Mein erstes THS-Turnier in 2005
Eigentlich dachte ich Samstag ist Ausschlafzeit, aber bereits um 6:30 Uhr
wurde ich durch Frauchens „3“ Wecker unsanft geweckt. Ja ihr habt richtig gelesen, 3 Wecker !! Zuerst klingelte der Handywecker, dann ertönte das Radio im Bad in voller Lautstärke und dann der schrill piepende Wecker im Schlafzimmer. Wer da nicht wach wird, der muss was an den Ohren haben.
Nachdem sich dann Frauchen aus dem Bett schälte, gingen wir erst mal Gassi.
Ich wusste überhaupt nicht warum ich so früh aus dem Nest musste, aber ich
ging ohne zu mucken mit. Um 7:00 Uhr zerrte mich Frauchen in den Hof und sie
fing an mich zu kämmen und zu bürsten. Ich hatte keine Erklärung dafür warum sie das tat, vor allem nicht bei dieser unchristlichen Uhrzeit.
Ich ließ es aber über mich ergehen, ich hatte ja keine andere Wahl.
Nachdem ich dann schön war, packte sie mich ins Auto und wir fuhren los.
Unser Weg führte uns zum Hundeplatz, dem 1.HPSV-Offenbach, meinem Verein
oder eher einem meiner Vereine, ich kann ja nicht genug kriegen, hi hi. Bin ein richtiger Vereinsheini geworden.
Dann endlich begriff ich was da los war, der Frühjahrswettkampf im THS stand auf dem Programm. Ich musste dann erst mal im Auto bleiben und Frauchen verschwand in der Hütte, bzw. im Wettkampfbüro. Ewig war sie da drin während draußen noch nichts los war, denn die meisten waren an der Geländelaufstrecke unterwegs. Früher, als Frauchen noch jung war , durfte ich auch Geländelauf machen, aber sie ist faul geworden und hat null Bock mit mir 2 KM wettkampf-
mäßig zu rennen. Privat joggt sie schon noch mit mir, nur halt beim Turnier sträubt sie sich.
Dann so gegen 10 Uhr gings endlich los mit dem Vierkampf, aber ich hockte immer noch im Auto weil ich keinen 4 Kampf starte. Ich hasse nämlich diese
Unterordnung wie die Pest, das Wort alleine macht mich schon krank und wütend.
Ich würde zwar liebend gerne die anderen 3 Disziplinen wie Slalom, Dreisprung und Hindernislauf starten, aber es hat leider noch keiner einen 3 Kampf erfunden. Also bleibt mir immer nur der reine Hindernislauf, der Shorty Teamlauf oder der CSC Teamlauf. Also hieß es noch weiter geduldig warten.
Inzwischen hatte mich Frauchen dann aber gnädigerweise aus dem Auto befreit
und ich durfte neben dem Wettkampfbüro im Gras schlummern mit Blick auf Frauchen die im Wettkampfbüro saß und fleißig einen Sportpass nach dem anderen bearbeitete und Eintragungen machte. Sie hatte sich freiwillig für diesen Job angeboten und ihn auch ordnungsgemäß ausgeführt und ich musste deswegen die ganze Zeit alleine gelangweilt abhängen.
Dann irgendwann mittags (keine Ahnung wann es war, denn ich hatte jegliches Zeitgefühl total verloren ) musste ich zum Probelauf für den Hindernislauf auf den Platz. Ich war natürlich dann vor lauter Freude aus dem Häuschen. Ich sprang wie irre um Frauchen rum, und zerrte an der Leine. An Frauchens Dampfwolken die ihr aus dem Kopf schlugen wusste ich was sie dachte.
Sie dachte, na prima, wenn der jetzt schon so rumspinnt, dann flippt der beim
richtigen Lauf erstrecht aus und beisst mir wieder in den Arm wie so oft schon.
Sie lief also den Problauf mit mir recht langsam um ihre Kraft zu schonen.
Das war für mich natürlich eine günstige Gelegenheit genau das zu tun wovor sie sich fürchtete, ich biß ihr also in den Arm. Sie war nicht gerade begeistert,
aber sie nahm es hin. Sie musste sogar mal vor einem Hindernis stehen bleiben, ich glaube es war der Durchsprungreifen, weil ich ihr noch am Arm hing, hi hi.
Dann wurde es ernst, wir standen am Start und sie flüsterte mir ins Ohr das ich ihr jetzt bitte nicht in den Arm beißen soll und das ich ihr nicht die neue Vereinskleidung zerfetzen soll. Ich war aber so aufgeregt das ich gleich losdüsen wollte, aber sie hielt mich noch am Halsband fest. Erst als der Bewerter das Startzeichen gab, düsten wir los. Die erste Hürde- die A-Wand-
den Tunnel – den Steg-die Tonne-den Reifen-den Hochweitsprung und die letzte Hürde- alles nahm ich ganz brav ohne auch nur einen kleinsten Fehler zu machen
und ich hatte keine Zeit Frauchen in den Arm zu beißen den sie war erstaunlicherweise etwas schneller als ich unterwegs, somit hatte ich gar keine
Chance an ihren Arm zu denken. Sie war total happy als wir durchs Ziel rasten
und das in einer Zeit von 13,30 Sekunden und obwohl der Parcours nach der A-Wand einen Winkel machte und das kostet Frauchen immer etwas Zeit bis sie da um die Ecke düst. Natürlich fing ich dann vor lauter Freude an wieder an der Leine zu zerren. Sie gönnte es mir aber aus Dankbarkeit das ich so einen tollen Lauf an den Tag legte.
Kurz darauf folgte unser 2. Lauf. Auch diesen machte ich fast perfekt und sauschnell. Wir brauchten diesmal nur 13:13 Sekunden. Eigentlich waren es sogar nur 12:13, aber ich schmiss eine Stange vom Hochweitsprung ab und somit bekamen wir eine Strafsekunde aufgebrummt. Keine Ahnung warum die fiel, entweder ich kam mit der Pfote dran, oder meine Rute hat sie abgeworfen, oder war es der Sog meiner Überschallgeschwindigkeit??
Unsere Gesamtlaufzeit beider Läufe war dann 26:43 Sekunden und das war unser beider persönlicher Rekord !! Wir sind echt ein tolles Team, mein Frauli und ich.
Nach einer kurzen Umbauphase begab ich mich dann zusammen mit Sally an den Start des Shorty Parcours und wieder war ich aufgeregt und wollte sofort losdüsen, aber ich musste warten bis Sally durch ihr Ziel war und erst dann durften wir an die Reihe. Nach einigen Sekunden, rannten wir los und wieder
nahm ich diesen Parcour der diesmal nur 50 m Länge hatte, total gut und schnell.
Auch den 2. Lauf meisterte ich perfekt ohne einen Fehler. Ich wusste bis dahin nicht ob Sally alles fehlerfrei machte, denn ich sah sie nicht, weil mir die Geräte vor der Nase standen. Bei dieser Shorty Diziplin werden die Laufzeiten beider Teams addiert und wir kamen auf eine Zeit von 38:51 Sekunden, die nicht wirklich erfreulich war. Ich erfuhr dann das Sally einige Fehler machte und wir deshalb viele Strafsekunden aufgebrummt bekamen. Aber was solls, Sally hatte halt einen schlechten Tag und ich bin ihr nicht böse. Es ist zwar schon ein klitzekleines bisschen ärgerlich (geb ich ja zu), das sie mir meinen Spitzenlauf etwas kaputt gemacht hat, aber ich nehm ihr das nicht krum. Es zählt nur der olympische Gedanke: dabeisein ist alles.
Alles in allem, es war eine rundum gelungene Veranstaltung und ich hatte trotz der langen Wartezeit viel Spaß dabei und war einfach nur glücklich und zufrieden.



