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Do as i do - Training durch Nachahmung

    • Do as i do - Training durch Nachahmung

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      Hallo,

      ich bin vor einiger Zeit über einen Artikel über eine etwas andere Art des Hundetrainings gestolpert.
      Diese Trainingsform beruht auf Studien der Eötvös Loránd Universität in Budapest, die bewiesen, dass Hunde auch das Verhalten von Menschen nachahmen können. Daraus hat Frau Claudia Fugazza dann eine Trainingsmethode entwickelt, bei der Hunde lernen auf Kommando dem Menschen Sachen nach zu machen.
      Hier noch der Artikeln: pfotenleser.de/slideshow/hunde…unden_machs_mir_nach.html

      Was haltet ihr von dieser Art des Trainings? Hat vielleicht jemand diese Trainingsmethode (oder eine ähnliche) ausprobiert?

      Lg Anna
      Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.
      Arthur Schopenhauer

      Trio infernale

      Puck (*2011) und Flip (*2016), Chinese Crested Dog
    • Re: Do as i do - Training durch Nachahmung

      Unbewußt, ja - wenn meine blinde Frieda mich anstarrt wegen eines Leckerlis, und nicht kapiert, daß es am Boden liegt - dann schnuffel ich mal kurz rum, und sie kapiert, daß sie es suchen soll. *gg Das Kommando SUCH kennt sie natürlich auch - aber warum einfach, wenns auch kompliziert geht *ggggg

      Bossi hat durch Nachmachen zufällig gelernt, zu apportieren. Er hat früher ausschließlich sein Zerrseil apportiert, weil er gelernt hatte, damit gibt´s bei mir Zerrspaß, doer den Ball, der dann geworfen wurde. Alles Andere war ihm wurscht, da konnte ich werfen, was ich wollte.

      Irgendwann hab ich dann den Futterbeutel geworfen. Bossi guckte nur fragend und legte sich in seine Ecke - "was soll ich damit?" Dann rannte Biene los, holte das Ding, gab es mir in die Hand und kriegte Futter daraus. Ich machte ganz absichtlich großes Theater: "hmmmm, feiiiin, ja schau mal....!" daraus. Dann nochmal geworfen, und siehe da - Bossi rannte los, apportierte das Teil und warf es mir vor die Füße *gg

      Bei Biene auch teilweise: Gegenstände unterscheiden. Ich werfe 2 Sachen, eine kleine Schachtel und ne Packung Tempos z.B. Ich sage dabei "Schachtel", wenn ich die werfe, und lasse nur die Apportieren. Dann dasselbe mit dem 2. Gegenstand. Irgendwann lege ich dann beide hin. Wenn Biene einfach hirnlos (sie kapiert´s, ist aber zu schnell und bringt einfach irgendwas, weil sie das Leckerli dafür haben will *gg - alter Gierknochen....) losrennt, sage ich "Nein, die Schachtel" und greife danach. Das kapiert sie dann.
      LG,
      BieBoss
      _______________________________
      Biene - Zwergpudel-Pinscher-Mix, *7.02.2007
      Bossi - Dt. Jagdterrier-Foxterrier-Mix, *4.06.2006
      Frieda - Dt. Jagdterrier, *~5.02.2001
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    • Re: Do as i do - Training durch Nachahmung

      Bewusst trainiert habe ich nix mit Spike in die Richtung, aber ich konnte schon oft beobachten, dass er es nachmacht, wenn ich ihm z.B. zeige, wie er an ein Leckerlie kommt o.ä.

      Beispiel: Ich lege das Leckerlie auf ein Handtuch. Dieses schiebe ich unters Sofa, lasse aber ein Stück rausschauen. Ziel: Er soll das Handtuch rausziehen, um an das Leckerlie zu kommen. Er hats versucht, ohne Hilfe von mir und hat es nicht kapiert.
      Also habe ich das Handtuch rausgezogen und wieder runter geschoben. Zack, hat der Hund es nachgemacht.
      Zur Unterhaltung einer Party trägt niemand so viel bei wie diejenigen, die gar nicht da sind.
      Der Spike-Thread
    • Re: Do as i do - Training durch Nachahmung

      Ich kannte die Methode zwar nicht, aber durch mein Unwissen vor vielen Jahren habe ich diese Methode unbewusst mit meinem Paco angewendet.

      Ich muss dazu sagen, dass Paco der intelligenteste Hund war, den ich jemals gekannt habe.

      Da ich noch kein Clickertraining kannte und sonst überhaupt keine Ahnung von Hundetraining hatte, habe ich ihm als aller erstes beigebracht, sein Bällchen in einen Papierkorb zu werfen, indem ich es selber in den Papierkorb geworfen und dann geschrien habe "So ist es fein!!!". Dann habe ich das Bällchen für ihn geworfen. Nach 3 oder 4 Wiederholungen habe ich ihm das Bällchen gegeben und er hat es sofort in den Korb geworfen.

      Mit der selben Methode habe ich ihm noch folgende Dinge beigebracht:
      - Mir das Spielzeug in die Hand zu geben.
      - Eine Fly-Ball Maschine mit der Pfote zu betätigen bzw. einen Treteimer aufzumachen.
      - (Ihr werdet es vielleicht nicht glauben, aber ich habe Videos davon) Mit einem Filzstift auf einer Tafel zu malen und dann den Stift in einen Plastikbecher hinein zu tun.

      Meine kleine Daeja (momentan 5 Monate alt) hat mich letztens auch überrascht. Ich hatte ihr beigebracht, mit ihrer rechten Pfote mein linkes Knie zu berühren, wenn ich das Knie etwas nach vorne beugte. Diese Handlung habe ich mit dem Komando "Tip" belegt. Meine zwei andere Hunde können sowohl "Tip" als auch "Tap" (die andere Pfote bzw. mein anderes Knie). Wir haben das oft morgens in der Küche geübt. Von Daeja habe ich immer nur "Tip" verlangt. Von Henna und Timber mal "Tip" mal ""Tap". Irgendwann sagte ich zu Henna "Tap" und Daeja hat es auch gemacht. Ich dachte es wäre Zufall gewesen, aber seitdem kann ich bei ihr "Tip" und "Tap" abwechselnd verlangen und sie macht es jedes mal richtig. Sie hat sich das 100% von den anderen zwei abgeguckt.
    • Re: Do as i do - Training durch Nachahmung

      Danke für eure Erfahrungsberichte :)

      Deia, hast du die Sachen einfach vor gemacht und dann den Hund dazu animiert das nachzumachen, oder hast du das irgendwie aufgebaut?


      Ich frag mich, wie ich einem (normal schlauen XD) Hund beibringen kann, dass er alles nachahmt, wozu ich ihn auffordere…
      Das mit dem Handtuch und dem Leckerchen werd ich mal bei Gelegenheit probieren….
      Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.
      Arthur Schopenhauer

      Trio infernale

      Puck (*2011) und Flip (*2016), Chinese Crested Dog
    • Re: Do as i do - Training durch Nachahmung

      Aufgebaut, wie man es zum Beispiel beim Clicker-Training macht, dass man zuerst Teile des Verhaltens trainiert, habe ich diese Sachen nicht.
      Zum Beispiel, Bällchen in einen Papierkorb werfen habe ich ihm so beigebracht:

      - Das Papierkorb stand neben mir.
      - Ich hatte das Bällchen in der Hand und somit Pacos vollkomene Aufmerksamkeit, denn ein Spielzeug war immer das aller Wichtigste in seinem Leben.
      - Dann habe ich das Bällchen in den Korb geworfen und ganz aufgeregt geschrieen "So ist es fein!!!", habe dann das Bällchen aus dem Korb geholt und es geworfen, als Paco dafür belohnt würde, dass das Bällchen im Korb lag.
      - Paco rannte dem Bällchen hinterher und kam damit zurück.
      - Ich nahm ihm das Bällchen aus dem Maul und warf es wieder in den Korb, etc.
      - Wiederholt habe ich das maximal 4 mal. Dann habe ich ihm das Bällchen gegeben und gesagt "Jetzt Du". Und er hat das Bällchen sofort in den Korb geworfen.
      - Da er es dann immer wieder gemacht hat, habe ich immer kurz bevor er es gemacht hat, das Kommando "In den Korb" gesagt. So lernte er, dass diese Handlung "In den Korb hiess".

      Als ich ihm beigebracht habe, die Fly-Ball Maschine zu betätigen, habe ich es zuerst selber mit meiner Hand gemacht. Der Ball kam dann aus der Maschine herausgeflogen und er fand das Klasse. Nach vielleicht 4 oder 5 Wiederholungen habe ich die Hand auf den Hebel (es war eine Maschine mit einem Holzhebel) gelegt, aber ihn nicht hinuntergedrückt. Paco hat noch ein paar Sekunden gewartet. Dann wurde er ungeduldig und hat mit seiner Pfote meine Hand hinuntergedrückt. Ab dem Moment hat immer selber den Hebel gedrückt.

      Aber, witzig. Jetzt, wo ich darüber nachgedacht habe, ist mir noch was eingefallen. Als ich ihm beigebracht habe, mit dem Filzstift auf der Tafel zu malen, habe ich zuerst selber den Stift an der Tafel gehalten und habe dann von links nach rechts (so wie man schreibt) eine Kurve auf der Tafel gemalt. Dabei habe ich immer gesagt: "Guck, Paco. Schreiben, schreiben, schreiben...". Ich habe ihm in diesem Fall nicht belohnt (kein Spielzeug geworfen oder Leckerlies gegeben). Dann habe ich ihm den Stift in den Mund gegeben und sagte "Jetzt Du". Er hat das sofort wiederholt, was ich gemacht hatte. Was mir aber erst jetzt klar geworden ist: er hat es auch IMMER von links nach rechts gemacht. Genau so, wie ich es gemacht hatte. Damals war Paco schon seit 2 Jahren bei mir und ich wusste, wie verdammt intelligent er war. Trotzdem war ich bei dieser Sache mit dem Malen überrascht. Selbstverständlich ist sowas sicherlich nicht.
    • Re: Do as i do - Training durch Nachahmung

      "Deia1970" schrieb:

      Aufgebaut, wie man es zum Beispiel beim Clicker-Training macht, dass man zuerst Teile des Verhaltens trainiert, habe ich diese Sachen nicht.
      Zum Beispiel, Bällchen in einen Papierkorb werfen habe ich ihm so beigebracht:

      - Das Papierkorb stand neben mir.
      - Ich hatte das Bällchen in der Hand und somit Pacos vollkomene Aufmerksamkeit, denn ein Spielzeug war immer das aller Wichtigste in seinem Leben.
      - Dann habe ich das Bällchen in den Korb geworfen und ganz aufgeregt geschrieen "So ist es fein!!!", habe dann das Bällchen aus dem Korb geholt und es geworfen, als Paco dafür belohnt würde, dass das Bällchen im Korb lag.
      - Paco rannte dem Bällchen hinterher und kam damit zurück.
      - Ich nahm ihm das Bällchen aus dem Maul und warf es wieder in den Korb, etc.
      - Wiederholt habe ich das maximal 4 mal. Dann habe ich ihm das Bällchen gegeben und gesagt "Jetzt Du". Und er hat das Bällchen sofort in den Korb geworfen.
      - Da er es dann immer wieder gemacht hat, habe ich immer kurz bevor er es gemacht hat, das Kommando "In den Korb" gesagt. So lernte er, dass diese Handlung "In den Korb hiess".

      Als ich ihm beigebracht habe, die Fly-Ball Maschine zu betätigen, habe ich es zuerst selber mit meiner Hand gemacht. Der Ball kam dann aus der Maschine herausgeflogen und er fand das Klasse. Nach vielleicht 4 oder 5 Wiederholungen habe ich die Hand auf den Hebel (es war eine Maschine mit einem Holzhebel) gelegt, aber ihn nicht hinuntergedrückt. Paco hat noch ein paar Sekunden gewartet. Dann wurde er ungeduldig und hat mit seiner Pfote meine Hand hinuntergedrückt. Ab dem Moment hat immer selber den Hebel gedrückt.

      Aber, witzig. Jetzt, wo ich darüber nachgedacht habe, ist mir noch was eingefallen. Als ich ihm beigebracht habe, mit dem Filzstift auf der Tafel zu malen, habe ich zuerst selber den Stift an der Tafel gehalten und habe dann von links nach rechts (so wie man schreibt) eine Kurve auf der Tafel gemalt. Dabei habe ich immer gesagt: "Guck, Paco. Schreiben, schreiben, schreiben...". Ich habe ihm in diesem Fall nicht belohnt (kein Spielzeug geworfen oder Leckerlies gegeben). Dann habe ich ihm den Stift in den Mund gegeben und sagte "Jetzt Du". Er hat das sofort wiederholt, was ich gemacht hatte. Was mir aber erst jetzt klar geworden ist: er hat es auch IMMER von links nach rechts gemacht. Genau so, wie ich es gemacht hatte. Damals war Paco schon seit 2 Jahren bei mir und ich wusste, wie verdammt intelligent er war. Trotzdem war ich bei dieser Sache mit dem Malen überrascht. Selbstverständlich ist sowas sicherlich nicht.


      Wow! Super! :ua_clap:
      So leicht werd ich das bei meinem, glaub ich, nicht haben…er ist dafür zu…hem…'dumm' sagen wäre jetzt gemein, und dumm ist er ja nicht…nur eben nicht so intelligent wie deiner….

      Für Puck muss ich das dann schon irgendwie auftrainieren, denk ich...
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      Arthur Schopenhauer

      Trio infernale

      Puck (*2011) und Flip (*2016), Chinese Crested Dog
    • Re: Do as i do - Training durch Nachahmung

      Du darfst schon "dumm" sagen. Das sage ich über meine Henna ständig :-)
      Meine Henna ist eben dumm, aber trotzdem total liebenswert und ich würde sie gegen den intelligentesten Hund der Welt nicht eintauschen :-)

      Außerdem ist das Leben mit einem so intelligenten Hund wie Paco gar nicht einfach. Wir hatten oft unsere Probleme miteinander, weil er an allem mitentscheiden wollte.

      Jetzt ist mir aber noch was Witziges aus Pacos Zeiten eingefallen, was er sich ganz klar auch von mir abgeguckt hatte:

      Ich war am Staubsaugen im Wohnzimmer. Es hat an der Tür geklinkgelt, aber ich habe es nicht gehört. Paco steckte den Kopf durch die Wohnzimmertür und schaute mich an. Ich reagierte nicht. Er lief total aufgeregt wieder weg. Da ich das komisch fand, lief ich ihm hinterher.

      Als ich ihn erreichte, hatte er gerade die Haustür selber aufgemacht. Der Postbote stand Kreidebleich dort (Paco war eine Mischung aus Schäferhund und Pitbull) mit einem Paket in der Hand und wiederholte 3 mal in verschiedenen Tonlagen: "Der Hund hat die Tür AUFGEMACHT. Der HUND hat die Tür aufgemacht. Der Hund hat die TÜR aufgemacht." :-)

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