Dass ein Hund in dem Alter draussen vieles interessanter findet als sein Menschlein, hat IMHO nur wenig mit Bindung zu tun, sondern eher mit Temperament, Neugierde und Entdeckerdrang. Den Menschen kann er ja den ganzen Tag angucken, die Welt entdecken nur auf den Spaziergängen....
Bindung entsteht, wie schon erwähnt, durch gemeinsames Tun. Dazu gehören nicht nur Gehorsamsübungen und Spiele nach unseren Vorstellungen, sondern auch ein Ernstnehmen der Interessen des Hundes. Wir erwarten sehr viel von unseren Hunden: wir gehen mit ihnen an megaspannende Orte, und erwarten dann, dass sie sich hauptsächlich für uns interessieren, und die tollsten Beschäftigungen sofort stehen und liegen lassen, wenn wir sie zum 30. Mal abrufen, meist ohne in hündischer Sicht guten grund....
Für mich hört sich das wie ein völlig normaler, interessierter Junghund an, der sich durchaus an dir Orientiert und den Kontakt hält. Versuch, mehr mit Timing zu machen, ruf nicht dann, wenn der Hund grad völlig versunken ist ins Spiel mit anderen Hunden, sondern eher, wenn er sich eh nach dir umschaut. Benutze den begehrten Kontakt zu anderen Hunden als Belohnung dafür, dass er sich bei Sichtung beherrscht und hinsetzt oder dich anguckt. Baue eine interessante gemeinsame Beschäftigung auf, aber vorerst nur an langweiligen Orten, nicht gleich da, wo es 1000 spannende Dinge zu tun gibt für einen Hund.