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Wir haben doch Alle mal angefangen

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Moderator: DF-Mods

Wir haben doch Alle mal angefangen

Beitragvon thorandfrigg » 30.01.2008 15:24

für wen ich dies hier schreibe - für alle die sich ihren ersten hund holen wollen oder gerade geholt haben, aber auch für alle die vergessern haben dass sie auch mal einen ersten hund hatten.

die idee für diesen beitrag entstand aus einer vor kurzem geführten diskussion mit mehreren freunden und bekannten. durch meine ausflüge in diversen foren, lesen zahlreicher bücher und den begegnungen auf diversen hundplätzen ist mir aufgefallen wie verunsichert viele hh heute sind und welche konsequenzen sich daraus ergeben. da sieht man dann zum beispiel eine frau völlig resigniert mit einem welpen über den platz schlurfen, anders läßt sich das ganze nicht beschreiben. oder in foren werden tausend und eine frage gestellt. man hört förmlich heraus dass der hh keine entscheidung bezüglich des eigenen hundes mehr selbständig trifft, ohne sich vorher hunderttausend tips zu holen.

seit 20 jahren bereichern nun hunde mein und meines mannes leben. doch ich habe bis heute nicht vergessen wie ich - nein wir, angefangen haben. man hatte sich gerade aus dem wirkungskreis der eltern erfolgreich entfernt und seine erste eigene wohnung bezogen, da sollte dann auch der sehnlichste wunsch in erfüllung gehen. ein eigener hund. also nichts wie die zeitung aufgeschlagen und mal die annoncen durchforstet. man(n) (und auch frau) hatten keinerlei plan was es denn für ein hund werden sollte, geschweige denn welches geschlecht die fellnase haben sollte. nur eines stand fest eine dogge durfte es nicht sein, da eine 2 zi.-wohnung in der 4. etage und mitten in der stadt, kein idealer ort für diese rasse sein würde (so viel verstand hatten wir dann doch). da fiel uns die anzeige von den irish setter welpen auf und da beschlossen wir uns diese mal genau vor ort anzusehen. die tiere lebten in einem eigens für sie errichteten haus, zusammen mit ihrem vater, mutter und zwei tanten. die welpen waren in einem super zustand und auch die restlichen tiere. sie wurden ohne papiere verkauft und würden wohl heute als vermehrer oder dergleichen bezeichnet werden. obwohl ich nicht mal weiß wie sich die sache mit den papieren und vereinen in der damaligen ddr verhielt. aber ist ja auch egal - wir hatten einen super eindruck gewonnen und so stand schnell fest wir würden uns eine hündin davon ins haus holen. so zog dann ein paar wochen bessy bei uns ein.
wir hatten die besten absichten, aber keinen plan. bücher fehlanzeige, internet gab es dass da schon - für uns jedenfalls nicht. dafür gab es viele gute und weniger gute ratschläge von hundkennern, wovon ein großteil noch nicht mal einen hund besaß, geschweige denn je besessen hatte.

wir hatten keine ahnung über die bedürfnisse eines jagdhundes, keine ahnung über das verhalten einer läufigen hündin und erst jahre später habe ich begriffen wieso bessy etwas länger gebraucht hat stubenrein zu werden. wir besuchten auch keine hundeschule und trotz alledem entwickelte sie sich prächtig, war super sozialisiert und hörte auf`s wort.

denn wir machten eigentlich nur eins, wir beobachteten unseren hund gezielt, blieben konsequent und hörten auf unser "bauchgefühl". wir nahmen nicht jeden rat eines "experten" an, denn wir lernten schnell dass jeder hund ein individum ist. sicher dass ganze hätte auch schief gehen können, doch ich bin der meinung je mehr man versucht seinen hund zu perfekt zu erziehen, man zu viele methoden benutzt oder ausprobiert, um so mehr probleme hat man mit seinem hund. denn dadurch werden die ansprüche an den hund und auch an sich selbst so hochgeschraubt - die kann keiner der parteien erfüllen. laßt den hund doch mal hund sein, entscheidet doch mal nach eurem bauchgefühl und denkt daran - man lernt ein leben lang und dies gilt auch für eure hunde. es muß daher nicht alles innerhalb von ein paar wochen klappen und vorallem nicht jeder hund ist gleich.

ich hoffe meine worte regen ein wenig zum nachdenken an, damit die neuen und eventuell zukünftigen hundebesitzer aber auch die erfahrerenen hh auf die neuankömmlinge, etwas gelassener reagieren können - auch wenn`s schwer fällt.

aber denkt dran - wir haben alle mal angefangen.

lg
thorandfrigg :D
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Beitragvon Meppilein » 30.01.2008 15:38

Toll :D bin ganz deiner meinung hätte es nur nich so in worte fassen können
~~Der Hund hat im Leben ein einziges Ziel: Sein Herz zu verschenken~~

Louis Santino 23.08.2008 16Uhr55 1950g 42cm
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Beitragvon Fröhliche Bande » 30.01.2008 15:43

Du hast shon recht das wir alle mal Angefangen haben. Aber es gibt Leute die haben einen, sagen wir mal, angeborenen Hundeverstand und es gibt Leute die haben eben diesen nicht.

Ich muss über mich leider sagen ich gehöre zu letzterer Gruppe. Hätte ich nicht ein Hundetrainerin gehabt und hätte mich nicht über Bücher schlau gemacht wäre die Erziehung unseres ersten Hundes wohl nicht so gut gelaufen. Ich dachte halt immer zu einer Hundeerziehung gehört auch ein gewisses Maß an Härte. Nackenschütteln und mal einen Klaps hielt ich für normal. Heute bin ich etwas schlauer und weis das dies überhaupt nichts in der Hundeerziehung zu suchen hat, bin aber leider nicht von alleine drauf gekommen. :ops:

Daher sollte man schon von Fall zu Fall differenzieren. Nicht alle Menschen und auch Hunde sind gleich.

Schönen Gruß,
Frank
Wir schenken unseren Hunden ein klein wenig Liebe und Zeit. Dafür schenken sie uns restlos alles, was sie zu bieten haben. Es ist zweifellos das beste Geschäft, was der Mensch je gemacht hat.

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In Gedanken seid ihr immer noch bei mir meine Missymaus und meine geliebte Scullyomi.
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Beitragvon malika » 30.01.2008 15:44

Danke :-)

Wenn ich daran denke, wie wir uns damals - ich war 14, mein Bruder 13- unseren "Moritz" (Pudel) ins Haus holten...
Okay, mein Vater hatte "Hundeerfahrung", er hatte in jungen Jahren eine Bernhardinerhündin (namens "Bessy" ) besessen und meine Mutter kam vom Bauernhof, da gab es natürlich auch immer Hunde.

Aber Hundeschule? Welpenspielstunde? Trainer? Neee, auf die Idee wäre keiner gekommen.

Und unser Wuff hörte super, war der Liebling der Familie (Oma und Opa lebten auch noch mit im Haus), konnte auch mal allein bleiben- auch wenn er sich dann (und nur dann!) immer auf den Platz auf dem Sofa legte, wo sonst mein Vater saß :ops:
Eigentlich durfte er nämlich nicht aufs Sofa, aber wir haben ihn irgendwann mal durchs Fenster gesehen und auch wenn er uns schon an der Tür entgegen kam, konnten wir es daran merken, dass die Stelle auf dem Sofa noch warm war :lachtot:

Er war ein kleiner Clown

Wir haben ihn nur aus dem Bauch heraus erzogen und scheinbar alles richtig gemacht.

Er fuhr problemlos im Auto mit, konnte mit ins Restaurant und auf Besuch und überhaupt...Er war einfach :herzen2:

Leider ist er im Alter von 12 Jahren dann verstorben, ist jetzt auch schon wieder fast 20 Jahre her. Er ist unvergessen. :roll:
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Beitragvon Persephone » 30.01.2008 15:44

Auf der einen Seite hast Du natürlich recht.
Auf der anderen Seite habe ich meinen ersten Hund dank recht großer Ahnungslosigkeit in einigen Dingen völlig versaut - und ich möchte behaupten, damit bin ich in guter Gesellschaft :|
Nicht alles, was man an theoretischem Wissen besitzt, kann man auch praktisch am lebenden Objekt anwenden.

Die Frage ist nur immer, aus welcher Perspektive man das Ganze (und sich selbst) gerade betrachtet.

VG
Stefanie
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Beitragvon Pierot » 30.01.2008 15:45

ein super-Beitrag- Danke :^^:
LG Ines und Amon
Ich liebe Dich von ganzem Herzen, mein lieber, kleiner Pierot!

08.10.2001-17.07.2007

Kleine Seele ich lass Dich geh'n,
denn ich weiss, wir werden uns wiederseh'n.

Wir vermissen Dich so sehr!
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Beitragvon quai11 » 30.01.2008 15:45

Super geschrieben.
Mit dem sogenannten Bauchgefühl bin ich auch sehr weit gekommen.

LG Iris + Schäfis
quai11
 

Beitragvon Murmelchen » 30.01.2008 15:51

Ansich gebe ich Dir recht.

Aber es ist nunmal, das sich die Ansprüche geändert haben. Als ich klein war, war keiner der Hunde in einer HuSchu und sie haben gehört, jedenfalls meistens. Aber die durften auch ohne Thema mal Leuten in den Weg laufen o.ä., das hat keinen gestört. Die Hunde durften und sollten anschlagen und auf das haus aufpassen.
Heute schaut mein Hund nur einen Passanten an und ich darf mir was anhören.. Und wehe er wagt es zu bellen, wenn es klingelt.

Ich finde, man hat von draussen viel mehr Druck den Hund perfekt zu erziehen, als früher :nixweiss:
Wir sind zusammen an Grenzen gegangen nur um diese um ein unendliches zu erweitern.
(©Lockenwolf)
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Beitragvon thorandfrigg » 30.01.2008 15:53

ich wollte damit ja eigentlich nur sagen dass man ein gesundes mittelmaß finden sollte. nicht dass man nun nur auf sein eigenes gefühl hören sollte. hilfe ist immer toll, egal in welcher form. und fehler haben wir sicher auch zur genüge gemacht. doch aufgrund der fülle verschiedener methoden und meinungen, die sich dann noch innerhalb kürzester zeit wieder ändern. so ist es doch nicht verwunderlich dass so viele hh fehler verunsichert sind oder ganz schnell die lust am tier verlieren, weil man seine ziele zu hoch gesteckt hat und dabei völlig vergessen hat dass jeder hund ein unikat ist.
Conny & die Sabberbacken

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Beitragvon malika » 30.01.2008 15:53

Murmelchen hat geschrieben:Ich finde, man hat von draussen viel mehr Druck den Hund perfekt zu erziehen, als früher :nixweiss:

Da stimme ich Dir zu. Und wenn es bei uns dann irgendwann endlich soweit ist, werde ich auch zur Hunde(halter)schule gehen :-)
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