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Hund aus dem Tierschutz ist äußerst anstrengend - komme so langsam an meine Grenzen

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      Eigentlich ist die Übernahme, die " Rettung " des Hundes schon ziemlich planlos gelaufen.
      Für sein Verhalten schimpfen bringt gar nichts, da er nichts kennt und nichts gelernt hat. Für ihn ist sein Verhalten normal und er fühlt sich durch das Schimpfen und zurechtweisen ungerecht behandelt. Seine Erziehung muss von 0 an, in kleinen Schritten, angefangen werden, das erfordert viel Zeit, Arbeit am Hund, Konsequenz und Geduld.Der Hund versteht nicht, was du von ihm willst. Noch droht er. Wenn ihr nicht lernt zusammen zu kommunizieren, wird er bald aus unverstandener Not heraus beissen.
      Du musst dir im klaren sein, das es sehr, sehr lange dauert und er womöglich einige Baustellen nicht ablegen wird.
      Kannst du ihm die Zeit der Erziehung geben ? Ruhe, Geduld und Verständnis über lange Zeit geben ?
      Wenn nicht, dann gebe den Hund zu jemanden, der ihm das bieten kann und damit würde ich nicht lange warten.
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      Und dann kam Paula.......Paulas Bilderbuch :-)


      " Mit einem kurzen wedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangen Gerede " (Louis Armstrong)
    • Danke für Eure Antworten! Nassi, dass ihr ein Team geworden seid, macht mir Mut!

      Erstmal vorne weg, weil ich die Ausdrucksweise schon etwas harsch finde: Ich habe den Hund nicht nach München in eine Wohnung verschleppt. Ich habe zunächst zwei Monate in Jordanien mit Mira gearbeitet und sie langsam der Kette "entwöhnt". Ich bin dann mit ihr in Jordanien in eine Gartenwohnung gezogen, wo ich mich einen weiteren Monat Vollzeit mit ihr beschäftigt habe und sie weiter normalisiert habe. Daraufhin bin ich zunächst für 2 Monate zu meinem Freund gezogen, der auf dem Land wohnt und wo wir regelmäßige Spaziergänge durch die Felder gemacht haben und auch dort schon regelmäßig in die Hundeschule. Erst dann bin ich mit ihr nach München. Es ist auch nicht so, dass ich keine Erfahrung hätte, ich habe mein Leben lang bei meinen Eltern mit griechischen Straßenhunden verbracht und würde schon sagen, dass ich mehr Erfahrung mit Hunden habe, als viele andere. Es ist halt gerade die Kombination der verschiedenen Probleme.

      Zum Thema Stadtwohnung: Klar wäre ein großer Garten optimal, aber ich wohne eigentlich schon recht hundefreundlich. Direkt vor dem Haus ist ein Park mit mehreren großen Wiesen, wo ich sie mit der Schleppleine laufen lassen kann. Die Wohnung ist auch geräumig mit 3 Zimmern plus Küche und bzgl. Mitbewohner: Als ich bei meinem Freund wohnte oder wenn dieser am Wochenende zu Besuch ist, dann freut Mira sich immer total. Auch bei anderen Freunden, die sie bereits kennt. Sie ist auch nicht immer "aggressiv", sondern sie wirkt eben nur in bestimmten Situationen aggressiv und bellt dann z.B. an der Leine nur so lange, bis sie den anderen Hund z.B. anschnuppern kann. Wenn Beschnuppern möglich ist, dann schlägt sie meistens in eher ängstliches Verhalten um. Zuhause bellt sie auch nicht ununterbrochen, sondern bei Geräuschen und hört dann auch wieder auf.

      Ich gehe morgens und abends jeweils circa 30 Minuten, in denen wir zügig mit der Führleine eine relativ weite Strecke gehen. Solange keine Ablenkung in Form andere Hunde der Eichhörnchen oder Vögel in Sicht ist, klappt das auch schon ganz gut. Mittags gehe ich circa 30-45 Minuten mit der Schleppleine raus, wo ich sie dann ganz intensiv rennen lasse und mit ihr spiele oder sie manchmal mit anderen Hunden tobt. Nur wenn sie dann wieder austickt und beginnt, wie wild an der Leine zu zerren oder sich ihre "Energie" dann auch gegen mich richtet und sie mich immer wieder ganz heftig anspringt, dann breche ich meistens ab und gehe wieder rein. Nachmittags gehen wir eine kurze Pieselrunde oder versuchen es nochmal länger mit der Schleppleine. Wenn Mira zwischendurch anzeigt, dass sie raus muss, gehen wir auch kurz raus. Am Wochenende ist immer 2 Stunden Hundeschule mit anschließendem Spielen und wir machen auch immer mal wieder längere Ausflüge in die Natur.
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    • Mach bitte weniger mit dem Hund.
      Er muss erstmal ankommen und sicher werden. Mach nur 2 mal am Tag kurze Gassi-Runden und sonst nur kurz zum Lösen raus. Am besten immer die gleiche Strecke gehen und das möglichst ruhig.
      Wenn du die Möglichkeit hast, an sehr ruhige Orte zu fahren, dann mach das und gehe dort mit viel Ruhe mit deinem Hund spazieren. Viel schnüffeln lassen und einfach die Ruhe genießen.
      Dinge, die deinem Hund angst machen oder bei ihm Stress auslösen, werden erstmal großzügig umgangen (wenn möglich).
      Du musst deinem Hund zeigen, dass du ihn verstehst und ihm die Möglichkeit gibst, sich aus blöden Situationen jeder Zeit entfernen zu können bzw. ihn gar nicht erst in solche Situationen bringen.
      Zu Hause würde ich auch nicht viel machen. Viel Ruhe und Entspannung und noch viel mehr Ruhe. Lass deinen Hund freiwillig zu dir kommen und zwinge nichts auf.
      Man neigt leider dazu, zu viel mit dem Hund machen zu wollen und erreicht damit eigentlich genau das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen möchte.
      Und was auch wichtig ist: gib dem Hund so viel Zeit wie er braucht.
      Falls du dir das nicht zutraust, schaue dich nach jemandem um, der Erfahrung mit solchen Hunden hat und gib ihn, wenn nötig, in gute Hände ab.
      Falls es dir möglich ist, suche jemanden, der sich mit Deprivationshunden auskennt.
      Wie hier auch schon erwähnt wurde, kann auch ich dir die Seite angsthund.de und deren Forum ans Herz legen.
    • Klar habe ich darüber nachgedacht, sie wegzugeben. Aber erstens kann ich mir kaum vorstellen, dass jemand einen so schwierigen Hund nimmt. Und zweitens ist Mira sehr auf mich fixiert. Sie ist ja auch nicht rund um die Uhr schwierig, sondern kann auch ganz lieb sein. Jeden Morgen kuscheln wir erstmal ausgiebig, sie ist auch entspannt, wenn sie z.B. Kauknochen hat oder liegt auch so immer wieder eine Weile schlafend in ihrem Bett.
      Insgesamt ist sie mir natürlich auch ans Herz gewachsen.
      Fremden gegenüber ist sie eher ängstlich zurückhaltend. Also sie lässt sich nicht gerne streicheln, nimmt keine Leckerlies von Fremden und streubt sich, von Fremden an der Leine geführt zu werden.
      Ich müsste sie also zwingen, bei jemand anderem zu bleiben.
    • Elenase schrieb:

      Nur wenn sie dann wieder austickt und beginnt, wie wild an der Leine zu zerren oder sich ihre "Energie" dann auch gegen mich richtet und sie mich immer wieder ganz heftig anspringt, dann breche ich meistens ab und gehe wieder rein.
      Das sin Anzeichen von Stress.
      Liebe Grüße von mir und Dackelmädchen Sina ☆07.09.2016☆

      Hier geht`s zu unserem Thread:
      Mein Schicksalshund Sina

      Im Herzen:
      Rauhaardackel Tamy, Langhaardackel Benny, DSH Una, DSH Falko, DSH Eyka, DSH Dorli
    • Elenase schrieb:

      Erstmal vorne weg, weil ich die Ausdrucksweise schon etwas harsch finde: Ich habe den Hund nicht nach München in eine Wohnung verschleppt.
      Ja aber auch dann..was hast du erwartet? Der Hund hat jetzt schon so viele Zwischenstationen gemacht, ist nirgendwo richtig angekommen. Solche Hunde brauchen Monate bis ein Jahr, bis sie absolut richtig irgendwo zu Hause sind und das KANN bis jetzt mit dem vielen Hin und Her noch gar nicht passiert sein. Du bist jetzt die einzige Konstante in seinem Leben und verhältst dich trotz deiner Erfahrung nicht optimal und nicht so wie der Hund es jetzt braucht. Niemals Schimpfen, nicht soviel Programm (2 Std Hundeschule am Stück - Hui!), nicht so viele Hundekontakte mit wildem Spiel, kein Ball spielen etc. Du drehst den Hund total auf und wunderst dich dann, dass er austickt.
      Der Hund braucht einen routinierten Alltag, wenig Programm, einen ruhigen Rückzugsort und ganz viel Zeit und Geduld um anzukommen bei dir und im Leben.
    • Die Hundeschule ist immer eine Stunde Training und eine Stunde spielen, wo Mira auch meistens gerne mit den Hunden rennt. Ich dränge mich ihr auch nicht auf, sondern lasse sie kommen (z.B. morgens kommt sie immer zu mir zum kuscheln). Ich schimpfe sie auch nicht für jede Kleinigkeit, aber gewissen Regeln (die zum Teil auch schon mal lange eingahalten wurden) sollten schon eingehalten werden und da finde ich, muss man dem Hund nicht alles durchgehen lassen. Klar war das Stress pur für Mira mit den ganzen Zwischenstopps, aber es gab keine andere Möglichkeit zumal die Einreisebestimmungen für Hunde aus Nicht-EU auch sehr streng sind und ich ihr keine Quarantäne zumuten wollte. Von daher war unser Weg noch der best mögliche. Man muss dazu sagen, dass Tiere in Jordanien grundsätzlich sehr schlecht behandelt werden und es vor Ort keine Möglichkeit gegeben hätte, ihr ein schönes Zuhause zu ermöglichen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Elenase ()

    • Elenase schrieb:

      Fremden gegenüber ist sie eher ängstlich zurückhaltend. Also sie lässt sich nicht gerne streicheln, nimmt keine Leckerlies von Fremden und streubt sich, von Fremden an der Leine geführt zu werden.
      Ich müsste sie also zwingen, bei jemand anderem zu bleiben.
      Wenn sie nicht gestreichelt werden möchte, dann ist das so und sollte akzeptiert werden. Auch wenn es schwer fällt. Leckerlis müssen von Fremden auch nicht angenommen werden. Wenn Fremde Leckerlis geben wollen, dann einfach die Leckerlis langsam zu ihr hinrollen lassen. Dabei wird sie aber nicht beachtet.
      Wir haben hier ja auch einen Angsthund sitzen (allerdings nicht so stark wie bei deinem Hund) und wir haben uns 2 Personen aus unserem Familien- und Freundeskreis gesucht, die sich zutrauen mit unserem Hund klar zu kommen. Wir haben dann ganz langsam Vertrauen zwischen den beiden und unserem Hund aufgebaut. Somit haben wir für Notfälle 2 Personen die mal auf ihn aufpassen können. Andere Fremde Leute sind aber noch immer total doof.

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