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Rettungshundearbeit mit kleinem Hund

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      bad_angel schrieb:

      Dann bedenkt aber das es sehr wohl Hunde gibt die auf das clicken reagieren und sogar unbewusst konditioniert werden.
      Klappt übrigens auch beim Hundeführer der sich darauf verlässt statt seinen Hund zu lesen. Einfach mal sinnlos klicken und schauen was der Hundeführer daraus macht.
      Keine Sorge, das wird schon bedacht - erstens wird erst geklickt, wenn der Hund schon wieder weggelaufen ist von der Versteckperson, und zweitens bekommt nicht immer der Hundeführer das zweite Funki, sondern zB der Ausbilder und hört mittels Kopfhörer mit. So kann der HF nicht hören, obs geklickt hat, und entscheidet erst, ob das ne richtige Anzeige ist (anhand Körpersprache etc.), sagt das dem Trainer, und wenn der zustimmt, dann kann er richtig reagieren. Das muß natürlich schnell gehn, klar :-)

      Aber immer brauchts das auch net - geht ja erstmal darum, daß der Hund echt dort war (also die Aufgabe Freiverweisen kapiert und zuverlässig ausführt) - und solange das geübt wird, kann der HF ruhig Bescheid wissen. In der Zeit lernt er nämlich dadurch, am Hund zu erkennen, ob der echt dort war und überzeugend anzeigt, und wie´s aussieht, wenn er Fehlanzeigen macht oder nur "irgendwo in der Nähe" der Versteckperson war, oder er einfach nach längerer Suche mal ne Anzeige "probiert", weil er einfach nimmer weiter suchen möchte. Und erst später dann wird nur noch dem Trainer das Funki gegeben, sodaß der HF sich net am Clicken festhalten kann, sondern wie im Einsatz später auch erkennen muß, ob das ne richtige Anzeige ist. Und halt ab und an zur Kontrolle, auch wenn der Hund schon geprüft ist, wird auch wieder mit Funki gearbeitet, bzw. wenn die Versteckperson sagt, der Hund wäre nicht ganz dran gewesen oder so im Training, dann eben zum Auffrischen.

      Normalerweise brauchts zumindest am Anfang aber kein Funki, weil der Hund anfangs noch ein kleines Begrüßungsleckerli bekommt beim Ankommen, bevor er wieder zurückdüst - und solange die Hunde das kriegen, gehen sie normalerweise schon zuverlässig ganz hin. Und sobald diese Hilfe abgebaut werden soll (wenn Hundi net von sich aus schon aufs Leckerlinehmen verzichtet, weil er zurückdüsen möchte), wird halt dann erstmal mit Funki gearbeitet, um sofort eingreifen zu können, sollte der Hund zu "schlampern" anfangen und nimmer ganz hingehen o.ä.

      Man kann ja zb auch, wenn der Hund sowas zeigt, daß er nicht mehr ganz hingeht, wieder ne Weile Begrüßungsleckerli anbieten (evtl. wurde das dann zu früh abgebaut), sodaß das Funkgerät nur dazu dient, festzustellen, daß er nicht mehr ganz rangeht, nicht aber fürs Training selbst).
      LG,
      BieBoss
      _______________________________
      Biene - Zwergpudel-Pinscher-Mix, *7.02.2007
      Bossi - Dt. Jagdterrier-Foxterrier-Mix, *4.06.2006
      Frieda - Dt. Jagdterrier, *~5.02.2001
    • Ich melde mich hier mal wieder mit meinem Rettungszwerg-Azubi.

      Nach recht viel Frust bei letzten Seminar war an diesem Wochenende umso mehr Grund stolz auf Smilla zu sein.
      Das Problem, das sich beim letzten Seminar sehr stark gezeigt hatte war Smillas Abneigung gegen Brennnesseln (ich habe dazu in einem anderen Thread ausführlicher geschrieben). Smilla war damals an der Aufgabe völlig gescheitert durch ein moderat bewachsenes Feld junger Brennnesseln zum Opfer zu gelangen.

      Wir haben danach viel Motivationsaufbau betrieben: angereizte Suchen, kurze Suchen, eher mal Variationen in den Opferbildern (Hochopfer, versteckte Opfer etc.). Völlig zugewuchertes Gebiet haben wir eher gemieden und direkt beim Opfer war nie etwas pieksendes oder brennendes.
      Dann haben wir uns langsam dem Brennnesselthema genähert. Wir haben angefangen in Brennnesseln zu starten und zwar erstmal so, dass Smilla mit einem beherzten Sprung da heraushüpfen kann. Außerdem haben wir nach und nach auch wieder stärker bewachsenes Suchgebiet mit reingenommen. Am Opfer ist weiterhin nichts Unangenehmes!

      Und was soll ich sagen:
      Die gleiche Trainerin, die beim letzten Mal etwas bezweifelt hat, ob unter den gegebenen Umständen eine Rettungshundeausbildung überhaupt sinnvoll ist, konnte ich voll von Smilla überzeugen.
      Sie hat toll gearbeitet, hat sich selbstständig weiträumig gelöst und ist mit ordentlichem Tempo durchs lichte Unterholz. Die Anzeigen kamen prompt und kernig und sie hatte offensichtlich großen Spaß.
      Selbst ein Teilnehmer mit sehr talentiertem Mali hat sie mit Augenzwinkern einen Mini-Mali genannt.

      Inzwischen bin ich wieder recht zuversichtlich, dass sie in den meisten Waldgebieten einsatzfähig sein wird (bei der Prüfung brauchen wir dann vielleicht etwas Glück). Bei großen Brennnesselfeldern werden wir dann unseren haarigen Dampfwalzenkollegen den Vortritt lassen...
      Kito, spanischer Mix, 18 kg, geb. ca. März 2010
      Smilla, spanischer Mix, 6,5 kg, geb. ca. März 2012
      Sumi, Border Collie, geb. 6. März 2016

      Bilder von Sumi, Smilla, Kito und ihren Freunden:

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    • Wir hatten am Sonntag ein sehr schönes Nachttraining im verschneiten Wald. Die erste Runde war noch bei Licht und Smilla zeigte, dass sie gut drauf ist und nach der Weihnachtspause richtig Lust hat.

      Dann war das letzte Tageslicht weg und wir sind in ein "frisches" Stück Wald gefahren. Zum Glück schien der Mond schön durch die Bäume.

      Meine Sorgen bei der Nachtsuche:
      - Plötzlich auftauchendes Wild (klar gibts das tagsüber auch, aber bisher hatte ich Glück). Smilla ist eine Sichtjägerin, sie bleibt zwar nie lange weg, aber es wäre schon sehr blöd, wenn sie anfängt lieber nach Wildspuren zu suchen als nach Menschenduft. Und nachts finde ich das irgendwie noch unwägbarer.
      - Unsicherheit durch Schattengestalten und pendelnde Taschenlampenlichter. Bisher haben wir sowas einfach noch nicht erlebt und ich wusste nicht sicher wie sie reagiert.

      Und dann gabs auch noch ne neue Suchtaktik für uns. Ich bin parallel zum Weg ca. 20 Meter im Wald gelaufen und ein Helfer mit Licht auf dem Weg. Smilla habe ich dann abwechselnd rechts tiefer in den Wald und links Richtung Weg geschickt - Wind kam schwach von vorne.

      Smilla war so toll! Sie hat fleißig gesucht und sich prima lenken lassen. Die ersten 150 Meter waren wir voll im Flow und dann...

      ...kam das Reh!

      Das lief höchstens 15 Meter vor mir von rechts nach links und Smilla im Spurt hinterher. Die Helferin auf dem Weg hatte sich schon zum Sprung bereit gemacht um Smilla azufangen, wenn sie hinter dem Reh den Weg kreuzt.
      Ich habe einen lauten Abbruchschrei gebrüllt und Smilla ist prompt stehengeblieben und auf fröhliches Rufen zurückgekommen.
      Dann war sie erstmal etwas durch den Wind. Ich wollte sie sofort wieder zur Suche ansetzen, aber sie war offensichtlich in Gedanken noch woanders, hat dem bereits verschwundenen Reh hinterher geschaut und dann alarmiert die beleuchteten Helfer auf dem Weg angebellt.
      Also erstmal zurück auf den Weg, geklärt, dass wir die Leute kennen und sie ungefährlich sind und dann weiter.

      Sie hat glücklicherweise dann doch wieder in die Suche gefunden - etwas verhaltener als vorher - und schließlich das Opfer brav angezeigt.

      Ich war sehr stolz auf den Zwerg!
      Kito, spanischer Mix, 18 kg, geb. ca. März 2010
      Smilla, spanischer Mix, 6,5 kg, geb. ca. März 2012
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    • BieBoss schrieb:

      Klasse!! :-) Freut mich für Euch!

      Aber: warum laßt Ihr den Hund bei Wind von vorne suchen? Die arbeitet sich doch tot.......

      Weil wir den Weg als Orientierungshilfe nutzen wollten.
      Der Wind kam quasi direkt vom Opfer ganz sacht auf uns zugeweht, so schlimm fand ich das jetzt nicht. Bei Tageslicht bzw. in der Prüfung hätte ich sicher ne andere Suchtaktik gewählt, aber hier ging es ja auch um das Prinzip der Nachtsuche mit Helfer auf dem Weg.
      Alles in allem dauerte die Suche vielleicht 10 - max. 15 Minuten.
      Kito, spanischer Mix, 18 kg, geb. ca. März 2010
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    • Ah ok - trotzdem: wenn das Opfer 3 Meter außerhalb von der Gehschneise, in der Ihr gelaufen seid, gelegen hätte, wärt Ihr dran vorbei, weil die Witterung geerade an Euch vorbeigezogen wäre (Annahme: der Wind weht echt stur geradeaus). Is ja net schlimm, wenn man dann nochmal dran vorbeikommt von der andren Seite (also im Training, weil kein Zeitdruck) - aber für den Hund halt wesentlich mehr Laufarbeit, als wenn man quer zum Wind sucht.

      Nutzt Ihr für die Suche kein GPS? Mit den Dingern kann man sich auch im Dunklen super orientieren im Wald, sieht, wo man schon war, und kann daher trotz Finsternis eine (für den Hund und ein schnelles Auffinden) ideale Suchtaktik fahren.... Man sollte sich zwar netimmer drauf verlassen (kann ja mal keinen Empfang haben), also bissel grundsätzliche Orientierung, wo der nächste Weg ist, schadet nie *gg - aber so lang´s funktioniert, genial! Darfst sogar auf Prüfungen nutzen (auf Nachfrage bei meiner letzten erfahren).

      Aber stimmt schon - ohne GPS würde ich mich auch nicht allzuweit ins Gelände wagen, da kann man manchmal gar net anders. Manchmal arbeiten wir dann im Einsatz mit 2 Helfern: einer auf dem Weg, ein weiterer im Gelände, der sich an diesem orientiert, und der Hundeführer mitten im Gebiet, wie es halt für den Hund am besten ist. Aber 2 Helfer zu haben ist schon Luxus bei uns derzeit, weil wir mehr ausgebildete Hundeführer haben als Helfer *gg Aber für sowas kann man sogar Feuerwehrler nutzen *ggg
      LG,
      BieBoss
      _______________________________
      Biene - Zwergpudel-Pinscher-Mix, *7.02.2007
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      Frieda - Dt. Jagdterrier, *~5.02.2001
    • Ja, für irgendwas ist die Feuerwehr eben auch zu gebrauchen :D
      (Vorsicht: Späßchen!)

      Uns wurde dringend geraten uns in Prüfungen nicht aufs GPS zu verlassen, weil dann die Prüfer schonmal sagen, dass der Akku leer ist und mans dann wegstecken muss. Ein Gerät haben wir in der Staffel, aber in letzter Zeit haben wir oft ganz klassisch Karte-Kompass geübt.
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      Sumi, Border Collie, geb. 6. März 2016

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    • Ah ok... Ist auch sehr praxisrelevant - die Batterien gehn immer dann leer (oder der Empfang weg!), wenn man es so mitten im Nirwana überhaupt nicht gebrauchen kann *gggggg Daher schlepp ich immer Ersatzbatterien mit rum, für Taschenlampe, für GPS, etc..... Und mindestens 2 Taschenlampen, damit ich zum Wechseln der Batterien der ersten Lampe Licht habe.

      Muß aber gestehen, meist ist deutlich genug das Gebiet begrenzt, sodaß mans auf Prüfung nicht braucht. Meine kürzeste war die, bei der ich nach 6 Minuten 42 Sekunden das 2. Opfer gefunden hatte *lach...... Die waren beide an derselben Suchgebietsgrenze gelegen, halt bissel versetzt, keine 30 Meter rein, und der Wind wehte stetig raus.

      Hab aber auch schon die volle Zeit gebraucht - ist also nicht Standard *gg
      LG,
      BieBoss
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      Frieda - Dt. Jagdterrier, *~5.02.2001

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