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mir bleibt der Sinn etwas verborgen

Alles rund um Clicker.

Moderator: DF-Mods

mir bleibt der Sinn etwas verborgen

Beitragvon jonathan » 29.07.2010 00:37

Hey,

als ich das erste Mal vom "Cklickern" las, hielt ich es für eine gute Sache; auch die Erklärungen dieser Seite http://www.spass-mit-hund.de/ sind sehr einleuchtend.

Aber!

Nachdem ich hier im Forum viel gelesen habe, bleibt mir der tiefere Sinn etwas verborgen.

Der Hund macht etwas, was ich gut finde:
Mit Clicker: ich klicke und gebe ihm ein Leckerchen.
Ohne Klicher: ich lobe ihn und gebe ihm ein Leckerchen.

Wo genau ist der Unterschied? Muss nach dem Klicken immer ein Leckerchen folgen, oder lässt man das später weg?

Würde mich über eine kurze "Aufklärung" freuen!

VG
jonathan
(Themenstarter)
 
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Beitragvon Wauzihund » 29.07.2010 00:45

Ich als "Nicht-Clickerin" (weil ich zu blöd bin) verstehe es so: Im Gegensatz zu Deiner Stimme macht der Clicker immer das gleiche Geräusch, ist also für den Hund verlässlicher und eindeutiger. Wenn der Hund richtig drauf konditioniert ist, sieht er schon den Click als Bestätigung/Belohnung, weshalb das Leckerchen nicht in derselben Sekunde kommen muss, der Abstand kann ruhig etwas größer sein. Besonders beim sogenannten "Shapen" soll der Click wohl besonders motivierend sein (vorausgesetzt allerdings, man hat einen Hund, der überhaupt eine Handlung anbietet).

Hoffe, ich erzähl hier keinen Quatsch :p .

LG
Wauzihund
Kommt zu einem schmerzlosen Zustand die Abwesenheit von Langeweile,
so ist das irdische Glück im Wesentlichen erreicht. (Arthur Schnitzler)

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Beitragvon silvi-p » 29.07.2010 00:52

Nein,
das ist kein Quatsch, Wauzi.
Dazu kommt, dass du selber viel schneller, reflexhafter, Klickern kannst als du jemals ein Wort sagen könntest. Also ich meine, man zuckt einfach schneller mit dem Daumen, als dass man bewusst "bingo" sagt. Das ist sehr, sehr hilfreich, wenn man ganz bestimmte Bewegungen klicken will. Mit der Stimme würdest du da immer falsch liegen, weil das Wort zu lang ist und mehrere Bewegungen des Hundes "markiert" wenn er nicht gerade zu Stein geworden ist.

Grüßle
Silvia
silvi-p
 
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Beitragvon schnauzermädel » 29.07.2010 01:08

Und jemand anderes kann bestätigen.

Einfaches Beispiel aus meinem typischen Training:
Ich brauche bei meinen Hunden Platz und Steh aus dem Laufschritt. Ich sehe aber nicht, ob der Hund sich gerade ins Platz schmeißt, oder ob er steht oder eine Tritte nachläuft.
Wenn mit jetzt jemand ein Zeichen gibt und ich rufe dann "Fein", bringt das Ganz wenig. Aber ein Helfer kann punktgenau clicken. ;)

LG
das Schnauzermädel
Wer die Dunkelheit fürchtet, kennt die Grausamkeit des Lichtes nicht.

Es ist gut zu wissen, dass der Hund an sich gar keine Fehler zu machen in der Lage ist. Er reagiert höchstens anders, als wir es wünschten und erhoffen.
(Helmut Kettelake)
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Beitragvon *fling* » 29.07.2010 01:39

Des Witz des Clickerns liegt nicht im Clicker, sondern in der Methodik. Wenn ich den Clicker genau so anwende, wie ich sonst mein "fein" anwende, brauch ich keinen Clicker.

Der Clou an der Sache ist, dass nicht motivativ (ich sage dem Hund was er tun soll) ausgebildet wird, sondern durch freies Formen, auch Shaping genannt.

Und, nicht persönlich nehmen Wauzihund, aber ich mag da noch ein zwei Dinge klarstellen. Erstens: Der Clicker ist nicht beim Shapen "besonders motivierend", sondern er ist das Mittel zum Zweck. Zweitens: der Click ist NICHT die Belohnung für den Hund! Auf den Click folgt IMMER ein Leckerchen.

Wenn Du die Suchfunktion anschmeißt wirst Du unendlich viele Beiträge dazu finden, wie Clickern funktioniert. Hier mal ein Zitat aus einem anderen Thread:

yane hat geschrieben:Hi zusammen,

@Claudi
Shapen ist normal ;). Shapen ist Clickertraining. Den Clicker rein als positiven Bestärker zu nutzen hat nichts mit Clickertraining im eigentlichen Sinn zu tun. Das geht dann in Richtung "Leute die einen Clicker in der Hand haben, aber kein Clickertraining machen".

@Martin
Unter Shapen oder Freeshapen versteht man, den Hund nicht mittels Locken, Drücken, Ziehen, etc. dazu zu bringen, ein Verhalten zu zeigen, sondern den Hund sich das Verhalten selbst erarbeiten zu lassen.

Das heisst, Du überlegst Dir im Vorfeld, wie eine Übung am Ende aussehen soll. Und dann überlegst Du dir wie Du das deinem Hund "begreiflich" machen kannst. Also welches Verhalten ein mögliches Ansatzverhalten sein kann. Beispiel Apportieren:

Schritt 1 wäre z.B., dass der Hundeführer das Apportel ruhig in der Hand hält. Jede Bewegung des Hundes Richtung Apportel würde man nun mit C&B bestätigen. Sobald der Hund begriffen hat, dass es sich um dieses Apportel dreht, wird er verschiedene Verhaltensweisen diesem Apportel gegenüber zeigen. Z.B. mit der Pfote anstubsen, oder mit der Nase.

Schritt 2 wäre dann, nur noch das Anstubsen mit der Nase mit C&B zu bestätigen.

Dann das Ergreifen des Apportels mit dem Fang. Dann das Halten des Apportels. Das Halten des Apportels in der gewünschten Endposition. Das Bringen des Apportel und einnehmen der Endposition usw. Bis dann ein vollständiger Apport daraus wird.

Viele Grüße
Cindy



Ich hoffe ich konnte Dir ein bisschen weiterhelfen,

LG, Fling
Prokrastination - ein Problem, das ich gleich morgen angehe...


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Beitragvon schnauzermädel » 29.07.2010 02:04

Es geht doch beides. ;)

Punktgenau Bestätigen bei der "klassischen" Arbeit.
Und eben Shapen.

Hier ist z.B. die Bedienerin des Clickers zu doof. :hust:
Ich kann alles mögliche shapen, aber bei der typischen Hundeplatzarbeit habe ich ein Brett vorm Kopf.
Also kennen meine Hunde beides: Lichtschalter bedienen über Shapen erlernt zum Beispiel und eben auch den Klick als punktgenaue Bestätigung bei der Hundeplatzarbeit, wenn ich nichts sehe.

LG
das Schnauzermädel
Wer die Dunkelheit fürchtet, kennt die Grausamkeit des Lichtes nicht.

Es ist gut zu wissen, dass der Hund an sich gar keine Fehler zu machen in der Lage ist. Er reagiert höchstens anders, als wir es wünschten und erhoffen.
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Beitragvon Padua » 30.07.2010 20:40

Der Clicker ist ein Markersignal das man immer gleichanhörend und punktgenau geben kann - bei einem verbalen Lob ist das für den Hund etwas schwieriger. Wir verwenden es auch für die Grundausbildung (Sitz, Platz ect).

Außerdem kann man draußen gewünschtes Verhalten frei formen. So kann bei einem Hund der im Freilauf zB nicht sehr auf seinen HH achtet jeder Rückblick geclickt werden um dieses Verhalten zu verstärken bzw zu belohnen.

Also ich habe mit beiden Hunden bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht! Nur weil man mit Clicker arbeitet heißt das nicht dass man ihn immer und überall anwenden muss - und auch wenn sehr viele Leute sehr zufrieden damit sind gibt es sicher auch welche die ohne viel besser zurecht kommen :smile:
"Dass mir ein Hund das Liebste sei sagst du oh Mensch sei Sünde -
der Hund blieb mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde"
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Beitragvon Mone2801 » 30.07.2010 20:58

Padua hat geschrieben:[...]und auch wenn sehr viele Leute sehr zufrieden damit sind gibt es sicher auch welche die ohne viel besser zurecht kommen :smile:


Japp - ich bin so ein Kandidat! *lach* :D

Clickern an sich finde ich super, hatte auch mal damit angefangen - aber dann irgendwann festgestellt, dass es für mich irgendwie überhaupt nichts ist. Ich wollte den Clicker damals gern bei Amigo einsetzen, der allerdings auch nicht wirklich ein "Clickerhund" ist...bei Gremlin denk ich mir, mit ihm könnte man ziemlich gut clickern. Ich ringe aktuell auch mal wieder mit mir, ob ich´s nicht doch nochmal probieren soll :???: Besonders auch, weil vieles, was ich mit ihm trainiere oder in Zukunft verstärkter trainieren will (AJT, Agi,...) ja doch oft über Clicker aufgebaut wird...
"An eye for an eye leaves the whole world blind..."

Viele Grüße von Mone mit
Amigo, Gremlin und Kira!
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Beitragvon *fling* » 30.07.2010 21:06

Padua hat geschrieben:
Außerdem kann man draußen gewünschtes Verhalten frei formen. So kann bei einem Hund der im Freilauf zB nicht sehr auf seinen HH achtet jeder Rückblick geclickt werden um dieses Verhalten zu verstärken bzw zu belohnen.


Das ist kein freies Formen, sondern Einfangen von Verhalten. Mit Formen hat das nichts zu tun...
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