Mudkip hat geschrieben:
"Erlösen" gibt es leider nicht auf humanitärer Basis.
Wieso leider?
Wer von euch will denn so "enden"? Windel tragen, nicht mehr wissen wo man ist, Nachts herumirren, nicht mehr richtig Essen und Trinken können?
Niemand will das. Und ich denke, hättenwir die Chance zur "Erlösung" auf freien Willen (zB einer vorher angefertigten Patientenverfügung), dann würde die Situation in deutschen Altersheimen ganz anders aussehen.
ICH wünsche mir, dass ich meinen letzten Lebensabschnitt nicht so verbringen muss
und ich bin mir eigentlich sicher, dass sich das kein Mensch wünscht. Darum frage ich mich auch immer wieder, warum tun Menschen, dass ihren Tieren an? Tiere die schon recht alt für ihre Rasse sind, nicht mehr in der Lage sind, die Wohnung zu verlassen, nicht mehr richtig fressen können, nicht ohne Hilfe aufstehen können, nachts umgebettet werden müssen, weil sie nicht mehr wissen wo sie sind und oft auch noch Schmerzen haben, über Monate hin am Leben erhalten werden. Tiere, die ihr ganzes Leben lang gelernt haben, dass es nicht „erwünscht“ ist, ihre Notdurft in der Wohnung/Haus zu verrichten, können Altersbedingt und den daraus resultierenden Krankheiten, dieses „absolute Tabu“ nicht mehr erfüllen, soll heißen, sie wissen eigentlich, dass das nicht OK ist. Sie werden aber von uns Menschen „gezwungen“ das Tag für Tag zutun. Wenn ich da nur an meine Hunde denke, wie die sich aufführen, wenn sie mal Durchfall haben, sich bloß nicht in der Wohnung zulösen, weil das eigene „Nest“ nicht beschmutzt wird. Dann frage ich mich auch immer, wie muss sich ein Tier fühlen, dass es aus oben genannten Gründen, eben nicht mehr halten kann. Tut man seinem alten Tier damit wirklich einen Gefallen, es
in solchen Situationen weiter am „Leben“, zuhalten, weil es aus Sicht der Menschen, noch kein Zeichen gegeben hat, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, dass es gehen will? Die Tiermedizin hat in den letzten 15-20 Jahren enorme Fortschritte gemacht, auch hier frage ich mich oft, ist es ein Segen oder ein Fluch für unsere Tiere? Wie schon geschrieben, ich wünsche mir für mich, dass mir das mal erspart bleibt, wer oder was gibt mir dann das Recht, meinem Tier ein würdevolles Sterben zu verweigern, in dem ich alles was die Tiermedizin hergibt, an meinem Tier anwende? Für mich bedeutet lieben auch loszulassen. Ich bin überzeugt, dass ich meinen Tieren, den größten Liebesbeweis und den größten Respekt zolle wenn ich für sie entscheide, dass die Zeit gekommen ist, zusagen: „Time to say Goodbye“.
Bei unserem Bobtail, entschuldige ich mich in Gedanken immer noch, dass ich die Entscheidung, nicht drei Monate früher getroffen habe.