Hi,
Nightstalcer hat geschrieben:@SanneB: Wo du hier im DF was von sanft gelesen haben willst weiß ich auch nicht. Ich finde es eher erschreckend wie oft doch zu Gehorsam als Allheilmittel gegriffen wird.
Also als ich vor 2,5 Jahren meine erste Hündin bekommen habe, hat man eigentlich überall nur gelesen, dass man immer alles positiv mit dem Hund machen muss etc. Dass man bei der Hundeerziehung auch mal Grenzen setzen muss und es z.B. wenn der Hund nicht hört auch mal ein bisschen unangenehm für den Hund machen sollte (damit meine ich nicht Gewalt, ich meine auch nicht Schmerzen!) wurde z.T. völlig abgelehnt. Ich erinnere mich noch an Threads, da ging es drum wie man den Hund rein durch positive Konditionierung erzieht, wo dann z.B. den Hunden mit dem Clicker beigebracht wurde dass sie nicht in die Küche gehen sollen indem man immer das rausgehen bestärkt hat etc.
Verstehe nicht was gegen Gehorsam spricht! Ist zwar nicht unbedingt ein Allheilmittel, aber allzuoft eben doch die Basis, auf der alles weitere erst aufbauen kann. Und wieder meine ich mit Gehorsam nicht Gewalt, nicht Schmerzen. Aber ich meine damit z.B. zuverlässige Abrufbarkeit.
Nightstalcer hat geschrieben:Und da kommt dann das zutage, was du selber geschrieben hast. Hunde unter einem Jahr können sämtliche Tricks, und es wird Perfektion im Alter von 10 Monaten erwartet.
Da stimme ich dir zu,kein Hund in dem Alter sollte perfekt sein müssen. Alles in Richtung Tricks, Hundesport etc. kann warten, bis man eine solide Basis in der Grunderziehung gelegt hat.
Nightstalcer hat geschrieben:Das man da zuviel verlangt sollte klar sein und wenn ein Hund eben meint, er müsse das jetzt mal "austesten" (wobei das bestimmt nicht den Grund hat, dass er Fraule jetzt mal veräppeln will) dann ist das kein Weltuntergang.
Bin mir da nicht sicher, ob in diesem Fall wirklich von dem Hund zu viel verlangt wird, dazu sind mir die Infos viel zu dürftig. So ein Urteil möchte ich persönlich mir erst bilden, wenn ich den Hund auch selbst gesehen habe.
In diesem Fall ist der Grund für das Verhalten vermutlich (wie gesagt, genau kann man es hier nicht sagen!) ganz einfach: die Pubertät

Als großer kräftiger junger Rüde willste halt mal sehen, was du alles so kannst. Genau wie mit den pubertierenden Jungs die sich dauernd zum Spaß prügeln und raufen. Man muss halt mal ausprobieren, will sich behaupten etc.
Nightstalcer hat geschrieben:Aber hier wird zu Nacken packen, unterwerfen und weiterem geraten, nur weil ein Junghund aufdreht und vermutlich damit ausdrücken will, dass irgendetwas hier nicht so ist, dass er den Kriterien standhalten kann.
Ja, genau. Ich habe durchaus auch zu am Nacken festhalten geraten. Warum? Weil der Hund einen so nicht in die Hände oder sonstwohin zwicken kann. Es geht hier nicht um beißen oder sowas, sondern eher um ein spielerisches Zwicken.
Dabei geht es nur um Festhalten. Bei vielen Hunden hiflt auch dieser Körperkontakt sehr, sie wieder runterzufahren. Es geht ausdrücklich nicht darum, dem Hund Schmerzen zuzufügen.
Letztendlich auch nicht anders wie wenn ich den Hund mit der Leine wo festbinde und dann warte, dass er sich beruhigt. Nur eben dass ich durch meine Nähe und den Körperkontakt da noch positiv drauf einwirke und der Hund dadurch schneller und besser runterkommt.
Dabei eben selbst sehr ruhig und souverän sein.
Runterdrücken oder unterwerfen würde ich in so ner Situation nicht, weil das recht häufig eine hektische, stressige Angelegenheit ist und die Situation dadurch nicht unbedingt ruhiger wird.
Ich glaube übrigens im Gegensatz zu dir auch nicht unbedingt, dass tatsächlich an der Situation irgendwas so ist dass der Hund den Kriterien nicht standhalten könnte (bzw. wahrscheinlich in dem Fall die eigenen Hormone).
lg,
Sanne