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Vollzeit Arbeit und Hund - Laber Thread

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      FrauBlume83 schrieb:

      wobei ich mir auch vorstellen kann, dass es irgendwie besser ist, den Hund wenn dann schon an den "normalen" Alltag zu gewöhnen..
      Ich melde mich auch mal als "Neuhund-Besitzer" und Vollzeit-Arbeitende. :headbash:

      Ich habe eine ähnliche Situation wie du. Weder mein Freund noch ich können unseren Hund mit auf die Arbeit nehmen. Wir sind aber beide mit Hunden aufgewachsen und die Sehnsucht nach einem Fiffi zuhause wurde leider auch immer stärker - bei mir mehr allerdings auch mehr als bei meinem Freund. :ops:
      Wie das dann halt so ist, habe ich mich dann in einen Tierschutzhund verliebt...meine Luna (siehe Bild links). Sie ist anderthalb Jahre alt und im Kopf noch der absolute Welpe. :headbash: Nach drei Wochen hin und her überlegen sind wir zur Lösung gekommen, dass Luna in der Woche tagsüber zu meinen Eltern kommt. Die haben selber zwei Hunde, deshalb ist es für meine Eltern keine "zusätzliche" Belastung. Also war die Entscheidung getroffen: Luna kam aus Kroatien zu uns. Optimistisch wie ich bin, habe ich mir drei Tage Urlaub genommen (mit Wochenende also insgs. fünf Tage) um Luna einzugewöhnen. Wie gesagt....seeeeehr optimistisch. :lachtot: Zum Glück habe ich einen flexiblen Arbeitgeber und durfte meinen Urlaub auf anderthalb Wochen verlängern. Bereits nach drei Tagen haben wir erste Spaziergänge mit den Hunden meiner Eltern unternommen und das alleine bleiben schrittweise geübt. Erst fünf Minuten, dann 15 min, 20 min. usw. Da ich recht fix ihre Bezugsperson war (das auch zum Thema Bindung und erwachsener Hund) hat sie am Anfang ein wenig gelitten, als ich gegangen bin. Im nachhinein muss ich auch sagen, dass meine Lösung ein bisschen zu "brutal" und zu wenig durchdacht war. Ich empfehle das Tempo also nicht weiter. Glücklicherweise funktioniert es inzwischen (nach knapp sechs) Wochen problemlos. Luna weiß, dass Herrchen Sie morgens zu meinen Eltern bringt und sie nachmittags wieder abholt. Das ist Routine geworden, auch für sie. Sie liebt meine Eltern und die Hunde meiner Eltern. Eine tolle Lösung für meinen Hund. Sicher auch nicht für jeden.

      Langfristig möchte ich jedoch meine Stunden runterfahren (auf 30 Std.) und zusätzlich noch 1-2 Tage davon Home Office machen. Aus folgendem Grund: Luna ist mit ihren anderthalb Jahren noch sehr "Junghund" und hat viel Mist im Kopf. Sie lernt schnell (wir sind seit drei Wochen in der Hundeschule), aber mir und meinem Freund fehlt einfach die Zeit zu sehr intensivem Training. Ich könnte mir nicht vorstellen einen Welpen zu erziehen, der nicht stubenrein ist. :ka:

      Vielleicht hilft dir mein Erfahrungsbericht weiter. Meld dich gerne, wenn du dazu noch Fragen hast. :gut: :gut:
      Verliebt in meinen Schäferhund-Ridgeback-Mix Luna! :herzen1:
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      Achja.... ich finde es top, dass du dir im vornherein so viele Gedanken machst!!!! :gut: :gut: :gut: :gut:

      Ich wünschte ich hätte das gleiche gemacht, dann wäre mir viel erspart geblieben in den ersten Tagen. Ich war vollkommen überfordert mit der Situation. Ich hatte (obwohl mit Hunden aufgewachsen) absolut unterschätzt was für ein Einschnitt das im Leben ist.

      Was ich dir auch noch mitgeben kann: lass dich ausführlich beraten was den zukünftigen Hund angeht. Der Hund muss 100% zu dir und deinen Bedürfnissen passen. Ist die Organisation nicht bereit dir detaillierte Infos zu geben: lass es! :klugscheisser:
      Verliebt in meinen Schäferhund-Ridgeback-Mix Luna! :herzen1:
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      @FrauBlume83 Ich finde es auch super das du dir soviele Gedanken hast.

      Meine Hündin ist als Welpe unter ähnlichen Vorraussetzungen bei mir eingezogen. Ich konnte sie damals noch nicht mit zur Arbeit nehmen und habe damals bewusst auf 28h/Woche umgestellt und sie während der Arbeitszeit in Fremdbetreuung gegeben. Im Nachhinein fühle ich mich deshalb aber irgendwie schuldig.
      Während der ersten Wochen hatte ich Urlaub und danach war sie an 3-4 Tagen die Woche über 8 Stunden woanders. Danach war sie immer sehr müde und hatte natürlich extrem viel zu verarbeiten.

      Ich glaube ich habe ihr sehr viel (vllt. zu viel?) zugemutet und sie hat das nur halbwegs gut verpackt weil sie rassetypisch gut mit neuen Situationen umgehen kann. Ich glaube ein Hund der das nicht könnte, hätte heute ganz andere Probleme.
      Das hört sich ja erstmal toll an, das der Hund in einem Rudel aufwächst. So habe ich damals auch gedacht. Im Grunde, egal wie schonend man es macht, wird der Welpe der in der verletzlichsten Phase seines Lebens ist, aber in eine Gruppe erwachsener Tiere gebracht, die er nicht kennt und in dem jeden Tag eine eigene Dynamik und viel Bewegung herrscht.. Zusätzlich zu dem neuen Zuhause und den neuen Besitzern.
      Wie gesagt: Ich weiss nicht ob jeder Hund das so wegstecken kann. Ich würde es nicht nochmal so machen.
      Im nachhinein würde ich direkt von Beginn an auf eine Privatbetreuung zurückgreifen wo max. 2-3 andere Hunde sind und es insgesamt etwas ruhiger verlaufen kann.

      Ich hatte zudem den Eindruck das ich viel in ihrem Leben verpasste. Einfach weil in dem Alter viel passiert ... Der Hund ist nach der Huta erstmal müde und will viel schlafen... An den Tagen an denen sie betreut wurde, war nichts mehr mit ihr anzufangen. Es war einfach zu viel. Und ich wollte ihr, als sie noch so klein war, möglichst ein ruhiges Zuhause geben, in dem sie ihre Ruhe hatte.
      Das hieß natürlich aber auch das ich mit ihr nicht so häufig auf Entdeckungstour war sondern sie viel schlafen ließ damit sie ihr Ruhebedürfnis erfüllen konnte.

      Ich hatte immer mind. drei verschiedene Betreuungsmöglichkeiten an der Hand, nachdem mir zu Beginn mehrmals plötzlich die Huta weggebrochen ist. Auch da gibt es Krankheit und Trauerfälle. Es gab sogar Situationen in denen alle drei nicht verfügbar waren und ich echt am schwimmen war.
      Es kamen und gingen auch einige Betreuer die unzuverlässig waren (Die Leute erzählen sehr viel aber ob auch alles so läuft lässt sich immer erst hinterher sagen)
      Und es war natürlich teuer. Für die Betreuung habe ich 15-20 Euro pro Tag bezahlt.
      Freunde waren anfangs begeistert. Nachdem der Reiz des neuen verflogen war, hatten da aber auch die wenigsten noch Zeit. So ein nicht-stubenreiner Welpe kann ja auch schon arbeit sein.

      Schlussendlich musste ich aus (für mich) finanziellen und (für den Hund) gesundheitlichen Gründen wieder Vollzeit arbeiten. Molly hat Allergien entwickelt und ich konnte natürlich nicht erwarten das die Huta und alle Betreuer sämtliche Teppiche rausreißt und alles umkrempelt für meinen Hund.

      Ich durfte Molly dann als erwachsenen Hund (da war sie gerade ca, 2 1/2 - 3 Jahre alt) mit zur Arbeit bringen und das klappt gut.
      Seitdem empfinde ich unsere Bindung als noch enger. Sie war vorher auch schon gut und ich war ihre Hauptbezugsperson aber irgendwie ist es dadurch das wir noch mehr zusammen unternehmen nochmal ein anderes Level.
      Molly, Franz. Bulldogge (*18.10.2013)
      im Herzen: Arthus, Berger des Pyrénées (*11.03.1999 - ✝29.03.2016)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Julia127 ()

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      FrauBlume83 schrieb:

      Allerdings müsste ich dann nach ca einem Monat ja auch wieder normal arbeiten gehen... habt ihr eure Welpen schon gleich an eine Hundebetreuung gewöhnt?
      Ich will auch noch meinen Senf dazu geben :D

      Ich habe Baku mit 11 Wochen bekommen, hatte 6 Wochen frei und nach den ersten 4 Wochen gab es einen Schnuppertag in der Huta für 4 Stunden. In den letzten zwei Wochen 2-3 kürzere Huta-Besuche und danach war die Schonzeit vorbei. Er hat sich etwas schwer damit getan, mich gehen zu lassen. Aber alles hat gut funktioniert :)
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      FrauBlume83 schrieb:


      Mich würde einfach mal interessieren, wie ihr als Berufstätige die Welpenaufzucht gemeistert habt.
      Ich kann beide Hunde mit in die Arbeit nehmen. Für MICH käme es nicht in Frage, einen Hund, den ganzen Tag alleine oder wahlweise frembetreuen zu lassen. Wäre keine Form der Hundehaltung, die zu mir passt. Meine Viecher sind um ich drumrum und (fast) immer dabei. Wenn ich mal ohne irgendwo auftauche werde ich meistens besorgt gefragt, ob alles okay ist. Trotzdem müssen meine auch mal alleine bleiben, einfach weil es anders nicht geht. 6 Stunden sind für mich aber die Obergrenze.
      Und manchmal haben sie als "Mitnahme Hunde" auch blöde Tage; wenn ich zB den ganzen Tag ein Seminar gebe oder selbst auf einem Seminar bin. Dann ist mal "Hardcore-Rumlieging und nicht-auffaling" angesagt.

      Meine Hündin kam als Ersthund schon erwachsen zu mir und war von Anfang an stubenrein. Dat jute Dingelchen.
      Alleine bleiben habe ich ab Tag 1 geübt - Mo Abend angekommen, Di mal kurz Wäsche aufhängen gewesen. Ich persönlich halte es für sinnvoller, von Anfang alles so zu machen, wie es später auch sein soll. Hat bei ihr gut funktioniert.
      Dat Schäfchen kam dann knapp 2 Jahre später mit 9 Wochen zu uns. War auch schon ziemlich stubenrein (er wäre es komplett gewesen, wenn ich nicht so langsam gewesen wäre und immer die Idee hatte, noch ne Hose über den Schlüpper zu ziehen. Kleinlich wie ich bin.... :D ) .

      Bei beiden Hunden habe ich es so geregelt, das ich 2 Wochen Urlaub genommen gabe. Erste Woche zum "ankommen" und Wohnung/Umgebung kennenlernen. Ab der 2. Woche habe ich dann "Halbtags" gearbeitet.
      Da ich kein Auto habe, habe ich mir bei Lolek einen Hundewagen zum schieben besorgt, Da kam das Welpen-Dings rein und es war quasi unter Todesstrafe verboten, das Lockentierchen da drin zu bespaßen oder es rauszulocken (war übrigens für meine "schlimmen" Streetwork-Kids einfacher hinzubekommen als für die Erwachsenen :roll: ). Und so habe ich ihn mit auf meine Streetwork Runde genommen und auch sonst überall hin. "Aufgebaut" habe ich das mit dem Wagen so:
      Tag 1: "Schau mal... da drin gibt´s dein Futter"
      Tag 2: "Schau mal.... da drin gibt´s dein Futter... uuuups Tür zu"
      Tag 3: "Schau mal.... da drin gibt´s dein Futter... und nu sind Räder unten dran und es wackelt... uups"
      Tag $: "Futter... Räder... Tür zu".. in der Wohnung hin und her geschoben
      Tag 6: "Raus auf die Straße.... Hund rein... Tür zu... feddisch"


      Im Büro habe ich dann immer denselben Rhythmus wie daheim eingehalten:
      Alle 2 Stunden raus, nach dem Spielen raus, nach dem Fressen raus... (und da ich eh immer ne Hose überm Schlüpper anhatte, ging auch nichts rein).

      Aber ich habe wohl 2 sehr pflegeleichte Exemplare. :D
      Und das wäre mein Tipp an dich:
      Egal für welchen Weg du dich entscheidest - such einen "pflegeleichten" Hund. Schau was du über die Herkunft und das Aufwachsen des Hundes in Erfahrung bringst.
      Klar ist es toll, einen Hund zu "retten", der total ängstlich ist oder aggressiv oder beides oder sonst irgendwas. Und ich denke, dass sind die Hunde, von denen man mit am meisten lernt. Aber ich bin trotzdem sehr froh über meine beiden pflegeleichten Exemplare. Gerade für den Ersthund.
      Brot kann schimmeln. Was kannst du?


      *Hoover & Lolek*

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