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Wie sieht der Tag eines Hütehundes aus?

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Moderator: DF-Mods

Wie sieht der Tag eines Hütehundes aus?

Beitragvon fläcki » 03.02.2009 11:18

Hallo zusammen

Angeregt durch ein anderes, grade aktuelles Thema, starte ich mal diesen Thread.

Da ich eine Mix mit Border und Bergamasker Anteil (ua) drin habe, und meiner Ansicht nach der Hütehund da schon etwas den Ton angibt stelle ich mir diese Fragen schon länger, schlau wurde ich bisher aber noch nicht dabei...

Die, die ihr hütet, wie läuft so ein Tag, eine Woche bei euch?
Wie oft seid ihr am Vieh, was macht ihr sonst noch?
Kann man auch noch was anderes mit dem Hund machen ohne ihn zu überfordern


Ich habe schon bevor ich einen Hund hatte daran gedacht Schafe zu kaufen (Mann ist nicht so begeistert, wieso ich welche will seit ich denken kann weiss ich auch nicht. Stehe irgendwie einfach auf Schafe).
Wenn ich nun sagen wir 10 Schafe habe, kann ich doch die nicht jeden Tag in der Gegend rumtreiben nur damit mein Hund ausgelastet ist.

Wie läuft das bei euch genau?
Hütet ihr die Schafe, weil sie gehütet werden müssen oder weil der Hund hüten muss?
Ich meine, müsst ihr sie von a nach b treiben oder tut ihrs einfach obwohl es unnötig wäre für die Schafe.
Wie kriegt ihr es hin, dass der Hund glücklich ist ohne die Schafe zu stressen und unglücklich zu machen?


Vollkommen naive Anfängerfragen, aber sie sind halt da.

Würde mich freuen, wenn mich jemand aufklären könnte :smile: :smile:
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Beitragvon flying-paws » 08.02.2009 20:10

Hallihallo,

zunächsteinmal hängt die anfallende Arbeit natürlich stark von der Schafanzahl und der Art der Schafhaltung ab. Wenn ich z.B. nur vier Schafe auf einer Standweide habe, dann fällt so gut wie nix für den Hund an...

Werden es mehr und auch wechselende Flächen, dann wird es mehr.

Das kann man so pauschal schwer sagen...

Ich trainiere mit meinen Hunden zu den Zeiten, an denen wenig los ist - wie im Augenblick - gezielt für Hütewettbewerbe. Nicht täglich... ich würde sagen, so im Schnitt drei bis vier Mal die Woche.

Einzige echte Arbeit ist derzeit beim Füttern das Fernhalten der Schafe. Achja, und ich lasse die Schafe ab und an raus, damit sie sich noch ein bisschen Grün sammeln können, da hab ich natürlich auch die Hunde dabei.

Du hast bei Deiner Mischung natürlich das Problem, dass es fraglich ist, ob Du jemals über Training hinauskommst. Oftmals ist dem leider nicht so...

Viele Grüße
Corinna
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Beitragvon fläcki » 09.02.2009 11:49

Danke für die Antwort.

Du hast bei Deiner Mischung natürlich das Problem, dass es fraglich ist, ob Du jemals über Training hinauskommst. Oftmals ist dem leider nicht so...


Wie gesagt, das mit den eigenen Schafen wird eh in nächster Zeit nichts, ist ein Traum, der einer bleiben wird ;)
Aber wieso kommen die "meisten" Mixe nicht weiter als zum Training? Ist es so, dass sobald ein nicht-Hüter drin ist, die Fähigkeit des Hütens so rapide abnimmt, oder kommen zb zwei verschiedene Hüter sich mit ihren unterschiedlichen Arten zu hüten in die Quere?

Hütet ihr alle nur mit reinrassigen Hunden? (Falls ich doch mal meine 500 Schafe in Neuseeland bekomme :D )
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Beitragvon flying-paws » 09.02.2009 12:00

fläcki hat geschrieben:
Wie gesagt, das mit den eigenen Schafen wird eh in nächster Zeit nichts, ist ein Traum, der einer bleiben wird ;)
Aber wieso kommen die "meisten" Mixe nicht weiter als zum Training?


Oftmals fehlen einige Teile im "Werkzeugkasten" - daher diese Aussage.

Ist es so, dass sobald ein nicht-Hüter drin ist, die Fähigkeit des Hütens so rapide abnimmt, oder kommen zb zwei verschiedene Hüter sich mit ihren unterschiedlichen Arten zu hüten in die Quere?


Wie gesagt, viele Elemente fehlen und bei zwei unterschiedlichen Arbeistweisen steht sich der Hund tatsächlich oftmals selbst im Weg.

Ich kenne z.B. einen Border Collie-Altdeutschen-Mix, der sieht aus wie ein BC an den Schafen, will aber das Tempo und den Abstand vom Altdeutschen machen und packt immer wieder sehr heftig zu...

Allerdings habe ich genau die selbe Rassekombi im Sommer kennengelernt. Dieser Hund wird tatsächlich zum richtigen Einsatz kommen können, da er die Rasseaufteilung etwas günstiger abbekommen hat: Er ist äußerlich mehr Altdeutscher, dafür innerlich viel mehr BC. Das ist aber meiner Erfahrung nach eher die Ausnahme...

Hütet ihr alle nur mit reinrassigen Hunden? (Falls ich doch mal meine 500 Schafe in Neuseeland bekomme :D )


Ich persönlich ja. Zu mir kommen aber auch andere zum Training, die haben oftmals Mischlinge. Es ist eine Gratwanderung... den meisten habe ich vom weiteren Training abgeraten. Aber, wie gesagt, die anderen sind wirklich keine einfachen Hunde am Vieh...

Viele Grüße
Corinna
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Beitragvon fläcki » 09.02.2009 12:18

Mich fasziniert die Hütearbeit, vor allem mit vielen Schafen, könnte ich ewig zusehen. Wir hatten eben erst einen Schäfer mit fast 700 Tieren bei uns und einem Bergamasker. Toll!
Man hört dann auch immer wieder "ein Border muss hüten", aber wenn ich dich richtig verstehe, tut man also einem Mischling womöglich gar nicht unbedingt einen Gefallen, wenn man ihn ans Vieh lässt? Dann ist er womöglich tatsächlich ohne besser beraten, oder ist es nur für den Menschen anstrengend.
Ich merke zB bei meiner, dass sich die Rassen da ab und an gegenseitig ein Bein stellen. Ich habe dann den Eindruck, als wäre sie in einem Dilemma, hin und her gerissen zwischen zwei möglichen Verhaltensweisen, was sie unsicher macht. Beispielsweise beim "Wachen". Der Border in ihr liebt alle und lässt jeden rein, der Berner und der Bergamasker "zwingen" sie aber trotzdem zu Skepsis und Wachverhalten. Das gibt dann so ein komisches Etwas, aber nichts eindeutiges.
Bekäme sie also noch eine Aufgabe (Hüten) die die genetischen Voraussetzungen eines Hütehundes verlangt, könnte es durchaus sein, dass sie das verunsichern würde oder irre ich mich?

Sagen wir, ich hab einen Hüte- Jagdhundmix (was nicht der Fall ist) könnte es sein, dass die beiden Veranlagungen den Hund am Vieh völlig aus dem Konzept bringen oder?
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Beitragvon flying-paws » 22.02.2009 12:45

fläcki hat geschrieben:Mich fasziniert die Hütearbeit, vor allem mit vielen Schafen, könnte ich ewig zusehen. Wir hatten eben erst einen Schäfer mit fast 700 Tieren bei uns und einem Bergamasker. Toll!
Man hört dann auch immer wieder "ein Border muss hüten", aber wenn ich dich richtig verstehe, tut man also einem Mischling womöglich gar nicht unbedingt einen Gefallen, wenn man ihn ans Vieh lässt?


Nunja, den Spaßfaktor würde wohl kaum ein Hund verleugnen. Vielmehr ist die Frage, ob das für die Schafe das Beste ist, so einen Hund dranzulassen... ;)
Ich merke zB bei meiner, dass sich die Rassen da ab und an gegenseitig ein Bein stellen. Ich habe dann den Eindruck, als wäre sie in einem Dilemma, hin und her gerissen zwischen zwei möglichen Verhaltensweisen, was sie unsicher macht.


Genau das ist das große Problem.

Sagen wir, ich hab einen Hüte- Jagdhundmix (was nicht der Fall ist) könnte es sein, dass die beiden Veranlagungen den Hund am Vieh völlig aus dem Konzept bringen oder?


Ein durchaus häufige Mischung. Da hängt es davon ab, welcher Jagdhund drinsteckt, welcher Teil genetisch durchschlägt usw. usw... Man kann im Grunde bei Mischlingen gar nichts voraussagen. Eines ist aber fast immer der Fall: Sie zeigen nie die vollständige Palette an brauchbarem Verhalten am Vieh. Ist dann eben die Frage, ob man das Fehlende durch Training kompensieren kann oder, ob etwas fehlt, dass zu unmutbarem Verhalten gegenüber den Schafen führt.

Viele Grüße
Corinna
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Beitragvon BeJu » 22.02.2009 20:42

Ich habe nun ja auch ein Exemplar von Hütehund, dem - bevor ihn jemals jemand an den Schafen gesehen hat - niemand wirklich eine guten "Hüteeigenschaften" prognostiziert hat.

Sie ist eine Mischung aus BC und AHH (Schwarzer)

Heute ist sie nun eine sehr gute Hilfe bei unseren ca. 90 Schafen.

Sie hat im Vergleich zu reinrassigen BCs aus guten Hütelinien sicherlich ihre Schwächen, die sich aber bei ihr in keinster Form negativ auf das Befinden unserer Schafe auswirken.
Mir persönlich fehlt bei ihr ganz besonders "power". Schwere Schafe oder Mutterschafe mit Lämmern ist sie kaum in der Lage zu bewegen.

Da wir aber 3 einsatzbereite Hunde zur Verfügung haben, müssen bei solchen Aufgaben dann schon mal die anderen ran bzw. alle.

Ich habe sehr viel Respekt vor ihrer ganz eigene Art am Vieh zu arbeiten. Solange ich diese berücksichtige und aus ihr nicht etwas machen will, was sie nicht ist, läufts super!

Bevor ich einen Hund nicht unter kompetenter Anleitung gesehen habe, würde ich nie ein Urteil über seine Fähigkeiten abgeben. Und die Fähigkeiten sollten sich nie nur an den Fähigkeiten eines "guten" BCs messen, sondern am Sinn und Unsinn im konkreten Einsatz.
Und für mich ist dies das A und O in der Arbeit mit dem Hund am Vieh, nämlich, dass das Vieh nicht unnötig gestresst wird.

Leider ist Hüten eine Modeerscheinung geworden. Und die Gratwanderung zwischen Hüten als "Sport" und ernsthaftem und gewissenhafte Umgang mit Vieh und Hund gelingt leider nicht allen BC -
und Schafhaltern.

Aber zur eigentlichen Frage:

Viel zu tun gibts es zur Zeit eigentlich nicht. Mein Hund sammelt mir bei meinen Kontrollfahrten zu verschiedenen Weiden die Schafe ein und bringt sie mir, damit ich besser sehen kann, ob alles in Ordnung ist.

Bei den werdenden Müttern, müssen diese vom Stall weggetrieben werden, um besser Futter verteilen zu können. ( sonst wird frau dort schamlos umgerannt)

Zweimal in der Woche trainiere ich meinen Hund.

Grüße

Marita
Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann. (Francis Picabia)
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Beitragvon -Dodo- » 16.03.2009 20:20

Hmm also zunächst habe ich einen Border Collie- Altdeutschen Mix.
Mit diesem Trainiere ich auch.... ob ich jemals über reines Training raus komme.... ich weiß es nicht. Wenn nicht liegt es glaube ich aber eher an mir und nicht an meinem Hund. :roll:
Mit ihm trainiere ich momentan einmal die Woche bei jemand anderem. Mit zu den eigenen Schafen nehme ich ihn noch nicht. Aber wenn die Lammzeit rum ist werde ich wieder häufiger mit ihm traineren.
Mit ihm mache ich immer wieder suchspiele und Impulskontrolle. Und er braucht viel Ruhe.

Meine Border Collie Mädel kommt jeden Tag mit mir zu den Schafen und hält sie mir beim Füttern weg. Also Alltagsarbeit.
Da jetzt gerade die Schafe am Lammen sind, und zwei ganz junge Lämmer mit auf der Wiese sind, trainiere ich mit ihr auch nur einmal die Woche. Sind die Lämmer größer wieder 1-3 mal die Woche nehme ich an.
Mit ihr mache ich sonst nichts mehr an "auslastung".
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Beitragvon Indianheart » 07.07.2009 13:59

Hi,

mein BC Mädel ist immer mit dabei. Trainieren tu ich sie je nach Wetter, Verfassung der Schafe und Lust und Laune 2 - 4 Mal die Woche. Arbeiten fallen erst jetzt in diesem Jahr wirklich an, da wir das erste Mal Wechselweiden un d2 getrennte Schafgruppen haben.

Kleinere Umtriebe, auf den Hänger verladen, beim Scheren oder Klauen schneiden einsammeln und mir einzelne Schafe halten, dass ich sie greifen kann, vom Futter weghalten oder beim Netze umstecken die Schafe an einer Stelle halten bis ich fertig bin. Ausgebüchste Schafe einsammeln und jetzt neulich auch mal blind suchen ( was aber eher selten vorkommt ).

Also kleine Alltagssachen. Es gibte auch mal Tage lang nix zu tun, denn die Schafe sind nicht nur Trainingsobjekt !!!

Gelegentlic treffen wir uns auch mit anderen immer mal woanders zum Training oder fahren am Wochenende auf Seminare.

Der Schaf schonende Umgang ist mir sehr wichtig.

Sehe Mixe auch eher kritisch, weil sie zwar ganz oft WOLLEN aber meist nicht wirklich gut können. Und bin der Meinung, dass hier dann auch der Hund Frusterlebnisse hat, die nicht sein müssen. Auch die Schafe brauchen sowas dann eher nicht. Auch die Hunde merken, wenn es nicht hinhaut und sie keinen wirklich konstanten Erfolg haben.

Ich ziehe definitiv den gut gezogenen reinrassigen Border Collie vor.

Liebe Grüße
Alexandra
Ein Border Collie ist erst am Vieh richtig schön
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