So ein ängstlicher Hund ist sehr nervenaufreibend, besonders weil man ja selber mitfühlt, genau dass ist allerdings oft das Problem. Dadurch, dass einem der Hund so leid tut, handelt man bedächtiger, vorsichtiger und strahlt dadurch selber wesentlich weniger Sicherheit aus.
Insgesamt dauert es im Vergleich zu anderen Verhaltensänderungen meistens sehr lange bis sich massive Ängste abbauen. Es kommt natürlich auch auf das Wesen des Hundes an, einige sind richtig erleichtert, wenn sie merken, dass die Angst völlig unbegründet ist, andere brauchen Jahre um überhaupt etwas sicherer zu werden. Es ist alles in Allem sehr wichtig, dass man sich eher zu viel als zu wenig Zeit nimmt, da man durch einen zu großen Schritt wieder zehn andere zurückgeworfen wird.
Die Tatsache, dass sie Dir überall hinfolgt ist doch klasse, darauf kann man aufbauen.
Mir persönlich schweben wegen der U-Bahn zwei Möglichkeiten vor. Es hängt etwas von den Umständen ab und auch von dem Hund.
Je nach Hundepsyche würde ich entweder täglich Richtung U- Bahn gehen und
nur noch dort füttern. Zuerst gehst Du nur soweit, dass deine Kleine weiss, dass ihr auf dem Weg zur U-Bahn seit, sie aber noch keinen Stress hat und noch frisst. Das macht ihr täglich. Ihr geht jeden zweiten Tag ein Stückchen weiter ( nur ein paar Meter und nur so, dass sie frisst). Außerdem gewöhnst Du sie an anderen Stellen an Treppen. Benutze jede Treppe die Du finden kannst, erst welche, mit flachen Stufen, die nicht so lang sind, später steilere, die länger sind. Hierbei nimmst Du sie an die Leine und gehst die Treppe einfach hoch/runter ohne sie zu beachten, ziehe sie einfach sanft und bestimmt hinter Dir her, sobald sie nachgibt und nicht fluchtartig nach oben flitzt kannst Du sie verbal loben. Probiere ganz viel Souveränität auszustrahlen, denn Du weisst: Es ist absolut ungefährlich.
Wenn sie bei Menschenmassen auch nervös ist, solltest Du sie auch daran gewöhnen, bevor ihr mit dem U-Bahn Training anfangt, vielleicht hast Du Freunde oder Verwannte, die Du zum Training nutzen kannst. Ansonsten suche Dir Leute, die sich sicher kaum bewegen ( sie sitzen auf der Parkbank, oder draußen in einem Cafe) dort gehst Du dann immer dichter vorbei ( vorausgesetzt die Leute zeigen keine Angst

) Es gibt sogar Leute im Park, die kann man beauftragen den Hund zu füttern (Irgendwann bekommt man ein Blich für Leute, die man kurz einspannen kann

). Es gibt meistens eh alte Damen, die den Hund gerne füttern, je nach Angst des Hundes lässt Du das mit Erlaubnis ( damit sie nicht irgendwann jeden Parkbesucher erwartungsvoll anschaut) zu. Sie soll einfach viele schöne Erfahrungen mit Menschen sammeln. Am Besten ist es, wenn deine "Trainingsmanschaft" den Hund ignoriert aber zufällig die Hand mit dem Keks öffnen, wenn der Hund in der Nähe ist. Absolut allergisch reagieren Angsthunde meistens auf Menschen, die es zu gut meinen und sich mit Bitten und Betteln nach vorne beugen und sich womöglich noch mit den Worten: " Ach komm doch mal her!!!" auf die Knie schlagen. Wenn der Hund dann schonmal da ist, weise bitte deine Menschen an, sie nicht anzutatschen ( außer sie steht drauf), und wenn, dass sie sie vielleicht nett von unten im Schulterbereich kraulen und ihr nicht auf den Kopf klatschen. Dann übst Du, dass Du mit ihr durch die Menschengruppen gehst, irgendwann gehen sie dann auf Dich zu und Du mit ihr auf die Menschen, ihr geht irgendwann aneinander vorbei. Wenn Ihr alle aufeinander zu Joggen könnt/ und aneinander vorbei, ohne dass der Hund Angst zeigt, seit ihr bereit für die U-Bahn.
Sprich, Du nimmst ihr als erstes die Angst vor Menschenansammlungen, dann vor Treppen und dann gehst Du das U-Bahn Problem an.
Mache nicht alles gleichzeitig, das überfordert sie.
Falls sie nur etwas unsicher beim U-Bahnhof ist, nimm sie an die Leine und gehe jeden Tag zur U-Bahn ohne zu fahren, Treppen hoch und runter, so vier fünf Mal und dann normal spazieren gehen, ohne füttern.
Fahre, bei der ersten Trainingsmöglichkeit, während der Trainingszeit keine U-Bahn mit ihr, sonst ruinierst Du deine Arbeit immer wieder und kommst nicht weiter.
Wegen der Hunde:
Mit meinem Leihborder ( war massiver Angstbeisser, große Hunde betreffend) regel ich es so, dass er neben mir zu sitzen hat, wenn ein anderer Hund kommt. Scheint der Hund mir 100% freundlich, darf er ihn mit Erlaubniss begrüßen. Ist er mir unheimlich probiere ich mich mit dem anderen HH soweit zu verständigen, dass der andere Hund nicht zu uns kommt. Klappt dass nicht ( es gibt ja leider viele Verständnislose

) , stelle ich mit vor meinen Border und scheuche den anderen Hund weg.
Wird er während einer Hundebegegnung doch unsicher und sucht bei mir Schutz, sorge ich dafür, dass wir den anderen Hund loswerden ( einfach weitergehen, den eigenen Hund abschirmen und/oder den andern HH um Rücksicht bitten)
Es ist sehr wichtig nicht selber hysterisch zu werden. Mir ging es eine Zeit lang so, ich war schon schweißgebadet, wenn ich einen großen Hund sah, weil ich wusste, dass der Border vielleicht wieder eine schlechte Erfahrung machen könnte, dass ich ihn nicht schützen kann usw. Natürlich war mein Leihborder nicht blöd und wurde schon aggressiv, wenn er den Hund noch garnicht sah, weil er meine Nervösität spührte. Ich nahm mir also vor, erstmal mich zu therapieren, lieh mir die absolut verträgliche Hündin meiner Freundin und ging durch den Park.
Jetzt sind weder der Border noch ich nervös bei Begegnungen mit fremden,großen HUnden. Keiner ist mehr aggressiv und wir gehen ganz entspannt spazieren.
Wenn deine Maus große Angst vor Hunden hat, lasse erstmal nur kontakt zu den Hunden zu, vor denen sie garantiert keine Angst hat und die ihr nichts tun. Die Labbies meidest Du am Besten nicht, aber Du hälst Abstand, flüchte Nie so, dass sie es mitbekommt, tue lieber so, als wäre es Zufall, dass ihr Euch jetzt gerade vom Labbi wegbewegt. Endeckst Du mal einen angeleint vorm Supermarkt oder so, nutze ihn zum Training, lasse deine Lütte aber bei solchen Begegnungen nie richtig an den Hund heran, erstmal weiss man ja nicht, wie die ticken und zweitens wäre es nett den Besitzer vorher zu fragen. Bei solchen Gelegenheiten kann man dem Hund aber zeigen, dass man sich auch mal zufällig auf diese Hunde zubewegt und sie sie nicht gleich umrennen oder unkontrolliert nach vorne springen und ihre Leute mitreißen.
Leckerchen helfen bei echter massiver Angst nie! Wer selber Ängste hat, von denen man meint, sie seien Existenzbedrohend, weis, dass man dann alles will, aber bestimmt nicht Essen, meistens ist einem eher übel oder man übergibt sich sogar. Mit Futter kommt man nur weiter, wenn man sich gerade soweit nähert, dass der Hund noch nicht panisch ist, sondern einfach "nur" unsicher.