Wir haben das getan

und einen Zweithund zu einem bis dahin unverträglichen Rüden dazugeholt.
Baffo, Terrier-Mix, 40 cm groß, war damals 13,5 Jahre alt und lebte 9,5 Jahre bei uns, den garantiert vierten Besitzern. Es gab zuvor keinen Hund, auf den er nicht nach kurzem Beschnuppern losgegangen wäre. Rüde, Hündin oder Welpe.
Zampa war eine eineinhalb Jahre alte Hündin, 60 cm groß, kannte nichts und sollte nur kurz als Pflegehund bei uns sein, bevor sie zu ihrer Familie ziehen sollte.
Für den extremen Notfall hatten wir im Garten die Terrassenüberdachung als Zwinger umfunktioniert.
Zampa kam und
ES WAR DIE HÖLLE!Egal, wo die Hunde aufeinandertrafen, zoffte Baffo los und wir ließen beide keine Minute aus den Augen, um ihn rechtzeitig verbal und ggf. körperlich ausbremsen zu können. Das war aber einerseits auch schwierig für uns, weil wir Baffo ja nicht benachteiligen wollten, wo doch ein "Eindringling" in "sein Reich" kam. Menschlich gedacht, aber ein Fehler

Zampa hingegen kannte solch ein Verhalten von einem Artgenossen bis dato nicht und war immer total bedröppelt, wenn Baffo auf sie los ging.
Nach einigen Tagen hatte ich die Faxen dicke. Schnappte Zampa und fuhr mit ihr nach Usedom, während mein Mann mit Baffo zuhause blieb. Einfach, damit wir Luft holen und uns neu sortieren konnten. Während dieser paar Tage Trennung wurde uns klar, dass wir souveräner werden und auftreten müssen.
Danach wurde es Tag für Tag besser. Wobei Zampa da natürlich deshalb immensen Anteil daran hatte, weil sie vollkommen frei von Aggression ist und jeglicher Auseinandersetzung aus dem Weg zu gehen versuchte.
Aber die ersten Wochen waren wirklich extrem anstrengend und als sich die neue Familie von Zampa als ungeeignet entpuppte, war ich auch am Überlegen, ob wir Zampa auf eine andere Pflegefamilie umsetzen. Aber das passte nicht mit unseren Vorstellungen einer Pflegestelle überein. Denn einen Pflegehund aufnehmen, hieß schon damals für uns, dass er bis zur Vermittlung zu einer geeigneten Familie bleibt.
So war es dann auch. Zampa blieb bei uns und ein Jahr später zog sogar eine weitere Pflegehündin ein, der seither immer wieder Pflegehündinnen und auch Mila, unsere eigene Hündin, folgten.
Rückblickend sind mein Mann und ich der Meinung, dass wir das Thema Zweithund viel früher hätten wagen sollen, denn nicht nur die Hündinnen, sondern vor allem auch Baffo hat von den jeweiligen Hundekumpels profitiert und viel gelernt. Er verträgt sich auch heute - mit 17 - noch mit keinem Rüden, aber wenn wir fremde Hündinnen auf der Straße treffen, wird er zum Macho schlechthin *g*.
Du siehst, bei uns ging es letztlich gut. Aber der Weg dorthin war wirklich hart. Wochen, wo wir nur dann entspannt waren, wenn die Hunde im Haus in getrennten Zimmern lagen oder wir einzeln mit den Hunden spazieren gingen.
Denn eines ist klar: Nie hätte ich mir verziehen, wenn Zampa durch Baffo schwer verletzt worden wäre. Dabei half uns aber das jahrelange Zusammenleben mit Baffo. Wir mussten schon immer mit ihm quasi einen Rundumblick haben, wenn wir unterwegs waren und die Gegend abscannen nach Fremdhunden, aber auch nach Erwachsenen und besonders nach Kindern, die in Baffos Nähe hätten kommen können. Dieses Vorausschauen im Alltag half und dann auch bei der Zusammenführung der Hunde, jeglichen Angriff von Baffo im Keim zu ersticken.
Soweit unsere Erfahrungen.
Liebe Grüße
Doris,
die bei der schwarzen Dreibein-Zotteline auch arg in Schwärmen gerät

*hab mir das Video angeguckt*