"richtiges" Dummytraining selbst aufbauen?

  • Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass "do it yourself" mit mehr Trainingsaufwand und Engagement verknüpft ist. Bei beiden Varianten muss man das Gezeigte entsprechend üben und anwenden. Bei beidem geht viel Zeit und Mühe drauf.

    Ich empfinde das aber sehr stark. Will ich DIY-Training machen, muss ich mir vorher überlegen, was ich wie trainieren will. Habe ich Gruppentraining, muss ich eigentlich nur rechtzeitig da sein. ;) Natürlich mache ich mir da auch Gedanken, wie die Übungen verlaufen sind, aber ich kriege eben auch das Feedback der Trainerin dazu Kann mit ihr Probleme besprechen, an denen ich sonst alleine rumknorzen muss, etc.....


    Selbst wenn ich alleine nur Bekanntes übe, kann es immer wieder zu unerwarteten Reaktionen meiner Hunde kommen. Alleine muss ich mir dann eben auch solo den Kopf darüber zerbrechen, ein Trainer sieht die Sache vielleicht anders und hat eine Lösung, die mir jetzt nicht in den Sinn gekommen wäre.


    Und um auf dein Zitat zurückzukommen: beim DIY habe ich kein Gezeigtes, das ich anwenden und üben kann. Ich muss mir das anhand von Beschreibungen, Intuition oder wasauchimmer selber erarbeiten, entscheiden, ob es passt für uns und kann es erst dann anwenden und üben wie eine beim Trainer des Vertrauens erlernte Übung. Ist IMO schon ein Unterschied.

  • Wenn man viel Erfahrung in Sachen Hundeausbildung hat, dann kann man sicherlich sich auch selber nen strukturiertes Training angewöhnen und so dem Hund viel beibringen, was ihn durch eine Prüfung bringt. Aber manchmal ist das eben nicht gegeben.
    Ich hab meinen Hund auch selber ausgebildet und ich würde mal sagen, er macht das nicht schlecht. Die Anforderungen für eine Dummy A kann er quasi im Schlaf, einige Elemente aus ner F sind auch kein Problem.
    Trotzdem sind wir zweimal an einer Prüfung gescheitert, weil ich da einfach wahnsinnig nervös bin und der Hund damit auch und außerdem springt er mir da ein - trainiere ich hier alleine ist Wasser total normal, der bleibt sitzen, der fiept nicht etc.
    Bin ich wo anders, z.B. bei nem Training hab ich plötzlich nen zitternden, total angespannten, fiependen Hund, der bei der kleinsten Bewegung meinerseits einspringt - einfach weil ich nie mit ihm in einer Gruppe trainiert habe und das ärgert mich im Nachhinein einfach schon.


    Aber wie sagt man so schön, den ersten Dummyhund kriegt man nie so hin, dafür den zweiten dann umso besser.

  • Für mich ist das wie das Lernen eines Musikinstruments.


    Ich kann natürlich ne Geige nehmen und versuchen mir das selbst beizubringen. Vielleicht kann man auch das ein oder andere spielen..


    Aber



    Entsprechendes Niveau ohne Musikunterricht zu bekommen ist ausgeschlossen.
    Deswegen sind aber professionelle Musiker bzw. solche, die Musik auf hohen Niveau produzieren können, keine "faulen Säcke", die sich alles vorkauen lassen.


    Es brauch ernsthaftes Engagement, Talent, Fleiß und Durchhaltevermögen.
    Nur das entsprechende Niveau ist halt nicht ohne Anleitung zu erreichen.

  • Ich habe nie davon gesprochen, Prüfungsreife im Alleingang zu erreichen, ich sprach von den Grundlagen! Klar brauche ich dann mal jemanden, der drüber schaut, Feintuning macht, bzw. die Sachen, die man eben nicht alleine machen kann.


    Und nein, ein Hund ist kein unbekanntes neues Musikinstrument, auf dem man spielen lernt. Es geht auch nicht darum, dass jemand, der kaum weiss, wie dem Hund ein Sitz beibringen, Dummy aufbaut. Es geht um Leute, die durchaus schon eine gute Grunderziehung hingekriegt haben, die wissen, wie man Kommandos aufbaut.


    Natürlich brauche ich auch mit Trainer Fleiss und Ausdauer, muss üben mit dem Hund. Aber ich muss mir nicht noch einen Kopf um Dinge machen, die ich eben der Erfahrung des Trainers zur Beurteilung überlasse.Das IST ein Unterschied!


    Es ist doch jedem selbst überlassen, wenn er dem Hund den Apport nur in Beisein eines Trainers beibringen will. Aber man kann daraus nicht ableiten, dass andere nicht einen sauberen Apport ohne Trainer aufbauen können.

  • Hallöchen,
    ich lese fleißig mit und möchte direkt vorab sagen, dass ich nicht vor habe mit ihm irgendwelche Prüfungen abzulegen, von daher muss er nicht alles korrekt ausführen.
    Wenn ich so mitlese und was manche als Hobby-mäßig bezeichnen, dann ist mein "Hobby-mäßig" ja noch amateurhafter als ich dachte. Ich glaub ich bin echt nur so "lari-fari " :verzweifelt:
    Ich arbeite unheimlich gerne mit meinem Hund zusammen und was das "suchen" angeht, empfinde ich Lio als sehr ehrgeizig.
    Angefangen habe ich mit einem Dummy,in dem man noch Futter rein legen konnte . Hab den Hund dann "einmal riechen" lassen , dann wurds versteckt und er durfte suchen :) Auf der letzten Hundemesse habe ich mir dann einen richtigen Dummy gekauft.
    Auch da darf er vorher einmal dran riechen (hat sich irgendwie so eingespielt, dann weiß er direkt was kommt ) . Lio bliebt brav sitzen während ich quer über das Feld/die Wiese laufe und den Dummy einfach irgendwo fallen lasse, ohne dass er es sieht.
    Erst auf Kommando rennt er los und sucht. Den Eifer ,den er dabei an den Tag legt, zeigt mir, dass er da wirklich Spaß dran hat. Soweit so gut ,dass klappt. Mal bringt er mir den Dummy bis in die Hand ,mal wird er auch vorher fallen gelassen. Das muss ich konsequenter noch üben.
    Ein Problem habe ich , wenn ich den Dummy selber werfen möchte/muss. Da hab ich einen schon vorher drauf los zappelnden Hund, der dann manchmal nicht mitkriegt "wo" der Dummy runtergefallen ist und dann erst Recht großflächig suchen muss. Steadiness = NULL. Wie kann man das besser üben? Weil Hund mit der einen HAnd festhalten und mit der anderen Hand werfen ist Murks, da fliegt der Dummy nicht mal ansatzweise in die Richtung wie gewünscht :tropf:
    Außerdem merke ich da, dass Lio das als Spiel ansieht. Er ist 14 Monate , ein Jungspund mit Flausen im Kopf. Werfe ich den Dummy oder ein Spielzeug, dann ist meist nichts mit wieder bringen, dann wird mit dem Teil rumgealbert und durch die Gegend gerannt.
    Lasse ich ihn absitzen und ich verstecke den Dummy selber, klappt das gut. Wahrscheinlich nicht "prüfungsgut" aber für mich selber empfinde ich das dann als erfolgreich ausgeführt. Ich möchte ihn "artgerecht" beschäftigen, und vermute, dass es noch viel mehr gibt, wie ich mit ihm arbeiten kann, daher erhoffe ich mir einige Anreize.
    Irgendwelche Sitzpfiffe o.ä. habe ich nicht eingeübt. Mir würde es reichen, wenn der Hund anständig sitzen bleibt, wenn ich den Dummy mal werfen muss/möchte. Und naja einige Tipps zum "wiederbringen" bzw. gerne wiederbringen und vor allem abgeben. Mit dem "versteckten" Dummy klappt es , alles andere dann nicht. Also auch andere Spielzeuge ,die vor allem geworfen werden. Das möchte ich gerne besser einstudieren mit ihm. :hilfe:

  • Ich betreibe keinen Dummysport. Apportieren passiert hier nur just for fun. Aber eigentlich ist es doch in jedem Hundesport gleich. Wenn mir jemand zeigt, wie ich die Grundlagen aufbaue oder wenn ich ein bisschen Ahnung davon habe, wie ein Hund lernt, kann ich die Grundlagen auch alleine legen. Will ich wirkliches Niveau für Prüfungen erreichen, brauche ich jemanden, der mir sagt, worauf es in den Prüfungen ankommt, dann komm ich um Trainingsstunden, Seminare etc. nicht drumrum.


    Wie man einen Hund zwei Jahre komplett roh lassen kann, vor lauter Angst im Aufbau was falsch zu machen, ist mir jedoch auch unverständlich. Dann muss ich mich halt mal zu nem Seminar bewegen, wenn ich keine Ahnung hab oder meine Ambitionen was runterschrauben.
    Wenn ich Prüfungen ablegen will, mach ich mich doch normal schon im Welpenalter des Hundes schlau, wo ich Trainingsmöglichkeiten habe.

  • Katharina, ich war ja auch bei C. im Training und denke, du tust ihr etwas unrecht. Ich hab ja auch von Anfang an gesagt dass Prüfungen für mich so bald nicht in Frage kommen, wenn überhaupt. Und das war nie ein Problem. Was ich so mitbekommen habe, war bei euch eher das Problem dass Mojito noch arg unruhig war und dass einem da Einzelstunden nahegelegt werden, versteh ich schon. Zum einen ist die Arbeit in der Gruppe ja grad schonmal triebsteigernd und eh schon unruhige Hunde werden noch lauter und auch gegenüber den anderen Teilnehmern ists nicht so fair, da fiepen auch ansteckend ist und in der Gruppe waren ja alles noch nicht gefestigte Junghunde. Nix für ungut

    Das mit den Prüfungsambitionen ist ja teilweise schon recht krass. Ich habe jetzt zwei Mal selber erlebt und schon öfters gehört: es gibt Trainer, wenn er spitz kriegt dass du in nächster Zeit nicht zwingend eine Prüfung laufen willst, wird dir nahe gelegt, woanders zu trainieren. Oder doch lieber Einzelstunden zu nehmen, damit man die Prüfungsambitionierten nicht hindert.


    Ich finde das ziemlich bedeppert. Ich kann doch mit meinem Hund die Übungen mitmachen, ob ich an eine Prüfung will oder nicht. Muss ja jeder selber wissen, wie genau er arbeiten will.


    Manchmal ist das Ganze schon arg ernst und angestrengt. Dabei geht es bloss um Stoffsäcke :D also,um nichts :D

  • Wenn ich das hier alles so lese... dann frage ich mich, wozu der Hund eigentlich eine jagdliche Veranlagung braucht, wenn ich ihm jeden Furz extrem kleinschrittig beibringe(n muss). |)


    Und, was mir auch mal mal wieder auffällt: Da, wo was zum Sport wird, treibt es kuriose Blüten. Am Ende würde für mich eins zählen: Wie effektiv landet das Wild in meiner Hand... egal über welche Schulter der Hund sich gedreht hat.


    Also, ich hab nix gegen vernünftiges Training, aber irgendwo geht es dann ja doch eigentlich um die Sache an sich und das geht bei Sportprüfungen halt oft verloren (nicht nur im Retrieverbereich).

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