Hecuda666 hat geschrieben:Wobei ich persönlich es auch schon ganz schön krass finde,einen drei jährigen Hund schon auf der DM zu sehen,frage mich wie man einen Hund so schnell ausbilden kann...
Mit einer 'schnellen' Ausbildung hat das nicht viel zu tun - es muss eben alles passen. Die Veranlagung des Hundes, die Einstellung des Hundes (konzentriert, nicht überdreht, führig, lernwillig, intelligent), die Einstellung des Hundeführers und das Talent, einigermaßen gut zu führen (Orientierung im Parcours, Übersicht, richtiges Timing) und das Zusammenspiel von Hund und Hundeführer (=Team) und nicht zuletzt die sehr gute Ausbildung des Hundes. Sehr gut ist die Ausbildung aber nicht, wenn man oft trainiert - das habe ich ja irgendwie versucht, rüberzubringen. Wir sind einigermaßen gut, obwohl wir fast nie Training haben.
Und ich habe mit 11 Monaten mit Emma angefangen, ohne irgendwelches Vorzeugs im Welpenalter, und Emma hat innerhalb weniger Monate einfach alle Geräte sehr schnell gelernt und begriffen. Dazu kam, dass ich unbewusst einfach fast immer richtig geführt habe und Emma es einem durch ihre Einstellung und Arbeitsweise sehr leicht macht. Wie gesagt: Es muss alles passen. Aber intensives Training alleine reicht da (leider) nicht.
Ich bin nicht per Se gegen Hundesport, ich bin nur dagegen, dass es Leute gibt, die über den Erfolg im Sport ihre Tiere/Familie/Menschlichkeit vergessen
Würdest du Agility intensiv betreiben würdest du merken, dass ein Hund nur dann erfolgreich ist, wenn der Hund als Hund entsprechend gefördert wird. Ein Hund macht im Aglity alles für den Hundeführer - das würde er aber niemals machen, wenn der Hund dem Menschen nicht 100% vertraut und gerne mit ihm zusammenarbeitet. Du kannst einen Hund nicht zwingen, freudig und gerne mit dir zu arbeiten. Ein Hund, der zuhause links liegen gelassen wird, wird niemals die Erfolge haben, die ich jetzt zB. mit meinem Hund habe.
Emma liebt mich und ich liebe sie, wir verbringen jeden Tag viel Zeit miteinander und nur sehr, sehr wenig auf dem Agilityplatz. Auch Hundeführer, die viel trainieren, kommen nur auf 2-4 Stunden pro Woche - die restliche Zeit liegt der Hund bestimmt nicht im Keller. Denn würde er es tun, würde er keine sportlichen Erfolge haben.
Agility ist viel mehr als nur das fehlerfreie Überwinden von Hindernissen. Es ist Perfektion und Harmonie mit dem Hund, das harmonische Zusammenspiel mit deinem Teampartner. Und so eine Beziehung zu deinem Hund erreicht man nicht nur durch 1x die Woche Agitraining.
Es ist schade, dass sich Menschen eine Meinung erlauben, die gar nicht im Sportgeschehen drin sind bzw. Vorurteile weiterverbreiten, die so gar nicht stimmen. 99% der Agisportler sind keine ergeizigen Menschen, die ihre Erfolge über das Wohl des Hundes stellen.
VG,
Anna