zum spaziergang: die reine geh-dauer betrug bei uns etwa 5minuten pro lebensmonat (also mit 12wochen etwa 15min). dazwischen gabs aber immer wieder viel zu erleben und hie und da mal ein spiel mit anderen hunden etc... es geht da unter anderem darum, eine lange und stereotype belastung des kleinen welpenskeletts zu vermeiden.
4mal am tag 10-15min spaziergang und vielleicht dabei noch ein viertelstündchen spielen mit anderen hunden wäre für einen 3monatigen hund jetzt ein ganz gutes maß...
zum verhalten in der wohnung: der welpe muss nicht zwingend im haus die ganze zeit still auf seinem popo sitzen! bei uns ging im wohnzimmer auf dem "spiel- und lernteppich" (altes flickending von ikea) regelmäßig die post ab!

wichtig dabei aber: der hund sollte auch lernen, was ruhe bedeutet, und dass nicht er selbst "spiel, spaß und spannung" an- und abschalten kann. wenn wir also mit unserem mädchen gespielt hatten und der meinung waren, dass nun gut sei, war auch gut. und wenn mädchen noch weiter toben wollte, wurde sie ignoriert oder schlimmstenfalls auch mal für ein paar minuten in den kennel gesperrt, damit sie ruhe finden konnte (da ist sie dann auch meistens direkt drin eingeschlafen).
komplett ruhe halten in der wohnung halte ich für einen welpen für quatsch. erstens ists ein welpe - der MUSS spielen, die welt erkunden, seine zähne in dingen vergraben und sich einfach vor lauter enthusiasmus komplett auspowern! dafür ist das kindsein doch da

und zweitens ists im moment draußen soooo kalt, dass es sich drinnen viel entspannter spielen lässt...
auch hier ist das zauberwort das richtige maß. einem tollen spiel in der wohnung steht nichts im wege, solange es nicht ausufert - das gilt aber genauso für draußen
solange draueßn so eklige temperaturen sind, würde ich die wohnung als spielplatz auch vorziehen - wölfe in dem alter sitzen auch den ganzen tag in der höhle und lassens dort krachen! die welt draußen kommt noch früh genug...
was wird gespielt: im zweifel immer das, was spaß macht

ihr seid an keinen lehrplan gebunden - macht, was laune macht! gemeinsames spielen schweisst euch zusammen, lehrt euch die körpersprache des anderen zu registrieren und zu lesen. körperkontakt tut gut - streicheln, auf herrchens bauch rumklettern, balgen etc... ihr könnt zusammen die welt entdecken: präpariert einen strauch im garten mit käsestückchen! findet plötzlich leckerlies in einer verlassenen mauer! legt eine decke über den couchtisch und bringt euren welpen dazu, mit euch oder alleine drunter durchzukrabbeln! legt raschelfolie ins wohnzimmer und spielt damit! klettert beim spaziergang gemeinsam auf große steine oder über baumstämme!
für den hund sollte schlussendlich dabei rumkommen: die welt ist spannend, muss aber keine angst machen! mit meinen menschen zusammen macht alles doppelt soviel spaß und gemeinsam trotzen wir jeder "gefahr"!
kommandos etc: wichtig in der anfangszeit sind das heranrufen (auf abruf sofort kommen), das stoppen (hund hält auf zuruf inne und wartet) und der abbruch (hund hört damit auf, womit er grade beschäftigt war, zb braune taschentücher aus nem gebüsch ziehen oder stromkabel fressen). daran solltet ihr in entspannter atmosphäre üben. alles weitere ist noch nicht sonderlich wichtig...
gut ist allerdings: "lernen lernen" - schafft euch eine basis für später indem ihr zb miteinander clickert (shaping) oder sonstwie lusitge tricks oder geschicklichkeitsübungen trainiert.
guter tipp noch für alles: immer aufhören, wenns am schönsten ist! beendet jedes spiel und jede übungseinheit mit einem positiven erlebnis
und außerdem: die sogenannten "wilden 5minuten" sind völlig normal und gehören zum welpen wie die sonne zum sommer! wenn der welpe ab und zu "am rad dreht" ist das kein anzeichen für unterforderung!