wildsurf hat geschrieben:wildsurf hat geschrieben:die tollste Belohnung in Angstsituationen ist 'weg vom Objekt'. Was für mich bedeutet dass ich nach dem Handtarget die Belohnung weg vom Zug gebe. Kleines Detail aber ich denke sehr wichtig.
honig hat geschrieben:Genau - das ist meines Wissens eine negative Strafe
Nä, Negative Bestärkung - das gehen zum "bösen" Objekt wird dadurch doch öfter auftreten!
Hier:
http://functionalrewards.com/ gibt es eine Seite, die sich damit beschäftigt, wie man negative Bestärkung auf sehr nette Art für das Training einsetzen kann. Traditionell wird negative Bestärkung meistens mit positiver Bestrafung zusammen eingesetzt - man macht so lange druck, bis das Tier macht, was man will, dann läßt man den Druck nach, und dieses Nachlassen wirkt dann als Bestärkend.
Grisha macht das mit sehr sehr sehr wenig Druck - also bei Angstproblemen z.B. so, dass der Hund immer noch "operant" ist, es wird nicht mit flooding gearbeitet, und der "Reiz" ist so gering, dass er wahrgenommen wird, der Hund aber noch gewünschtes Verhalten anbieten kann - das wird umgehend gemarkert und dann mit "weggehen" (entweder des Reizes, oder des Hundes) bestärkt.
wildsurf hat geschrieben:Hmm, all diese Begriffe immer

nein ich glaube das ist immer noch positive Belohnung,
das kommt darauf an, was man unter "hinzufügen" versteht - wenn du definierst, dass als Bestärkung
"größere Distanz" hinzugefügt wird, dann ja - wenn Du "wir entfernen den Reiz" als "wir nehmen was aus der Umwelt weg" definierst, dann ist es negative Bestärkung. Man sieht schon, dass das mit den Definitionen nicht so ganz einfach ist - bei Leckerchen als Belohnung ist das eindeutiger - entweder man gibt es, oder eben nicht

wildsurf hat geschrieben:aber eben von der Bewegung her weg vom 'Angstobjekt', da dies in einer Angstsituation das oberste Ziel des Angsthasen ist. Er wird also für seinen Mut, sich auf das Angstobjekt zu zubewegen mit Futter (und Klicker) belohnt, gleichzeitig wird die Belohnung für ihn gesteigert weil sie in die Richtung geht, in die auch sein Nervensystem gehen würde.
Das ist auch der Grund, wieso ich das nicht 'schönfüttere'. Er muss aktiv werden in dem er meine Hand anstupst, die sich immer wieder in einer anderen Position befindet. Manchmal gehe ich einen Schritt auf den Zug zu, dann muss er sich selber auch in eine andere Position bringen. Erst dann wird er belohnt. Beim schönfüttern könnte er einen laaangen Hals machen und kommt so ans Futter ran, ohne dass er für sich etwas verändern muss.
Das kommt ein bissi drauf an, wie du das "Schönfüttern" genau machst. Wenn Du mit dem Futter nicht zusätzlich lockst, dann kannst Du das als Trainingseinstieg ganz gut benutzen, um den Fuß in die Tür zu bekommen. Auf Dauer ist das aber nicht besonders wirksam, weil Gegenkonditionieren alleine nicht besonders stabil ist.
Deshalb würde ich es immer mit funktionalen Bestärkern (hier: dem Entfernen vom "Bösen Dings") kombinieren. Auch eine alternative Aufgabe hilft möglicherweise - zum Beispiel könnte man eine Targetaufgabe geben - ein Bodentarget, dass Richtung des "Bösen Dings" wandert (nicht immer NUR näher, manchmal auch wieder weiter davon weg, damit der Hund nicht das gefühl bekommt, dass es mit jedem Trainingsschritt immer schwerer und schwerer wird). Handtarget kann man auch nehmen, das hat dann aber , weil man selber dazu näher am Bösen Dings stehen muß, auch wieder einen "lockenden" Aspekt, der den Hund in einen Konflikt führt: er möchte gerne zu Dir und den Fingertouch machen, aber dazu muß er näher... Bei einem Bodentarget kann man das Target näher an das Böse Dings stellen, als sich selber und man kann sich selber sozusagen als Belohnung aufbauen, indem der Hund nach dem Berühren des Targets zurück zu seinem Halter kommt, weg von dem BD und dann vielleicht noch ein Leckerchen als Extrabonus... Das sind ja drei Wünsche auf einmal, es muß ein Ü-Ei sein
