von Mira-Bella » 18.02.2012 23:53
Hallo Sina,
es war an einem Freitagnachmittag als mein Sohn mich bei der Arbeit anrief und mir sagte, dass Jenny (so heißt unser Hund) ganz komisch schreit und nur rennt. Ich bin sofort heimgefahren und mit ihr in die TK gefahren. Leider war unser TA nicht da und ein anderer Arzt hat sie untersucht und weil sie schon lange Schmerzen im Rücken hatte eine Schmerzspritze gegeben. Nachts um 23:00 kam der nächste Anfall. Da hab ich sie wieder in die TK gebracht und dort ist sie nur im Kreis gelaufen, die ganze Zeit. Der TA hat sie dann stationär aufgenommen. Tags drauf war unser TA wieder da (Gott sei Dank). Er hat mich angerufen und gesagt, dass die Anfälle vom Gehirn kommen und dass er nichts schönes vermutet. Ich dachte sofort an einen Tumor, aber er hat mich erst mal beruhigt und gemeint, ihm würden noch 10 andere Diagnosen einfallen. Er hat sie dann gleich mit Luminal behandelt und wollte ein MRT machen, aber darauf hätte ich ein paar Tage warten müssen und deshalb hab ich ihn quasi auf Knien angefleht, dass er ein CT macht um einen Tumor auszuschließen. Das hat er dann gemacht und sie hatte tatsächlich keinen Tumor. Dann haben wir ein MRT drangehängt und dort kam dann eindeutig eine Stammhirnentzündung raus. Unser TA hatte ihr wohl in dieser Zeit schon zusätzlich zum Luminal auch Cortison gegeben, weil es ihr schon etwas besser ging als wir sie ins MRT geschoben haben. Sie war etwas länger als eine Woche in der Tierklinik. Das Luminal haben wir bald absetzen können, aber wenn wir das Cortison weggelassen haben, bekam sie gleich wieder Koordinationsprobleme, deshalb hat sie zeitlebens Cortison bekommen. Ganz niedrig dosiert. Es war eine progressive, also eine fortschreitende Entzündung, deshalb hat uns unser TA in homöopatischen Dosen beigebracht, dass die Anfälle irgendwann wiederkommen. Er konnte den Zustand über fast 4 Jahre stabil halten. In dieser Zeit hatte sie keine Anfälle mehr. Im letzten halben Jahr hat sich ihr Zustand aber drastisch verschlechtert. Sie hatte dann innerhalb von 3 Wochen 4 Anfälle. Vom letzten hat sie sich nicht mehr erholt. Ich musste sie am 18. November 2011 einschläfern lassen. Sie war genau 16 Jahre und 9 Monate alt. Aber ich bin mir sicher, wenn sie jünger und kräftiger gewesen wäre, hätte sie noch länger mit dieser Krankheit leben können. Woher diese "progressive Encephalitis" herkam haben wir nie herausgefunden. Allerdings sind ganz oft kleine Hunde betroffen.
Ich hoffe ich konnte dir ein klein bisschen deine Angst nehmen, diese Diagnose muss absolut kein Todesurteil sein. Und ich hoffe, dass sich dein Hund wieder erholt und die Medis bald und gut anschlagen. Ich wünsche deiner Fellschnautze alles, alles Gute und dir auch. Halt uns auf dem Laufenden, die Daumen bleiben gedrückt, bis du Entwarung gibst.
Liebe Grüße, fühl dich fest gedrückt
Mira-Bella
In Dog we trust