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Der Mehrhundehalter- Laberthread.

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      whitekessy schrieb:

      hmm... also am Führgeschirr kann ich den Hund einfach "aushängen" - oder wenn er tobt von hinten auch mit beiden Händen am Rückensteg halten und hab auch so etwas mehr "Kontrolle über den Körper".
      Am Halsband windet er sich z.B. wie ein Aal, stellt sich u.a. auf und bockt so auch kopfschlagend rück- und seitwärts. (<- spreche jetzt von meinem - wenn man da nicht grade glück hat und ihn zwischen den Beinen einklemmen kann und dabei beide Hände am Hb hat ist das ).
      .........
      @whitekessy: Naja, guck Dir doch mal Halter mit nem tobenden Hund am Geschirr an. Stehen da, halten den vielleicht sogar am Rückensteg fest. Schön, der Hund ist (erstmal) gesichert. Sehr gut. Aber - was passiert dann? Hund fixiert weiterhin den Auslöser (und Du hälst ihn ja noch in dieser Position fest, der kann gar nimmer von alleine abdrehen!), kann sich reinsteigern wie doof, Halter kommt auch net vom Fleck, kriegt den Hund auch nicht in eine andere Richtung gedreht (hey, der Hund steht auf 4 Füßen und setzt volle Kraft ein, gefördert durchs Geschirr, der Halter auf 2 - schon verloren...). Machen das beide Halter bei einer Begegnung, steht man u.U. morgen noch. Oder nächste Woche *gg

      Nimm dagegen denselben eben gedachten Hund am Halsband. Da kannst Du mit Halsband den Kopf zu Dir hin lenken, der zumindest weg vom Auslöser. Hund in der Lage, sich zu beruhigen, nach kurzer Zeit auch wieder auf Dich zu achten. Ich kann weitergehen. Wie bordy schon geschrieben hat: der Kopf entscheidet über die Richtung, in die der Hund geht. Und wenn ich den Hund am Halsband hab, kann ich den Kopf kontrollieren. Und der ist um Vieles leichter als der komplette Hund.

      Das Geschirr wurde explizit für den Zughundesport entwickelt, damit der Hund seine Kraft und das Gewicht optimal für das Vorankommen nach vorn umsetzen kann. Zieht er also Richtung anderer Hund, wird es IMMER schwerer sein, ihn damit zu halten, als mit nem Halsband. Weil ich ihn am Halsband bei Bedarf zum Abdrehen bringen kann, den Körper-Schwerpunkt des Hundes aus diesem "nach vorne" herausbekomme (was ja auch zur Deeskalation beiträgt, wenn die ganze Körpersprache des Hundes nicht mehr nach vorn gehend ist!).

      Wenn ich am Geschirr halte, halte ich ihn in der Mitte zwischen den 4 bombensicher stehenden Füßen, und das auch noch oberhalb vom Schwerpunkt des Hundes. So bring ich den (ohne ihn komplett anzuheben) nie im Leben ausm Gleichgewicht, und damit von der Stelle, wenn der net will und ausreichend Gewicht hat (wenn er leichter ist, dann vielleicht, aber halt nur recht schwer).
      Am Halsband greift meine Kraft im Fall des Falles VOR dem stabilen Teil aus Rumpf mit 4 Füßen an, und hab ne Chance, den Kerle umzulenken.

      Der Kopf lenkt den Körper!
      Wo der Hund hinguckt, da ist er auch "im Kopf".

      Ergo: wenn ich es schaffe, den Kopf des Hundes abzuwenden von etwas, dann krieg ich auch wieder die Aufmerksamkeit vom Hund, und damit die Kontrolle über ihn.

      Wenn Dein Hund mit dem Kopf schlägt, dann hälst ihn wahrscheinlich mit der Hand am Halsband. Ich würde eher die Leine nehmen, und parallel zu dem Wegziehen des Hundes (und dazu brauchts netmal nen Ruck, also die hier so gefürchteten "Schmerzen"!) vom Auslöser weitergehen. Dann hat er zu solchen "Sperenzchen" keine Zeit. Bin eh net so für das Verharren in der Situation, egal, ob den Hund festhaltend oder einfach den Hund ins Sitz befehlend, weil er da immer die Gelegenheit hat, zu fixieren, sich weiter reinzusteigern, und der (meist depperte *gg) begegnende Hundehalter die Chance kriegt, seinen Hund auch noch herzulassen (klar, manchmal gehts net anders!).

      Dazu kommt noch, wenn ich den Hund "aushänge", lernt er ja nix dabei. Nennen wir das Kind beim Namen: er wird vom Halter in der für ihn bescheidenen Situation auch noch fixiert. Wehrlos gemacht also. Fährt ihn doch nur weiter hoch. Er wird so nicht lernen, mit der Situation irgendwie umzugehen, weil er schon auf 180 ist. Dann lieber relativ schnell wegführen, damit er sich gar net erst so reinsteigert, und nächstes Mal vlt. schon mit nur 179 in so ne Situation geht, weil er sich einerseits nicht so sehr aufgeregt hat wie wenn er minutenlang sich reinsteigern hätte können, aber auch, weil er gemerkt hat, der Halter hatte nen Lösungsvorschlag.

      Um das nochmal zu betonen: dafür brauchts sicher nicht zwangsweise die Variante ohne Stop (wie @pardalisa grad schon geschrieben hat, ist der vlt. als letztes Mittel nutzbar)! Das ist jetzt also kein Plädoyer für Zughalsband ohne Stop, sondern will nur den von Dir angefragten Unterschied zwischen halten am Geschirr und führen (=lenken) am Halsband erklären. Die Wortwahl mit halten/führen habe ich ganz bewußt so gewählt. Am Halsband führt der Halter - am Geschirr eher der Hund, und der Halter hält..... (Achtung: ich spreche hier nicht vom normalen, "fertig" (richtig fertig ist man ja nie *gg) ausgebildeten und anständig sozialisierten Hund - denn der läßt sich auch am Geschirr gut führen, da führt man ja schon lange eher mental, sondern eher von solchen, die man eben (noch) körperlich unter Kontrolle halten können muß!).

      Ansonsten: solange das Halsband ohne Zugstop bei nem leinenführigen Hund verwendet wird und nur seltenst mal auch nur ein Zug entsteht, muß ich jetzt ehrlich sagen, wär mir das wurscht, wenn einer das Ding dauerverwendet. Oder wenns nur genutzt wird, damit man was in der Tasche dabei hat, FALLS man kurz ne Leine braucht. Wenn der Hund da alle Jubeljahre mal reinrauscht, weil das Reh vorbeirennt, mei, das wird er wohl überleben (hängt ja wohl hoffentlich net an der Schlepp damit, wo sowas tödlich ausgehen könnte....).
      LG,
      BieBoss
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      Biene - Zwergpudel-Pinscher-Mix, *7.02.2007
      Bossi - Dt. Jagdterrier-Foxterrier-Mix, *4.06.2006
      Frieda - Dt. Jagdterrier, *~5.02.2001

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