und halt auch noch nicht geritten




    Ob Pferd vom Händler oder Privat ist mir egal (ich habe ja auch schon mit Pferden gehandelt!), man muss sich halt alles genau angucken und auf die Details achten, dann passt das schon. Für Alleine kaufen habe ich meiner Meinung nach genug Ahnung, wobei ich mir trotzdem gerne von der richtigen Person eine Zweitmeinung einhole.



    Kriterien hatte ich klar, Islandpferd, Stute, 4-Gänger und gerne Fuchs und JA! das ist mein Reitpferd geworden. Ich hatte halt so klare Vorstellungen und hätte mir auch nur so Pferde angeguckt :ugly:

  • Ich habe ja insgesamt 3 Pferde gekauft.
    Alle 3 von Privat, zwei von einem Hobbyzüchter als Absetzer mit 6 Monaten, einen als wilden 3-Jährigen


    Ich habe nie eine AKU gemacht, erschien mir bei rohen Jungpferden nicht wichtig.


    Beim ersten war ich mit TA da (Großeltern), bei den beiden Nachfolgern alleine.
    Habe alle 3 Tiere einmal besichtigt und dann beim nächsten Mal mitgenommen.


    Vorab war Rasse und Geschlecht ausschlaggebend bei der Auswahl, wobei ich beim Geschlecht Notfalls noch Abstriche gemacht hätte, bei der Rasse jedoch nicht.


    Pferd Nr1 war ein SecondHand Pferd, gekauft nach Mundpropaganda trotz Protest der Tierärzte, ein knappes Jahr Zirkus ohne Ende, da verhaltensauffällig, danach mein Seelenpferd.
    Pferde 2 und 3 waren bewusst ausgesuchte Pferde, einmal wegen der Zuchtlinie und dem Charakter des Fohlens und einmal wegen der Optik.


    Beim Sportpferd oder ausgewachsenen Reitpferd würde ich auf eine AKU bestehen, auf einen Proberitt auf dem Platz und im Gelände nach Vorreiten und selbst fertig machen

  • Die Anforderungen ändern sich auch mit den Jahren... früher wollte ich was sportliches mit genug Gang für L/M, Springen und VS bis A/L, dann einen Distanzler und heute wünsche ich mir einen Muddi-Transporter. Einfach, weil die Nerven mit Kleinkind nicht mehr so sind wie vor 20 Jahren.
    Ich möchte Spaß haben und muss mir nichts mehr beweisen. Andererseits hab ich genug Erfahrung, um die Grundausbildung selbst zu machen.


    Daher ist mir heute der Charakter am wichtigsten.
    Einige Dinge, wie die Frage, ob ein Pferd mit 3-4 mal Arbeit die Woche wirklich glücklich ist und trotzdem entspannt, merkt man halt erst, wenn man es ne Weile im Stall hat.


    Wenn in eine paar Jahren wieder ein Zweitpferd einziehen soll (dann wohl zurück in D), dann wird nach Vernunft gekauft. Klar muss es einem optisch auch gefallen, aber rein nach Herz kaufe ich nicht (mehr). Mein Arabär war ein totaler Vernunftkauf und ist heute mein Herzenspferd.

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