rico11 hat geschrieben:Wer ist Rettungshundehalter
Was macht ihr
Wie seid ihr dazu gekommen
Was braucht man für Zubehör (muss man das selber kaufen oder wird es gestellt/teilweise)
Wie gefällt es euch
Wir haben uns noch nicht entschieden in welchen Bereich wir gehen werden. Angefangen wird mit Mantrail (da is meiner ganz begeistert von. haben wir schon ein paarmal gemacht) dann kommt FLäche dazu weil hier die meisten Einsätze Fläche sind und wer möchte kann dann noch Trümmer machen (was ich sehr interessant finde und ja ich weiß dass es sehr gefährlich sein kann und ich würde meinen Hund nie unnötig einer Gefahr aussetzten. Aber es muss halt auch Hunde geben die diese Arbeit machen

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Hi, Sarah,
ich bin mit meiner kleinen Biene ein Rettungshunde-Team. Prüfung haben wir seit Oktober 2010, will heißen, die nächste wird im Frühling fällig. Allerdings nur Fläche.
Ich denke immer, lieber eins richtig machen, als von allem ein bißchen was. Vor allem: wie soll man einem Trailer, der gelernt hat, Spuren zu verfolgen, klarmachen, wann er eine ganz bestimmte Spur verfolgen soll, und wann er einfach nach menschlichem Geruch suchen soll (Flächensuche?).
Hast Du einen Hund, der z.B. nicht verbellen möchte, und bildest ihn infolgedessen als Freiverweiser aus - wie soll der in den Trümmern anzeigen? Da gibt´s nur die Verbell-Anzeige, alles andere ist zu gefährlich, kein Freiverweis, kein Bringseln.
Dazu gekommen sind wir über´s Fährten im Hundeverein: ich sah, daß Biene die Nasenarbeit unheimlich Spaß machte, aber das wurde nicht regelmäßig gemacht. So hab ich eben was gesucht, das ich mit ihr regelmäßig machen kann. Hatte aber mit ihr anfangs das Problem, daß sie seeeehr gefährtet hatte, wie oben schon erwähnt. Obwohl wir insgesamt keine 10 Mal fährten waren vorher! Daher die Aussage, daß man sich, wenn man komplette Trailer ausbildet (2-3 Jahre!), dann hinterher ein Problem mit der Fläche kriegen könnte. (das wäre dann nochmal ne Ausbildung hintendran - wann willst dann noch auf Einsatz gehen.... *gg)
An Zubehör ist das Wichtigste die outdoor-taugliche Kleidung für Dich selbst. Normalerweise, wenn Du in einer Hilfsorganisation arbeitest, kriegst Du die persönliche Schutzausrüstung gestellt, incl. Kenndecke. Bei privaten Staffeln kann das anders sein, da mußt alles selbst beschaffen. Ok, Lichter für die Kenndecke, Taschenlampe für Nachtsuchen etc., aber das ist alles Kleinkram im Vergleich zu den Spritkosten.
Fürs Training brauchst Bestätigungen (Doser für Leckerli, oder eben Spielzeug), wie für jedes andere Training auch, ansonsten trägt der Hund in der Suche außer der Kenndecke nichts (Gefahr, hängenzubleiben an Halsband o.ä.).
Was viele unterschätzen, ist der Zeitaufwand: wir sind eine recht große Staffel, bei uns geht ein ganzer Tag drauf für ein Training (9-17 Uhr etwa am Wochenende), im Sommer wird zusätzlich unter der Woche ein Training gemacht, wo jeder aber nur eine ganz kurze Suche macht aus Zeitgründen. Vorteil: man kann Nachtsuchen üben, denn da wird´s meist dunkel, wenn man erst nach der allgemeinen Arbeitszeit anfängt.
Außerdem gibt es nicht überall Staffeln und Trainingsgebiete, man fährt ganz schön viel in der Gegend rum - auf eigene Kosten! Die Einsätze (auch Ungeprüfte gehen irgendwann als Helfer mit, zum "Einarbeiten") kriegt man manchmal mit Kilometergeld entschädigt, aber das war´s auch schon. Und die Einsätze sind meist nachts.... Vorzugsweise, wenn Du grad von einer Party kommst und eben eingeschlafen bist.... *gg Und wenn Weihnachten bei minus 20 Grad ein junger Mensch nach Suizidankündigung vermißt wird, kannst Du auch nicht auf Deinem Poppers daheim sitzenbleiben unterm Baum, wohl wissend, da draußen erfriert womöglich eben jemand oder bringt sich um - entweder Du fährst auf Einsatz und hast dann Ärger mit der Familie, oder Du bleibst daheim, dann quält Dich das Gewissen

Nicht immer einfach....
Du mußt mit dem Hund zu Prüfungen: Eignungstest relativ bald, dann irgendwann nach 2-3 Jahren (Regel-Ausbildungszeit) die Einsatzfähigkeits-Prüfung. Aber dazulernen tust Du lebenslänglich, und alls 18 Monate mußt Du die Einsatzfähigkeit erneut prüfen lassen. Das kostet Zeit, Geld, Nerven.....
Beim Trailen hast Du meist noch den zusätzlichen Aufwand, Trainingsprotokolle führen zu "dürfen", um nachvollziehen zu können, in welchen Situationen Dein Hund noch Probleme hat (z.B. bei der Kombination aus Kälte und Betonuntergrund o.ä.), damit man gezielter üben kann, und z.T. brauchst die Protokolle sogar als Prüfungsvoraussetzung - aber da bin ich mir nicht ganz sicher, da ich nur Fläche mache.
Ganz wichtig ist, daß die Truppe paßt, zu der Du dann gehören wirst, denn man muß sich im Einsatzfalle blind aufeinander verlassen können. Und man verbringt auch so viel Zeit miteinander im Training, wenn da was persönlich nicht paßt - gaaanz schlecht...
Achja - der Hund sollte fit sein, der Hundeführer nicht weniger: Du mußt in schwierigem Gelände rumsteigen im Zweifelsfalle, solltest keine Angst vor Spinnen/Käfern etc. haben, wenn Du selbst für andere Hunde im Versteck liegst. Das heißt auch, wenn trainiert wird, kommt Dein Hund raus, wird gearbeitet, und dann sitzt er im Auto. Das kann nicht jeder ab - ist aber wichtig für den Hund, um das eben Gelernte zu verarbeiten!
In der Zeit legst Du Dich für andere Hunde mit ins Versteck und hilfst damit, die anderen Hunde auszubilden. So ist jeder für den anderen da - was Tips in der Asubildung betrifft, aber auch eben als Versteckperson.
So, muß leider weg, wenn Du noch Fragen hast, ich schau wieder rein.
Spaß machen tut es sehr - das Problem ist der Suchtfaktor: hast Du mal angefangen, kommst net wieder weg von *gg
LG, und schönes Wochenende!
BieBoss