Schrullen des Alters

  • Jetzt ist es soweit.
    Bruno ist in die Seniorenklasse aufgestiegen.
    Vor zwei Wochen beim TA wegen seiner Hüftarthrose, war dieser sehr zufrieden mit der Mobilität und Lebenslust von Bruno.
    Allerdings stellte er einen beginnende Linsentrübung fest und machte mich in deutlichen Worten darauf aufmerksam, dass der Altersprozeß bei Hunden seiner Größe sehr rasch voran schreitet.


    Ja, das ist mir bekannt.
    Ich habe es bereits erlebt und würde es gern verleugnen und alle Zeit der Welt schinden.


    Seit Ende März ist Bruno langsamer geworden.
    Der gnadenlose Frühaufsteher würde jetzt oft gerne länger in der Koje liegen.
    Nichts mehr mit Familie aus dem Bett treiben.


    Ich habe den Eindruck, er will keine Kompromisse mehr eingehen,
    optimiert seine Streifzüge und will am liebsten nur seine eigene Wegplanung durchsetzen.
    Sein Liebstes, der Nachtspaziergang, egal um welche Uhrzeit, scheint ihm Unbehagen zu bereiten.
    Jedenfalls mag er nicht mehr so gerne raus.


    Nach 22.00 Uhr ist er kaum noch aus dem Haus zu bewegen.
    Spätestens um 22.30 Uhr verklappt er sich in seinen Korb und kein Besuch, kein Feuerwerk, keine Kühlschranktüre (!) bringen ihn da noch mal raus.


    Erlebt ihr mit euren Senioren auch solche Veränderungen?


    LG, Friederike

    • Neu

    Hi


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    • Hallo!


      Ja, unser Hund ist mittlerweile 11 Jahre und man merkt die Unterschiede...


      Linsentrübung ist ebenfalls da, von den Gelenken her ist er (gottseidank) ganz fit.


      Andere Hunde waren früher superinteressant und man musste immer spielen und zusammen Stöcke im Wald suchen... Hündinnen waren Göttinnen und wurden auch mal verfolgt, obwohl Frauchen dasteht und ruft wie ne Blöde.


      Das ist nicht mehr so. Hunde unter 40cm sind überhaupt nicht mehr anschnüffelstwert, andere checkt man mal und dann gehts weiter. Hündinnen, naja, werden eingehender beschnüffelt und dann gehts weiter...


      Schlafen war früher immer ziemlich langweilig, frühaufstehen angesagt. Aber heute schläft der Herr gerne mal aus und macht auch so oft ein Nickerchen.


      Auf Spaziergängen ist die Umgebung nicht mehr soooo spannend wie früher, es reicht wenn man sich ein bisschen vom Weg entfernt und nur ein bisschen vor und hinter dem Frauchen rumläuft...


      Seine 5 minuten bekommt er wirklich nur noch 5min lang, nicht mehr 50mal am Tag 15minuten lang....


      Bürsten lassen ist jetzt angenehm - früher hat man sich gewunden wie ein armer Wurm.


      Und die Katze darf nach 11 Jahren aus seinem Napf fressen. Jetzt steht sie immer parat wenn es Futter für ihn gibt.... Tja, man wird großmütig.

    • Sunny hat seine Rundgänge im Dorf darauf beschränkt, einmal um den Block und nicht mehr auf die Straße.
      Er zeigt nach wie vor an nicht an, dass es ihm übel ist oder er Durchfall hat.
      Während er sich früher darin beschränkte in Richtung Tür sich zu erledigen.
      Tut man dies so, dass es die treuen Hundebesitzer auch sehen, auch wenn Besuch da ist.
      Es kommt kein jammender Hund an, wenn wir in der Küche sitzen, sondern einer, der Hallo sagt und sich dann hinsetzt, so das man es hört und richt :kopfwand: :ops: Und Frauchen vor Peinlichkeit am liebsten versinkt.
      Es gibt Tage da ist er super lieb und sanft, es gibt Tage, wo ich den Namen "Altersturheit" in jeder einzelne Sekunde vor mich hinbrumme.
      Wenn ich über ihn drüber falle, weil er in letzter Sekunde die Richtung ändert, und er dann erschrickt, glaubt es ist eine Katze und mich anknurrt um sich dann wieder entschuldigend, mit seiner Schlapperzunge und dem Mundgeruch mir zuwendet. Da muss man doch hinschmelzen, oder :irre: .
      Er war zwar schon immer stur, aber irgendwie berechenbarer.


      Tine

    • Hallo,


      danke, und schön zu lesen wie ihr eure alten und alternden Hunden lieb habt.
      Das entnehme ich euren Beschreibungen. ;)


      LG, Friederike

    • Ich darf nicht daran denken :/ , und ich lese es ungern, wenn auch aufmerksam.


      Bei meinem "alten" Dino ist mir das nie aufgefallen, denn er hatte immer schon Arthrose und war nie der Schnellste.


      Die Krankheit riss ihn abrupt aus meinem Leben, ohne dass ich mich mit den wahren Gebrechen des Alters jemals beschäftigen konnte.
      Jetzt habe ich Angst davor und schiebe es weit vor mir her.
      Noch ist er fit, mein Bonny.
      Noch.... :hilfe: aber es geht schneller, als man damit rechnet.

    • Fritzchen ist jetzt 17. Mit Altersschrullen haben wir es seit einigen Jahren zu tun und irgendwie ist es normal geworden. :D


      Sie schläft viel und gerne, aber sie hat auch ihre Zeiten, die sie auf die Sekunde genau einzuhalten scheint. Zum Beispiel steht sie mittags pünktlich um halb vier auf der Matte und piesackt uns, dass sie in den Garten will. Klar, jetzt bei der Hitze. :irre:


      Außerdem starrt sie meinen Vater in Grund und Boden. Und der läuft deshalb Amok. :lachtot: Jeden Abend das gleiche Spielchen: Fritzchen sitzt vor der Tür und starrt ihn nur an. Irgendwann flüchtet er dann vor ihr und geht frühzeitig schlafen. :p


      Draußen laufen mag sie nicht mehr so viel. Bei der Hitze schonmal gar nicht. Dafür springt sie wie ein junger Hund verspielt um uns herum, wenn wir im Garten mit ihr sind. Und sie neckt uns, wenn wir wieder rein wollen, indem sie immer wieder wegspringt und sich nicht reintragen lässt (durch den Keller die Treppen hoch kann und darf sie nicht laufen).


      Es ist schön mit ihr und ich liebe diesen Hund absolut bedingungslos, aber manchmal bin ich schon kurz davor, die Geduld zu verlieren. Wenn sie ihre Tabletten in etwas Leberwurst morgens und abends bekommt, dreht Madame mittlerweile bei einigen Sorten (hauptsächlich bei den fettreduzierten :D ) den Kopf weg und es bedarf einer schamlosen Bettelei, dass sie ihre Wurst frisst und damit ihre Tabletten. Bei dieser Dreistigkeit könnte ich sie täglich auf den Mond schießen.


      Trotzdem: In den vergangenen zwei Jahren hätten wir sie zwei Mal beinahe verloren. Zuletzt letztes Jahr am zweiten Weihnachtsfeiertag mit einem Vestibularsyndrom. Jetzt ist man um jeden Tag und jede Stunde froh, aber es lastet auch ein unglaublicher Druck auf mir, bei dem Bewusstsein, dass jeder Tag der letzte sein könnte. Und bei der aktuellen Hitze geht es der Kleinen natürlich nicht gerade gut. Wir tun für sie, was wir können. Jeder Tag ist ein Geschenk.

    • :lachtot: Zu köstlich.
      Ja das mit den Fett reduzierten Sorten kann ich mir gut vorstellen.
      Ich mag sie auch nicht diese Light-Produkte.


      Gerade waren mit Bruno draußen.
      Der Start um 21.54 Uhr war fast schon zu spät.
      Er ist dann aber doch freudig eine kleine Runde gelaufen und Glühwürmchen gab es. Darüber bin ich immer wieder entzückt.


      Als ich meinen Beitrag geschrieben habe, habe ich geweint.
      Diese Veränderungen bringen auch so vielzusätzliche Nähe.
      Gestern kam er an mein Bett als ich schon schlief, weckte mich mit Fiepen und Schnauze stupsen.
      Ich dachte, er muss nach draußen, aber er wollte nur kurz gestreichelt werden und legte sich dann mit dem Kopf unter mein Bett und schlief ein.
      Noch nie zuvor hat er das gemacht.


      LG, Friederike

    • Hallo Friederike,


      Shelty ist auch schon fast elf Jahre alt und bei ihr macht sich der Altersstarrsinn auch bemerkbar.


      Sie hört schlecht, also nicht so wirklich, sondern es ist mehr eine Bedarfs-Taubheit.


      Im Weg stehen beherrscht sie nahezu perfekt, nächtliche Streifzüge durch die Wohnung und übers Parkett hat sie perfektioniert und jede Nacht um 4 Uhr weckt sie mich und muß mal.


      Morgens lange schlafen mag sie nicht, sie hat immer Hunger und fordert ihr Frühstück.


      Außerdem bettelt sie beim Essen, leckt mal über den Teller, wenn man nicht aufpasst, beißt von meiner Banane ab, wenn ich sie nicht hoch genug halte und fordert Spielzeiten mit Nachdruck, Kratzen und Schnappen ein.


      Sie hat ihr gutes Benehmen abgelegt, ohne lebt es sich ja auch viel angenehmer.


      Andererseits habe ich sie , seit sie 8 Wochen war, wir verstehen uns mit Blicken, wir vertrauen uns in jeder Situation, sie ist absolut verträglich mit allem, was es gibt, sie meistert jede Situation souverän. Sie kann ohne Leine laufen, sie hört, wenn es drauf ankommt, sie bleibt auf Geheiß liegen, egal was an ihr vorbeigeht.


      Dieser Hund steht über Allem, nichts bringt sie aus der Ruhe, sie ist ein wunderbarer Begleiter.


      Ich teile mein Leben mit ihr seit über 10 Jahren, sie war ein frecher Welpe, ein selbstbewußter Junghund, ein toller Kumpel für unseren Chico, sie macht mir jeden Tag Freude und ich hoffe, dass sie noch lange bei mir ist.


      Diese Partnerschaft ist über die Jahre gewachsen und kann durch nichts erschüttern, auch wenn sie inzwischen gebrechlicher wird, Medis braucht und ihre Häufchen dreist auf den Bürgersteig setzt... :lachtot:


      Jeden Tag betrachte ich diesen Hund und muß lächeln...


      Sie ist einfach mein Mädchen!

    • Hallo ihr...


      es ist wirklich schön, hier eure Beiträge zu lesen.


      Pattex ist schon ein alter Herr, er ist wohl ca. 10 Jahre alt.
      Er hat Arthrose (ausserdem Leishmaniose) und ich glaube, er sieht langsam nicht mehr so gut und vielleicht hört er auch nicht so gut.
      Er zieht sich oft zurück, mag von anderen Hunden nichts wissen und läuft auf dem Hundeplatz seine übliche Runde, um sich dann irgendwo einzukuscheln.
      Der kleine Mann ist einfach nur sympathisch mit seinen Schrullen und Macken...ich lieb ihn sehr.


      LG

    • Unser Robbi ist ja auch schon 13 Jahre alt...


      er schläft sehr sehr viel, genießt aber trotzdem die Stunden im Garten - sonnenliegen, späte Spaziergänge mag er auch nicht mehr..


      Die Linsen sind schon sehr getrübt, er hat Herzprobleme und kriegt seine Medis, die "Alterstaubheit" hat auch eingesetzt, Alterswarzen hat er jede menge bekommen - aber er ist ein so lieber und knuffiger Kerl!


      Ein paar Maroden hat er sich auch eingebürgert - hören tun wir nur noch schlecht, folgen noch schlechter - außer Frauchen wird sauer.
      Futter - die Hündin darf natürlich aus seinem Napf fressen, gar kein Problem - aber der Mops darf nicht in die Nähe kommen, und hat er auch nur einen Kaustreifen - da wird dann geknurrt.
      Er schätzt seine kurzen Spazierrunden, große brauch er nicht mehr.


      Aber ein süßer ist er und solange es ihm gut geht und er sich am leben erfreut, soll er seine Zeit genießen (und ich hoffe noch lange)

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