von Wakan » 17.04.2006 14:44
@ shibabigk & Plondy
Der Jagdtrieb ist selbstverständlich genetisch verankert. Caniden sind Raubtiere.
Viele Eigenschaften werden aber, ähnlich wie beim Menschen, durch andere Mechanismen weiter gegeben. So hat es Untersuchungen gegeben, in wie weit sich Stresssituationen, körperliche und geistige Aktivitäten, soziale Gesamtsituationen unsw. von schwangeren Frauen auf die allgemeine psychische Konstitution, Inteligenz und Lernverhalten der Kinder auswirkt. Und es wirkt sich aus.
So ist es auch bei Hunden. Bestimmte Wesensmerkmale und Verhaltensweisen treten meht oder minder ausgeprägt auf und bleiben aber bis zu einem gewissen Grad manipulierbar. Das ist auch die Grundlage für jede Art von Leistungs- und/oder Wesenszucht.
Deutliche Beispiele sind Mischlingshunde aus Gebrauchshundelinien (z.B. Schäferhunde/Hütehunde) im Vergleich zu Streunerhunden der Xten Generation.
Pitbulls wären ein weiteres, sehr deutliches Beispiel. Hunde die aus Zuchtlinien stammen, die ausschließlich für den Einsatz als "Kampfhunde" selektiert wurden, haben ein ganz anderes Wesen als Pit's die aus liebevoller Familienaufzucht stammen. Wo sollen da andere Gene herkommen? Grönlandhunde aus der Schweizer Zucht sind andere, als die Grönlandhunde der Inuit, Kaukasische Owtscharker aus einer Ukrainischen Gebrauchshundezucht sind andere als die, die von sibirischen Polizeieinheiten bei Verhören von Wilderern eingesetzt werden.
Es gibt einen Maximalwert an genetischen Informationen. Von Rasse zu Rasse, Generation zu Generation, Zuchtlinie zu Zuchtline variiert der auszuschöpfende Genpool. Einige Gene sind dominant, andere sind rezessiv, aber mehr als 100% geht eben nicht. Die Basis ist also sehr vielfältig. Ein neues Gen, das für ein bestimmtes Merkmal verantwortlich wäre einzukreuzen, ist unmöglich. Diese Gen müsste ja bei irgend einem, zeugungs- oder empfängnisfähigen Caniden vorhanden und dominant sein. Da kämen also, soweit es den Haushund betrifft, nur der Dingo oder der Wolf als genspendender Partner in Frage. Bei diesen ist dieses selektiv veränderte Verhalten aber nicht feststellbar.
Die Ursachen müssen also in der, auf dem Genpool X basierenden Eigenschaften, die durch selektive, äußere Einflussnahme ausgeprägten Eigenschaften gesucht werden.
@ Klaus
Es ist Dir selbstverständlich überlassen, meine Ausführung(en) als "Märchen" zu entlarven. Ob Du dies in verhaltensbiologischer oder gentechnischer Hinsicht tust, bleibt Dir überlassen. Aber ein klitzekleines, überprüfbares Argument solltest Du schon liefern.
Es ist wirklich bemerkenswert das Dein Hund die Schutzhundeprüfung III geschafft hat und Du Dich auch farblich von den anderen Beiträgen abhebst. Es ist hier aber so, das hier gefragt und geantwortet wird, Meinungen vertreten und Informationen ausgetauscht werden. Es gewinnt also nicht der mit dem größten Maul oder der rethorischen Einfallslosigkeit.
Aber schön zu lesen das Deine Hunde Deinen Part übernehmen.
Gruß
Wakan