Hallo,
...hab' mich die letzen Wochen etwas rar gemacht. Viel um die Ohren, einige Baustellen.
Darum komme ich jetzt erst dazu, den Silvester-Urlaubsbericht einzustellen.
Nach all dem Stress, hatten wir uns auf ein paar erholsame und ruhige Urlaubstage am
Atlantik gefreut.
Doch erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt.
Noch nie habe ich einen so starken Regen, ununterbrochen, über eine so lange Zeit erlebt.
Dazu Sturm mit Orkanböen. Der Sturm war so stark, dass der Fährverkehr im Kanal einge-
stellt wurde. Windstärken 10 und darüber halten in der Regel 4-6 Stunden an, bevor sie ab-
flauen. Wir hatten Stärke 10 über 48 Stunden.
Der Wellengang war so stark, dass Teile der Strandbefestigung weggespült wurde.
Doch der Reihe nach:
Gleich nach der Ankunft, erster Strandspaziergang. Bissle ungemütlich

Wir sind dann Einkaufen gefahren, leckeres für einen ruhigen Silvesterabend zu zweit
im Ferienhäuschen, mit tiefenentspannten Kamelen, ohne Böller-Panik.
Silvester-Morgen. Mühsames Erwachen.
Fraule ist schon munter. Hat Aua.
'Wir müssen zum Arzt.'
'Na super'.
Fraule hat ne fette Blasenentzündung. Wegen der bevorstehenden Feiertage ist's nix mit
großartiger Diagnose. Also bekommt sie ein Kracher-Antibiotikum, mit dem sie in Afrika
ausgewachsene Elefantenbullen auf die Bretter legen.
Entsprechend verlief auch die Silvester-Nacht:
'Ich leg' mich fünf Minuten hin. Ganz schwindlig bin...'
*...chrrrrrrr...chrrrrrrr...*
So verlief das Ganze recht ruhig. Und trotzdem versagte unser Plan, die Kamele
angstfrei über den Jahreswechsel zu bringen.
Der Wind umtoste das Ferienhaus, dass nur einen Steinwurf vom Strand entfernt
liegt und Verona hatte schlimme Angst wegen der ungewohnten Geräusche. Am
Tag ging das ja. Die Alltags-Geräusche überlagerten das Geheule des Windes. Doch
nächtens, wenn alles still war, ging's los.
Verona wanderte die ganze Nacht durch die Wohnung. Ruhelos, zitternd und uns
wach haltend:
*schlotter - zitter* (zwei Uhr in der Nacht)
Morgens um halb fünf, wurde es plötzlich kurz taghell. Dann ein Knall, dass die
ganze Bude zitterte und wackelte.
Über die Strasse hatte ein Blitz in den Hochspannungsmast eingeschlagen.
Verona dreht am Rad. Angst.
Definiere Angst:
Neues Jahr, neues Glück. Oder auch nicht.
Fraule zieht sich morgens an. Plötzlich Weh und Ach aus dem Badezimmer.
Zwar ist die Blasen-Geschichte am Abklingen, dafür hat sich eine Bandscheibe
jetzt quergelegt. Wir gratulieren.
Da das Wetter weiterhin unterirdisch bleibt, machen wir uns einen faulen Tag, mit
Aua-Salbe und Wärmflasche sowie gepflegter Langeweile.
Am nächsten Tag,, geht es dann (langsam und aus Richtung des Fraules etwas
jämmerlich) an den Strand.
Rückwärts gehen ist angesagt, da der Wind den Sand die Strasse runterjagt. Das
sticht in den Augen, die Hunde sind not amused.
Am Strand selbst, ist's einigermaßen erträglich. Die Kamele spielen:
Das die Bilder etwas monochrom wirken, liegt am Wind, der salzige Gischt schneller
auf die Kameralinse geblasen hatte, als man abwischen konnte.
Nach einer langen Nacht in Schonhaltung, erwachte der neue Tag klar und sonnig.
Es sollte der einzige trockene, sonnige Tag des ganzen Urlaubs bleiben.
Einige Bilder:
Fraule samt Kamelen mipm Autole vor der Feriensiedlung.
Der Boden war so aufgeweicht, dass wir nicht mehr vor unserem Häusle parken konnten,
da der Wagen sonst versackt wäre.
So blieb das Autole auf der Anhöhe hinter den Bäumen, wo es recht windgeschützt war.
Die Kamele genossen den Tag:
Ohren im Wind...
*schnüff*
*flatter*
Treibgut. (Entenmuscheln)
Hier sieht man gut, wie die Wellen den Strand umgepflügt
und die Dünen weggespült hatten.
An diesem Tag ist Verona dann die Dünen hoch gerannt und hat
sich an einem Stück Stacheldraht die linke Daumenkralle direkt
im Leben abgerissen. So ging's halt nach Bricquebec zum TA. *seufz*
Auf dem Rückweg, Halt in Portbail:
Die Besatzung.
Abends brach bei mir eine alte Knöchelverletzung wieder auf.
Ich eingefleischter Nike-Träger musste mir doofe Schnürstiefel kaufen, um
überhaupt noch laufen zu können.
Der Urlaub fing gewaltig an zu nerven!
Die restlichen Tage verliefen zum Glück recht ereignislos.
Wir hatten ein schönes Diner bei Freund Tom und Augustin, und einen
netten Abend mit Paul, dem Seebären aus Guernsey.
Dazu Regen, Regen, Regen. Und Wind.
Noch einige Impressionen:
Die Schöne...
...und das Biest
Am Tage der Abfahrt -es regnete in Strömen- merkte ich,
dass die Abblendlichtbirnen des Autos defekt waren. (Auf der
Hinfahrt, war noch alles OK.
Wollte die Dinger g'schwind wechseln, bekam aber die Deckel
der Scheinwerfer nicht ab.
Bedienungsanleitung: Bauen sie den Kühlergrill aus. dann bauen
sie die Scheinwerfer aus...
Bei Sturm und Regen ein wahres Vergnügen.
Die Rückfahrt gelang ohne weitere Probleme und wir kamen glücklich
wieder zu Hause an.
Nun können wir uns bei der Arbeit von diesem Urlaub wieder erholen. *lol*
Was soll's. Irgendwie schön wars trotzdem.
liebe Grüsse ... Patrick