Ich (bzw. wir, denn ohne meinen Mann wäre das alles nicht machbar) waren und sind Pflegestelle.
Unsere bisherigen Pflegehunde kannst Du hier sehen:
http://www.italienische-hunde.de/pflegehunde.htmlVon ca. 7 Monaten bis 13 Jahre alt, groß und klein, diverse Rassen, verschiedene Charaktere. Verweildauer bei uns von einer Woche bis hin zu mehreren Monaten.
Manche benötigten intensives Training aufgrund des Jagdtriebs und/oder der Ängstlichkeit, bei manchen besuchten wir die Hundeschule einfach just for fun. Teils war auch ein Besuch beim Hundefriseru nötig, teils der Besuch beim Hunde-Physiotherapeuten und Tierarztbesuche gab es eh nach Bedarf oder auch einfach mal, um dem Hund zu zeigen, dass ein Tierarzt kein Unmensch ist

Wir hatten bislang immer Glück mit unseren vierbeinigen Pflege-Mädels. Die paar Dinge, die aufgrund unserer eigenen Unaufmerksam kaputt gingen, sind an sich gar nicht der Rede wert. Alleine bleiben zusammen mit unseren eigenen Hunden war nie ein Problem, auch nicht das Autofahren oder das Miteinander leben.
Dennoch ist es einfach eine besondere Verantwortung, die man für einen Pflegehund übernimmt. Es können Probleme auftreten, sowohl mit den Menschen, als auch mit den eigenen Hunden. Und man muss sich im Klaren darüber sein, dass der Hund eben auch für lange Zeit bei einem bleibt, wenn sich keine geeignete Familie findet. Einen Hund vorzeitig abzuschieben, ohne dass es dafür einen wirklich wichtigen Grund gibt, ist aus meiner Sicht ein absolutes NO GO.
Immens wichtig ist, den Hund in den ersten Wochen sehr gut zu sichern. Hier auch lieber unvorsichtig als zu forsch sein, was das frühzeitige Ableinen anbelangt. Ein anderer Punkt ist, dass diese Hunde ja oft so gut wie gar nichts kennen, quasi unbeschriebene Blätter sind. Allein, dass sie nun in einem Haus mit den Geräuschen, Gerüchen und Einschränkungen leben müssen, ist für viele Hunde schon eine immense Umstellung. Deshalb sollten die Anforderungen in der ersten Zeit unbedingt an den Hund angepasst werden und solch ein Hund nicht gleich am zweiten Tag in die Innenstadt geschleppt oder der gesamten Familie und dem Freundeskreis vorgestellt werden. Weniger ist auf jeden Fall mehr!
Kira, unsere aktuelle Pflegehündin, kam vor 7 Wochen zu uns. Sie ist nun 13 Jahre alt, kannte bisher nur den Zwinger beim Jäger bzw. den im Tierheim. Heute nun kann ich sagen, sie ist angekommen. Aber in den ersten Wochen war es ziemlich anstrengend, weil sie wirklich stundenlang unruhig durch Haus und Garten tappste. Hin, her, rauf, runter, raus, rein ... kann man sich selbst seinen Tagesablauf einplanen, ist das kein Problem, aber wenn man tagsüber bei der Arbeit fit sein muss, schlaucht das doch ein klein wenig *g*. Mittlerweile trappst sie nicht mehr, kennt unseren Tagesablauf und das einzige, was sie noch nicht beherrscht, ist das Durchschlafen in der Nacht. So ein- bis dreimal nachts will und muss sie raus und da ist ein eigener, sicher eingezäunter Garten von großem Vorteil! Überhaupt denke ich, dass ein regelmäßiger Tagesablauf den Hunden das Eingewöhnen sehr erleichtert.
Eine Freundin von mir hat auf ihrer Homepage ein paar Punkte genannt:
http://www.pflegestelle-flossenbuerg.de ... inauf.html, wobei ich das mit dem Schweinebraten voll fies finde *g*, denn den hat sich Frenzy, unsere erste Pflegehündin, die auch tatsächlich ausziehen durfte, beim gemeinsamen Essen mit Freunden von deren Teller gemopst. Sehr zur Freude der noch in der Gaststätte anwesenden Gäste
Geblieben sind bei uns Zampa und Diana, die wir dann leider 4 Monate später im Alter von nur 4 Jahren über die Regenbogenbrücke begleiten mussten. Kira kam natürlich ebenfalls mit dem Wissen zu uns, dass die Vermittlung eines 13 Jahre alten Hundes alles andere als einfach sein wird und so waren wir uns von Anfang an darüber im Klaren, dass sie vermutlich für immer bei uns bleiben wird *freu*. Wobei, das hatte ich bei Pupa auch schon gedacht und schwuppdiwupp war die 11 Jahre alte Hündin vermittelt.
Noch ein Wort zu den eigenen Hunden: Es kommt auf den Pflegehund an und meist sind unsere eigenen Hunde auch erst mal ein paar Tage stinkig, dass da schon wieder eine "Neue" eingezogen ist. Manche der Hunde spielen miteinander, es kommt aber auch vor, dass vier Hunde hier leben und gar nicht miteinander spielen. Auch ok. Für uns ist wichtig, dass es keinen Zoff gibt und bis auf kleine "Zickereien" läuft es auch wirklich gut. Selbst dann, wenn es Kalbsknochen oder sonstige Snacks für alle gibt.
Pflegehunde sind aufgrund des unterschiedlichen Wesens eine immense Bereicherung für unser Leben, wir lernen sehr viel von diesen Hunden und dem Leben mit diesen Schnuffelnasen. Und bei ausnahmslos allen ist der Abschied nicht einfach, bei den einen mehr, bei den anderen weniger. Doch würden wir die Hunde behalten, könnte kein Hund nachfolgen. Ziel sollte immer, selbst bei alten und/oder kranken Hunden sein, für diese Hunde das optimale Zuhause zu finden! Und das sage ich, obwohl wir selbst schon bei zwei Hunden Pflegestellenversager wurden
Man braucht Zeit (die man trotz Berufstätigkeit haben kann), sehr viel Geduld und auch so manchen Euro, auch wenn viele Tierschutzorgas bestimmte Kosten nach Absprache übernehmen.
Gerade bei Hunden aus dem Ausland würde ich immer auf einen kompletten Mittelmeercheck wert legen, denn es ist sehr wohl ein Unterschied (auch hier spreche ich aus Erfahrung), ob man einen kranken Hund aufnimmt oder einen gesunden.
Viele Grüße
Doris