[quote="agi-maus"
@shoppy
die vorschläge sind echt klasse...danke...aber ich weiss nicht so recht wie ich es anfangen soll denn die beiden speziellen weibsen können auch noch 20m entfernt sein da dreht sie schon durch. Meinst das klappt mit dem"schau da ist..."? Weil ich dachte der hund darf sie denn garnicht erst anschauen damit sie nicht fixieren kann
LG Claudi[/quote]
Es gibt zwei Ansätze. Der eine ist, gar nicht erst anschauen lassen, das ist dann einfache Ablenkung.
Der andere ist, anschauen, aber lernen, das "alles gut ist". Das fällt dann unter Gegenkonditionieren und Desensibilisierung. Das steckt schon im Begriff:
Im Moment hat Dein Hund folgendes konditioniert: Anblick von "Susi" = "totale Scheiße, muß vernichtet werden, Angriiiiiiiff!"
Das Signal ist "Susi" und das Verhalten ist "durchdrehen".
Du möchtest nun, dass das Signal "Susi" zum Verhalten "Partymachen mit Frauchen" oder "Frauchen anschauen" oder "Locker neben Frauchen herlaufen" wird. Dazu muß sie das Signal ("Susi") eben erst mal wahrgenommen haben.
Die Reihenfolge ist wichtig: erst das Signal, dann das Verhalten und dann die Konsequenz, also "Susi" --> Aufmerksamkeit auf Frauchen richten --> dicke Belohnung kassieren.
Natürlich klappt das nicht automatisch - das muß erst konditioniert werden. Daher: "Schau, da kommt Susi" --> Hund schaut "Susi" an und im gleichen Moment Riesenparty.
Im Grunde konditionierst Du so den Anblick von "Susi" genau wie das "Click" beim Clickern.
Der Trick ist, dass sie, obwohl sie "Susi" gesehen hat, dann sofort wieder auf Dich konzentrieren kann - daher ist der Abstand so wichtig - und das Du sie mit tollen, spaßigen, toll belohnbaren Sachen beschäftigst. Das gibt Sicherheit, denn der Hund lernt, dass es eine alternative zu der Verhaltenskette "Susi sehen und durchknallen" gibt.
Ganz furchtbar grob vereinfacht, "läuft" das Gehirn nämlich zweigleisig, einmal auf dem "Eidechsengehirn", das u.a. für die Gefühle zuständig ist - hier wird "entschieden", ob in einer bestimmten Situation, mit Angriff, Verteidigung oder Flucht reagiert wird - zum anderen mit dem "Einsteingehirn". Das Einsteingehirn "denkt" tatsächlich darüber nach, welche Strategie die richtige wäre und reagiert nicht einfach nur "instinktiv" wie das Eidechsenhirn.
Das Problem an dem Zweigleissystem ist, dass, wenn das Eidechsengehirn "an" ist, Einstein gar nicht erst gefragt wird.
Mit der Gegenkonditionierung/Desensibilisierung arbeitest Du daran, dass Dein Hund lernt, dass sie das Einsteinhirn benutzen kann, auch wenn "Susi" auftaucht! "Einstein" lernt, dass man statt "angreifen" diverse andere Verhalten zeigen kann, die wesentlich weniger stressig sind - im Gegenteil, sie werden von Frauchen großzügigst belohnt.
Der Abstand zu "Susi" bewirkt also, dass Dein Hund im "Einsteinmodus" bleiben kann und nicht auf "Eidechse" umschaltet. Denn nur im "Einsteinmodus" wird gedacht und, hier sehr wichtig GELERNT!!
Wenn 20 Meter zu dicht ist, dann fang eben bei 30 oder 40 oder 50 oder nötigenfalls Hundert Metern an. Dein Hund gibt die Distanz vor! Wenn 25,378 Meter genug Abstand sind, dann fängst Du eben bei 25,378 Metern an.