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Kastrationsfall?

Alles rund um Probleme mit Euren Hunden.

Moderator: DF-Mods

Kastrationsfall?

Beitragvon Maik72 » 23.01.2012 18:54

Hallo zusammen,

ich habe mich hier angemeldet um die Frage, die mich seit Tagen quält auch mal mit anderen Hundemenschen zu bereden :)

Also zu meinem Buddy kurz und knapp:

Labi-Schäferhund-Mix, 41kg, unkastriert, knapp 2 Jahre alt, hab ihn mit 10 Monaten bekommen aus dem Tierschutz (Tschechien Tötungsstation, vorher Straßenhund)

Hab ihn mit ein paar ziemlich großen Narben bekommen, niemand weiss was genau passiert ist. Gerade vor Menschen war er anfangs sehr ängstlich. Mit Hunden egal ob Rüde oder Hündin gab es nie Probleme ganz im Gegenteil. Aber Buddy hat trotz allem einfach ein geniales Wesen und war nie anders als andere Hunde. So ein liebes und dankbares Tier hab ich selten gesehen. Mit der Zeit hat er auch allein ein super Selbstbewusstsein bekommen, Menschen liebt er einfach abgöttisch, genauso wie andere Hunde. Ich habe mir insgesamt sehr viel Mühe gegeben dem Hund die besten Möglichkeiten zu vermitteln.

Nun zu meinem Problem,
Buddy lief nie weg wegen läufigen Hündninnen. Hört auch perfekt ohne Leine, wir sind 2 mal die Woche auf dem Hundeplatz. Genauso stimmt bei uns die Bindung, nie gab es Probleme in dem Bereich. Soviel zum Thema Erziehung.
Nur vor 3 Wochen gab es einen Zwischenfall, der mir die Sprache verschlug. Aber kurz noch:
Raufereien gab es immer mal, anfangs hat Buddy auch oft einstecken müssen, mit der Zeit wurde er wie gesagt immer selbstbewusster. Mit ca. 1,5 Jahren fing auch er immer häufiger das Pöbeln an aber er hat nie angefangen, sich eher drauf eingelassen und dann mitgerauft. Verletzt wurde nie jemand, Raufen halt.

Seit ca. 2 Monaten wurde er zunehmend aggressiver an der Leine (immer nur gegen Rüden) und ich hab ihn nie Erfolg haben lassen, also zu dem anderen Hund gelassen. Und und und.....

Und vor 3 Wochen gab es dann den Höhepunkt, Buddy und ein anderer labi Rüde standen zusammen mit 2 Besitzern von Hündinnen und beide fingen in ca. 2m Entfernung zueinander an, sich zu fixieren. Wir haben die Hunde abgerufen und jeder zog seines Weges. Wir kennen uns und konnten das gut abschätzen. Gerade den Rücken zugedreht sprinntet Buddy plötzlich los, kann ihn in der Sekunde nicht mehr greifen und packt den anderen Labi mit voller Kraft im Genick und haut ihn zu boden. Wir haben uns sofort auf die Hunde "geworfen" und konnten nur mit aller Müde und Not den Kiefer öffnen. Blut gab es auch aber an sich ist nichts wirklich schlimmes passiert. Beim Tierarzt musste der andere genäht werden.
Und seit dem bin ich etwas unsicher geworden, das war keine normale Rauferei mehr, das war ernst. Außerdem sind sich die beiden schon vorher ohne Leine begegnet und da gab es nie richtig Interesse aneinander. Ich denke dass die beiden Hündinnen auch ein Grund in der kette seien könnten. An der Leine kriegt er sich bei 9 von 10 Rüden gar nicht mehr ein (Stand im moment) Ohne Leine mit freilaufen Rüden in der Nähe geht nur noch auf dem Hundeplatz mit sehr viel Aufmerksamkeit.

Für mich kam eine Kastration nie in Frage (Züchten aber auch nie). Ich bin überzeugter Barfer und bin eigentlich gegen jede Art von Kopieren und Verstümmeln zu Zwecken wie Aussehen oder Bequemlichkeit.
Jedoch frage ich mich, ob dies vielleicht so ein Fall wäre, in dem man eine Kastration in Betracht ziehen muss. Wie gesagt hinter läufigen Hündninnen ist er zwar her aber noch abrufbar.

Die üblichen Vor- und Nachteile kenne ich, darum wollte ich meinen Fall speziell schildern. Ich weiss einfach nicht, ob mein Dicker und ich dadurch mehr Lebensqualität erhalten könnten. Ab jetzt kann ich ihn nicht mehr überall frei lassen bzw. riskiere sogar noch andere Hunde denn trotz aufpassen kann sowas immer passieren.

Ich habe außerdem keinerlei Einfluss gehabt, was mit ihm in dem Alter von 0-10 Monate passiert ist.

Meine Frage ist einfach, wie ihr entscheiden würdet und warum? Ich sehe in der Kastration einen echten Ausweg, diese Aggressionen gegen Rüden nehmen für mich keine Ende und habe auch Angst, je länger ich mit kastrieren warte bzw. je mehr das Verhalten zur gewöhnung wird, desto eher bleibt der Zustand.

Bitte helft mir, danke für Lesen.

Lg Maik
Maik72
(Themenstarter)
 
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Re: Kastrationsfall?

Beitragvon dieschweizer » 23.01.2012 19:06

Hallo,

da du vorher nicht wissen kannst, ob eine endgültige Kastration sein Verhalten verbessern oder sogar verschlimmern könnte, empfehle ich dir, den Kastrationschip setzen zu lassen.
Der wirkt ca. 6 Monate und ist eben nichts Endgültiges.

Meine persönliche Meinung und Erfahrung zur Kastration:
Bei so einem Verhalten, was sich schon bei deinem Hund etabliert haben könnte, hilft eine Kastration meist nicht.

Gruß
Leo
dieschweizer
 

Re: Kastrationsfall?

Beitragvon rockshaver1975 » 23.01.2012 19:12

Hallo

Ich denke es war eine ausnahmesituation mädels dabei und dann balzverhalten , denke mit kastra wird es nicht wirklich besser.

Ich habe ein kastrat zuhause und sobald mädels oder auch sein mädchen dabei ist , beschützt er klar.

meiner ist wirklich ruhiger geworden aber das kann auch mit seinem alter zusammen hängen er wird im oktober 8.
ein schwarzer labbi.

ich würde auch mal erst chemisch versuchen nicht ein halbes jahr sondern mal 1 jahr bessert es sich kannste immer noch kastrieren lassen.

Ach du gehst zu Hundeschule haste das mal angesprochen , eine gute schue hat auch tipps
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rockshaver1975
 
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Re: Kastrationsfall?

Beitragvon AnjaNeleTeam » 23.01.2012 19:13

Ich kann dir nur von meinem Hund berichten.

Er benimmt sich ähnlich, bis auf das ernsthafte Beißen, dazu ist es noch nicht bekommen.
Ich habe ihn auch mit 2 Jahren kastrieren lassen und er hat sein Verhalten nicht wirklich verändert. Er pöbelt nach wie vor. Legt sich mit Rüden an, ist auch hinter läufigen Hündinnen her usw.
Wie dieschweizer schon sagt, wenn sich so ein Verhalten schon etabliert hat, wird die Kastra nur evtl was helfen und das Problem an sich ganz sicher nicht beheben.

Ich habe auch schon gelesen, dass Hunde durch das fehlende Testosteron unsicher werden können und so noch gespannter in Rüdenbegegnungen rein gehen.
Viele liebe Grüße von Anja, Nele und Janosch

Mehr zu den Zweien gibts hier

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Re: Kastrationsfall?

Beitragvon dieschweizer » 23.01.2012 19:18

AnjaNeleTeam hat geschrieben:
Ich habe auch schon gelesen, dass Hunde durch das fehlende Testosteron unsicher werden können und so noch gespannter in Rüdenbegegnungen rein gehen.


Genau das kann auch passieren, daher schrieb ich "verschlimmern".
Außerdem erkennen Hündinnen deinen Rüden auch nicht als Rüden, wenn er kastriert ist.
Ich kenne einige kastr. Rüden, die aufgrund der Kastra regelmäßig von Hündinnen verprügelt werden.
dieschweizer
 

Re: Kastrationsfall?

Beitragvon TanNoz » 23.01.2012 19:54

AnjaNeleTeam hat geschrieben:Ich habe auch schon gelesen, dass Hunde durch das fehlende Testosteron unsicher werden können und so noch gespannter in Rüdenbegegnungen rein gehen.


Das ist auch so, deswegen würde ich in so einem Fall immer erst den Chip testen. Wenn sich da nicht gravierend was verändert, wird sich auch nichts durch eine Kastration verändern, oder vielleicht eher sogar ins Negative.

In deinem Fall denke ich, dass du eher einen guten Trainer brauchst, der dir hilft deinen Hund zu lesen und zu kontrollieren.
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Re: Kastrationsfall?

Beitragvon blonde87 » 27.01.2012 00:26

Ich würde die Kastration aufgrund von einem Vorfall noch nicht machen lassen. Natürlich soll und darf so etwas nicht mehr vorkommen, aber dazu musst du deinen Hund jetzt beim spazierengehen genauer beobachten und sofort eingreifen sobald sich sein Verhalten wieder in dieser Art äußert.

Sollte dies tatsächlich nochmal vorkommen, dass er sich gegenüber anderen Rüden aggressiv zeigt, würde ich es, wie oben auch schon erwähnt, mit einer chemischen Kastration probieren. Diese hält nur für einige Monate und du merkst, ob eine Kastration für deinen Hund wirklich sinnvoll ist. Wenn sich sein Verhalten dadurch nicht ändert, wäre eine Kastration nutzlos.

Wir haben unseren Rüden auch im Alter von 2,5 Jahren kastrieren lassen. Er war nie gegenüber Rüden aggressiv, aber hatte unglaubliche Probleme, sobald eine läufige Hündin in der Gegend war - frass wochenlang sehr sehr schlecht, nahm dadurch rapide ab, konnte keine Nacht durchschlafen etc. Diese u.a. gesundheitlichen Probleme haben sich bei ihm in Luft aufgelöst und läufige Hündinnen interessieren ihn überhaupt nicht mehr :pfeif:

Was ich damit sagen will, ist, dass die Kastration bei dem einen zu einer (gewünschten) Verhaltensänderung führen kann, bei dem anderen, wie auch oben beschrieben wurde, eben nicht. Beobachte ihn noch einige Wochen und sollte das Verhalten weiterhin auftauchen, mal beim Tierarzt vorstellig werden und über die chemische Kastration beraten lassen.
blonde87
 
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Re: Kastrationsfall?

Beitragvon Tarlancriel » 27.01.2012 00:59

Ich würde Dir auch erstmal zum Chip raten.
Dann kannst Du in Ruhe erstmal "ausprobieren" ob Dein Hund sich verändert und wie andere Hunde auf ihn wirken.

Es wurde schon erwähnt: Kastrierte Rüden riechen nicht mehr nach Rüde. Und nicht nur Hündinnen sind dann verwirrt(obwohl wir mit Hündinnen bisher nie Probleme hatten), sondern auch andere Rüden. Ich muss Teddy regelmäßig vor anderen Rüden "retten", weil die aufreiten wollen. So kann es unter Umständen sogar passieren, dass Dein Hund "noch" giftiger gegenüber Rüden wird.
LG Miri

Teddybär - Riesenschnauzer/Flatcoated-Mix (*12.04.1996)
Breandán vom Kaabusch - Irish Wolfhound (*01.12.2010)
Molehill County's Red Copper - Australian Shepherd (*14.04.2001)
Sally - ChowChow-Border-Kelpie-Mix (*31.10.1999)

Die Chaotentruppe in Farbe
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Re: Kastrationsfall?

Beitragvon YorkieFan » 27.01.2012 09:02

Ich würde es auch mit dem Chip probieren.
Was mich an deiner Schilderung am meisten schockt ist die Aussage das nichts schlimmes passiert ist,
na ja bisschen Blut und der andere mußte genäht werden. Meinst du das ernst, dass das nicht schlimm
ist. Wo beginnt bei dir denn schlimm?
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