von Fusselflitz » 06.06.2010 17:01
Äh. Ja.
Passt auf.
Du kannst auf mich hören oder du kannst es lassen. Halt mich für doof, blöd, arrogant, ist mir alles wurscht, hör einfach auf mich, es kost dich nix. Ich krieg garantiert auch übel auf die Kappe wegen dem Beitrag hier, aber wayne...
Steck dir nen schweren Schlüsselbund o.ä. ein, wenn du dich zu Haus bewegst. Sorg dafür dass deine Freundin auch einen bei sich trägt und zwar immer. Stellt sicher, dass ihr beide jederzeit was zum Werfen in der Tasche habt das wirklich Krach fabriziert.
Du sagst, er knurrt euch an sobald einer von euch beiden in seine Nähe kommt. Es fing mit der Dame des Hauses an, jetzt ist es bei dir dasselbe. Da du hier schreibst nehm ich an, dass auch du die Orientierungsperson für den Hund bist, da ist die Reihenfolge logisch.
Was der Hund nu ursprünglich mal wollte oder nicht wollte kann man nicht mehr feststellen, denn jetzt hat er innerhalb kürzester Zeit mitbekommen, dass er sich euch durch Knurren und fletschen vom Leib halten kann (denn ihr ignoriert ihn ja dann, also geht weg, wendet den Blick ab..). Und das praktiziert er jetzt.
Meine persönliche Prognose wäre, dass der nächste Schritt der wird, dass er nicht mehr irgendwo liegt oder sitzt oder steht und dort anfängt, sondern dass er z.B. in die Küche kommt, sich in die Tür stellt und dann das Knurren anfängt... oder dann wenn einer von euch - vermutlich zuerst deine Freundin - in einer Ecke hantiert und nicht wirklich weg kann außer am Hund vorbei.
Wenn es dazu kommt, sofort das Ding aus der Tasche und mit Wucht neben(!!!) den Hund auf den Boden gepaart mit einem NEIN das gern auch die Nachbarschaft hören darf. Wenn du es bist und dich traust, mach dabei zwei energische Schritt auf den Hund zu, deiner Freundin würd ich das nicht empfehlen.
Sollte das passieren, holt euch bitte sofort einen anderen Trainer und sagt dem, dass euer Hund (3 Monate bei euch, zweifelhaste Historie) euch stellt.
Wenn man nämlich mal die Tomaten vom armen Hund mit schlimmer Vergangenheit von den augen nimmt, dann fällt auf, dass der Hund abgegeben wurde, weil er die Kinder gestellt hat bei der Familie vorher...
P.S.:
Wenn ein Hund sich bedroht fühlt, zum Beispiel indem du ihn anschauend direkt auf ihn zugehst, dich über ihn beugst oder ähnliches oder auch schnöde irgendwas auf den Armen trägst, das ihm Angst macht, dann wäre es in dem Moment völlig richtig, wenn der Hund knurrt und damit ausdrückt "Ey Kollege, ich weiß nicht, was das werden soll aber ich find das gar nicht witzig, bleib mir vom Leib!"
Da verbiete ich das Knurren nicht, denn sonst hab ich irgendwann einen Hund, der in der situation nicht mehr knurrt. Der wartet dann einfach, bis du nah genug dran bist und dann beißt er.
Wenn ein Hund Schmerzen hat oder sonstige gesundheitliche Störungen kann das zu willkürlicher Aggresion führen. Scheinträchtige Hündinnen werden zum Beispiel gern mal Aggressiv. Viele auch in der Läufigkeit. Wenn das vom TA abgecheckt ist, ist ja alles gut, aber es ist eine Möglichkeit die immer im Hinterkopf sein muss, denn 100% weißt du nie ob vor fünf Minuten eine Wespe im Zimmer war, dein Hund sie "gefangen" hat und nun irgendwo Stiche und Schmerzen. Und wenn du in dem Moment dann einwirkst, kannst du dich die kommenden Wochen erst mal mit Vertrauensaufbau beschäftigen, sofern der Hund nicht auf dich losgeht.
Ressourcenverteidigung ist was, das man als Hundehalter nicht gebrauchen kann, zumindest nicht einem selbst gegenüber, aber das zu verbieten führt in die falsche Richtung, da sind wir wieder beim Vertrauensaufbau, so dass der Hund weiß, er kann sein Futter/Spielzeug/seinen Platz aufgeben, er kriegt ihn wieder oder wahlweise dass du sein Futter gar nicht willst, wenn du dich zum Napf hinbewegst etc. Da muss man also von der andren Seite dran und die Bindung zum Hund stärken, nicht die völlig natürliche Reaktion des Hundes abstellen.
Und dann gibt´s da noch die seltenen Momente, in denen ein Hund es wissen will und mal antestet, ob er nicht vielleicht doch stärker ist als du. Und in dieser und NUR in dieser Situation macht es Sinn, einzuwirken, weil der Hund in dieser Situation durch das Knurren und Fletschen etwas ausdrückt, was du unterbinden willst und musst, nämlich einen auf dicke Hose zu machen.