sambark hat geschrieben: wie bitte kann man Lautäußerungen in Bahnen lenken? Mein Riesenteenie meldet morgens (4:30) immer den Zeitungsmann.
Da gibt es die verschiedensten Techniken, je nachdem wie alt der Hund, was für ein Bellen usw.
Ich habe es in etwa so gemacht bzw. mache es so: Von klein auf habe ich Bellen nicht geduldet. Als Welpe/Junghund habe ich bellen total ignoriert und eisern so getan, als ob ich weder das Geräusch, was verbellt werden muss, noch den bellenden Hund höre. Wenn sie meinte, meinen Besuch zu einem munteren Spiel wild bellend auffordern zu müssen, ist sie für ein paar Minuten rausgeflogen. Wenn sie mich einfach mal so anbellt, wird das Spiel sofort abgebrochen und/oder ich drehe mich um (selten schmeiße ich sie aus dem Zimmer mittels Kommando "Abflug" und ohne die Tür zuzumachen).
Dann habe ich Zazie mit wenigen Monaten schon bellen und Psst auf Kommando beigebracht (beides sehr effektiv). Als sie meinte, meine Nachbarn im Haus kommentieren zu müssen, nüzte Ignorieren ja nicht immer was (da sie ja mich ignoriend vor der Haustür stand). Falls sie dann meinte, sich da richtig reinsteigern zu müssen, habe ich sie auf ihre Decke unter meinen Schreibtisch oder aber vor mein Bett beordert. Das hat sie derartig verinnerlicht, dass sie, wenn sie nun in der Wohnung ein Geräusch kommentiert, sofort zu mir gelaufen kommt, so dass ich nur noch Platz bzw. Psst sagen muss.
Manchmal ist das Geräusch von draußen aber "sooo merkwürdig", dass sie ganz aufgeregt ist und nichts helfen würde. Dann lasse ich mich tatsächlich mal dazu hinreissen, mit ihr ans Fenster zu gehen, wir schauen beide ganz intensiv raus und befinden beide, dass draußen eigentlich so gar nichts los ist.
Dann gibt es noch den letzten Fall: Frauchen aus dem Schlaf wecken.

Da muss ich ehrlich zugeben, dass es mir einige Male passiert ist, dass ich noch im Halbschlaf völlig hochgeschreckt auf sie zugesprungen bin (nicht mehr, aber auch nicht weniger und nicht unbedingt nachahmenswert). Das war sehr nachhaltig, so dass mittlerweile ein tiefes Grummeln meinerseits reicht, sie zur Ruhe zu beordern.
Und es mit mir durchaus passiert, dass ich reflexartig die Schnauze zugehalten habe. Nützt allerdings in Hinblick aufs Bellen so gar nichts. Sie hat es mir scheinbar aber immerhin nicht übel genommen, denn sie läßt sich noch immer, nicht gerne, aber bereitwillig, die Schnauze zuhalten bei evtl. Pflege- und Untersuchungsmaßnahmen.
Das soll jetzt nicht heißen, dass meine Collie-Hündin nie bellen darf, so zwei/drei Wuffer sind völlig o.k., aber alles weitere wird gemaßregelt und die entstandene Ruhe ständig mit gaaanz viel Leckerlies belohnt.
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