Nicole0707 hat geschrieben:Hallo zusammen!
Wir haben eine fast 5 Monate junge Ridgeback Hündin, eigentlich eine ganz, ganz liebe!! Bis auf ein fast schon massives Problem: Sie springt ständig unsere Kinder (3 und 5 Jahre) und auch Nachbarskinder an. Oft bis sie dann zu Boden fallen. Was mir dabei doch schon ziemlich Angst macht, ist, das sie dabei immer auf den Kopf bzw. die Haare "losgeht" bzw. zwickt (Hoffe das ist spielerisch gemeint)
Ich denke , das sie weiß das dieses Verhalten nicht in Ordnung ist, denn sobald ich in so einer Situation näher an sie heran komme, hört sie auf damit. Und dann ist es ja schon zu spät für Tadel ect .....
Mit Worten, wie Nein oder so, stosse ich da auf "taube Ohren"!
Bei Erwachsen ist es nicht mehr ganz so schlimm, weil diese Mittlerweile wissen wie sie sich Verhalten sollen (wegdrehen)! Es hilft dann auch ein "scharfes" Nein und sie hört auf !
Aber kleine Kinder sind in diesem Fall doch total Hilflos! Oder?
Es ist nicht so, das ich Hund und Kinder alleine zusammen spielen lasse. Z.B. im Garten, unsere Hündin sitzt gerade noch neben mir, auf einmal rennt sie wie ein Blitz in Richtung Kind und springt sie an bzw. um, ohne einen Anlass! Und da komm ich beim besten Willen nicht so schnell hinterher!
Wie soll ich in solchen Situationen reagieren???
Können meine Kinder selbst vielleicht auch etwas dagegen tun?
Bitte dringend um Tipps!
Vielen Dank im Vorraus!!
Hallo Nicole,
mein RR-Rüde hat in dem Alter auch gerne mal Leute angesprungen - aber ich habe keine Kinder, von daher war ich hier etwas im Vorteil.
Ich würde ähnlich vorgehen, wie Dir hier schon geraten wurde mit einem kleinen Unterschied.
Nimm deinen Hund an die Leine (ruhig eine Schleppleine, damit sie auch etwas Bewegungsfreiheit hat) und lass die Kinder ausser Reichweite spielen. Gut wäre, wenn ihr schon ein Lobwort (Marker oder Clicker) konditioniert hättet. Jetzt wartest Du, bis sich der Hund selber beruhigt (stehen reicht am Anfang) - Loben, Belohnen mit feinen Leckerchen.
Rumhampeln ignorierst Du. Ruhiges Stehen oder Sitzen sofort loben und belohnen.
Damit lernt der Hund, dass er nicht auf irgend einen Befehl warten muß, wenn er Kinder spielen sieht - die spielenden Kinder sind selber das Signal zum ruhigen Verhalten - was praktisch ist, denn Du bist ja vielleicht mal nicht da, wenn sie Kinder sieht.
Die Kinder sind noch recht jung - aber natürlich mußt Du ihnen auch erklären, dass sie sich am Besten umdrehen, stehen bleiben (sie können auch die Arme vor das Gesicht halten) und sich nicht bewegen, bis der Hund aufhört (bis Du den Hund abrufst) - das wird nicht immer klappen, denn Kinder vergessen ja auch wie es geht, wenn sie plötzlich in einer etwas bedrohlichen Situation sind.
Vielleicht kannst Du Dir zum Üben an Kindern einige etwas ältere Kinder in der Nachbarschaft ausborgen, die dieses Umdrehen mit deinem Springer-RR üben? Fang mit "großen" Teenagern an und kämpf Dich zu 7-9 jährigen, Kindern durch, die verstehen, was der Hund lernen soll. Wichtig dabei ist, dass das Belohnungsfutter von Dir und nicht den Kindern kommt, denn sonst gerät die Hündin nur in einen weiteren Konflikt...
Ich habe meinen in seiner Spring-Hoch-Zeit beim Spazierengehen immer zurück gerufen, wenn Kinder kamen, an die Leine genommen und einfach gewartet, bis die Kinderchen an und vorbei gewandert waren. Jedes ruhige Verhalten dabei wurde verstärkt. Heute (15 Monate) brauche ich ihn nicht mehr zurückzurufen. Meistens interessiert er sich nicht für sie, manchmal kommt er und möchte dann doch mal ein Leckerchen ernten (was dann auch prompt kommt) und manchmal bleibt er fasziniert stehen und beobachtet das wilde Getobe. Nur wenn eine große wuselige Horde Ball spielt, muß ich ein bißchen aufpassen, es könnte sein, dass er sich animiert fühlt, mitspielen zu gehen....
Parallel dazu hat Crispen gelernt, auf Signal hoch zu springen, allerdings ohne Körperkontakt. So kann ich ihn für Nicht-Anspringen mit in die Luftspringen-dürfen belohnen - irgendwo muß die Energie ja hin!
Fang an, der RR-Dame alle möglichen Tricks bei zu bringen. Das ist lustig, geistig auslastend für den Hund und die Tricks kann man den Kindern vorführen, die das dann natürlich total cool finden, und keine Angst vor dem "weilden Huhn" entwickeln.