@Krümelmonster
auch wenn manche hier das vielleicht nicht gern hören, 2 Jahre und länger zu brauchen, bis der Hund soweit ist, die wenigen Übungen für die BH prüfungsreif zu können, ist durchaus sehr sehr lang. Da sollte man sich schon mal hinterfragen, was schief läuft im Training.
Natürlich gibt es Leute, die haben mental ein Problem mit Prüfungen. Aber dann heisst das nicht, dass der Hund die Übungen nicht kann, sondern dass der Mensch nicht dazu in der Lage ist, Prüfungen zu laufen. Kann passieren, und dann sollte man auch so fair sein, zu sagen "ok, ist mein Problem, nicht das meines Hundes".
Aber rein Training 2 Jahre und länger zu brauchen, um mit dem Hund soweit zu kommen eine BH zu laufen - jetzt mal vorausgesetzt, es liegen keine nennenswerten physischen oder psychischen Probleme von Seiten des Hundes vor - da stimmt eindeutig was im Training nicht.
Was nicht zwangsläufig die "Schuld" des HF ist. Je nachdem gibt es Trainer, die es einfach nicht auf die Reihe bekommen, Teams bis zur Prüfung auszubilden. Oder aber es gibt HF, die eben nicht wirklich zielgerichtet trainieren.
Und leider stelle ich immer wieder fest, dass ein sehr wichtiger Punkt im Training immer wieder vernachlässigt wird. Der mE wichtigste Punkt überhaupt. Nämlich dass Hund wirklich mit Begeisterung mit seinem Menschen arbeitet. Ist meiner Meinung nach durchaus auch ein Problem, das durch die ganzen Welpenspielstunden entstanden ist. V.a. wenn diese sehr viel Spiel der Welpen untereinander machen. Aber selbst wenn dabei immer wieder kleine Übungen gemacht werden - die Hunde lernen trotzdem nicht wirklich, sich auf ihre Menschen zu konzentrieren. Und die Menschen lernen nur zu häufig leider nicht, sich für ihre Hunde interessant zu machen.
Einfach mal ein Leckerlie vor die Nase halten - da wird Mensch nicht zwangsläufig interessanter als der hündische Spielkamerad. Nur haben viele Menschen Hemmungen, vor anderen mit ihren Hunden mal so richtig rumzutoben und zu spielen. In einer meiner Basisstunden meinte eine HF mal lachend "Du bist hier die Einzige, die sich nach aussen hin so richtig freut, wenn eine Übung klappt". Die Situation war "typisch": HF mit Hund trainiert "Fuß". Hund läuft freudig mit Fuß und ich volle Lautstärke: "ja, super toll, bestätigen, das war klasse". Und was kam vom HF? Der schob seinem Hund ein Leckerlie in den Fang und das war's. Und wundert sich ein paar Monate später, warum sein Hund beim ihm lustlos durch die Gegend latscht.
Ich habe mich bei mehr als einem meiner Teams während der BH ins Vereinsheim zurückgezogen - wenn mir während der Prüfung einmal ein "Fein" rausgerutscht wäre, hätte die Gefahr bestanden, dass Hund schneller bei mir ist, als HF reagieren könnte. Warum? Weil die Hunde auf dieses hohe, motivierende, begeisterte "Fein" genau so reagieren.
Auf Dauer reicht es nicht als Bestätigung - zumindest nicht bei entsprechend konkurrierender Motivation. Aber zwischendurch schon.
Und das ist mE mit ein ganz grosses Problem, das in der Form erst so richtig im Zuge der "positiven Bestärkung" und "Clickertraining" aufgetreten ist - es reicht ja Click und Leckerlie. Eben die Gefahr, dass Mensch sich quasi zum Futterautomaten macht.
und das sagt jemand, der seit 9 Jahren überzeugter Clickerer ist