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Qualzuchten II

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      Garfield69 schrieb:

      Ich hab da im Internet die Geschichte von einem Mann gefunden, der einen Strassenhund aus Indien importiert hat und der hat berichtet wie es geht:

      Hund muss im Heimatland gegen Tollwut geimpft werden, dann dort in Quarantäne und dann durch ein anerkanntes Labor einen Nachweis über die Wirksamkeit der Impfung. Dann darf importiert werden.

      Und dann gibt es auch die Geschichte von diesem Extremsportler aus Skandinavien, der sich aus Südamerika einen Strassenhund importiert hat, der sich ihm auf einem Wettbewerb einfach angeschlossen hat.



      Also, wo ein Wille da ein Weg. Könnte man alles machen wenn wirklich gewollt.
      Ich denke nicht da es das Problem ist, einen Hund nach D zu bekommen, sondern vielmehr das chinesische Züchter i.d.R. keine Hunde ins Ausland abgeben. Und die wenigen die da sind, werden nicht zur Zucht eingesetzt, weil die mehrzahl der Welpenkäufer nicht diese Hunde wünscht.
      Kerstin mit Jölli, Vina, Mady und Solly
    • Garfield69 schrieb:


      Hund muss im Heimatland gegen Tollwut geimpft werden, dann dort in Quarantäne und dann durch ein anerkanntes Labor einen Nachweis über die Wirksamkeit der Impfung. Dann darf importiert werden.

      Und dann gibt es auch die Geschichte von diesem Extremsportler aus Skandinavien, der sich aus Südamerika einen Strassenhund importiert hat, der sich ihm auf einem Wettbewerb einfach angeschlossen hat.



      Also, wo ein Wille da ein Weg. Könnte man alles machen wenn wirklich gewollt.
      Einen Straßenhund importieren ist die eine Sache, aber einen Rassehund aus einem anerkannten Verein, in einem Land wo Hunde einen anderen Stellenwert haben (von Staßenköte-Müll bis zu teure Kostbarkeit/Statussymbol der Reichen) und sowohl Sprache als auch Schrift und die Kultur allgemein eine völlig andere ist...

      Erst einmal müsste man einen Züchter finden und überprüfen können, mit was für Tieren dort gezüchtet wird (wie viel Inzucht, Krankheiten) und unter welchen Bedingungen sie Leben und aufgezogen werden (Chinesische Shar Peis können bei schlechter Sozialisation ziemlich schwierig sein, im Gegnsatz zu den modernen Shar Peis sind sie noch sehr ursprünglich). Alleine das finde ich schon eine Herausforderung, wenn man weder chinesisch spricht noch die chinesischen Kanji(Schriftzeichen) lesen kann. Man muss also auch noch einen Züchter finden der english spricht und schreibt oder einen Dolmetscher organisieren. Und dann bleibt die Frage, ob dieser Züchter seine Hunde an Ausländer verkauft oder ob er Vorbehalte hat. Man muss den Hund selbst abholen oder einen wirklich netten Züchter erwischen, der selbst das regelt. Und wenn dann auch noch (wie in Japan z.B. meines Wissens mindestens bei Einreise eines Hundes über 30cm SH nötig) eine mehrwöchige Quarantäne vor und/oder nach dem Flug dazu kommt, ist das kaum mehr zumutbar für den Welpen.
      Kurz gefasst.
      Liebe Grüße,
      Chuva mit...

      Yoshi, kroatischer Schäferhund-Mix, geb. 12.08.2011
      Tatsu, Chinese Crested, geb. 25.03.2016

      Schwarzer Schakal & kleiner Drache
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    • yane schrieb:

      @Marula

      ist schon interessant, wie schnell hier "Bäumchen wechsle Dich" gespielt wird.

      Zeigt mir aber, wie "ernst" man Dich als Disjussionspartner zu diesem Thema nehmen sollte.

      Nur zur Erinnerung. Als ich im November im alten Thread darauf hinwies, dass es bei den Grosspudeln ein Projekt zur Bestimmung der Diversität anhand der Haplotypen gibt, wurde das von DIR lächerlich gemacht.

      Warum sich in eine "ideologische Zwangsjacke" stecken lassen, Warum nicht einfach einen Outcross mit anderen Rassen anstatt solche Projekte aufziehen, blablabla ....

      Und jetzt auf einmal empfiehlst Du das selbst? Machst sogar mit deinen eigenen Hunden mit ....


      Na ja, man dreht sich halt alles immer wie es einem selbst in den Kram passt.Welche Laus ist dir denn nun über die Leber gelaufen?
      Welche Laus ist dir denn nun über die Leber gelaufen?


      Also, erstmal weiß ich schon von der Thematik, seit Lohi angefangen hat, die Saluki DLA-Studie zu machen, das ist schon ein paar Jahre her, mit die ersten Hunde die in dem finnischen Projekt bei den Salukis betestet wurden, waren damals Hunde der Züchterin meiner Jungs.
      Der Test war nur lange nicht kommerziell möglich und dann auch ne Weile auch im Rahmen der finnischen Studie nicht mehr (ist jetzt soweit ich weiß auch eingestellt). Zu Anfang dieser Zeit hatte ich noch nichtmal nen Saluki (meine älteste ist jetzt 8).

      Zweitens kann man auch einfach aus wissenschaftlichem Interesse testen.
      Bei den Salukis zum Beispiel hat man dabei rausgefunden, dass es zwar die Rasse mit den bisher meisten in einer Rassehunde-Population aufgefunden DLA-Haplotypen ist, dass aber (wie erwartet) die "Mainstream-Linien" auch nur wenige verschiedene Haplotypen haben und dass die Vielfalt überwiegend bei den Importen, eben bei den Outcrosses (Landrassehunde aus dem Nahen Osten) und deren Nachkommen gefunden wird. Überraschend... nicht.

      Drittens machen wir es eben NICHT so, dass wir in einer Population, wo man halt leider nicht mehr von Genpool, sondern von Genpfütze sprechen muss und die sowieso hochgrading ingezüchtet ist (und das brauchst du nicht auf Großpudel beziehen, das trifft leider auf viele Rassehunde zu), die wenigen verbleibenden Reste an Vielfalt rauszufischen versuchen, sondern wir schöpfen bei den Salukis schon immer aus dem vollen mit den Importen.

      Und glaub mir, gäbe es diese Möglichkeit nicht und wir hätten z.B. so einen engen Genpool wie bei den Afghanen oder bei Showgreyhounds, ich hätte null komma gar keine Skrupel, da zu anderen Rassen zu greifen. Und trotzdem zu testen was ich sinnvoll oder interessant finde.




      Ich habe auch nie was dagegen gesagt, den Status Quo irgendeiner Rasse zu erfassen, das finde ich wichtig. Ist ja mittlerweile auch bei einigen Rassen schon passiert bzw im Gange und finde ich gut so.

      Nur, als Schlussfolgerung aus dem Befund "Wir haben wenig genetische Vielfalt und viel Inzucht" dann zu ziehen "Wir müssen jetzt auch noch auf genetische Vielfalt/genetische Inzuchtsituation testen, um die richigen Partner auszusuchen, neben zig anderen Tests und neben Exterieur/Wesen/Leistung, die wir nebenbei auch beachten wollen", das finde ich abwegig.

      Ich denke, diese Schlussfolgerung ist falsch, Gentests auf "genetische Vielfalt" sollten kein Mittel sein, um eine vom Konzept her nicht funktioniertende Idee (Reinzucht im geschlossenen Zuchtbuch für immer bzw so lange, wie es irgendwie geht) noch etwas länger verfolgen zu können.

      Wenn man keine andere Möglichkeit hat, wenn wir von aussterbenden Tierarten sprechen, dann ist das der einzige Weg. Aber doch nicht bei einer Art, wo man eine gigantische Population zu Verfügung hat, von der man nur aus ideologischen Gründen keinen einzigen verwenden will.
    • Garfield69 schrieb:

      Chuva schrieb:

      Rübennase schrieb:

      Was mich aber immer noch interessieren würde... wie sieht es in anderen Ländern mit Qualzuchten aus? Sind z.B. Möpse und Bulldoggen überall so platt wie hier? Wie sieht es mit den Riesen aus? Gibt es da ein Land wo man sagen könnte, DA bekommt man noch Doggen her, deren Lefzen nicht bis zum Boden hängen? Usw...
      Eine meiner Zukünftigen Wunschrassen wird z.b. ganz sicher nicht aus DE kommen, weil ich im Ausland eine bessere Zukunft für die Rasse sehe als hier.
      Beim Shar Pei ist es so, dass die ursprüngliche, gesündere Variante fast nur noch im Ursprungsland China gezüchtet wird. Und importieren aus China ist leider kompliziert bis kaum möglich, ohne die richtigen Kontakte, soweit ich weiß.
      Ich hab da im Internet die Geschichte von einem Mann gefunden, der einen Strassenhund aus Indien importiert hat und der hat berichtet wie es geht:

      Hund muss im Heimatland gegen Tollwut geimpft werden, dann dort in Quarantäne und dann durch ein anerkanntes Labor einen Nachweis über die Wirksamkeit der Impfung. Dann darf importiert werden.

      Und dann gibt es auch die Geschichte von diesem Extremsportler aus Skandinavien, der sich aus Südamerika einen Strassenhund importiert hat, der sich ihm auf einem Wettbewerb einfach angeschlossen hat.



      Also, wo ein Wille da ein Weg. Könnte man alles machen wenn wirklich gewollt.

      Das Problem ist nicht die Einfuhr nach Europa, sondern die Ausfuhr aus China.
      Manche Rassen gelten in ihren Heimatländern als Kulturgut und die Ausfuhr ist streng verboten.
      So weit ich weiß, fällt der SharPei darunter.

      Nen Straßenmischling aus China wirst du relativ problemlos importieren können.


      Rübennase schrieb:

      PocoLoco schrieb:

      Rübennase schrieb:

      wie sieht es in anderen Ländern mit Qualzuchten aus? Sind z.B. Möpse und Bulldoggen überall so platt wie hier? Wie sieht es mit den Riesen aus? Gibt es da ein Land wo man sagen könnte, DA bekommt man noch Doggen her, deren Lefzen nicht bis zum Boden hängen? Usw...
      Zum Teil noch schlimmer. Dafür muss man nur nach Amerika schauen. Größer, kleiner, platter. Und erst diese gruseligen Auswüchse von Rassen dort wie zB The breed that's worse off than Pugs - Album on Imgur . Also da ist das Entsetzen schon recht groß.
      Brrrrrrrr....Amerika hätte ich wohl ausschließen sollen!

      In den anderen Ländern sieht es nicht besser aus.
      Gerade wenn man noch Osten und Süden schaut, ist man da auch sehr weit in den Übertypisierungen fortgeschritten, breitere Brust, höheres Stockmaß, mehr Fell, größere Schädel.... oder noch kleiner, noch leichter, noch weniger Nase...

      Wobei sich der "Gruselschwerpunkt" je nach Rasse von Land zu Land verschiebt.
      LG
      Raphaela

      There are only three choices in life: be good, get good or give up - Dr. Gregory House
      Luck favors the prepared - Edna E. Mode

      Ekko, Cardassia & Azog
    • Rübennase schrieb:

      Ich finde nicht, das "dieses Geteste" immer nötiger wird. Ich freue mich, das es möglich ist!
      In meiner überaus utopischen Vorstellung einer perfekten Zucht würden nur Hunde zum Einsatz kommen, die auf Herz und Nieren von vorn bis hinten durchgetestet sind, und das am Besten schon seit Generationen und weit über das vom Verein vorgeschriebene Maß hinweg. Dazu würden die Hunde aus aller Herren Länder kommen, um den Genpool aufs Maximum zu erweitern... Ich sag ja, utopisch.
      Das ist, vorausgesetzt wir wollen mit den geschlossenen Zuchtbüchern so weitermachen wie bisher, leider tatsächlich utopisch - nicht, weil man nicht jeden Hund, der in die Zucht soll, testen könnte, sondern weil es nicht möglich ist, jede Erkrankung von vornherein auszuschliessen.

      Das Problem ist, dass die Natur für Lebewesen, die sich sexuell fortpflanzen, so enge Inzucht nicht vorgesehen hat. Wir haben uns evolutionär weiterentwickelt und sind keine Polypen mehr, die straflos auch Klone von sich erzeugen können (und selbst diese vermehren sich, wenn sie können, wieder sexuell).

      Die Natur wird also stets Wege finden, auf dieses Problem in der Zucht aufmerksam zu machen - und ein Test kann ja überhaupt erst entwickelt werden, wenn sich ein Effekt in genügend grosser Häufigkeit zeigt. Wir hinken damit den Krankheiten also immer nur einen Schritt hinterher, weil das ein dynamischer Prozess ist.

      Nochmal zum Beispiel des Toller: Du kannst jetzt schon Hunde aus aller Herren Ländern kommen lassen - es wird den Genpool absolut nicht erweitern, weil bereits alle Hunde dieser Rasse schon viel zu eng miteinander verwandt sind. Da kannst Du testen und einfliegen lassen wie Du willst - ohne Fremdblut wird sich da nichts an der momentanen Situation ändern.
    • Meine Antwort kommt spät, ich will eure Gentestdiskussion nicht stören, finde es aber wichtig.


      Belial schrieb:

      Öhm, eure Richter können nicht in den Ausstellungskatalog reingucken? Da steht doch bei jeder Nummer, die im Ring antritt, der volle Hundename plus die Elterntiere dabei, also wer sich ein bisschen in seiner Rasse auskennt, hat keine Probleme, das doch zu wissen.
      Dann lies mal bitte § 20 der VDH-Ausstellungsordnung



      2.
      Der Zuchtrichter kann in Zweifelsfällen, z. B. um die Identität oder Abstammung eines
      Hundes festzustellen, den Abstammungsnachweis einsehen lassen. Die Einsicht in den
      Katalog vor Beendigung der Zuchtrichtertätigkeit ist ihm untersagt.
      Das ein Spezialzuchtrichter einer Rasse, der meist selber Züchter dieser Rasse ist, die Abstammung einiger kennt, liegt in der Natur der Sache. Aber auch hier ist der "Erkennungsfaktor" sehr eingeschränkt.
      Lieben Gruß Gaby, ihre schweren Jungs und Finn



      **Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.**


      (Die Jungfrau von Orleans - Friedrich von Schiller)

      Bruno
    • Das mag in der blanken Theorie so sein und funktioniert sicherlich auch, wenn ein Airedalefachmann Jack Russell richtet und dann evtl. nichts mit den Papiernamen anfangen kann.
      Aber es kann mir keiner erzählen, dass die Richter nicht in den Katalog gucken während einer Ausstellung.

      Beim anderen könnte man doch vielleicht mal sachlich überlegen, was man denn wirklich für die Rassen tun könnte, ohne sie allzu sehr zu verändern, aber sie eben auch langfristig gesund zu halten. (denn eigentlich sollte Gesundheit über der Eignung stehen)
    • AnnetteV schrieb:

      Rübennase schrieb:

      Ich finde nicht, das "dieses Geteste" immer nötiger wird. Ich freue mich, das es möglich ist!
      In meiner überaus utopischen Vorstellung einer perfekten Zucht würden nur Hunde zum Einsatz kommen, die auf Herz und Nieren von vorn bis hinten durchgetestet sind, und das am Besten schon seit Generationen und weit über das vom Verein vorgeschriebene Maß hinweg. Dazu würden die Hunde aus aller Herren Länder kommen, um den Genpool aufs Maximum zu erweitern... Ich sag ja, utopisch.
      Das ist, vorausgesetzt wir wollen mit den geschlossenen Zuchtbüchern so weitermachen wie bisher, leider tatsächlich utopisch - nicht, weil man nicht jeden Hund, der in die Zucht soll, testen könnte, sondern weil es nicht möglich ist, jede Erkrankung von vornherein auszuschliessen.
      Das Problem ist, dass die Natur für Lebewesen, die sich sexuell fortpflanzen, so enge Inzucht nicht vorgesehen hat. Wir haben uns evolutionär weiterentwickelt und sind keine Polypen mehr, die straflos auch Klone von sich erzeugen können (und selbst diese vermehren sich, wenn sie können, wieder sexuell).

      Die Natur wird also stets Wege finden, auf dieses Problem in der Zucht aufmerksam zu machen - und ein Test kann ja überhaupt erst entwickelt werden, wenn sich ein Effekt in genügend grosser Häufigkeit zeigt. Wir hinken damit den Krankheiten also immer nur einen Schritt hinterher, weil das ein dynamischer Prozess ist.

      Nochmal zum Beispiel des Toller: Du kannst jetzt schon Hunde aus aller Herren Ländern kommen lassen - es wird den Genpool absolut nicht erweitern, weil bereits alle Hunde dieser Rasse schon viel zu eng miteinander verwandt sind. Da kannst Du testen und einfliegen lassen wie Du willst - ohne Fremdblut wird sich da nichts an der momentanen Situation ändern.
      Ich schrieb ja nicht, das die Hunde zu 100 % perfekt sein müssen, um mit ihnen zu züchten. :)
      liebe Grüße von
      Lisa-Marie
      mit meiner vollkommen verrückten Bande!

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