Also unser Problem ist/war primär die Leinenaggression und sekundär die Aggression gegen Menschen. Bei einzelnen Personen (temporär bei allen) ist Max ziemlich abgegangen.
Nach der ersten Stunde sollten wir 2 Wochen unseren Hund mehr Frusttoleranz beibringen. Kennt ihr die DVD (Persönlichkeit statt Leckerlie), Ablauf ähnlich wie dort, nur das unser Hund zuhause null Probleme machte, sprich er lief nicht hinter uns her, hat seine Regeln und ist zuhause ein Hund 1+ mit Sternchen. Diese Regeln (das Altbekannte) sollten wir durcheinander bringen. Sprich wir sollten für uns mehr Raum einnehmen und für ihn unberechenbarer werden. Dazu gehört ihn unter anderem mal ne Weile in einem anderen Raum anzubinden, ihn mal für 10 Minuten aus dem Bett zu schicken und dann wieder reinzuholen. Oder .. er frißt z.B. nur auf Freigabe ... selbst das haben wir geändert, wir haben ihm z.B. sein Fressen hingestellt und haben dann erstmal ne Runde ums Haus gedreht ... insgesamt hat er das alles sehr gut und ohne großes murren angenommen aber es hat ihn schon sehr verwirrt.
Der Folgetermin nach 2 Wochen beinhaltete dann, dass er sich mehr an uns orientieren soll (Details schreibe ich hier nicht, denn das ist nichts zum nachahmen ohne entsprechende Anleitung). Max ist leinenführig ... ABER ... nur solange wir z.B. nicht in einem gut riechenden Gebiet unterwegs sind, da er sehr jagdorientiert ist und die Hundeschule Hundeleben liegt in einem landschaftlich absolut genialen Gebiet ... auch für Jäger

. Jetzt läuft er auch in solchen Gebieten einwandfrei und orientiert sich nach uns.
Die Leinenaggression selber wurde in dem Sinne nicht angegangen, da diese sich von der Zeit alleine geben wird. Bis dahin entscheidet Max selber was er tut. Sprich es ist seine Entscheidung, ob es für ihn besser ist sich in die Leine zu werfen oder ordentlich neben mir zu laufen. Wenn er sich in die Leine wirft, dann gehe ich nur mit der Leine mit und laufe kommentarlos weiter.
Die Menschenaggression hat sich in den letzten 3-4 Wochen so massiv geändert, ohne das direkt an ihr gearbeitet wurde (nur aufgrund der Änderungen im Umfeld und der Erhöhung der Frusttoleranz), dass wir jetzt an mehreren Leuten vorbeikommen (früher wollte er alle "wegsnacken") ohne das er drauf abgeht. Bei einzelnen geht er immer noch drauf ab.
Die Methodik die uns hier zur Lösung angeboten wurde war sehr effektiv, mehr als effektiv aber wir kommen nicht mit klar und verzichten deshalb drauf. Wir wollen jetzt am 19ten nochmal hin und eventuell eine Alternative erarbeiten die weniger körperlich ist

.
Solange arbeite ich hier in Richtung "HTS" mit körperlichen abdrängen, dass er nicht nach vorne geht, sondern sich zurücknimmt. Funktioniert ganz gut aber eine richtig schwierige Situation hatte ich da auch noch nicht.
Wie Krümelmonster schon schreibt... so ist es auch bei mir. Mit der Grundidee hinter dem System kann ich mich absolut identifizieren ... aber nicht mit allem. Die meisten rennen dann wieder aus der "nicht perfekten" Hundeschule weg aber ich denke ich habe einen Mund und kann äußern, dass ich nicht damit klarkomme und ob es einen Plan B gibt. Wichtig ist für mich, dass das System funktioniert und das ich den Sinn dahinter begreife.
Sehr gut fand ich hier auch, dass die Trainerin sich immer erkundigt hat, ob die Vorgehensweise für uns klar ist, ob wir mit der Vorgehensweise klarkommen oder ob wir Schwierigkeiten damit hätten, dass man eine Alternative angehen kann. Sie fragte sogar nach dem ersten Training, ob Max sich wundlecken würde (er ist ja ein Dobermann-Mix und Dobis neigen ja zu dem Verhalten, so leider auch unser Hund bei Veränderungen). Leider ist es auch so, dass er das nach der letzten Stunde angefangen hat, weshalb wir einen Schritt zurück gegangen sind. Sie meint, dass wäre absolut richtig gewesen, es zeigt aber auch, dass sich in seinem Kopf was tut, dass viel in ihm vorgeht. Deshalb habe ich die Stunde mit dem Plan B auch weiter nach hinten gelegt. Ich denke insgesamt war es zuviel Veränderung für Max. Wir arbeiten jetzt weiter mit dem was wir an der Hand haben und das kann sich erstmal verfestigen. Wir haben 10 Monate mit "schau" und ablenken über Leckerlie, mit Kreise laufen und null Erfolg "vergeudet", da werden wir jetzt nicht anfangen Wunder von jetzt auf gleich zu erwarten. Es ist so, dass wir an Max sehen, dass es funktioniert und das er sich verändert (zum positiven) und das ist für uns das was zählt.
Wenn wir mit den Problemen durch sind, dann wollen wir im Frühjahr/Sommer seine Jagdleidenschaft angehen. Ist zwar kein Problem was uns ernsthaft belastet aber wir fühlen uns dort wohl und wenn es verbessert werden kann, warum sollte man es nicht angehen.