Alexxx hat geschrieben:Bei mir ist es eigentlich eher umgekehrt und ich muss erst was mit dem Hund machen, damit er danach die nötige Ruhe hat um bspw. Fuß zu gehen etc.
Mir ist durchaus klar, dass man auch vieles negative antrainieren kann, jedoch wollte ich ihm eigentlich nur die Möglichkeit geben vollkommen zufrieden und ausgelastet zu sein. Ich habe auch nicht immer Lust mit ihm zum SD zu fahren, mache es aber, da ich dachte es sei gut für ihn und er hat da sein Druckablassventil was ihn dann insgesamt ruhiger werden lässt.
Mittlerweile bin ich auch beinahe davon überzeugt, dass das halten der Zuckerrübe, des Tanzenzapfens etc. eine Aufforderung zum Spiel ist. Eben waren wir auf dem Feld für ca. 20 Minuten und auf dem Rückweg nahm er ein Stück Zuckerrübe auf und versuchte ständig den Blickkontakt zu mir herzustellen, ich bin aber nicht darauf eingegangen und er ließ sie nach ein paar Minuten wieder fallen.
also könnte es tatsächlich so sein, wie ich vermutet habe. wenn du natürlich darauf eingehst, hat er das was er wollte: deine aufmerksamkeit
hunde durchschauen uns sehr schnell.Ich kenne ihn mittlerweile wirklich gut und weiß, dass er täglich irgendwas machen muss und sei es einfach nur was rennen, sonst ist er sehr aufgedreht, auch zu Hause.
das soll und muß dein hund auch. manchmal meint man es aber zu gut mit dem jungen gemüse.
Alexx, es kamen hier bereits kompetente aussagen zum thema beutetrieb/aggressionsverhalten und zum thema "spielen" mit Hunden. Niemand will Dir hier etwas böses. Du bist aber ein Neuling auf diesem Gebiet und Dir stehen viele erfahrene User gegenüber, die gewiss nichts böses wollen, sondern Dich darüber aufklären möchten. Wie Night bereits schrieb: diese hunde bringen das Beißen und Halten anlagentechnisch mit, das können die von geburt an und der schwerpunkt in der erziehung sollte erstmal auf andere dinge gerichtet werden. eine zuverlässige ausgabe muß erarbeitet werden und der hund sollte die möglichkeit dazu haben, ruhe zu lernen- auch ich finde euer programm für einen 9 monate alten leistungshund etwas heftig. mal ein vergleich: mein Mali-Mix hat in dem alter noch gar nix gemacht. Er hat seinen alltag kennengelernt und das wars auch schon. Als seine Ausbildung begann (mit einem Jahr) haben wir auch net länger als 3-10 Minuten geübt (Beutespiele)- dann trug mein hund seine Beute vom Platz und gut war. Zu hause üben wir heute auch nicht länger als maximal 20 Minuten täglich (zwei einheiten über den tag verteilt). Der Beutetrieb bzw das Beutestreiten ist für einen Hund sehr ermüdent. Auch hier würde ich rechtzeitig aufhören. spazieren gegangen sind wir in dem alter "nur" 1-1,5 Stunden. Das hatte für ihn gereicht. Klar wollte er mehr- aber ich entschied, dass es genug für ihn war. Nach seinem 1,5 Lebensjahr begann ich langsam, unsere Gassigänge auszudehnen- heute sind wir in der regel 3-4 Stunden täglich unterwegs, er ist jetzt körperlich ausgewachsen und kann entsprechend mehr machen.
was bringt es denn, wenn ein hund körperlich sowie geistig total erschöpft ist. Das bringt dem Hund nix und Dir bringt es als Ausbilder auch nix. Es sollte eigentlich so laufen: Dein Hund wird beschäftigt und du hörst dann auf, wenn es am schönsten für ihn ist. Seine Erwartungshaltung ist noch vorhanden- er möchte mehr- lernt aber das "abschalten" was in der arbeit wichtig ist (muß mit Frust klarkommen). Wenn Du ständig etwas mit Lennox machst, züchtest Du Dir einen Hund heran, der irgendwann immer mehr will und immer unruhiger sowie gestresster wird. die gefahr ist halt, dass du ihn statt forderst- überforderst und sich das ganze in unschönen dingen bemerkbar machen könnte (unruhe/Zerstörungswut/Suchtverhalten etc).
mir wäre gerade später für den SD- ein hund wichtig, den man "an" und "ausknipsen" kann. der spaß an der arbeit hat. den man aber auch ohne probleme über den gehorsam kontrollieren kann.
Und zum SD habt Ihr zwei alle Zeit der Welt!
Das läuft Euch doch net weg.
Lennox ist Dein erster Hund, wie ich mitbekommen habe- da möchte man natürlich gern alles richtig machen und hat seine vorbilder im Sport, denen man hier und da nacheifert. (geht mir zumindest so

)
manchmal sollte man aber über den tellerrand hinausschauen.
ich habe mal eine Maline kennengelernt, die es gewohnt war, ständig zu arbeiten- bei ihrem vorbesitzer hat sie nichts anderes kennengelernt. als sie mit ihrem neuen besitzer vom HP gehen sollte, biss sie sich in der leine fest und zerrte daran herum, war nicht ansprechbar und ließ sich in ihrem verhalten nicht rausholen. der neue Besitzer kannte so etwas nicht. draußen konnten die beiden nicht normal gassi gehen, da seine Hündin auf Ersatzbeute fixiert war- jeden Stock, den sie fand, nahm sie auf um damit etwas zu machen- befand sich unter dauerstrom und konnte nicht abschalten. Die Hündin wirkte, als hätte sie eine "an der klatsche" und sie konnte einen nur leid tun. sie vergaß sogar, ihre Geschäfte zu erledigen. der neue Besitzer brauchte über ein halbes jahr um diese Hündin aus ihrem festgefahrenen Verhalten zu holen und sie alltagstauglich zu machen.
überleg Dir mal in Ruhe, was für Euch beide erst mal wichtiger ist.
und es ist doch auch gut, wenn es kritik gibt (positive, wie negative).
liebe grüße
biggi