ANZEIGE

Qualzuchten II

    • Qualzuchten II

      ANZEIGE
      Hier kann zur Thematik "Qualzucht" weiter diskutiert werden.

      Den ersten Teil zum Nachlesen findet ihr hier:
      Qualzuchten
      LG
      Raphaela

      There are only three choices in life: be good, get good or give up - Dr. Gregory House
      Luck favors the prepared - Edna E. Mode

      Ekko, Cardassia & Azog
    • Marula schrieb:

      naijra schrieb:


      dragonwog schrieb:

      Jo..bei der nüchternen Analyse des genetischen Materials beim Toller kommt heraus, dass die gesamte Population quasi auf zwei Gründertieren basiert. Man stelle sich das mal beim Menschen vor...
      Ist doch da nicht anders, wenn auch länger her.....Fakt ist, dass die meisten Linien aussterben. Ob der Mensch momentan noch auf eine einzige Urmutter oder 2 oder 3 zurückgeht - die genetische Basis ist jedenfalls sehr sehr eng. Und nicht anders dürfte es für jede Spezies sein, wenn sie nur lange genug überlebt.
      Da reden wir aber von evolutionären Zeiträumen, also von Jahrmillionen, und vom Zusammenspiel von (natürlicher) Selektion, Isolation, Drift und Mutation. In so langer Zeit kann durch Mutation und dann durch Selektion für oder gegen das mutierte Allel tatsächlich soagr wieder neue genetische Vielfalt entstehen, der "Stammbaum des Lebens" verzweigt sich weiter.Das ist in der Zucht wegen der kurzen Zeiträume utopisch, wir schaffen ja keine neuen Arten, sondern experimentieren nur mit bestehenden Arten herum.
      Evolution und Haustierzucht sind daher nur sehr begrenzt vergleichbar.


      naijra schrieb:

      Wenn ein homozygotes Genpaar keinerlei negative Effekte hat, verursacht es keinerlei Leiden oder verkürzte Lebensdauer. Jenachdem, wofür das Gen codiert, wird da auch keine Variabilität toleriert - zB bei entscheidenden und überlebenswichtigen Stoffwechselvorgängen.
      Zum Beispiel bei den Genen, die für's Immunsystem codieren ist vermehrte Homozygotie und geringe Varianz allgemein aber sehr wohl negativ, selbst wenn die wenigen, gleichartigen Genvarianten, die man hat, tadellos funktionieren.

      Da gibt es ja das schöne Beispiel vom Werkzeugkasten:

      Hat man einen Kasten, in dem nur Hammer und Nägel sind, kann man halt nur Nägel einschlagen. Muss man aber irgendwas zurechtschnitzen oder aufschrauben oder abschleifen, steht man doof da. Eventuell kommt man auch auf die Idee, alle Probleme mit dem Hammer zu lösen, das geht dann idR schief.
      Hat man einen gut ausgerüsteten Werkzeugkasten, ist man für jede Situation gerüstet und macht nicht aus versehen was kaputt, weil man mit falschem oder gar keinem Werkzeug arbeitet (oder die Arbeit halt nicht macht, weil man die Ausrüstung nicht hat).

      Im Körper ist jeder Genvariante, die für's Immunsystem codiert, ist ein Werkzeug.
      Wenige Gründertiere und der unvermeidliche spätere Genverlust und ebenfalls mit der Zeit (mehr oder weniger schnell) steigende Homozygotie bedingen, dass man mit wenigen Werkzeugen im Kasten starten und über die Zeit noch einige verliert.

      Das Immunsystem macht nicht nur Infektionsabwehr, sondern auch (bei Überreaktion) Allergienen und bei nicht ausreichender Funktion (wenn entartete Zellen nicht erkannt und abgetötet werden) Tumore (bzw ist an deren Vermeidung beteiligt, wenn es gut funktionier).

      Da kann also das, was der Hund hat, durchaus heile und funtionsfähig sein, eventuell ist es trotzdem nicht genug.
      Du meinst damit sicher die Haplotypen, nicht wahr?
      Wer davon noch nichts gehört hat DLA - Haplotypenbestimmung - FERAGEN DNA Testing
      Und hier eine Studie (leider in englisch)
      fbcace_ce0705c083824628b71d091f924e9a2c.pdf Diese Website hat die Studie mal auf deutsch zusammengefaßt Haplotypen
      Der Bruder meiner Hündin ist Deckrüde und hat auch eine Haplotypenbestimmung. Er hat Typen, die man bei Working-Beardies findet, also nicht die Gängigen.
      Viele Grüße
      Maren und die verrückte Nudel Maddy
      ... sowie Rica, Pepe, Blacky, Buffy und Barry im Herzen

      Maddy-Cool http://www.dogforum.de/index.php/Thread/195604-Maddy-Cool/
    • ANZEIGE
    • BeardiePower schrieb:

      Du meinst damit sicher die Haplotypen, nicht wahr?Wer davon noch nichts gehört hat DLA - Haplotypenbestimmung - FERAGEN DNA Testing
      Und hier eine Studie (leider in englisch)
      fbcace_ce0705c083824628b71d091f924e9a2c.pdf Diese Website hat die Studie mal auf deutsch zusammengefaßt Haplotypen
      Der Bruder meiner Hündin ist Deckrüde und hat auch eine Haplotypenbestimmung. Er hat Typen, die man bei Working-Beardies findet, also nicht die Gängigen.
      Ja, ich wollte es nur simpel halten (wobei naijra da wahrscheinlich auch drüber Bescheid weiß, aber es lesen wahrscheinlich viele mit, für die das nur Buchstabensuppe ist).

      Den Feragen DLA-Test finde ich leider zur Zeit sehr teuer,
      DLA-Haplotypenbestimmung beim Hund - DNA Test für Hunde
      hoffe, der wird in absehbarer Zeit mal billiger. Sonst muss ich in den saueren Apfel beißen.

      Mein älterer Rüde ist schon bei Genoscoper gestestet (die anderen beiden sollen folgen), aber da ist leider DLA nicht dabei:
      diversity

      Das ist ärgerlich, da sie die technischen Möglichkeiten ja hätten (sind ja genau die, die die Studie an den Beardies und vorher ua auch an Salukis duchgeführt haben).
      Auf Nachfrage sagten sie aber, dass der aktuelle Test besser wäre um genetische Vielfalt darzustellen, weil eben das gesamte Genom und nicht nur der MHC untersucht werden. Würde mich aber trotzdem interessieren, weil bei Salukis Autoimmunerkrankungen ein Thema sind (z.B. Hypothyreose und Autoimmune Hämolytische Anämie und Autoimmune Thrombozytopenie) und mich daher das Immunsystem schon nochmal im Speziellen interessiert.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Marula ()

    • @Marula

      ist schon interessant, wie schnell hier "Bäumchen wechsle Dich" gespielt wird.

      Zeigt mir aber, wie "ernst" man Dich als Disjussionspartner zu diesem Thema nehmen sollte.

      Nur zur Erinnerung. Als ich im November im alten Thread darauf hinwies, dass es bei den Grosspudeln ein Projekt zur Bestimmung der Diversität anhand der Haplotypen gibt, wurde das von DIR lächerlich gemacht.

      Warum sich in eine "ideologische Zwangsjacke" stecken lassen, Warum nicht einfach einen Outcross mit anderen Rassen anstatt solche Projekte aufziehen, blablabla ....

      Und jetzt auf einmal empfiehlst Du das selbst? Machst sogar mit deinen eigenen Hunden mit ....


      Na ja, man dreht sich halt alles immer wie es einem selbst in den Kram passt.
      Viele Grüße
      Cindy
    • danimonster schrieb:

      Irgendwie traurig das das ganze geteste immer nötiger wird ...
      Stimmt, früher war es einfacher. Wurde Hund da zu krank, gab's ne Kugel in den Kopf und der nächste Welpe zog ein.

      Heute interessiert es die Halter mehr, was aus ihren Hunden wird.

      Nehmen wir mal den Pudel .... man wusste früher halt, dass so ein Pudel PRA bekommen kann, Pech that's live. Züchterisch selektiert werden konnte nur durch Augenuntersuchung. Und wenn man Pech hatte, zeigte der Hund erst mit 7-8 Jahren die ersten Anzeichen. Oder noch übler, sogar noch später. Meine Zwergin ist prcd-PRA C, also "affected". Ihre Schwester ebenso .... beide sind jetzt 13, noch keine Anzeichen von PRA. Wusch's Schwester sollte in die Zucht und hätte dann unwissentlich weiter für Träger oder gar "affected" gesorgt

      Seitdem es den Gentest gibt, Wird darüber untersucht. Jetzt gibt es keine C mehr .... was soll daran schlecht sein?
      Viele Grüße
      Cindy
    • Also, ich finde, dass man durchaus seine Meinung ändern darf und sie seinen eigenen neuesten Erkenntnissen anpassen darf. Das hat meiner Meinung nach nichts mit "Bäumchen wechsel Dich" zu tun.
      Ich finde es eine ganz tolle Entwicklung, wenn man sich bemüht Einblicke zu gelangen und sich selbst eingesteht, dass die vorherige Meinung überholt ist.

      danimonster schrieb:

      Irgendwie traurig das das ganze geteste immer nötiger wird ...
      Ich finde es sogar super, dass es diese Möglichkeiten gibt. Immerhin bekommt so der Käufer einen doch guten Überblick was er da zum Kauf angeboten bekommt.
      Wege zu gehen, die steinig sind. Berge zu ersteigen, die niemals enden wollen.
      Erfahrungen zu machen, die Wunden hinterlassen und trotzdem aufstehen und lachen.
      Ich bin ich, werde nie ein anderer sein.
      Dies ist meine Zeit, dies ist mein Leben! ♡
    • @Grinsekatze1

      Nun, wenn jemand, der bis dato nix von dem Thema gehört hat, das erst mal als Unsinn abtut, ist das eine Sache.

      Wenn jemand, der über das Thema informiert sein sollte, weil er damit studientechnisch damit zu tun hat, das Ganze als unnötig und rausgeschmissenes Geld abtut, weil es ja sinnvoller ist, gleich nen Outcross zu machen, anstatt erst mal zu untersuchen, wie es von der Diversität her um die Rasse tatsächlich bestellt ist, dann auf einmal nen 180° Schwenk macht, ist das einfach bezeichnend.

      Liegt aber wahrscheinlich auch daran, wer was postet.
      Viele Grüße
      Cindy
    • Ich finde nicht, das "dieses Geteste" immer nötiger wird. Ich freue mich, das es möglich ist!
      In meiner überaus utopischen Vorstellung einer perfekten Zucht würden nur Hunde zum Einsatz kommen, die auf Herz und Nieren von vorn bis hinten durchgetestet sind, und das am Besten schon seit Generationen und weit über das vom Verein vorgeschriebene Maß hinweg. Dazu würden die Hunde aus aller Herren Länder kommen, um den Genpool aufs Maximum zu erweitern... Ich sag ja, utopisch.


      Was mich aber immer noch interessieren würde... wie sieht es in anderen Ländern mit Qualzuchten aus? Sind z.B. Möpse und Bulldoggen überall so platt wie hier? Wie sieht es mit den Riesen aus? Gibt es da ein Land wo man sagen könnte, DA bekommt man noch Doggen her, deren Lefzen nicht bis zum Boden hängen? Usw...
      Eine meiner Zukünftigen Wunschrassen wird z.b. ganz sicher nicht aus DE kommen, weil ich im Ausland eine bessere Zukunft für die Rasse sehe als hier.
      liebe Grüße von
      Lisa-Marie
      mit meiner vollkommen verrückten Bande!

    ANZEIGE