Hi Du!
Beim Apportieren soll der Hund das Gefühl haben dass ihr GEMEINSAM eine Aufgabe erledigt. Als Team also! Das befriedigt die sozialen Bedürfnisse eines Hundes...
Ich würde von der Leine eher abraten. Da kann es sehr schnell passieren, dass es dem Hund unangenehm wird und er den Spaß daran verliert! Wäre so gesehen also eher kontraproduktiv!
Wenn dein Hund draußen lieber tobt, dann lass sie doch erst mal ein wenig. Wenn sie ausgetobt hat (aber noch nicht schlapp) kannst du mal das Apportieren versuchen. Setz sie neben dich geh weg, leg das Apportel hin geh zurück zu deinem immer noch sitzenden Hund und schick sie hin. Dabei gehst du ein paar Schritte mit, damit verstärkst du das "wir"-Gefühl bei der Arbeit als Team. Nach den paar Schritten bleibst du stehen. Der Hund ist am Apportel. Das ist der Moment in dem du einige Schritte vom Hund weg gehst... Rückwärtsläufst und eine einladende Handbewegung wie ein "Komm her zu mir" machst.
Wenn man starr stehen bleibt ist es für viele Hunde schwierig heran zu kommen. Zum einen fehlt positive Körpersprache da gänzlich... Ein Hund kommuniziert aber überwiegend nonverbal also ohne Stimme. Soll aber nur auf ein vielleicht sogar scharfes "HIER" sofort herkommen. Zum anderen wirkt man auf den Hund durch das starre stehenbleiben oft sogar bedrohlich, was das Herankommen mit Beute natürlich nicht einfacher für ihn macht... Man will sie ihm ja auch wegnehmen! Ein beutestarker Hund wird also so einige Probleme damit haben, wenn man starr und aufrecht stehen bleibt.
Ich würde dir raten es einfach mal zu probieren einige Schritte vom Hund rückwärts zu gehen, wenn er am Apportel angekommen ist. Oft animiert es den Hund dazu nachzukommen ganz ohne ein Kommando

. Das kann man später einführen! Mit dem Zurückgehen kann man auch schön das Vorsitzen üben indem man die Hände einfach etwas nach oben nimmt und aufhört zurück zu gehen sobald der Hund nur noch ein/zwei Schritte von einem entfernt ist. Der Blick des Hundes folgt der Hand, was ein Sitzen bewirkt und das Stehenbleiben stoppt den Hund...
Sollte dein Hund immer noch Probleme haben kannst du auch mal versuchen dich umzudrehen und vom Hund weg zu gehen... Oft kommen sie spätestens dann hinterher!
Für das Abgeben der Beute gibt es IMMER IMMER IMMER eine Belohnung - egal wie lange es dauert, bis sie abgegeben wurde. Auch das verstärkt das Wir-Gefühl, weil man die Beute "teilt"! Und beim nächsten mal geht es dann vielleicht schon besser, weil der Hund verstanden hat, dass es Belohnung gibt für das Bringen und Abgeben!
Wenn auch dass nicht klappt kannst du es mal mit einem Futterdummy versuchen. Dazu kann man ein Lederschlampermäppchen verwenden... Ein bisschen Futter rein und apportieren lassen. Der Hund kommt nur an das Futter, wenn er es zu dir bringt. Wenn er es dir gebracht hat darf er aus dem Mäppchen fressen, statt es von dir aus der Hand zu bekommen!
Viele Hunde begreifen das auch sehr schnell!
Die Übungen solltest du draußen erst mal sehr kurz halten. Wenn du weißt dein Hund apportiert nur 2x. Dann belass es auch bei 2x und beende die Übung immer wenn es gut geklappt hat (auch wenn das beim ersten mal der Fall war)! Mit dem Erzwingen einer Aufgabe, die der Hund noch nicht verstanden hat behält er diese Aufgabe nicht mit positiver Erinnerung und füht sie beim nächsten mal vielleicht noch weniger gern aus!
Wenn der Hund aber in Erinnerung hat "Apportieren war ganz toll das letzte mal!" dann geht er mit mehr Motivation an die Sache heran. Das macht es für dich wie auch für ihn um einiges leichter zu lernen!
LG murmel