Hallo ihr Lieben,
gestern wurde meine Hündin von einer anderen Hündin ziemlich heftig verprügelt.
Wir waren zum ersten Mal mit der hier ortsansässigen Hunde-Runde unterwegs und den genauen Auslöser der Klopperei habe ich nicht mitbekommen, weil es in meinem Rücken losging. Eigentlich hatte sich der Spaziergang gut angelassen, es waren auch nicht alle Hunde völlig fremd, die meisten kannten Lotta und ich schon von anderen Spaziergängen.
Jedenfalls war auch eine Labradoodle-Hündin mit dem ungefähr 13jährigen Sohn ihrer Familie dabei. Ich hatte über diese Hündin im Vorfeld bereits gehört, dass sie "Probleme mit kleineren Hunden" habe, aber ich hatte das anscheinend unterschätzt (immerhin läuft sie in dieser Gassi-Gruppe mit und da sind auch zwei wirklich kleine Hunde dabei - ich hab mir gedacht, so schlimm kann es dann ja wohl nicht sein).
Diese Hündin stürzte sich jedenfalls mit viel Getöse auf meine Hündin (Dackel-Terrier-Mix, mit ungefähr 30 cm Schulterhöhe eben ein kleiner Hund) und irgendwie lief das Ganze von vornherein schief. Obwohl meine Kleine sich ziemlich prompt unterwarf, auf dem Rücken lag und jämmerlich quiekte, ließ die Große nicht von ihr ab. Sofort mischten sich noch zwei weitere Hündinnen ein, die anscheinend auch mal draufhauen wollten, glücklicherweise ließen die zwei aber auf energischste Rückrufe ihrer Besitzer hin meine Hündin in Ruhe, die immer noch am Boden lag. Ich konnte überhaupt nicht so schnell reagieren, wie das alles von sich ging. Im nächsten Moment war meine Hündin wieder auf den Beinen und floh im gestreckten Galopp über die Hundewiese Richtung Ausgang. Die Labradoodle-Hündin, die das Ganze auf die Spitze treiben wollte, verfolgte meine Hündin noch über mindestens 200 m und versuchte mehrfach, ihr in den Rücken zu beißen, was aber glücklicherweise nicht gelang. Die gesamte Klopperei dauerte vermutlich nicht mal ganz eine Minute, war aber mit Abstand das Heftigste und Unfairste, was ich mit meiner Hündin bis jetzt erlebt habe. Der 13jährige Junge hatte zwar die ganze Zeit nach seiner Hündin gerufen, darauf hat sie aber überhaupt nicht reagiert. Ein anderer Hundebesitzer aus der Runde hatte ihr sogar noch seine Leine vor den Latz geknallt, als sie zur Verfolgung ansetzte, aber auch das hat sie nicht im Mindesten gestört.
Ich hab dann jedenfalls meine Hündin eingesammelt, die zum Glück bis auf eine Hautabschürfung am Rücken unverletzt geblieben war. Sie war vollkommen verstört, zitterte und wollte nur noch nach Hause. In die andere Richtung ließ sich zunächst gar nichts machen, bis mich eine Bekannte mit ihrem Hund abgeholt hat. Meine Lütte und ihr Rüde sind Kumpels und wir sind dann die Runde noch zu Ende gegangen. Die anderen Hundebesitzer gingen ungefähr 100 m vor uns weiter, die Krawall-Hündin war dann für den Rest der Zeit an der Leine. Meine Hündin sträubte sich mehr oder weniger durchgehend und wollte absolut nicht mehr hinter den anderen her gehen. Ich wollte aber auch nicht einfach umdrehen und nach Hause gehen, weil ich Sorge hatte, dass meine Hündin die ganze Hundewiese als "gruselig" verknüpft. War jedenfalls eine total besch***ene Situation, weil das Fazit für meine Hündin eben war:
- wenn ich mich unterwerfe werde ich weiter verprügelt, und
- Frauchen kann mich nicht beschützen.
Mit den Besitzern der Labradoodle-Hündin konnte ich nicht sprechen, mit dem Jungen ergab sich dazu leider keine Möglichkeit mehr (es interessierte ihn scheinbar auch nicht die Bohne, ob meine Hündin verletzt war oder nicht) und die Eltern kenne ich nicht. Mit den anderen Leuten aus der Hunde-Runde ergab sich auch kein Gespräch mehr, weil ich mit meiner Hündin gar nicht mehr nah genug an sie herankonnte und ich auch im ersten Moment nur froh war, die Wiese zu verlassen.
Heute war ich mit Schleppleine und Leckerli bewaffnet wieder auf der Hundewiese und hatte mich zusätzlich mit Lottas bester Hundefreundin und ihrer Besitzerin verabredet, damit auf der Wiese was Tolles passiert. Schon der Hinweg war katastrophal, Lotta blieb schon an der ersten Weggabelung stehen und wollte nicht weitergehen. Ich hab sie dann für jedes Trippelschrittchen übertrieben gelobt, bis wir irgendwann auf der dämlichen Wiese standen. Im Spiel mit ihrer Kumpeline war dann auch schnell alles vergessen, bis plötzlich - ich hab hab auch gedacht soviel Pech kann man gar nicht haben - wieder diese Krawall-Hündin auf uns zugedonnert kommt. Diesmal weit und breit kein Besitzer in Sicht. Ich hab diesmal aber besser reagiert und die Hündin abgefangen und festgehalten, Lotta war in meinem Rücken in Deckung gegangen und lief einen großen Bogen und dann auf den Heimweg zu. Diesmal allein durch den Anblick der anderen Hündin völlig am Ende. Schöner Mist, so sollte das natürlich nicht laufen.
Glücklicherweise konnte dann aber meine Freundin mit der Besitzerin sprechen (die sich in einigem Abstand auch auf die Wiese bequemt hat), was bei dem Gespräch genau herausgekommen ist weiß ich allerdings noch nicht. Ich bin direkt nach Hause gegangen, nachdem ich meine Hündin wieder eingesammelt hatte und meine Freundin muss heute abend ihre Family managen, wir sprechen da morgen im Detail drüber.
Ich brächte jetzt am Besten ein paar Ratschläge, wie ich mit der Situation umgehe. Natürlich kann ich diese Wiese vorerst meiden, aber ich befürchte, dass Lotta dann irgendwann gar nicht mehr dorthin gehen mag. Außerdem habe ich Angst, dass sie diese schlechte Erfahrung jetzt auch auf andere fremde Hunde überträgt, die ersten Anzeichen waren heute auf jeden Fall da. Also... was mach ich jetzt? Mit meinem Hund, mit den anderen Besitzern...
Sorry, dass das jetzt so lang geworden ist, aber es tut gut, sich sowas mal von der Seele zu schreiben. Ich freu mich über Antworten und Hilfestellungen, Danke!







