von Fräuleinwolle » 09.02.2010 08:18
Ich kenne einige Hündinnen, die ziemlich heftig mit anderen fremden Hunden sind. Ich kenne einige Hündinnen, die total rumprollen. Ich kenne einige Hündinnen, die sich absolut nicht mit anderen Hündinnen verstehen und auch richtig zubeißen würden. ABER: Da wird das immer verharmlost. Die sind halt "nur" zickig. Hündinnen dürfen das anscheinend eher mal sein als Rüden. Ist ein Rüde zickig oder zeigt mal seine Grenzen oder knurrt nur mal, ist man als Besitzer gleich ein Total-Versager in der Erziehung oder Sozialisation. Bei Hündinnen sind die Leute viel toleranter. So meine Erfahrung im Hundesport und auch im Wald.
Ich frage Leute auch schon mal, ob ihr Hund ein Rüde ist. Aber einfach, weil ich Angst um meine beiden habe. Das, was für viele Rüdenbesitzer normales Kräfte-messen ist, möchte ich meinen nicht zumuten. Und weil sie schon öfter von fremden Rüden verprügelt wurden und der Besitzer nur meinte, das muß so sein (deren Hunde waren immer deutlich größer und schwerer) und das machen die unter sich aus und meine wurden auch schon verletzt bei sowas, lasse ich sie nicht mehr mit mir unbekannten Rüden zusammen. Das Risiko für meine Jungs ist mir zu groß. Mit bekannten Rüden haben wir keine Probleme.
Das mit der Kastration: Ich würde nie nen Rüden (außer bei wirklichen echten körperlichen Problemen) vor Vollendung des 3. Lebensjahres kastrieren. Der Hund wird doch dann erst fertig und viele Probleme, die man davor hat, verlaufen sich dann vollkommen. Die Zeit würde ich dem Hund immer geben wollen. Ist es dann immer noch so arg schlimm, kann man mal anfangen drüber nach zu denken. Aber meist hat man dann alles im Griff, weil es eben nur pubertäres, spätpubertäres Verhalten war.
Zur Sterilisation: Das sehe ich auch kritisch. Wenn ein Rüde mit ner Hündin zusammen leben muß, kann er sich zwar nicht mehr fortpflanzen, hat aber unter Umständen wochenlang enormen Streß, was eben auch oft zu körperlichen Problem führt (Prostata usw.). Das war einer der Gründe, warum mein Zweithund auch ein Rüde wurde. Wen hätte ich bei nem Pärchen kastriert, sterilisiert usw???
Übrigens haben auch solche Routine-Ops wie Kastra oder Sterilisation erhebliche Nebenwirkungen (können) . Die man auch mit einem Chip nicht wirklich abschätzen kann. Der Rüde von Jabbas Züchterin wurde kastriert und muß nun ständig künstliches Testosteron gespritzt bekommen, weil er sonst seinen Urin nicht halten kann und andere Probleme hat. Das Spritzen des Testosterons ist sehr schmerzhaft und hat Nebenwirkungen. Wie alt der Hund wird und welche Probleme es im Alter noch geben kann, ist nicht abzuschätzen...
Mir wäre das alles zu viel Risiko, zu viel "weiß man nicht wirklich", um ihn "nur" wegen Konzentrationsproblemen kastrieren zu lassen. Dann gibt es eben nur noch Handfütterung, und dann wollen wir doch mal sehen, wie lange für den Wauwi der Sex wichtiger als das Fressen ist... Habe noch KEINEN Hund gesehen, der freiwillig verhungert, auch nicht für heiße Hündinnen...
This is the life
Hab Bluey Lieb
Jabba auch....